Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 266 (9.2.1933)
- Date
- 1933-02-09
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 DTE STIMME Nf. 266-9. Februar 19» „Mokattam“ über die Zusammensetzung des Legislative Council in Palästina Jerusalem. Die in Kairo erscheinende arabische Zeitung «Mokattam» laß sich von ihrem palästinensischen Korrespondenten berichten, daß das Colonial Office in London endgültig beschlossen hat, in Palästina eine gesetzgebende Körperschaft zu schaffen, die sich aus 16 Moslems, 8 Juden und 6 Christen, also insgesamt aus 30 Personen zusammensetzen soll. In Palätina, fährt die Zeitung fort, sieht man immer mehr ein, daß die Non-Cooperation-Politik den Arabern mehr geschadet als genützt hat, und daß eine Teilnahme an der Verwaltung den Interessen der Araber am besten dienlich ist. Wenn jetzt der Plan des Legislativen Council wieder auf die Tagesordnung gesezt wird, so werden die Araber Palästinas ihn nicht mehr verwerfen, wie sie es vor zehn Jahren getan haben. Laut «Mokattam» hätten gewisse arabische üruppen in Palästina bereits begonnen, Vorbereitungen für die Wahlen zum Legislativen Council, zu den neuen Stadtverwaltungskörperschaften und zum Obersten Moslemitischen Rat zu treffen. Ein Arbeitslosenfonds im Lande okne Arbeitslosigkeit Jerusalem. Die Allgemeine Jüdische Arbeiterföderation Palästinas (Histadruth) hat eine Kampagne zur Schaffung eines Arbeitslosen-Fonds eingeleitet, der nach den bisherigen Eingängen ein guter Erfolg beschieden zu sein scheint. Histadruth geht von dem Grundsatz aus, daß die Arbeiterschaft Palästinas, die heute unter Arbeitslosigkeit nicht zu leiden hat, die Pflicht hat, für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Pinclias Ruthenberg, der Leiter der Palestine Electric Corporation, übergab der Histadruth einen Scheck über 100 Pfund gleichzeitig mit einem Schreiben, in dem er es billigt, daß man sich in den «fetten» Jahren für «magere» Jahre rüstet. ihm entworfen worden. In den letzten elf Jahren schuf er in Hamburg eine Reihe bedeutender Bauwerke. $00 polnische Palästinawanderer Warschau. In diesen Tagen begaben sich in einem Sonderzug vom Warschauer Bahnhof 500 polnische Juden zu ständigem Aufenthalt nach Palästina. Die Hälfte der Palästina- Wanderer sind Chaluzim, die andere Hälfte Mittelstandsangehörige. Bis zur P.ssachzeit werden sich allwöchentlich aus Warschau 200 Juden nach Palästina begeben. Hohe Auszeichnung des rumänischen Mitgliedes des Jewish Agency Council Emil D. Fagure Bukarest. Am 26. Jänner' fand im- Bukarester Königsschloß in besonders feierlicher Weise die zweite Versammlung des Ritterordens «Ferdinand I.» statt. König Carol II. überreichte drei neuen Rittern, unter ihnen dem Herausgeber der Tageszeitung «Lupta» und stellvertretendem Mitglied im Council der Jewish Agency, Emil D. Fagure, die (Ordensinsignien . Die Winiev-Makkabiade in Zakopane Der feierlichen Sport-Akademie, mit der die Winter- Makkabiade am 1. Februar abends eröffnet wurde, wohnten neben Vertretern der Zentralregierung der Starosta, der Bürgermeister und sämtliche Stadträte von Zakopane bei. Dem Präsidium der Makkabiade gehören