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Die Stimme · 1933-05-30 · Heft 282 (30.5.1933) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 282 (30.5.1933)
Date
1933-05-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Pie htwUac Hummer ist 11 Seifen stark V.b. b. BEZUGS¬ BEDINGUNGEN Oesterreich monatlich S I'50, vierteljflhrl. S 4*20« ganziihrl. ... 8 16 — DeutechldL viertel iihrl.. .. RM 3 - Techechoalowakei viertel]’. . Ke 24*— fueoslewien viertel iihrl. . Din. 40 - Polen Vierteljahr heb . . Zloty 6 50 Ungarn Vierteljahr lieh . . Pengö 4 20 Rumänien viertel jShrl.. . Lei 120 — l 'e beiges Ausland vierteljahrl. Schw. Franken 4*50 Jüdische Zeitung Preis 35g Erfcheinl jeden Donnerstag Redaktion und Administration Wien, L, Kirntnerstra&e 28 Tel. R-27 4-85 Postsparkassenkonti: Oeaterr. D 113 546 Polen . . 191J99 Ischechoslowakei .500.230 Jugoslawien 40.879 6. Jahrgang Wien, Dienstag, 30. Mai 1933 (5* Siwan 5693) Nummer 282 Transjordanische Vertreter bei dev Jetvish Agency Bitte um Niederlassung von Juden in Transjordanien Jerusalem. Bei der Palästinaexekutive der Jewish Agency sind Vertreter von 23tran s Jordan ischenDörfern und das Oberhaupt einer größeren transjordanischen Stadt sowie eine Anzahl weiterer transjordanischerFöhrer erschienen und haben die Bitte vorgelegt, die Jewish Agency möge ihnen Land zur Errichtung jüdischer Siedlungen in Transjordanien abkaufe n. Die transjordanische Delegation erklärte ferner, sie wolle gleichzeitig mit der in Transjordanien für Anfang Juni geplanten Konferenz von Gegnern derjüdischen Siedlung eine Tagung einberufen, auf der der Wunsch nachOeffnung Transjordaniens für die jüdische Einwanderung zum Ausdruck gebracht werden soll. In einem in der arabischen Zeitung «Meraat ei Shark» veröffentlichten Offenen Brief wendet sich der transjordanische Araber Soliman Samawi gegen die Einmengung palästinensischer Araber in transjordanische Angelegenheiten. DietransjordanischenArab e r, so wird in dem Offenen Brief ausgeführt, litten unter Hungersnot und hätten sich erfolglos an die Regierung und an arabischeßankenum Hilfe gewandt. Nunmehr bleibe ihnen der einzige Ausweg übrig, ihr Land zu verkaufen oder zu verpachten. Weder der Großmufti noch die arabische Gesellschaft zum Ankauf von Palästinaboden als arabisches Nationaleigentum hätten den Transjordaniem Hilfe geleistet, obwohl diese ihnen Boden zu einem Zehntel des von der Jewish Agency gebotenen Preises vergeblich zum Kauf angeboten hätten. Auch arabische Privatkapitalisten seien vergeblich um Hilfe angegangen worden. Der Offene Brief schließt mit folgenden Worten: «Wir fürchten uns nicht vor einer Eroberung durch die Zionisten. Wir wollen unsere Angelegenheiten selbst besorgen und bedürfen keines Vormundes.» Die gvoßeLondoner Versammlung für den Hilfsfonds zugunsten dev deutschen Juden Reden von Antonp de Rothschild^ Dr• Wetzmann, Claude Montefiore, Chiefrabbi Dr• Hertz, Neville Lashi und Simon Marks Die einzige Rettung — die Kolonisation in Palästina Aus London wird uns berichtet: Die große Sammelaktion für den Zentralhilfsfonds der englischen Juden wurde in einer von 500 geladenen Gästen besuchten Versammlung im Saale des Londoner jüdischen Gemeindehauses feierlich eröffnet. Den Vorsitz führte Anthony de Rothschild, neben dem Lord Rothschild, Lionel Cohen, Leonard G. Montefiore und Professor Samuel Alexander auf der Tribüne Platz genommen hatten. Die Reihe der Ansprachen wurde durch den Vorsitzenden eröffnet, der u. a. erklärte, in der Beurteilung der gegenwärtigen Lage sei man eher zu wenig weit als zu weit gegangen. Das gesamte englische Judentum müsse zur Hilfsarbeit henangezogen werden. Man müsse für die Auswanderer aus Deutschland in verschiedenen Ländern Existenzmöglichkeiten finden. InsbeSohdere müsse jede Möglichkeit, Auswanderer in Palästina anzusiedeln, ausgenützt werden. GroBe Rede Dr. Weltmanns: Die tragische Realität einer plötzlichen Katastrophe Dr. Chaim W e i z m a n n hielt eine großangelegte Rede, in der er erklärte, man solle nicht Anklage erheben, sondern mit der tragischen Realität einer plötzlichen Katastrophe rechnen. /// HÄI5ER5TR. 123 K. ALSERSTR. 