Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 290 (13.7.1933)
- Date
- 1933-07-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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V.b. b. BEZUGS¬ BEDINGUNGEN Oestarreich monatlich S 1*50, viarteljahrl. S 4*20, ganz* jahrl. . . . S 16*— Deutschld. viertel jahrl.. .. RM 3 — Tschechoslowakei viertel}. . Kc 24'— Jugoslawien viertel jahrl. . Din. 40*— Polen vierteljährlich . . Zloty 6'50 Ungarn Vierteljahr lieh . . Pengö 4*20 Rumänien vierteljahrl. . . Lei 120‘— Uebriges Ausland vierteljährl. Schw. Franken 4*50 tnwnuiwtsewea Jüdisthe Zeitung A.l*U±l XXe\d‘JLk±,i GOLD HYPOTHEKEN PFAND BRIEFEN Preis 35 g Erscheint jeden Donnerstag Redaktion und Administration Wien, L, Karntnerstrade 28 Tel. R-27-4-85 Postsparkassenkonti: Oesterr. D 113.546 Polen . . 191.199 Tschechoslowakei .500.230 Jugoslawien 40.879 5. Jahrgang Wien, Donnerstag, 13« Juli 1933 (19. Tham. 5693) Nummer 290 8,000.000 Dollar für Ansiedelung deutscher Juden in Patäsiina Dr, Weizmtmn auf der Jahreskonferenz der Zionistischen Organisation Amerikas — Die Konferenz fordert finanzielle und politische Hilfe des Völkerbundes für die Palästina-Aktion zugunsten deutscher Juden Chikago. Die diesjährige Jahreskonferenz der Zionistischen Organisation Amerikas, die vom 1. bis 3. Juli in Chikago stattfand und an die sich am 4. Juli der «Jüdische Tag» auf der Chikagoer Weltausstellung anschloß, erhielt durch die Teilnahme Dr.. Chaim Weizmanns ein besonderes Gepräge. Ein großer Teil der Beratungen der Konferenz war dem konstruktiven Hilfswerk für deutsche Juden in Palästina gewidmet. Es wurden in diesem Zusammenhang mehrere Beschlüsse gefaßt, durch die die Durchführung des von Dr. Weizmann entworfenen großzügigen Kolonisationsplanes gesichert werden soll. Das Erscheinen Dr. Weizmanns im Sitzungssaale am zweiten Tag der Konferenz löste eine stürmische Ovation seitens der Konferenzteilnehmer aus. Allgemein ist man der Ansicht, daß der Besuch Dr. Weizmanns in Amerika jene Strömung unter den amerikanischen Zionisten wesentlich verstärken wird, die die Wiederwahl Weizmanns zum Präsidenten der Jewish Agency anstrebt. Der am Samstag, den 1. Juli, im Palmer-Haus zu Chikago abgehaltenen Eröffnungssitzung der Konferenz wohnten 5000 Delegierte aus allen Teilen der Vereinigten Staten bei. Den Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation Amerikas erstattete Dr. Morris Rothenberg. Er forderte u. a. die Ausgabe weiterer Einwanderungszertifikate für Chaluzims durch die Palästinaregierung und verlas einen vom Präsidenten der Jewish Agency, Nahum Sokolow, an den High Comissioner für Palästina, Sir Arthur Grenfell Wauchope, gerichteten Brief, in dem verlangt wird, daß die Zahl der an Juden ausgegebenen Einwanderungszertifikate wesentlich erhöht werde. «Diese Frage», schreibt Sokolow, «ist von besonderer Bedeutung im Hinblick auf die tragische Lage, in der sich große Teile des jüdischen Volkes heute in vielen Ländern und besonders in Deutschland befinden, wo die systematische Zurücksetzung von Juden als Juden zur offen deklarierten Politik der Regierung geworden ist» Morris Rothenberg wies sodann darauf hin, daß die Aufnahmefähigkeit Palästinas infolge der Prosperität des Landes wesentlich gestiegen ist. Er stelte fest, daß im Laufe des letzten Jahres 1662 amerikanische Juden nach Palästina ausgewandert sind, die ein Kapital von über 3 Millionen Dollar dort investiert haben. Diese Auswanderung sei unter dem Beistand der Zionistischen Organisation Amerikas erfolgt. Rothenberg hob die vom High Commissioner Sir Arthur Wauchope stets bewiesene Bereitschaft, mit der Jewish Agency zu kooperieren, lobend hervor, stellte aber anderseits mit Bedauern fest, daß der Mandatarmacht noch sehr viel zu tun Übrig bleibe, um dem Wortlaut und Geist ihrer auf Grund des Mandats übernommenen Verpflichtungen zu entsprechen. An der Palästinaregierung übte er Kritik wegen der von ihr beabsichtigten Einführung einer Einkommensteuer und Einsetzung eines Legislative Council. Die Konferenz faßte eine Resolution, in der die amerikanischen Juden aufgefordert werden, innerhalb der nächsten vier Jahre entsprechend dem Plan Doktor Telephon U 294-51 u. U 23-1-81 Michael Schaiim WIM, I., Hoher Markt Nr, 12 Spezialverkehr: Wien-Palästina. Gewissenhafte Beratung, Kulante Bedienung Weizmanns einen 5-MHlionen-Pfund-Fondis zur Durchführung eines großzügigen Kolonisationswerkes zugunsten deutscher Juden