Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 254 (18.11.1932)
- Date
- 1932-11-18
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 DIE STIMME Nr. 254 i.\. :\- c:.;:cr 1032 Schutzbestimmungen, z. B. den Schutz der staatsbürgerlichen Gleichberechtigung oder finanzielle Leistungen des Bundes oder eines Landes für Erziehungs-, Religions- oder Wohttätigkeitszwecke, in Anspruch, so kann hieraus weder der Minderheit im ganzen noch einem ihr angehörigen österreichischen Bundesbürger irgendein Nachteil, insbesondere in bezug auf die Aemterfähigkeit, die Zulassung zu den verschiedenen Berufs- und Erwerbstätigkeiten oder zu öffentlichen Schulen erwachsen. Jedem Versuche einer solchen Benachteiligung könnte mit den vorstehend angeführten innerstaatlichen und internationalen Rechtsmitteln begegnet werden. Es Ist eine keiner näheren Begründung bedürfende Selbstverständlichkeit, daß die vorstehenden Feststellungen über den Rechtsschutz der Minderheiten in Oesterreich im allgemeinen ausnahmslos auch auf die Jüdische Minderheit in Oesterreich Anwendung finden. ür. Adolf Merkt, Professor für Verfassungsrecht an der Universität Wien. Juden Wiens! VJrmööh IPl dRß Euere Kultiisgemelnde sich nicht bloß um Euer Be- IIAJXjCX* gräbnis nummere, sondern auch um Euer Leben und Euer* Exis enz 1P*. daß Euere Kultusgemeinde wirksam gegen AbyiJÖJÜUL JwK fall und Taufe auftrete fj/- AAl 10* daß in Euerer Kultusgemeinde alle rr«t/4Sf% JJfVL Juden Wiens das freie Mltbestimmun^s« recht haben dann wühle! am 4. Dezember die ZUrttistCic&e. <s£iste. Skrupelloser Wahlkampf gegen die zionistische Liste Versammiungskatender der „Zionistischen Liste** Samstag, den 19. November 1932: Mosersaal, XX., Dresdnerstraße 58, >/29 Uhr abends: Redner: Dr. Willy Perl, Dr. S t e i n b e r g, Dr. Egon Zweig, Dr. I. H. Körne r, Ing. Robert Stricker. Catö Promenade. IX., Roßauerlände 39, ^9 Uhr abends: Redner: Fritz Richter, Prof. Moses Rath, Siegfried Grau hart, Ing Robe't Stricker. Schäffer-Tonkino, VI., Mariahilferstraße 37, li Uhr nachts: Filmvorführung «Dreyfus», Ansprache Fritz Richter. Bethaus Achwah Wereut, ll, Taborstraße 59, 3 Uhr nachmittags: Redner: Dr Schmerle r, Samuel Kantor. Bethaus Jeschuath Achim, II.. Darwingasse 21, 5 Uhr nachmittags: Redner: Prof. Rath. Dr Scnmerler. Sonntag, den 20. November 1932: Vlndobona-Kino, XX., Wallensteinplatz, 10 Uhr vormittags: Redner: Frau Margit Buchbinder, Dr. 1. Kl ab er. Dr. D. Friedmann. Caf6 Abbazia (Prater), 11, Au.-»stellungss;raße, 10 Uhr vormittags: Redner: Dr. Oskar Grünhau m, Frau Dr. L i c htenstein-Rappaport, Dr. N. S a m o n s k y. Bethaus Auseh Chesed we Eines, II., Große Sperlgasse 31. 5 Uhr nachmittags: Redner: Dr. S c h m e r 1 e r, Kultusra! W a 11 u c h Bethaus Bojaner Chassidim, il., Große Schiffgasse 13, 5 Uhr nachmittags. Redner: Kultusrat W a i t u c h, Samue! Kantor Montag, den 21. November 1932: Caf6 Theresienbad, XII., Schönbrunnerstraße 271, Y29 Uhr abends: Redner: Dr. Sanel Beer, Frau Dr Lichtenstein-Rappaport, Prof. M. Rath, Dr. S a m o n s k y. Cafö Meteor, III., Fasangasse 30, Y29 Uhr abends: Redner: Dr. J. Klaber, Hans K a n tl!, Dr. O. Grünbaum. Ing. Robert Stricker Dienstag, den 22. November 1932: Restaurant Roter Apfel, XVI., Neulerchenfelderstraße 49 8 Uhr abends: Redner: Dr. Georg Weiner. Dr. J. Klaber, Frau Margit Buchbinder, Dr Desider Friedmann. Magistr. Bezirksamt, XV11I, Martinstraße, 8 Uhr abends: Redner: Siegfried Graubart, Erna Pattak, Dr. Josef L ö w e n h e r z, Dr. Jakob Ehrlich. Gasthof Matzinger, IV., Karolinengasse 14, '/}9 Uhr abends: Redner: Fritz Richter, Dr. Henny Lichtenstein- R a p p a p o r t, Dr J H. K ö r n e r, Ing. Robert Stricker Gasthof Marschall, II., Obere Donaustraße 29, l/29 Uhr abends: Redner: Dr. Fink eist ein, Dr. J. Klaber, Dr. N. Samonsky, Ing. Buchbinder. Caf6 Kaiser Josef, II., Heinestraße 25, V-.9 Uhr abends: Redner: Dr. N. Samonsky, Prof. Rath, Frau Dr. L i c htenstein-Rappaport. Mittwoch, den 23. November 1932: Bethaus Tomche Jeschurum, XX., Allerbeiligengasse 1, Y29 Uhr abends: Redner: Aron Schwertfinger, Ing. Eugen Buchbinder. Donnerstag, den 24. November 1932: Mariensäle, XIV., Reindorfgasse 2, '/29 Uhr abends: Redner: Fritz Richter, Dr. Jakob Ehrlich, Dr.N.Samon- * k y, Dr. J. H Körner. Cafö Mariahilf, VII., Mariahilferstraße 89, >/29 Uhr abends: Redner: Dr. Willy Perl, Frau Margit Buchbinder, Dr. Egon Zweig, Ing. Robert Stricker. Restaurant Führer (Schützensaal), VH!., Albertgasse 43, *29 Uhr abends: Redner: Dr. Jakob Weiner, Dr. Josef Löwenherz, Dr. Salomon Wolf. Bethaus Amsche Emes, X., Favoritenstraße 106, x/29 Uhr abends: Redner: Aron Schwertfinger, Kultusvorsteher W a 11 u c h Bücherstube M. Rath Buchhandlung, Antiquariat, Leihbibliothek, Wien, IL, Taborstraße 20 a, Tel. R-43-1-58, M. RATH’S Moderne Leihbibliothek bietet Ihnen eine reiche Auswahl von Büchern aller Art, insbesondere von Neuerscheinungen im Original, bezw. geschmackvollen Bibliothekseinband. Außer den deutschen Büchern auch englische, hebräische, jiddische u. Deutsch-Judaica in reicher Auswahl. Täglicher Umtausch Den ganzen Tag von 8 bis 6 Uhr geöffnet Monatsgebühr nur S 3.10 Keine Bandgebühr Die jüdische Oeifentlichkeit hat in den letzten Monaten vielfach den Eindruck gewonnen, daß die Leitung des Wahlgeschäftes bei der Union den Händen jener Männer entglitten ist, denen wir zwar oft in politischer Gegensätzlichkeit gegenübergestanden sind, mit denen wir aber über alle Gegensätze hinweg und stets mit Hintansetzung unseres Parteiinteresses die Gemeindegeschäfte geführt haben, und daß auf der Gegenseite eine Handvoll Menschen ihr Unwesen treibt, denen jedes Gefühl für Verantwortung fehlt. Geradezu eine nichtsnutzige Gaukelei ist aber die Behauptung des gegnerischen Wahlaufrufes, daß die Zionisten Forderungen nach Sonderstellung der Juden erheben und daß sie im Falle ihres Wahlsieges «zur Freude aller Antisemiten ihre Forderung nach Gewährung von Minderheitsrechten auf Grund des Friedensvertrages durchzusetzen versuchen werden». Hiezu wäre festzustellen, daß der Wiener Kultus Vorstand über Antrag des unionistischen Finanzreferenteu einstimmig, somit auch mit den Stimmen der Union und der sogenannten Werktätigen, beschlossen hat, von den uns nach" dem Bundesverfassungsgesetz und dem Friedensvertrag zustehenden Minderheitsrechten Gebrauch zu machen und ausdrücklich unter Berufung «auf den Inhalt des Friedensvertrages von St. Germain» eine Beitragsleistung des Bundes zu begehren. Immer wieder wird, in der Sepkulation auf die Uninformiertheit mancher jüdischer Kreise, der