Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 284 (15.6.1933)
- Date
- 1933-06-15
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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imm re DIB STIMME Nr. »3 — 8. ]Wi! 193) Verlautbarung des zionistischen Landeskomitees in sehr vielen Sektionen und Ortsgruppen ist im Laufe der letzten Wochen eine Werbeaktion von nenen ständigen Mitgliedern der Zion« Organisation durchgeführt worden. Die Ereignisse in Deutschland haben sehr vielen Juden die Augen für die wahre Situation unseres Volkes geöffnet Dadurch war der Boden für die Anwerbung von Mitgliedern gegeben. Zugleich ist in zionistischen Kreisen der alte Geist lionistischer Aktivität auferstanden. Die zionistische Ideologie hat eine Feuerprobe bestanden. Wenn in dem Lande hoher und allgemeiner Zivilisation, wofür Deutschland noch vor einigen Wochen galt, ein brutaler Antisemitismus möglich war, wenn die bedeutendste und fortgeschrittenste Assimilation über Nacht zusammenbrechen konnte, dann bedeutet das eine solche Bestätigung unserer Theorien, daß keine Beredsamkeit mehr dazu gehört, Zionisten zu werben. Das kann und trifft heute jeder Zionist, der nur den ernstlichen Willen hat. Trotzdem gibt es noch viele Zionisten, die selbst in dieser Stunde ihre Pflicht nicht tun. Sie erftiflen uns mit Scham und bedecken unsere Bewegung mit Schmach. Darum ergeht unsere Mahnung und Bitte: Werbet Zionisten, aber machet es den neuen nicht allzu leichtl Voller Zionist ist nur, wer sich gehörig organisiert: als Mitglied der Weltorganisation (Schekel), als Mitglied des Zionistischen Landesverbandes (Parteisteuer), als Mitglied der Sektion oder Ortsgruppe (Sektions-Ortsgruppenbeitrag). Das Statut der Weltorganisation kennt nur solche Zionisten, die sich von der lokalen Gruppe bis zur Weltorganisation an ihren Platz stellen. Aber auch dann wird noch nicht alles geschehen sein. Erst organisieren, dann erziehen! Mit der Aufgäjjejneuer Mitglieder übernehmen wir die Pflicht eines Ausbaues der Sektions- bzw. Ortsgruppenarbeit, durch Vorträge, Seminare, Zeitungsreferate, eventuelle Reorganisierung des Ausschusses, gesteigerte Fondsarbeit, Propaganda für «Die Stimme» usw. Zeigen wir der Welt zionistischen Fleiß an allen jüdischen Fronten. Unsere Parole ist: Verdopplung der Mitglieder im Zion. Landesverband für Oesterreich. Praktische Anleitung: 1. Das zionistische Gespräch. Versäume kein Gespräch über die aktuelle Judenfrage in Deutschland. Für uns ist Deutschland nur ein Beispiel, allerdings ein besonders schmerzliches. Was sogar dort möglich war, ist überall möglioh: Bankrott der Assimilation. Die Assimilation muß aufhören. Sie führt immer wieder in eine Sackgasse. Die zionistische Theorie hat das iiraner behauptet Sie hat die Konzentration jüdischer Massen mit normaler Wirtschaftsstraktur in Palästina verlangt und die Lösung der Judenfrage durch politische Kollektivanstreogung und praktische Aufbauarbeit gefordert. Kollektive Politik bedeutet Zusammenfassung in einer demokratischen Organisation. Wir haben diese Organisation geschaffen. Wir. haben Palästina gebaut. Heute ist es das einzige Land, das Juden in erheblicher Zahl aufnehmen kann und sojche mit geeigneten Berufen in jeder beliebigen Anzahl. In Palästina genießen Einwanderer nicht ein A s y lrecht ohne Arbeitsbewilligung, sondern sie haben das Recht auf Arbeit und auf Erwerbung der neuen Staatsbürgerschaft in kurzer Zeit und unter erleichterten Bedingungen. Je mehr Zionisten (politische Helfer) und je mehr Spender (für unsere Fonds), je mehr Auswanderer mit Kapital zur Verfügung stehen werden, um so rascher, größer und schöner wird der Palästinaaufbau sein. Hätte man auf uns gehört, wir wären schon heute weiter. Ein für Palästina vorbereitetes deutsches