in Palästina zu schaffen, 8 Millionen Dollar für diesen Zweck aufzubringen. In einer zweiten Resolution wird die Jewish Agency aufgefordert, die finanzielle und politische Hilfe des Völkerbundes bei der Ansiedlung deutscher Juden in Palästina zu siche/i. Die Konferenz sagte ferner ihre Mitwirkung bei dem von Dr. Weizmann geplanten Werk zur Ansiedlung einer Viertelmillion Juden in Palästina innerhalb der nächsten fünf Jahr6, abgesehen von den von ihr übernommenen ‘finanziellen Verpflichtungen zu. Amerika und die deutsche Judenfrage Botschafter Dodd Jiat «bestimmte Instruktionen» New York. Der neuer nannte Botschafter der Vereinigten Staaten im Berlin, William Djodd, erklärte vor seiner Abreise nach Europa, er habe bestimmte Instruktionen, von denen er hoffe, daß sie zu einer Verbesserung dier Lage der Juden in Deutschland führen würden. * - Gleichzeitig teilte der Botschafter mit, daß er eine Besprechung mit Präsident' Roosevelt gehabt habe, bei der dieser seine Uebereinstimmung mit seinen, Dodds, Anschauungen, betreffend das Rassenproblem, zu erkennen gab. Im übrigen, erklärte Botschafter Dodd,- seien die Ansichten Präsident Roosevelts in dieser Frage auf Grund seiner Haltung und seiner Handlungen in den Vereinigten Staaten bekannt. Eine neue jüdische Petition an den Völkerbund Ein entlassener jüdisch«* Notar fordert MÜHonenentschödlgung Parts. Den französischen Zeitungen wird aus Genf berichtet, daß der ehemalige Berliner Notar Erwin Hirschfeld, der sich jetzt in der Schweiz aufhält, eine Beschwerde an den Völkerbund wegen seiner Entlassung auf Grund der Bestimmungen zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums gerichtet.habe, Die Blätter behaupten, Hirschfeld, der sich nunmehr in den Vereinigten Staaten niederzulassen beabsichtigt, forderevon der deutschen Reichsregierung als Entschädigung für die Zerstörung seiner früheren umfangreichen Praxis eine außerordentlich hohe, nach Millionen sich beziffernde Summe. Die österreichische Delegation zum XVIII. Zionisfenkongreß •wird steh aus folgenden Herren zusammenletzen: Dr. Oskar Orünbaum, Dr. Z. F. Fink eist ein (Allgemeine Zionisten). Kultusvorsteher Mendel Singer (Liste des Arbeitenden Palästina). Oberbaurat Robert Stricker (Zionisten-Revisionisten). Die Freude an der Leinenmode wird durch keine Waschsorgen getrübt! Alles, was Leinen ist, zur «H a b s b u r g». Kostüm «auf neu“ gewaschen und gebügelt zu mäßigen Preisen. Die neue Habsburg-Nummer U 35-5-65. Der Sieg des Allgemeinen Zionismus in Oesterreich Die Wahl zum Kongreß stand diesmal unter ganz anderen Auspizien als im Jahre 1931, Damals standen weite zionistische Kreise noch unter dem Eindrücke der Unruhen des Jahres 1929 und Passfields antizionistischer Politik. Die tiefe Niedergeschlagenheit in den zionistischen Reihen machte sich auch in der Wahlbeteiligung bemerkbar. Im Jahre 1931 gingen in Oesterreich nur 4792 Wähler (43 Prozent) zur Urne, diesmal aber 8631 Wähler (6 5 Prozent). Im Jahre 1931 hatte die Krise im Allgemeinen Zionismus ihren Höhepunkt erreicht. Viele Allgemeine Zionisten litten an einem Minderwertigkeitskomplex. Sie sahen sich der geschlossenen Masse der Revisionisten gegenüberstehen, hörten hochtrabende Parolen und glaubten, daß der Allgemeine Zionismus eine erledigte Angelegenheit sei. Viele kehrten damals dem Allgemeinen Zionismus den Rücken, so wie die Ratten das sinkende Schiff verlassen. Aber gerade in diesem kritischen Augenblick fanden sich mutige Männer i:m Allgemeinen Zionismus, die unter der Führung von Dr. Schwarzbart in Basel den «W eltverband derAllgemeinen Zionisten» begründeten. Mit großer Zähigkeit wurde die Organisierung der Allgemeinen Zionisten in den verschiedensten Ländern in Angriff genommen. Diese Arbeit trug auch ihre Früchte. Als die hochtrabenden politischen Schlagworte der Revisionisten wie Seifenblasen zerstoben, kehrten tausende Allgemeine Zionisten, die sich abseits gestellt hatten, in unsere Reihen zurück. Der Allgemeine Zionismus war in Oesterreich die einzige zionistische Gruppe, der es in den letzten Monaten gelang, viele Hunderte von Nichtzionisten organisatorisch zu erfassen und zu Zionisten zu machen. Diese Arbeit Compass Tours New York Wien Paris IX. Spitalgasse 3 Zu Rösch - Haschanah nach Palästina Im Anschluß an den XVlll. Zionistenkongreß Reise I l September 1933 mit d. Riesen-Ocean-Luxusdampfer „Roma“ 51.000 T Reise II IZ. September 1933 mit dem Eildampfer „Martha Washington**