Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 273 (30.3.1933)
- Date
- 1933-03-30
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Sette S DIE STIMME Nr. 273 — 30. Mär* 1033 2U& „\S£wwi&" Ci&eK j&tlai Ein Jude Botschafter der Vereinigten Staaten ln Frankreich Präsident Franklin D. Roosevelt hat Jesse Isidor Straus zum Botschafter der Vereinigten Staaten in Frankreich ernannt Jesse Isidor Straus ist ein Sohn des bei der «Titanics- Katastrophe ums Leben gekommenen Isidor Straus und ein Neffe des verstorbenen Diplomaten Oscar Straus und des verstorbenen großen jüdischen Philantropen Nathan Straus. Jesse Isidor Straus ist Leiter der riesigen Macey-Warenhäuser ln New York und Vorsitzender der New Yorker Handelskammer. Ein Bruder von Jesse Straus, Percy Seiden Straus, Ist Präsident der jüdischen Landwirtschaftsgesellschaft (Jewish Agricultural Society). Ein polnischer Jude wird Gesandter in Polen Warschau. Die jiddische Tageszeitung «Moment» erfährt aus autoritativer Quelle, daß die amerikanische Regierung der polnischen Regierung mitgeteilt habe, sie beabsichtige, den Vorsitzenden der außenpolitischen Kommission im amerikanischen Senat Sol Bloom zum amerikanischen Gesandten in Warschau zu ernennen. Bloom ist Jude und stammt aus Polen. Seine Geburtsstadt ist Grodno. Er ist einer der führenden Politiker der republikanischen Partei. Vor etwa zehn Jahren besuchte er seine Verwandten in Grodno. Ehrung Einsteins vor seiner Abreise Wie die Korrespondenz Herzog meldet, bereitete die wissenschaftliche Welt New Yorks Professor Einstein vor seiner Abreise eine besondere Ehrung. In der Columbia-Universität wurde anläßlich des Geburtstages Einsteins eine Sonderausstellung zu seinen Ehren veranstaltet, auf der einige seiner seltenen wertvollen wissenschaftlichen Manuskripte sowie Monogramme und Medaillen aufiagen. Beim Abschiedsbankett überreichte Miß Dora Shapiro dem Gelehrten einen Scheck, dessen Gegenwert zur Errichtung eines Lehrstuhles in Jerusalem dient Auszeichnung Prof. Ermanno Lövhisons durch den König von Italien Rom. In Bologna ist Prof. Ermanno Lövinson, Direktor des Staatsarchivs, vom König von Italien auf Vorschlag des Ministerpräsidenten zum . Ritter des Verdienstordens ernannt worden. Prof. Lövinson ist bereits Kommandeur des Ofdens der italienischen Krone. Der hervorragende Gelehrte, Verfasser des bekannten Werkes «Roma Israelitlca», stammt aus Berlin und ist ein Bruder der anerkannten Rezitatorin Johanna Meyer-Lövinson und der verstorbenen bekannten Philantropin Henriette May. Henry Morgenthau von Präsident Roosevelt zum Vorsitzenden des Federal Farm Board der Vereinigten Staaten ernannt Der Präsident Franklin Roosevelt, der soeben sein ymt angetreten hat, hat Henry Morgenthau jun. zum Vorsitzenden des Federal Farm Board ernannt und dabei in einer Ansprache an Morgenthau die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, daß es Morgenthau infolge seiner Begabung gelingen werde, die Operationen für die Weizen- und Baumwollstabiüsierung möglichst bald zu Ende zu bringen. Henry Morgenthau jun. ist ein Sohn des hervorragenden amerikanischen Diplomaten und früheren Gesandten der Vereinigten Staaten in der Türkei, Henry Morgenthau, der auch Vorsitzender der Völkerbundkommission für Ansiedlung griechischer Flüchtlinge war und im Jahre 1010 von Präsidenten Wilson nach Polen zur Untersuchung der Pogrome gegen die Juden in diesem Lande entsandt worden war. Eine «Kadimah» in Rumänien Bukarest, ln Bukarest wurde anläßlich des 50jährigen iesiehens der ältesten zionistischen Studentenverbindung, der Wiener «Kadimah», eine