6 S 16'- SU-S20- Es handle sich bei den Geschehnissen in Deutschland nicht um ein lokales Ereignis, vielmehr sei die ganze Judenheit durch sie betroffen. Dr. Weizmann zog einen Vergleich zwischen den Judenverfolgungen im zaristischen Rußland und der heutigen Lage der Juden hi Deutschland, zeigte, daß jene Verfolgungen von einer kleinen autokratischen Schicht ausgingen, während die jetzige Politik in Deutschland von einem großen Teil des Volkes getragen werde. Tragisch sei die innere Situation des deutschen Judentums. Die russichen Juden hätten in ihrem Ghetto als stolzes Volk gelebt, erfüllt von moralischer Kraft Das Judesein des deutschen Juden sei in vieler Hinsicht ausgehöhlt. Die Juden sagen ihm «Du bist kein Jude», der Deutsche sagt ihm «Du bist kein Deutscher». Tragisch sei auch der Rückschlag nach 150 Jahren Emanzipation ln einem Lande, in dem Juden seit 1000 Jahren ansässig sind. Unmittelbare Nothilfe und Wanderfürsorge biete nur den Teil einer Lösung. In den Jahren 1920 bis 1923 seien 80 Millionen Dollar für das osteuropäische Hilfswerk aufgebracht worden. Ein neuer politischer Umschwung und eine neue Hilfsaktion müßte einsetzen. Die alten Einwanderungsländer seien verschlossen. Unter solchen Umständen gewinne Palästina, wohin der Jude nicht als Flüchtling, sondern kraft seines Rechtes komme, besondere Bedeutung. Palästina werde in den nächsten Jahren eine große Zahl deutscher Juden absorbieren können. Allerdings sei Anpassung notwendig. In palästinensischen Dörfern habe er, sagte Dr. Weizmann, junge Menschen aus guter Familie ein bescheidenes Leben führen gesehen. Am Kurfürstendamm gebe man wahrscheinlich mehr Geld aus; aber ln Palästina lebe man glücklicher. Rückkehr zum Ursprung, zu unseren Traditionen gebe Kraft zum Widerstand. Der Aufbau einer reinen, ehrenhaften Gemeinschaft in Palästina werde sich die Achtung der Welt erzwingen. „Der Schmerz der deutschen Juden kann nicht gelindert, bloß Ihrer Not kann abgeholfen werden41 Ansprache Claude G. Montefiores. Dr. Claude G. Montefiore führte aus, die oft bewunderte deutsche Gründlichkeit habe sich diesmal darin gezeigt, wie ein großer Teil einer Bevölkerung von 600.000 Seelen in Unglück und Armut gestürzt wurde. Im Hinblick auf die Größe der Katastrophe wäre eine Summe von einer halben Million Pfund für das Hilfswerk nicht mehr als angemessen. Die Art der Verwendung solle den deutschen Juden. selbst überlassen bleiben. Er würde es ebenso als ein Verbrechen erachten, daß man auch nur einen Penny vom Palästina-Hilfswerk abziehe, wie es ein Verbrechen wäre,0 wenn Dr. Weizmann fordern sollte, daß auch nur ein andere; wärts zu verwendender Penny nach Palästina gehen solfc£, Den Schmerz der in ihrer Ehre, ihrer Hingabe und im Gefühl ihrer Loyalität verletzten deutschen Juden könne man nicht lindern; nur ihrer Not könne man abhelfen. Es sprachen noch Chief Rabbi Dr. Hertz,- Simon Marks und der Vorsitzende des Board of Deputies Neville Laski, der erklärte, die Tatsache, daß ein Rothschild sich an die Spitze der Aktion gestellt habe und daß der ChieJ Rabbi, Dr. Montefiore und Dr. Weizmann auf einer Tribüne erschienen seien, beweise, daß bei aller Verschiedenheit Einheit möglich sei. Es sei heilige Pflicht, in der Arbeit für die deutsche Judenheit zusammenzustehen. Auftakt zur Hilfsaktion in England: Die Summe der ersten Spendenliste: 62.000 Pfund London. Der unter dem Präsidium Lord ReadingS) Lionel de Rothschilds, Dr. Chajim W e i z m a n Nahum Sokolows und des Chief Rabbi Dr. J. H. Hertz? stehende «Britische Zentralfonds für die deutsche Judenheit» hat soeben den angekündigten «dringenden Appell» an die englische Judenheit, der von einer tragischen Katastrophe betroffenen deutschen Judenheit zu Hilfe zu kommen, veröffentlicht. Gleichzeitig wurde die erste Liste der bisher für den Fonds eingegangenen Spenden veröffentlicht. Ihre Summe beträgt annähernd 62.000 Pfund. Je 10.000 Pfund haben die Bankhäuser N. M. Rothschild & Sons und M. Samuel & Co, der Baron-Familientrust und Mitglieder der Familie Marks (die Ehepaare Simon Marks, I. M. Sieff, Norman Lasky, Harry Sacher und Frl. Mathilda Marks) gespendet; je 1000 Pfund zeichneten Dr. Weizmann, Lord Melchett, Doktor Claude G. Montefiore, Sir Montague Burton, Sir Robert Wallay-Cohen, Oberstleutnant S. G. Cohen, S. Japhet und Claude M. Leigh; d’Avigdor Goldsmid und eine Reihe anderer Spender zeichneten je 500, Leonard G. Montefiore u. v. a. je 250 Pfund. mit fro vorrtyl SaloDidiiffen tot Lloyd Triestino Abfahrten jeden Mittwoch um 13 Uhr Ferners I Wöchentliche ExpreBlinie nach Istanbul wöchentliche Luxuseillinie nach Alexandrien; zweimal monatlich Laxitselllinle nach Bombay t monatliche ExpreBlinie nach Ceylon^ Slngapore, Shanghai; Postlinien nach der Levante, Schwante Meer, Indien, China, Japan InUifii: Ulli llitSliDO.iieil I, KämtUtnlBB 6 M.I-V-MI

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