Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 273 (30.3.1933)
- Date
- 1933-03-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V. b. b. BEZUGS¬ BEDINGUNGEN Österreich tnonet- Weh S 150, viertel- S 4'20, ganz S. . . S 16— Khld. viertel jahrl.. .. UM 3— Techecboatoieakei viertelj. . Ke 24 — jufoalawien viertel ilhrl. . Din. 40- Poien vierteljKhr Beb . . Zloty 6 50 Ungarn Vierteljahr lieh . . PangÖ 4 20 Rumlnien viertel »hrl.. . Lei 120 — Uehrigee Aualand viertaljihrl. Schw. Franken 4‘50 Jüdisdke Zeitung Pnt»iU Erscheint Icdca Douitntai Redaktion und Administration Wien, L, Kärntner •trifte 28 Tel. R-27 4-8S Postsparkassen* konti: Oeaterr. D 113.546 Polen . . 191.199 Tschechoslowakei .500.230 /ugoslatvien 40.879 i Jahr^aas Wien, Donnerstag, 30. März 1933 <3. Nisan 5093) Nummer 273 Didifuiie uimI Wahrheit übet die Lase der Juden in Deutschland Die Dichtungen des Herrn Goering ... Vor der Auslandspresse Berlin. Der kommissarische preußische Innenminister G&ring empfing am Sonnabend die ausländische Preise, tun Erklärungen über die Vorgänge in Deutschland abzugeben, die zugleich dazu dienen sollten, die Greuelnachrlch* teq im Ausland über Pogrome in Deutschland zu widerlegen. Göring erklärte u. a., die Regierung sei erschrocken, empört und schließlich fassungslos gewesen über das, was im Aaslande über die Zustände in Deutschland geschrieben werde. Wo Uebergriffe vorgekommen seien, habe die Regierung alles getan, um diese Vorgänge abzustellen. E s habe auch Fälle gegeben, wo Juden festgenommen uöd .geschlagen worden seien. Er könne aber versichern, daß bereits eine ganze Reihe Angehöriger nationaler Verbände, die sicji Uebergriffe hätten zuschulden kommen lassen, bestraft und entlassen worden seien. Wo etwas geschehen sei, 1»be die Regierung durchgegriffeh. Der, beste Beweis dafür Sd die Tatsache, daß seit einer Woche jegliche, Uebergriffe aufgehört hätten. Zwar seien Rathäuser besetzt und vereinzelte Geschäfte vorübergehend geschlossen gewesen, aber niemals sd auch nur ein einziges Warenhaus geplündert worden. (?. — D. Red.) : «Die Regierung und ich selber dulden niemals, daß je*; mand einer Verfolgung ausgesetzt Ist, nur deshalb, well er Jude Ist. Wenn die Regierung Maßnahmen gegen eine Ueberwucherung des jüdischen Elements ergreift, dann Ist das Ihre Sache. Man darf nicht vergessen, daß Im Volke eine starke antisemitische Stimmung vorhanden Ist Aber wenn trotzdem die Geschäfte offen sind (Inzwischen von S. A. gewaltsam gesperrt. Anm. der Red.), dann Ist das.ein Beweis für die eiserne Disziplin, von der die. nationale Erhebung begleitet war. Alle die völlig entstellten Gerüchte hätten ihren Ur* Ausschließung jüdischer Richter aus der Strafrechtspflege, in Schlesien Breslau. Der Oberiandesgerichtspräsident in Breslau hat durch eine gestern an die Landesgerichtspräsidenten in ganz. Schlesien erlassene Verfügung eine Umbesetzung der Oe4* richte in die Wege geleitet. , Präsidie^d^r Landgerichte m KÄ15ER5TR. 123 K. Alserstr. d S1&-S18 - S20-. Sprung in den internationalen Beziehungen marxistische* Kreise. Aber auch vom Judentum selbst sei im Auslande eine Hetze gegen Deutschland inszeniert worden. Wenn der jüdische Staatsbürger sich In gewissen Grenzen halte, werde ihm auch unter der neuen Regierung nichts passieren. Dia Reichsregierung und die preußische Regierung seien bestrebt, jedes Mitte] zu ergreifen, um Disziplin, Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten. werden sich danach mit einer Prüfung der Geschäftsver-• teilung in der Richtung befassen, daß in der Strafrechtspflege jüdische Richter nicht tätig sein werden. Ausschluß aller Jüdischen Firmen aus dem Geraer Einzelhandelsverband Gera. Der Eirtieihänrfelsverbänif Gttöl fiahm gegen eine Stimme einen Antrag an, wonach sämtliche jüdischen Mitgliedsfirmen aus dem Geraer