außer dem polnischen Makkabi-Präsidenten S. Ruszecki der Vizepräsident des Welt-Makkabi Dr. Alexander Rosenfeld und Vertreter vieler Länder an. Dr. Rosenfeld eröffnete die Akademie in Keine Kunsinaeheiehien Arnold Zweig-Vortrag Wizo — Liga für das arbeitende Palästina. Dienstag, den 14. Februar 1933, 8 Uhr abends, im Offenbachsaal, IV., Treitlstfaße 3 (nächst Karlsplatz) spricht Arnold Zweig über «Die geistigen ürundlagendes heutige! Palästina». Vorlesung aus dem Roman «de Vriendt kehrt heim» durch Otto Hans Norden, ehemaligen Direktor dee Staatstheaters in Karlsruhe. Kartenvorverkauf: Lany, L, Kämtnerstraße 44, Tel. B 26-3-33, Poale-Zion—Hitachduth, II., Blumauergasse 1. Palästina-Amt, I., Kämtnerstraße 28, Bücherstube Rath, II., Taborstraßc 20 a. Schalom Alejchem in den Jüdischen Künstlerspielen Die offizielle Premiere des dreiaktigen Lustspiels «Dus grojsse Gewinnst» von Schalom Alejchem, in neuer Bearbeitung von M. Brodersohn, der auch die Liedertexte verfaßt hat, findet Freitag, den 10. Februar, statt. Musik: H. Kohn. Tänze: Josef Kamen. Regie: Josef Kamen. In den Hauptrollen: Jakob W e i s- L i t z, Josef Kamen, Dina König und der neuengagierte Schauspieler der «Wilnaer Truppe», der in Wien bestens bekannte Israel Kamay. Festvorstelhuig in den Jüdischen Künstlerspielen D o n n e r s t a g, den 9. Februar, findet in den Jüdischen Künstlerspielen, II., Praterstraße 34, eine F e s t v o fstellung mit folgendem Programm statt: 1. Fesrede: Dr. Israel Waldmann; 2. «Dus grojsse Gewinnst» von Schalom Alejchem. Beginn präzise halb neun Uhr abends. Bankett für die parlamentarischen Palästina-Freunde London. Der englische Zweig der Jewish Agency veranstaltet am 2. März im Savoy-Hotel zu Ehren der Mitglieder des Palästina-Komitees im englischen Unter- und Oberhaus ein Bankett, dem Dr. Chaim Weizmann präsidieren wird. Ansprachen werden halten die Parlamentsmitglieder Viscountess Astor, Major Walter Elllot, George Lansburg, Lord Melchett, Sir Herbert Samuel und'Colonel John Buchan. Viscountess Erleigh ist Vorsitzende des Bankett-Komitees. Kann Palästina Oel mit walisischer Konie konkurrieren? * London. Im englischen Unterhaus richtete vor kurzem Generalmajor Sir Alfred Knox an den Kolonienminister Sir Philip Cunliffe-Lister die Frage, ob eine Ausbeute der palästinensischen Oelfelder als Belieferungsquelle für die Königliche Flotte erwünscht wäre. Sir Philip Cunliffe-Lister erwiderte, die Regierung Palästinas sei bereit, jeden auf geschäftlicher Grundlage beruhenden Vorschlag zur Gewinnung von Oel auf Palästina- Territorium und zur Ausbeute irgendeines eventuell noch zu entdeckenden Oelfeldes positiv in Erwägung zu ziehen. Auf eine Frage von Morgan Jones erwiderte Sir Philip Cunliffe-Lister, er glaube nicht, daß PaJästina-Oel mit walisischer Kohle konkurrieren könnte. 