Studentenvereinigung gleichen Namens gegründet, ihre Aufgabe erblickt sie ausschließlich in der Mitarbeit am Aufbau Palästinas und in der geistigen Erneuerung des Judentums in der Galuth. Diebe in der Grabeshöhle zu Hebron Jerusalem. Diebe suchten die Grabeshöhle zu Hebron (Meorath Hamachpelah) heim, in der nach der Tradition die Grabstätten der Erzväter und Erzmütter sich befinden und die von mosiemitischen Geistlichen bewacht wird. Die Diebe entwendeten Gegenstände von großem Werte, so u. a. 15 Teppiche vom Grabe Abrahams, Silberleuchter vom Grabe Isaacs und verschiedene, uralte Schriften. Auch ein Teil vom Grabstein Abrahams wurde von den Dieben mitgenommen. Stellengesuch Erziehung« ach. verläßlich in Pflege und Eiziehung, Schul- und M'iniknachhi fe, Spiachnnteriich*. Mithilfe im Häusl eben, etwa« Schneidern. Zuschriften unter „Vielseitig“ an die Adtn. d. Bl, Aviso an unsere geehrten Leser und Abonnenten! Wegen der Aufeinanderfolge des Pessachfestes und der Osterfeiertage erscheinen die nächsten Nummern der «Stimme» wie folgt: Am Freitag, den 6. April, als Pessach-Festnummer £i besonders verstärktem Umfange, am Freitag, den 13. April, als Nachrichtenblatt, am Freitag, den 20. April, in normalem Umfange von 10 Seiten. Nach diesem Termin erscheint die «Stimme» wieder jeden Donnerstag. Die Redaktion. Kleine Kunstnachrichten Vorlesung aus den IHcfa&uisgen Martha Hoffiuanns Gelegentlich eines im Kleinen Mus.kvere'nssaal stattgefimdenen Vortragsabends österreichischer Dichtung las die bekannte Vortragsmeisterin Maria Luise C a v a 11 a r auch einige Bruchstücke aus den Dichtungen Martha Hoffm a n n s. Es sind eruptive Stimmungen einer tiefveraniagten Seele, die sich insbesondere an der Glut palästinensischer Erlebnisse zum hinreißenden Rhythmus entzünden. Die Vortragsweise der Rezitatorin ließ jedoch das unmittelbare Erlebnis, das ja die Stärke der Dichterin ist, vermissen, und so klangen die jüdischen Motive fremd una verschwommen in einem gekünstelten Wortspiel. Nur die preisgekrönte Novelle Martha Hoffmanns «Der stumme Knecht» mit der Wucht der sich überstürzendem Ereignisse rief eine erschütternde Wirkung hervor. Martha Hoffmann trug wesentlich zum Erfolg dieses ansonsten auch sehr gelungenen Dichterabends bei. Vorlesung des Dichters Arnold Zweig Sonntag, den 1. April, J^RUhr abends, findet nn Mittleren Konzerthaussaal eine Vorlesung Arnold Zwegs über das Thema «Die geistige Stuktur der Gegenwart» zu jüdischen wohltätigen Zwecken statt. Karten von 1 bis 10 S an der Konzerthauskasse, III., I.otliringerstraße 20, an der Konzertkasse Gronner, I., Graben 28, und beim Israelitischen Humanitätsverein B’nai Brith, IX., Universitätsstraße 4. Vortrag des hebräischen Schriftstellers Jehuda Warszawiak in Wieti Samstag, den 1. April, pünktlich um %9 Uhr abends, im Saale der «Stanislauer», II., Praterstraße 11 (1. Stock, Stiege rechts), spricht der bekannte hebräische Schriftsteiler aus Warschau Herr Jehuda Warszawiak über das Thema «Hazramin hachadaschim besifruth hapolanith hachadaschah» Purimfest des Jüdischen Schauspielervereines in Wien Dank der Initiative des Ehrenmitgliedes und geschäftsführenden Vizepräsidenten des Vereins, Herrn Jacques Singer, fand am 25. März in. den überfüllten Fcstsälen des Hptel Continental eine große Purim-Akademie statt. Das jüdische Wort kam durch die Mitwirkung der Damen Dulitzkaja, Kamay, König, Korolowa, Graff-Weintraub und der Herren Jungwirth, Kamen, Weißlitz und Grimminger besonders zuni Ausdruck. Schön sang auch Frau Margit Kormany. Die Darbietungen standen durchwegs auf hohem künstlerischen