Einzelhandelsverband ausgeschlossen werden. In der Begründung des Antrages heißt es, daß es sich nicht um eine kleinliche Konkurrenzausschließung handle; nicht den Menschen wolle, man treffen, sondern das System. Der deutsche Mittelstand wehre sich gegen das, was ihm wesensfremd sei. Er müsse den Beweis «bringen, daß man sich darüber klar geworden sei, wohin (Fortsetzung auf Seite 2, Spalte 2 oben) ...und die Wahrheiten der Sv A. Der Protest der Juden Amerikas Gewaltige Kundgebungen gegen den Terror in Deutschland New Y o r k, 28. März. (Reuter.) ln der Versammlung amerikanischer Juden ln Madison Square wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, die den Kongreß amerikanischer Juden ermächtigt, sich Geldmittel zu einer Gegenkampagne zu verschaffen. Die Redner wiesen darauf hin, daß die Protestaktion nicht gegen das deutsche Volk oder gegen das WEINIINKAUF OOSTAT WILDER Wien, IV., Rainergasse 31, TelephonU 42-4-8* ist Vertrauenssache Verlangen Sie ausdrücklich: Mu Zusendung von Preislisten ™ über Wunsch durch den autor. Vertreter: PflLR'STIN Q-UJEINE \RISHONZiON ‘ PROPR ' 'BARON ■ ROTHSCHILD politische Programm in Deutschland gerichtet sei, sondern lediglich gegen die Propaganda der Nationalsozialisten. Gouverneur Lehmann verlangte ln einer Versammlung in Albany eine neuerliche feierliche Bekräftigung der großen Grundsätze der bürgerlichen und religiösen Freiheit, um auf diese Welse Bigotterie und Tyrannei zu bekämpfen. An der Versammlung nahmen mehr als 25.000 Personen, darunter auch zahlreiche Nichtjuden, teil. Weitere 50.000 hörten die Rede mit Hilfe von Lautsprechern, die in der Umgebung von Madison Square angebracht waren. New York, 28. März. (Reuter.) ln der Protestversammlung der amerikanischen Juden ln Madison Square erklärte der frühere demokratische Präsidentschaftskandidat Al Smith, das einzige, was man tun könne, sei, den Antisemitismus in das richtige Licht zu setzen und ihn ebenso zu behandeln wie die Kukluxklan-Bewegung. Der deutschstämmige Senator Wagner führte aus, er wolle, daß Deutschland sich darüber Rechenschaft abtege, daß einige seiner Söhne seinen Namen beflecken. Bischof M a n n 1 n g erklärte, daß religiöse Verfolgungen in der Welt keine Daseinsberechtigung haben. Er verlangte ihre Einstellung im Namen der Freiheit, Menschlichkeit und Religion. Der Rabbiner Stephen W1 s e erklärte, der Kongreß amerikanischer Juden verlange die Einstellung der unterschiedlichen Behandlung der Rassen in Deutschland, ferner die Beendigung der Ausschlußbewegung gegen die Juden auf wirtschaftlichem Gebiet und Einstellung Ihrer Deportierung. London, 28. März. Die Meldungen, daß die amerikanische und englische Oeffentlichkeit die Aktion gegen die Judenverfolgungen in Deutschland beendet habe, sind unrichtig. Die Erklärungen Goerlngs vor den Vertretern der ausländischen Presse haben die Stirn* mung sogar noch verschlechtert und das Mißtrauen gestärkt. Verschiedene Persönlichkeiten jüdischen Glaubens haben heute Im Foreign Office vorgesprocheft und, wie die «Times» melden, eine energische Demarche verlangt. Nach hier vorliegenden Meldungen aus Amerika ist auch dort die Stimmung keineswegs günstiger tib Hitler geworden. Zu der bekannten Proklamation des Zentralvereines deutscher Staatsangehöriger jüdischer Konfession hat der Kongreß der amerikanischen Juden Stellung genommen und einen Aufruf erlassen, in dem es wörtlich heißt, «daß die Erklärung des Zentralvereines, die das Hitler-Regime von dem Verdacht der Judenverfolgungen freispricht, offensichtlich erzwungen Ist» Der Gouverneur von New York und Admiral Blrd unterstützen die amerikanischen Juden tatkräftigst Die nächste Nummer der „Stimme44 erscheint als PessacivFest• nummer im besonders verstärkten Umfange am Freitag, den 6. April, und bringt eine Beihe interessanter Beiträge und Publikationen