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Die Stimme · 1933-07-13 · Heft 290 (13.7.1933) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 290 (13.7.1933)
Date
1933-07-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Dffi STIMM« Seite 7 t Nr. 200 —13. Juli 1033 ft*.—....... IVehdetuLes Zk&z-JakoaJIL --H? f\-fl da\ ,aJ*6hma" Frauenberufe in Palästina Ein typisches Gespräch aus der Jerusalemer Beratungsstelle für Ein Wanderer Eintreten de (ein gepflegt aussehendes junges M&dthen): Ich möchte fragen, ab Sie mir Arbeit beschaffen können? Beraterin: Was ist Ihr Beruf? Das Mädchen: Ich habe einige Semester Philosophie studiert. Beraterin: Sie wissen wohl, daß man darauf hier ebensowenig wie in Europa einen Lebensberuf gründen kann. M.: Das habe ich mir gesagt, aber ich dachte, ich würde hier vielleicht unterrichten können. B.: Beherrschen Sie die hebräische Sprache? M.: Ich beherrsche sie noch keineswegs, aber ich will sofort mit hebräischen Studien beginnen. B.: Dann kann ich Ihnen kaum Aussicht auf eine Lehrtätigkeit machen. Unsere Kinder werden natürlich in hebräi iseber Sprache unterrichtet, und die wenigen Leute, die Deutsch lernen wollen, finden augenblicklich ein ungeheuer großes Angebot deutscher Lehrer. M.: Ich kann auch stenographieren und Maschine schreiben, vielleicht könnte ich eine Bureaustellung annehmen? B.: Welche Sprachen außer Deutsch können Sie lesien und schreiben? M.: Etwas Französisch und Englisch. B.: Können Sie englische und französische Briefe selbständig und ganz fehlerlos abfassen? M.: Vorläufig noch nicht, aber ich will weiter Sprachstudien treiben. B.: Leider muß ich Ihnen sagen, daß die Zahl der kaufmännischen Stellungen, in denen man ohne Hebräisch auskommt, sehr gering ist; die Stellungen, in denen man auch ohne perfektes Englisch auskommt, sind an den Fingern ab- " zuzählen, und das Angebot für diese Stellungen ist riesengroß, da ein großer Teil der jetzt eintreffenden Mädchen und Frauen etwas Stenographieren und Maschine schreiben kann. M.: Was soll ich aber tun? Ich habe fast gar keine Mittel mehr. Meinen Sie, daß ich eine Stellung im Haushalt oder bei Kindern annehmen sollte? B.: Haben Sie eine Ausbildung als Kindergärtnerin oder Kind er pflegerin? M.: Nein. B.: Das im Verein mit Ihrer Unkenntnis der hebräischen Sprache ist ein Nachteil. Können Sie kochen? Und haben Sie schon einmal eine derartige Stellung ausgefüllt? M.: Nein, aber ich habe zu Hause manchmal beim Kochen und Aufräumen geholfen. B.: Es ist sehr schade, daß Sie dieses Arbeitsgebiet nicht besser beherrschen. Ich habe eine ganze Reihe von Haus- , Stellungen und Posten für Köchinnen in einigen größeren Betrieben zu beisetzen, aber die vielbeschäftigten Hausfrauen und Betriebsleiterinnen lehnen es durchaus ab, vollständig unerfahrene Mädchen anzustellen, um so mehr, als einige ' bereits die Erfahrung gemacht haben, daß die jungen Mädchen, nachdem die Hausfrau sie mühsam angelernt hatte, die Stellung plötzlich verließen, weil sich ihnen etwas Besseres bot. Wenn Sie wollen, kann ich Ihnen eine Lehrstellung in einem Haushalt nachweisen, aber Sie müssen sich dort als Schülerin fühlen und können mir auf ein niedriges Entgelt rechnen; andererseits werden wir darauf achten, daß Sie dort nicht ausgenutzt werden und wirklich etwas lernen. M.: Schlimmstenfalls wäre ich auch bereit, aufs Land zu gehen; wieviel kann ich in einer Kwuzah (Landarbeiten-G%- nossenschaft) verdienen? B.: In einer Kwuzah würde man Ihren Lebensunterhalt