Judentum könnte mit Hilfe des Weltjudentums ohne Gefahr für sich und das Land nach Palästina in großen Massen einwandern. itische Bezirkssektion Innere Stadt Donnerstag, den 15. Juni 1933, 1^9 Uhr abends, Cafe «Altes Rathaus» Vortrag Dr. Desider Friedmann: des Judentums TD ESI Vortragskalender des zionistischen Landeskomitees Ta* Lokal Redner Thema Donnerstag, 15. Juni Caf6 „Altes Rathaus", I„ Wipplingerstraße 24 Dr. Desider Friedmann, Präsident d. Isr. Kultusgem. „Die allgemeine Lage des Judentums“ Samstag, 17. Juni Zionistisches Heim, XX., Jägerstraße 30 Frau Malcia Bauer Prol. Dr. Wilhelm Stein „Die Frau und der Zionismus“ Aktuelle Probleme Dienstag, 20. Juni Gasthaus Moser, XX., Dresdnerstraße 51 Frau Dr. Henny Llechtenstein- Rappaport Prof. Dr. Wilhelm Stein „D. Judenfrage u. ihre Lösung“ Aktuelle Problem* Mittwoch, 21. Juni Zionistisches Helm, H., Fraterstraße 13 Dr. Oskar Grünbaum Prof. Dr. S. Horowitz cand. theoL et phll. M. Patron „DER WEG DES JÜDISCHEN STUDENTEN“ Mittwoch, 21. Juni Heim d. B. J. F„ VI., Nelkengasse 6 Dr. Richard Taussig Dr. Wilhelm Epstein „Altes neues Judentum" „Die Situation des Judentums1' Donnerstag, 22. Juni Zionistisches Helm, II., Jungstraße 8 Dr. Oskar Grün bäum „Der XVIII. Zionistenkongreß" Donnerstag, 22. Juni Hotel „Post“, I., Fleischmarkt 24 DR. BENZION MOSSINSON, Direktor des HerzNGymnaaiums in Tel-Awiw „Der XVIII. Kongreß und die gegenwärtige Situation im Judentum" 2. Werbeversammlungen. Alle Versammlungen der Zionisten sind heute gut besucht. Am Vortragstisch und in den vorderen Bänken sitzen die Zionisten, um sich sehen zu lassen. Allerdings, sie haben Grund dazu — aber es ist nicht praktisch und nicht geschickt. Misch Dich Heber unter die «Neuen»; vollende in der Pause und auf dem Heimwege, was der Vortragsredner begonnen hat. Führe hier und überall; «Das zionistische Gespräch». 3. Organisieren. Wir sind keine Aestheten; wir führen das zionistische Gespräch nicht aus Sport und zum Genüsse. Wir haben eine Absicht. Wir sind die einzige Richtung im Judentum, die im Besitze der politischen Wahrheit unserer Zeit ist. Wir werben Freunde, wir bringen jene Botschaft, die Erlösung bedeutet und inneren Halt; wir verlangen aber Gefolgschaft: Wir werben Mitglieder! Mitglieder und nicht «Sympathiker». Mitglied ist, wer das Basler Programm anerkennt, sich der zionistischen Disziplin unterwirft und seine Beiträge bezahlt. Die Beiträge sind der wunde Punkt. Warum? Weil das Gespräch nicht überlegt Ist! Wer nur an den Beitrag denkt, wird keine Zionisten werben; wer auf den Beitrag vergißt, auch nicht. Gerade die Juden verstehen, daß man für alles bezahlen muß. 4. Erziehung. Du hast jemanden geworben, Du darfst nun nicht an dem neuen Zionisten vorübergehen. Du mußt ihn nächstens und immer wieder ansprechen, bis er sich seine eigenen zionistischen Freunde gefunden hat, bis er eine zionistische Zeitung hält, bis er unsere Veranstaltung ständig besucht. Jetzt erst ist Deine Arbeit beendet, jetzt erst hat (He Organisation einen neuen Zionisten, politischen Helfer, Sammler. Die Grundlage unserer Bewegung sind die einzelnen Mitglieder. Wirb Mitglieder! Unsere Parole heißt: Verdopplung der im Zionistischen Landesverband für Oesterreich organisierten Zionisten! Zionistisches Landeskotnitee für Oesterreich. Die Wahlen zum 18. Zionistenkongreß Verlautbarung. Laut Beschluß der Hauptwahlkommission (HKW) Wien finden die Wahlen zum 18. Zionistenkongreß am Donnerstag, den 6. Juli 1 9 33, von 17 Uhr bis 22 Uhr statt. Die Einreichung der Wahlvorschläge (Kandidatenlisten) hat bis s p ä te s te n s M i 11 w o c h, d e n 28. J u n i 1 9 3 3, 22 Uhr, bei der HWK, L.Kärntnerstraße 28, 1. Stock, zu erfolgen. Jeder Wahlvorschlag muß von mindestens 100 innerhalb des Wahlkreises domizilierten und zur