Wählerschaft vorgelogen, daß die Zionisten statt der bürgerlichen Gleichberechtigung die Behandlung der Juden als M i n d e r h e i t verlangen. Immer wieder wird der bösartige und hinterlistige Versuch gemacht, der Wählerschaft einzureden, daß staatsbürgerliche Gleichberechtigung und Minderheitsrecht nicht nebeneinander, sondern in Gegensatz zueinander stehen, während doch niemals ein Zweifel darüber bestand, daß bürgerliche Gleichberechtigung ein Recht des Einzelmenschen ist, während M i nd e r h e i t s rechte einer Gesamtheit von Menschen als solcher zustehen. Es ist auch widersinnig, zu behaupten, daß die Geltendmachung von Minderheitsrechten der Forderung von «Sonderrechten» gleichkommt. Denn die Mehrheit der Bevölkerung ist jederzeit in der Lage, im Nationalrat und in allen öffentlichen Körperschaften für die Befriedigung ihrer kulturellen und religiösen Bedürfnisse zu sorgen, während den Minderheiten infolge ihrer politischen Ohnmacht Me Hnltns wäblei versammlang Diensta «, den 22. November 1932 Gasthof Matzinger, IV., Karolinengas.se 14, %9 Uhr abends. — Redner: Fritz Richter, Frau Dr. Henny Lichstenstein- Rappaport, Dr. I. Körner, Ing. Robert Stricker. die Möglichkeit fehlt, die Gesetzgebung zu beeinflussen. Diesen Uebelstand wollten die Friedensverträge belieben. Die Minderheiten erhielten keine Sonderrechte, sondern nur die Möglichkeit, zu verlangen, daß in den öffentlichen Budgets, die für die Mehrheit ohnehin Sorge tragen, auch für die Bedürfnisse der Minderheit auf kulturellem und religiösem Gebiet für Wi'hlfahrtszwecke vorgesorgt werde. Und so zeigt sich überall dort, wo unsere Gegne auftreten, dasselbe wenig erbauliche Bild. Sie reden a n d e r s, wo man sie sofort kontrolliert, und anders, wo sie glauben, der Oeffentlichkeit ungestraft demagogische Mätzchen vormachen zu können: im Kultusvorstand erklärt ihr Führer, jede Erweiterung des Wahlrechtes in der Richtung des allgemeinen und gleichen Rechtes sei ausgeschlossen, in ihrem Wahlaufruf versprechen sie das Gegenteil. Im Kultusvorstand erheben sie F o r d e ’r u n g e n an die österreichische Regierung unter Berufung auf die Minderheitsrechte der Friedensverträge, in ihren Wahlproklamationen lügen sie die Berufung auf die Minderheitsrechte zu e i n e in «n euen G h e 11 o» u m. In ihren Versammlungen bezeichnen sie B a 1 f o u r als U n g 1 ü c k für das'Judentum, im Kultusvorstand versprechen sie seinem A ndenken ihre ewige Dankbarkeit. Es ist also geradezu ein Gebot der öffentlichen Moral, daß diese Prinzipienlosigkeit aufs Haupt geschlagen werde, und es ist Pflicht jedes aufrechten Juden, bei dieser notwendigen Arbeit nach besten Kräften mitzuwirken. An- und Verkauf von Zinshäusern, Villen, Zinsvillen Hypotheken I. II. IIL Sätze zu 8 — 12% Haus- Verwaltungen Bei Abschluß von Verwaltungsaufträgen auch Vorschüsse ohne iedwede Zinsen eventuell auch ohne Einverleibung oaer Anmerkung behördl. konzess. Realitätenkan/lei Dr. M. Pols litten, I., Riemevqasse Nv. 43 Telephon B 24-8-30 Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zionistischer Landesverband tür (testen eich, Wien. L. Kamtnerstraße Nr 28 - Verantwortlicher Redakteur: Ur. Sigmund Finkelstem, Wien, 1., Kärtnerstraße Nr. 28. — Druck: «Inva». Wien, VU., Lerchentelderstraße Nr. I.