8819 Juden sind 1932 in Palästina eingewandert Jerusalem. (Eigenber) Wie das Einwanderungsbureau der Jewish Agency" mitteilt, sind im Jahre 1932 8819 Juden in Palästina eingewandert, unter ihnen 3339, die als Touristen ins Land kamen und nachträglich von der Regierung die Erlaubnis erwirkten, dauernd im Lande zu verbleiben. Unter den jüdischen Einwanderern von 1932 befanden sich auch 892 sogenannte «Kapitalisten^, die sich über den Besitz privater Mittel ausweisen konnten; 491 dieser «Kapitalisten» stammen aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Architekt Robert Friedmann geht nach Palästina Hamburg. Der bekannte Hamburger Architekt Robert Friedmann begab sich in diesen Tagen nach Palästina, wo er sich längere Zeit aufhalten und schaffen wird. Robert Friedmann weilte bereits während des Krieges in Palästina; das Denkmal der Fliegerabteiiung 303 in Dschenin ist von ZION. BEZIRKSSEKTION XX Sonntag, 26. Februar 1933, 8 Uhr abends, findet unter dem Protektorate der Präsidenten Dr De sider Friedmann und Dr. Josef Löwenherz’ im Hotel Bayrischer Hof, II.. Taborstraße 48 ein" Akademie mit Tanz statt. Für Tanzende: Intern. Jazz Charlebach - Bei der Akademie wirken mit: Für Nichttanzende: Gemütlich bei jüdischer Musik. — Chor verband Hasimrah. — Entree: S 2.—. — Karten erhältlich in der Sektion, XX., Jägerstraße 30 — An der Abendkasse S 2.50. hebräischer Sprache und dankte der polnischen Regierung und der Stadt Zakopane für die Hilfe bei der Organisation der Makkabiade. Begrüßungstelegramme sandten der jüdische Parlamentsklub, der Weltmakkabi, die zionistischen Organisationen verschiedener Länder und Hunderte jüdische Sportklubs. Mehr als 250 bekannte jüdische Sportler aus der Tschechoslowakei, Oesterreich, Jugoslawien, Deutschland, Italien, Danzig und aus anderen Ländern, sowie 150 Sportler aus Polen hatten sich eingefunden und nahmen während der Eröffnungsfeier an der grandiosen Sportakademie teil. Den Darbietungen wohnten neben etwa 10.000 Gästen aus Polen über 500 Gäste aus dem Auslande bei. Das staatliche Amt für physische Ertüchtigung war durch seinen Chef Oberst Kilinski und seinen Vizechef Oberst Krzyski, das polnische Außenministerium durch Ministeralrat Czosnowski vertreten. Auch viele andere polnische Institutionen und die großen jüdischen Organisationen Polens sandten Abordnungen nach Zakopane. Korrespondenten ausländischer Zeitungen in großer Zahl hatten sich zur Berichterstattung in Zakopane eingefunden. Am 2. Februar morgens begannen die Sportwettkämpfe mit einem 18-KiIometer-Lauf für Männer, an dem sich Sportler aller Länder beteiligten. Es folgte ein 8-Kilometer- Gartenlauf für Frauen und ein Gartenlauf für Jugendliche. Um 12 Uhr mittags begann im großen Stadion die eigentliche Makkabiade im Beisein von mehr als 6000 Zuschauern — eine Rekordzahl bei Wintersportveranstaltungen. Bei den Klängen einiger Orchester ging das Defild der Sportler vor sich, an dem sich neben den polnischen Sportlern die Sportdelegationen der Tschechoslowakei, Oesterreichs, Ungarns, Jugoslawiens, Deutschlands, Norwegens, Italiens und Danzigs beteiligten; jede Delegation führte ihre Staatsfahne. Dr. Alexander Rosenfeld nahm den Führern der Delegation den Schwur, Sportloyalität zu üben, ab und kündigte in seiner Ansprache an, daß die künftige Makkabiade im Jahre 1935 in Palästina abgehalten werden wird. Zum Schluß der Feier ertönten die Klänge der polnischen Hymne und der Hatikwah. I „Die einzige Lösung“ Die Erstaufführung am Mittwoch, den 