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Die Stimme · 1933-05-11 · Heft 279 (11.5.1933) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 279 (11.5.1933)
Date
1933-05-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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V. b. b. JK&L BEZUGS- BKIMNGtJNGEN Oesterreich monatlich S 150, vierteljShri S 4*20, ganz jihrl. . . . S 16 — Deutzchld. viertel jfthrl.. . . RM 3 - Techecho Slowakei viertelj. . Kc 24*— Jugoslawien viertel jlhrl. . Din. 40- Polen vierteIjlhr Heb . . Zloty 6 50 Ungarn vierteljlhr lieh . . Pengö 4*20 Kutnlnien viertelehrl.. . Lei 120 — ebriges Ausland vierteljihrl. Schw. Franken 4*50 Jüdische Zeitung Erscheint jeden Donnerstag Redaktion und Administration Wien, L, Klrntnerstrafte 28 Tel. Rp27 4-85 Po s( sparkassenkonti: Oesterr. D 11.3.546 Polen . . 191.199 Tschechoslowakei 500.230 Jugoslawien 40.879 9» Jahrgang Wien, Donnerstag, 11« Mai 1933 (15. Ijjar S693) Nummer 279 Minderheiienrechie für die Juden in Deuischtand? Aufsehenerregende Aeußerungen eines deutschen AuBenpolitihers in der österreichischen Presse Der nationalsozialistischen Bewegung nahestehende österreichische Blätter veröffentlichen ein Interview mit dem als außenpolitischer Berater des Reichsministers und Führers der Deutschnationalen im Deutschen Reich Alfred Hugenberg geltenden Professor Freiherrn von Freytagh-Loringhoven, in dem dieser aufsehenerregende Mitteilungen über die Möglichkeit einer neuartigen Lösung der Judenfrage in Deutschland durch Gewährung von Minderheitenrechten an die deutschen Juden macht. Freiherr von Freitagh-Loringhoven gibt zu, daß die bisherige Judengesetzgebung des neuen Deutschland Mängel und Lücken aufweise und durch ihre äußere Form leicht Anlaß zu Protesten im Ausland geben könne. Deshalb wäre es im Interesse Deutschlands vorzuziehen, die als Fremdvolk betrachteten ... deutschen Juden als n a 11 o n a 1 e Ml n d er heit anzuerkennen und ihnen eine knlturelleAuton o m i e, Selbstverwaltung auf kulturellem und religiösem Gebiet, in Schule und Wohlfahrtswesen unter Aufsicht des Staates efhzuräumen. Den Institutionen der jüdischen Selbstverwaltung wäre auch eine staatliche Subvention zu gewähren. Als höchstes Entgegenkommen käme eventuell die Zulassung von Vertretern dieser jüdischen Minderheit zu öffentlichen Aemtem im Verhältnis des prozentuellen Anteils der jüdischen an der allgemeinen Bevölkerung in Betracht. Auf diese Weise könnte die Fernhaltung der Juden vom deutschen Leben gesichert und einer Entdeutschung Deutschlands durch vordringenden Einfluß der jüdischen Rasse vorgebeugt werden. Freiher von Freytagh- Loringhoven betont ausdrücklich, daß mit diesem Kampf gegen den Einfluß der jüdischen Rasse kein Werturteil übeir die Qualitäten der einen oder der anderen Rasse gefällt werden soll. Eine solche Regelung würde eine der Minoritätenschutzpolitik des Völkerbundes entsprechende unanfechtbare Rechtsbasis darstellen, und zwar würde Deutschland, das den den einzelnen Ländern auferiegten Miinderheitenschutzverpflichtungen nicht unterliegt, eine solche Regelung ohne äußeren Zwang treffen. Dreißigiausend jüdische Flilchf finge aus Deuischtand in den verschiedenen Ländern Europas Jüdische UuswandererUonferenx in Paris Vor einigen Tagen fand in Paris eine durch die vereinigten jüdischen Organisationen für Auswanderungshilfe Hiask-lka-Emlg direkt einberuf ehe Konferenz statt, die der Frage der Regulierung der Emigration jüdischer Flüchtlinge aus Deutschland gewidmet war. An der Konferenz nahmen Vertreter der für jüdische Auswanderer aus Deutschland gebildeten Hilfskomitees aus folgenden Ländern teil: Frankreich, Großbritannien, Belgien, Polen, Spanien, Holland, Saargebiet, Luxemburg, Schweiz und Oesterreich. Nur die Tschechoslovakel war, wiewohl gerade dieses Land einer großen Anzahl jüdischer Flüchtlinge aus Deutschland Gastfreundschaft bietet, aus technischen Gründen an der