Niveau. Der gelungene Abend war ein Verdienst des besonders rührigen Veranstaltungskomitees. Das Reinerträgnis dient zur Errichtung eines eigenen Heimes für den Wiener jüdischen Schauspielerverein. Wie uns der Verein zur Förderung jüdischer Musik mitteilt, begibt sich Herr Dr. Heinrich I n f e 1 d, der Pressechef dieser Vereinigung, Ende dieses Monats nach Tel-Aww, uni im Aufträge des Vereines mit Herrn Bürgermeister Z. Diz e n g o f wegen der Veranstaltung einer Internationrlen Jüdischen Musikfestwoche, die in Tel-Awiw im Anschluß an die Makkabiade 1934 stattfinden soll, persönlich Fühlung zu nehmen. Reiseeindrücke aus dem Heiligen Land — Vortrag Theodor Monteser Im Rahmen der allwöchentlich am Donnerstag am Sitze der Sektion Cafe «Altes Rathaus» stattfindenden Zusammenkünfte, hat die Sektion Innere Stadt am 16. Mär/ , 1. J. einen Lichtbildervortrag mit dem Thema «Reiseeindrücke aus dem Heiligen Lande» veranstaltet. Der Vortragende, Herr Theodor Monteser, hat in überaus anschaulicher Weise die jüngsten Errungenschaften der jüdischen Aufbauarbeit geschildert und in Lichtbildern sowohl das Kolonisationswerk, die im Vorjahre stattgefundene Makkabiah als auch die historischen Stätten gezeigt. Zum Vortrage haben sich über 150 Personen eingefunden, welche mit großem Beifall dem Vortrage gefolgt sind. Da wegen Platzmangel viele Loute keinen Zutritt finden konnten, wird eine Wiederholung des Vortrages beabsichtigt. Der jüdisdie Hochschüler Mitteilungen des Jüdischen Hoclischulausscliusses. Wir ersuchen alle jene Kollegen, die über journalistische Fähigkeiten oder Beziehungen verfügen, die sie im Interesse der jüdischen Studentenschaft verwerten wollen, sich beim Presseamt des jüdischen Hochschulausschusses, Wien, IX., Zimmermannplatz 8, Telephon A 25-2-28, als Mitarbeiter zu melden. Berichtigungen Von Herrn Gustav Seidemann werden wir um die Feststellung ersucht, daß er wohl seit 40 Jahren zionistisch tätig ist und zu den ersten Anhängern Theodor Herzls zählt, aber nie der Sekretär Theodor Herzls gewesen ist, wie es irrtümlicherweise in der vorwöchigen Nummer der «Stimme// festgehalten wurde. In unserem Referat «Zionistischer Gesellschaftsabend* wurde bei Besprechungen der Leistungen des Fräuleins Stuckart ihr gutjüdisch klingender Vorname Sarah in Helene umgetauft, was wir hiermit über Ersuch»" Fräulein Sarah Stuckart richtigstellen. Mittelungen des J. A. Technikerverbandes. Ostern: Reise nach Budapest. Preis inkl. Fahrt, Verpflegung und Quartier für sieben Tage ca. S 45.—. — Während der Ferien planen wir ein Lager in Dalmatien. Preis inkl. Fahrt, Verpflegung und Quartier für drei Wochen ca. S 135.—. Teilnehmerzahl beschränkt. Außerdem werden wir eine Palästina- Reise veranstalten, für die die Anmeldungen jetzt schon abgegeben werden mögen. Alle näheren Auskünfte werden im Verbandsheim, IX., Liechtensteinstraße 30, Dienstag und Donnerstag zwischen 18 und 19 Uhr erteilt. Mitteilungen des J. A. Juristenvereines. Unter der Leitung des Kollegin Dr. Ftiedler findet ein Vorbereitungskurs zur ersten Staatsprüfung statt. Kollege Bronner leitet einen Wiederholungskurs zur II. Staatsprüfung. Auskünfte und Anmeldungen IX., Liechtensteinstraße 30, Dienstag und Donnerstag von 19 bis 20 Uhr. — Die Trainingsabende der Ping- Pongsektion finden wie bisher Dienstag und Donnerstag um 20 Uhr statt. Billige StudentenreJse nach Palästina. Der J. A. Philos. Verein veranstaltet im Sommer eine billige Reise nach Palästina, um jed>m Studenten zu ermöglichen, an dieser teilzunehmen. Da der Preis von der Anzahl i.er .Teilnehmer abhe-igt, ersuchen