Ausübung des aktiven Wahlrechtes befähigten Personen unterzeichnet sein. Als Bevollmächtigter der Liste gilt, wer eigens hiefür von der wahlwerbenden Partei nominiert wurde, bezw. der auf dem Wahlvorschlag an erster Stelle Unterzeichnete, ungerechnet ev. Unterzeichnung von Kandidaten. Die Zurückziehung eines Wahlvorschlages ist jederzeit zulässig. Ein Wahlvorschlag darf nicht mehr als zweimal so viel Namen enthalten, als Delegierte zu wählen sind. Die HWK. wird im entgegengesetzten Falle die Streichung der überzähligen Kandidaten vornehmen. Der HWK. sind bei der Einreichung der Wahlvorschläge vorzulegen: 1. Schriftliche Erklärungen der Kandidaten, aus denen hervorgeht, daß sie mit der Kandidatur einverstanden sind, 2. Bescheinigung der obersten Vertrauenskommission, daß die Kandidaten ihrer Keren-Hajessod-Pflicht entsprochen haben. Mitglieder der HWK. und Hauptwahlkommissäre sowie Mitglieder der Ortswahlleitungen sollen, wenn irgend möglich, innerhalb ihres Wahlgebietes als Kandidaten für Delegiertenmandate nicht aufgestellt werden. Wien, 13. Juni 1933. Die Hauptwahlkommission für Oesterreich. Verlautbarung der Exekutive betreffend Schekelverkauf (Auszugsweise) Kein Schekel Sammler soll auf einmal eine übermäßig große Zahl von Schekel* blocks zum Weiterverkauf erhalten. Die Aushändigung von weiteren Schekelblocks an einem Sammler soll davon abhängig gemacht werden, daß er zuerst dk früher bezogenen Blocks zurückstellt und bezahlt Eine Abweichung von den obigen Regeln ist nur mH Zustimmung der Exekutive gestattet. Der .Ankauf oder die Uebemahme von Schekaflm zur Verteilung unter Personen, die den Schekelpreis nicht ganz oder überhaupt nicht entrichtet haben, Ist unzulässig. Die Uebertretung obiger Vorschriften Ist der Exekutive und dem Kongreßanwalt anzuzeigen. Ihre Landes-Schekelkommission wird auigefordert, diese Anordnungen zur allgemeinen Kenntnis zu bringen und sofort Maßnahmen zu ihrer Durchführung zu ergreifen. Exekutive der Zionistischen Organisation Organisations-Departement Die Arbeit des Keren Kaje~ meth Büchsenaufstellungsaktion durch die Wiener zionistische Jugend. Am Donnerstag, den 15. Juni, wird die Wiener ziom Jugend im 9. Bezirk in den jüdischen Wohnungen, in denen noch keine Keren-Kajemeth-ßüchsen sich befinden, Büchsen aufstellen. Die Judenheit Wiens wird gebeten, diese freiwilligen Mitarbeiter des Keren Kajemeth so zu empfangen, wie es jedes normale Volk seiner volkstreuen Jugend gegenüber übt Die Mitarbeiter holen sich das Büchsenaufstellungsmaterial (Aufruf, Büchsen, Büchsenaufstellungsbestätigungen sowie die Besuchslisten) Donnerstag, den 15. Juni, 8 Unr früh, im Keren-Kajenreth-Büro. Die Ausfolgung geschieht an die Führer. Die Verrechnung erfolgt am selben Tage bis spätestens 6 Uhr nachmittags. Spendenausweis für die 2. Hälfte Mai erscheint infolge Vorbereitung der Deutschland-Aktion und Büchsenaufstellung erst in der nächsten Nummer der «Stimme». Goldbucheintragung Gisela Scbor s. A. Die Kinder der Verewigten haben beschlossen, ihre verewigte Mutter ins Goldene Buch einzutragen, nachdem sie ihren Vater bereits eingetragen haben. Frau Esther Schwarz stiftet 1 Baum auf Namen ihrer Mutter Perl Schwarz anläßlich des Jahrzeitstages am 18. Sivan. Liga für das arbeitende Palästina Das .Gartenfest, das am 10. d. M. hätte stattfinden sollen, mußte wegen schlechter Witterung verschoben werden und findet am Samstag, den 24. Juni um halb 8 Uhr abends am «Konstantinhügel» II., Hauptallee, statt. Karten: Buchhandlung Rath, II., Taborstraße 20a; Herschkowitz, I., Rupprechtstiege 1; Jüdisches Volksheim, II., Blumauergasse 1. Das Palästina-Informationsbuch ist soeben erschienen. Sämtliche Fragen, Handel, Ueber* isedlungebestimmungen usw., präzise beantwortet. Preis S 4.— exkl. Vereandspesen.