bei bescheidenen Ansprüchen bestreiten. Aber von der Verdienstfrage wollen wir vorläufig absehen. Ich frage mich, ob ich das Recht habe, einen Menschen in eine Kwuzah zu empfehlen, der nur «schlimmstenfalls» in eine solche eintreten will und darauf hofft, sie bald wieder verlassen zu können. , Unsere Kwuzoth sind gegründet worden von Menschen, die sich danach sehnten, mit ihren eigenen Händen den palästinensischen Boden für ihr Volk zu erschließen und eine Menschengemeinschaft auf ethischen Grundlagen aufzubauen; ohne innere Teilnahme an diesem idealen Ziel werden Sie sich schwer in das Leben der Gemeinschaft einfügen, und die Genossen, die sich ja ihre Mitglieder nach ihrem eigenen Geschmack wählen, werden Sie vielleicht ablehnen. M.: Können Sie mir denn gar keine Aussichten auf eine Existenz eröffnen? B.: Ich will Sie durchaus nicht vollständig entmutigen, Palästina-Beratung für Frauen und Mädchen Die «Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs» und die Z. M. V. «Mirjam» eröffnete am 5. Mai in den Räumen des zionistischen Landeskomitees, Wien, I., Kärntnerstraße 28, eine Beratungs- und Auskunft s s t e 11 e für Frauen und Mädchen, die nach Palästina auswandern wollen. Das Bureau steht unter der Leitung Frau Dr. Kantor (Wizo) und Frau Dr. Lichtenstein (Kontinentalbund der Zion. Mädchenvereinigung «Mirjam»). Sprechstunden Dienstag und Donnerstag twischen 5 und % Uhr abends. nur sollen Sie klar sehen, woran Sie sind. Wenn Sie glauben, daß Sie sich wirklich in eine unserer ländlichen zionistischen Genossenschaften einleben können und sich ernsthaft auf das Landleben umstellen wollen, so werde ich Sie wohl auf dem Lande untefbringen können. Besser wäre es freilich, wenn Sie genügend Mittel und Sprachkenntnisse besäßen, um in eine landwirtschaftliche Fraiuenschule einzutreten. Auch wenn Sie in der Stadt bleiben wollen, würde ich Ihnen — falls Sie einige Mittel besitzen — eine Ausbildung in einer Haushaltsschule oder sonstigen Fachschule zusammen mit Sprachunterricht empfehlen. Wenn das aber unmöglich ist, sehe ich vorläufig als einzigen Ausweg für Sie nur die Lehrstellung bei einer Hausfräu. M.: Und was soll ich meinen noch im Ausland befindlichem Freundinnen schreiben? B.: Schreiben Sie ihnen, daß es noch immer Arbeitsmöglichkeiten für solche Mädchen auf dem Lande gibt, die wirklich die Landarbeit als L e b e n s b e r u f erwählen. In der S t a d t finden gründlich ln Haushalt und Küche geschulte Kräfte Beschäftigung, und auch Mädchen, die ein Handwerk — Schneiderei, Putzmacherei, Buchbinderei usw. — nicht oberflächlich, sondern sehr gründlich verstehen, haben Aussicht auf Erwerb, besonders sobald sie die hebräische Sprache beherrschen. Auch für eine selbständige kaufmännische Existenz gibt es noch Möglichkeiten. In fast allen anderen Frauenberufen Ist das Angebot groß, und nur bei einer Kombination ganz bestimmter Eigenschaften und Fähigkeiten bestehen Aussichten auf Anstellung. H. H. T h o n, Jerusalem. Das diesjährige Budget von Tef-Awiw Jerusalem, Der Stadtrat von T e 1 - A w i w hat das Budget der Stadtverwaltung für 1933/34, das Ausgaben in der Höhe von 175.000 Pfund gegenüber einer voraussichtlichen Einnahme von 150.000 Pfund vdrsieht, angenommen. Die Stadtverwaltung erwartet, daß das Defizit , von 25.000 Pfund durch Regierungszuschuß gedeckt werden wird. Die hauptsächlichen Ausgabenposten betreffen: Unterriphtswesen 32.000 Pfund, Straßenbau und Kanalisation 30.000 Pfund, Gesundheitswesen 18.000 Pfund, Verwaltung 