wir die Reflektanten, sch so r;vch als möglich anzumelden. Die Spesen belaufen sich auf S 270 bis 290. Anmeldungen beim Reiseleiter, cand. phil. Marek Meiseis, II., Taborstraße 39/34, II. St., täglich von 3 bis 4 Uhr (außer Samstag und Sonntag). Vereinigung jüdischer Hörer an der Hochschule für Welthandel. Bei der in der vergangenen Woche stattgefundenen ordentlichen Generalversammlung der Vereinigung jüdischer Hörer an der Hochschule für Welthandel wurden folgende Kollegen in den Ausschuß gewählt: Jo Zimet, Präses; ferner die Kolleginnen B. Eiger und E. Kluge, die Kollegen E. Bleich, A. Lichtenstein, G. Mohr, A. Samson, B. Schapiro, N. Schärf, M. Schlänge!. Jüdisdket fpoit Sch «ach Im Auftrag der Schachsektion Hakoah redigiert von Oskar Schlesinger Nr. 4 Jahrgang 1933 Der große Entscheidungskampf Hietzing—Hakoah Die Frage nach dem Sieger noc hungeklärt, obwohl der durch Großmeister K m o c h verstärkte Schachverein Hietzing mit 1:0 in Führung liegt. Fortsetzung des Kampfes am kommenden Samstag. In der mehr als zehnjährigen Geschichte der Wiener Vereinswettkämpfe geschah es noch nie, daß von acht Partien nach vierstündigem Ringen bloß eine einzige beendigt war. Daraus allein ist schon ersichtlich, wie zäne und verbissen diesmal gekämpft wurde. Die «Kanonen»mannschaft der Hietzinger wurde noch in letzter Stunde mit dem eigens engagierten Großmeister Kmoch verstärkt, während Hakoah unverändert antrat. Da der jüdische Klub außerdem den Vorteil der weißen Steine den Gegnern überlassen mußte, trauten sich nur noch die unentwegtesten Optimisten, an ein günst'ges Abschneiden zu glauben. Doch wie sich später zeigte, behielten diese wenigen recht! Die Spieler der Hakoah ließen sich von den großen Namen ihrer Partner nicht einschüchtern, jeder einzelne kämpfte unbefangen und mit größter Aufopferung. Die Paarung war folgende (Hakoah erstgenannt): Meister Beutum—Meister Eliskases, Meister Glas—Meister ürünfeld, Meister Liechtenstein—Meister Kmoch, Feingold—Robitsek, Gottlieb-—Meister Müller, Rubinstein—Grünspan, Schlesinger—Meister Döry, Weinstock—Kopetzky. Beim Abbruch, um 11 Uhr abends, war bloß eine einzige Partie beendigt: Rubinstein hatte gegen Grünspan verloren. Hietzing führt 1 :0. Aber nach Abschätzung der abgebrochenen Partien kann der Erwartung Ausdruck gegeben werden, daß der Wettkampf zumindest unentschieden ausgehen wird. Es ist sogar die M0gFchk-e.it vorhanden, daß der Hakoah der Sieg zufallen w’rd. Nur wenn bei der am kommenden Samstag stattfindenden Fortsetzung alles schief gehen sollte, kann das Match mit einer Niederlage endigen. Vederemo! Khibtumfer Stand der Spitzengruppe vor der letzten Runde: Rubinstein 10, Beutum 9|4 (I), Glaß 91/,. Hauser 9. Ferngold 8 (1). Fußball W. A. C.—Hakoah 4:0 (1:0) W. A. C.-Platz. 7000 Zuschauer. Schiedsrichter Dr. Kolbe. Die Hakoah trat mit Ersatz für Donnenfeld, Mausner und Reich an, während beim W. A. C. Hiden und Sesta fehlten. Zu der schon sprichwörtlichen Unzulänglichkeit des Hnkoah- Angriffes gesellte sich noch ein tedweises Versagen der Hintermannschaft, die durch drei groteske Fehler dem ebenfalls sehr schwach spielenden Gegner einen billigen und mühelosen Sieg verschaffte. Halbwegs entsprechen konnten nur Löwy, We ßkopf und Heß. Der Rest war Schweigen! Hakoah: Löwy; Feldman», Stroß; Placzek, üutmann, Lieberm-ann; Weißkopf, Heß, Stern, Schiller, Hesky. H. Sp. Die wirklich billige ScfllilttfUCIle linden Sie bei »DA-HO« (Inh Dat>id Horowitz) WienlL,lahor>lrnße Nr Uh Ecke Gredlerstraße 31 QualllälBwaee %u äußert« billigen Preiien. Bol Berujung auf die »Siimme* 8 Prosen« Rabatt