1. d. M., die großen Erfolg hatte, besprechen wir wegen Raummangel in der nächsten Nummer. I Zionistische Bezirkssektion Landstraße Dienstag, den 14. Februar 1933, 1/2 9 Uhr abends. Cafd Lovrana, III., Löwengasse 36, (hamischa Assar-Feier Bialik-Abend Festrede: Dir. Prof. Dr. Viktor Kellner. Aus den Werken des Dichters: Dr Marek Scherlag. Vertonte Gedichte: Frl. Malvine Cholak-Nikow. Reichhaltiges Programm! Gäste willkommen! Vorlesung Jehuda Ehrenkranz: Visionen Jehuda Ehrenkranz liest heute Donnerstag, 20 Uhr, im Architektenvereinssaal, I., Eschenbachgasso 9, «Visionen» aus der internationalen Literatur, Das Programm gliedert sich in drei Teile. Der erste Teil: «Die Einsamer*», bringt Dichtungen von Richard Dehmel, Franz Kafka und Edgar Allan Poe. Am Beginn des zweiten Teiles: «Die Prediger», stehen als Auftakt «Gesichte des Propheten Jischajahu», daran schließen sich ein Kapitel aus Andersen Nexös Buch «Stine Menschenkind», eine Rede aus Hpnns Gobsch' «Wahn-Europa 1934» und ein Gedicht von Mario Fisch. Der letzte Teil: «Die Lachenden», ist heiter-satirisen und ist Werken von Alfred Polgar, Anton Tschechow und Friciiich Karinthy gewidmet. — Karten von 1 Schilling aufwärts in den Buchhandlungen R. Lanyi, I., Kärntnerstraße 44; A Mejstrik; L, Wonzeile 6; M. Rath, II., Taborstraße 20 a: in der Kartenzentrale Gronner am Graben und bei Gusti Schmidt, L, Museumstraße 8. Rezitationsabend Samuel Schwager Samstag, den 18. Februar 1933, um 8 Uhr abends im Theatersaal «Post», I., Fleischmarkt 24, spricht Samuel Schwager, singt Hilde D u 1 i c k a j a, spielt N. Leiborowicz. Jüdische Sondervorstellung im Hotel „Continental“ Zu Ehren des Schauspielers Markus Herschkowitz Sonntag, den 12. Februar 1933, %4 Uhr nachmittags, findet im Festsaale des H o t e 1 Continental, IL, Taborstraße 4, eine Sondervorstellung zu Ehren des Schauspielers Markus Herschkowitz statt, unter gefälliger Mitwirkung des Kammersängers Albert Feiler, Dr. Max Honig, Hilda Dulitzkaja, Frl. Sarah Stukart, Oberkantor Länderer, Samuel Schwager, Frl. Jenny Stein, Emil Schorr, Elise Haas, Gerda Watt, Sonia Stein, Anna Glatstein u. a. Karten erhältlich an der Tageskassa. Musiknachrichten Der bekannte Komponist Israel Brandmann hat seine Lehrtätigkeit in Violinspiel und Komposition wiedet aufgenommen. Wien, XIX., Hardtgasse 10, Tel. A 13-8-64. Olla Silberstein hat in Palästina eine Reihe von Vorträgen über verschiedene jüdische, musikalische Themen mit großem Erfolg absolviert. JuUusz Wolfsohn ist von einer Vortragsreise durch verschiedene Städte der Tschechoslowakei, Polen (Warschau), Graz ung Linz zurückgekehrt, in denen er Vorträge vorwiegend über «Neue jüdische Musik» gehalten hat. Die Vorträge wurden von Prof. Wolfsohn durch seine eigenen Klavierkompositionen und andere Werke illustriert. Im März folgt die zweite Tournee durch die Tschechoslowakei. Itattshertoaltanoeit Sei ib'cfclv'* von Q3ern>alltinaeetiHr8eerii muH SorftJjüffe ohne lebwebe Sinftn. eücutucU auch oftne CUnoerlelbunq oder tlNMe'fnmq. ®et» gebe l., i „ Ul.. i»>DoU)eliarifd)e Gin« »I - 12<Vo ttealilffteitfcanjlei ®e. 90. <pais« 1ttietnerg. IS Xtl R 21.5-30 18.März1933 G.K.S. 20Uhr