12.862 Pfund, Anleih en-Zinsendienst und -Rückzahlung 27.128 Pfund. Knesseth Israel übernimmt die Leitung des Unterrichtswesens für eingewanderte deutsche Juden Jerusalem. Das Zentralkomitee zur Ansiedlung deutscher Juden hat mit der Unterrichtskommission der Knesseth Israel ein Abkommen getroffen, demzufolge diese die Sorge für die Erziehungs- und Unterrichtsarbeit unter den eingewanderten Juden aus Deutschland übernimmt. Zur Durchführung dieser Arbeiten wurde ein Spezialkomitee eingesetzt, dem Vertreter beider Körperschaften angehören. Araber fordern Umsledluhgshllfe Jerusalem. Die von den früheren Besiedlern von Wadi Hawarith angewandte Taktik macht in Palästina Schule. Die arabischen Siedler von Shata haben an die Exekutive des arabischen Jugendverbandes ein Telegramm gerichtet, in dem sie erklären, die Regierung beabsichtige, sie von dem den Juden verkauften Boden zu entfernen, und unr Hilfe bitten. «Falastin» schreibt zu diesem Fall, die Lage der Araber von Shata sei vollkommen analog derjenigen der Beduinen von Wadi Hawarith. Palästina-Einwanderung Im Mal 1933 Jerusalem. Im Mai 1933 sind 1958 Personen, unter ihnen 1854 Juden, nach Palästina eingewandert. Von den jüdischen Einwanderen gehörten 242 zur Kategorie der Einwanderer mit eigenem Kapital. E Billige Sommer* und Ferienreisen nach Polen. Wex* billig: und bequem nach Polen fahren will, benutze die Reise, welche am 15. Juli von Wien abgeht. Diese Reise führt naoh Krakau, Lemberg, Stanislau und allen Zwischenstationen. Zur Bequemlichkeit der Reisenden wurde der Termin so erstellt, daß man sowohl acht Tage in Polen bleiben kann als auch 30 Tage. Keinerlei Paß oder Visagebühren. Plätze werden reserviert. Weitgehende Ermäßigungen bei Hotelbestellung oder bei einem eventuellen Kuraufenthalt in den Sommerfrischen Polens. Nähere Auskünfte und Anmeldungen: Internationales Reiset)ureau Schenker & Co., Wien, I., Schottenring 9, Tel. R-60-6-10, Reise- und Hotelauskunftsbureau E. Ferstel, Wien, I., Kärntnerripg 12, Tel. U-40-301. Depots von Stiftungsgeldern heim Keren Kajemeth Sonstige verzinsliche Depots beim Keren Kajemeth Es erweist sich immer mehr, von welcher ungeheure* Bedeutung die Idee des Keren Kajemeth und seine praktische Arbeit für die Lösung des jüdischen Problems ist. Ussischkin hat bei einer Pressekonferenz auf die Tatsache hingewiesen, daß zirka 20 Millionen Pfund an jüdischen Stiftungen in Banken und dergleichen investiert wurden. Viele solcher Depotgelder sind entwertet worden oder dadurch zurückgegangen, daß die Banken zusammengebrochen sind. Er forderte die jüdische Oeffentlichkeit auf, all diese Gelder beim Keren Kajemeth gegen Zinsen zu deponieren. Der Keren Kajemeth besitzt heute über 300.000 Dunam, die satzungsgemäß völlig unbelastet sind und £s bleiben müssen. Der Keren Kajemeth macht keine Geschäfte und kann daher keine Verluste haben. Das einzige Qeschäft — Bodenkauf — ist stets lukrativ, weil ja der Bodenwert steigt Wer also dem Keren Kajemeth sein Geld anvertraut, ist sicher, daß sein Stiftungswille erfüllt wird: die Zinsen werden rechtzeitig und voll für den Stiftungszweck zur Verfügung gestellt. Für die dem Keren Kajemeth übergebenen Mittel erwirbt er neuen Boden, der wieder an Wert steigt, Pacht- und Erbbauzinsen bringt. Dieser neue Boden dient neuer Ansiedlung in Stadt und Land. Dieser Gedanke Ussischkins nimmt reale Formen an. Ja, auch Einzelpersonen, die bloß ihr Geld sicher anlegen wollen, ohne bestimmte Investitionen zu machen, übergeben es