Tagung nicht vertreten. Aus den Berichten, die von den Delegierten auf der Konferenz erstattet wurden, ist zu entnehmen, daß mit du nrd|l. SaloDsdtiffeB te Lloyd Triestino Abfahrten Jeden Mittwoch um IS Uhr Perneri * WBchentllche ExpreBltnie nzeh Istanbul wöchentliche Lnzaaellllnie nach Alexandrien i zweimal monatlich Lnxasellllala nach Bombay t monatliche ExpreBllnle nach Cajloa, Slngapore, Shanghai; PostlTnien nach der Levante, Schwarze« Meer, Indien, China, Japan InHifll: llljt TriUtlBl.VlBI t. UltlMll 6 Til.MM-H EilliiK derzeit an die dreißigtausend Menschen verschiedener Berufe und Klassen, jüdische Flüchtlinge, die in den letzten Wochen Deutschland verlassen haben, sich in den betreffenden Ländefti befinden. Von sämtlichen Delegierten wurde in tiefster Anerkennung und Dankbarkeit auf die wohlwollende Haltung und die tatkräftige Hilfsbereitschaft, die von den Regierungen ihrer Länder und der Bevölkerung den jüdischen Auswanderern gegenüber an den Tag gelegt werden, h&igewiesen. In einem von der Organisation für jüdische Auswanderungshilfe veröffentlichten Kommunique wird erwähnt, daß die Hias-lka-Organisation, die die gesamte Hilfsaktion für die jüdischen Emigranten aus Deutschland konzentrisch organisiert, in ständiger Verbindung mit den europäischen Hilfskomitees zwecks Aufnahme jüdischer Flüchtlinge, sowie mit ihren Schwesterorganisationen in den überseeischen lmigrationsländem steht. Eine große Anzahl dürfte auf diese Weise Einwanderungserlaubnis nach Argentinien, Brasilien, Uruguay, Westafrika, Australien und Palästina erhalten. Auf der Konferenz erfuhr man ferner von den von der Auswanderungsorganisation unternommenen Schritten,* eine Weiterleitung der Flüchtlinge außer nach Palästina auch noch in solche Länder, die für neue Einwanderer noch Platz haben, durchzuführen, wobei insbesondere Kanada und verschiedene südamerikanische Staaten in Erwägung gezogen werden, mit denen bereits Verhandlungen eingeleitet wurden. So hat bereits die Regierung von Chile an fünfzig jüdische Familien aus Deutschland die Einwanderungserlaubnis erteilt. Die Frage der Erleichterung der Einwanderung beschäftigt gegenwärtig auch die Immigrationskommission des amerikanischen Kongresses, ln Spanien ist mit Rücksicht auf die Notwendigkeit einer konzentrischen jüdischen Auswanderung aus Deutschland das Hias- Büro in Barcelona reorganisiert worden. Besondere Aufmerksamkeit wendet die Hias-lka-Organisation neben der Auswanderung in überseeische Länder der Ausfindigmachung von Erwerbsmöglichkeiten für jüdische Auswanderer in europäischen Ländern zu. Auf der Konferenz erfuhr man ferner, daß für die Unterbringung jüdischer Arbeitskräfte, auch intellektueller, in einer Reihe Kolonien europäischer Staaten gute Aussichten bestehen. Die Konferenz beschloß, zur Lösung der aus der gegenwärtigen schweren Situation sioh ergebenden Probleme einheitliche Richtlinien für die Aufnahme und Unterbringung jüdischer Flüchtlinge aus Deutschland zu befolgen. Weiztnann bei Boncour Paris. Aus Italien kommend, traf Professor Dr. Chaim Weiztnann gestern in Paris ein, wo er vom französischen Außenminister Paul-Boncour in längerer Audienz empfangen wurde. Die Besprechung, die der Lage der jüdischen Flüchtlinge aus Deutschland, die sich in Frankreich niedergelassen haben, galt, dauerte längere Zeit. nacA> Roman von Leopold Hlchlet Brosch. S 4.80 Ganzleinen S 7.— Ein jüdisches und zugleich wienerisches Buch; ein Roman, der die Freuden und auch die Tragik des bodenständigen Wiener Judentums schildert. Das Werk ist wegen seiner spannenden Handlung und seiner natürlichen Sprache berufen, ein echtes Volksbuch zu werden R. lÖwIf-Verlao, Uten Durch jede gute Buchhandlung Mittwoch, doi» 17. Mal 1093, Uhr ohonds, im Hotol Post, I., Flaischmarkt 34 Vortrag Dr. Ignaz SdHuarzhari (Mo) Vorsitzender des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten

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