dem Keren Kajemeth gegen zeitliche Bindung, z. B. zwei Jahre — und gegen vereinbarte Zinsen. Diese beiden Wege eröffnen neue Aspekte für den Keren Kajemeth, d. i. für den Erwerb von Volksboden. Diese neuen Wege, kombiniert mit dem Spendenwege, werden den Keren Kajemeth erst recht zu dem mächtigen jüdischen Bodenfinanzinstrument machen, das für die jüdische Massenansiedlung in Erez Israel eine Hauptvoraussetzung ist. Wichtig für alle Palästina- Inserenten! Soeben erschienen: Das Palästina . Im Urteil der sachkundigen Kritik: Das beste Buch seiner Art! Präzise Beantwortung aller Fragen über Palästina,, Verwaltung, Steuer-, Rechts-, Verkehrs- und Zollwesen; Touristen- und Uebersiedlungsbestimmungen; Existenzmöglichkeiten; Zionismus; zugleich erprobter Führer durch Palästina und hebräisches Vokabularium (in Lateinschrift). 118 Oktavseiten Text: nur Tatsachen und Ziffern! Eine Landkarte! Preis S 4.— (exkl. Versandspesen); im Ausland (inkl. Versandspesen, nur bei Vorauszahlung, eventuell in internationalen Portoscheinein) RM 2.50, Kc 20.—, Dinar 45.—, Schweizer Fr. 3.—, Zloty 3.—. Zu beziehen durch Palästina-Amt, Wien, 1., Kärntnerstraße 28, und «PAG», Wien III., Landstraßer Gürtel 9. Zu Bosch Haschanah nach Palästina Im Anschluß an den XVIII. Zionistenkongreß, der das rege Interesse im Judentum für Palästina widerepiegelt. werden vom Reisebureau Compass Tours, dem einzigen jüdischen Weltreisebureau, zwei Gesellschaftsreisen nach Palästina veranstaltet. Die Reise I erfolgt auf dem Riesen-Anterikadampfer der italienischen Linien «Roma», welche diesmal eine Sonderfahrt von Amerika nach Palästina unternimmt. Es wird Womit auch den europäischen Touristen die Gelegenheit geboten, mit einem Dampfer nach Palästina au fahren, der an Luxus, Komfort und Schnelligkeit unübertrefflich ist. Das Programm im Lande beinhaltet das Maximum dessen, was man in einem so begrenzten Zeitabschnitt sehen kann. Den Reiseteilnehmern wird die Möglichkeit geboten, den Prozeß des jüdischen Aufbaues allseitig kennen zu lernen wie auch die geschichtlichen und kulturellen Denkmäler unserer Heimat zu besichtigen. Unterwegs ergibt sich die Gelegenheit, die bedeutendsten Städte der Weltgeschichte, wie Rom, Neapel, Athen, zu besuchen sowie m einem Ausflug nach Kairo. Im allgemeinen wird die «Roma»-Fahirt als ein Gesellschaftsereignis in der Palästina-Touristik betrachtet, und das alt-erfahrene Reisebureau Compass Tours wird dafür Sorge tragen, den Reiseteilnehmern, die das jüdische Neujahrsfest in Palästina verbringen wollen, die ganze Fahrt zu einem ununterbrochenen Fest zu gestalten, wobei keine Gelegenheit unterlassen werden soll, um den Reiseteilnehmern das Beste zu bieten. Die Palästina-Reisen der «Compass Tours» sind weltbekannt, und die Hunderte von Touristen, die im Laufe der letzten Monate an unseren Palästina-Reisen teilgenommen Ihaben, sind für uns die lebende Reklame, die uns die Sicherheit gibt, daß auch diese Reisen von seiten des interessierten Publikums großen Zuspruch haben werden. Soeben erschienen! Hugo Herrmann Palästina, wie es wirklich ist 420 Seiten 72 Bilder 2 Landkarten Dieses neue, fesselnd geschriebene Werk über Pa ästina beantwortet alle Fragen, die dar proktfiscfia Inleressenl, dar Ilonsfreund und fadar, der in Palästina Ganzleinen S 9-45 seine neue Heimat sucht, täglich stellt Kartoniert S 680 In allen Buchhandlungen und durch die FIBA Vcrsandbuchhanclliiiig, Wien, VI1/*, Gumpendorferstr

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