Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 252 (4.11.1932)
- Date
- 1932-11-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 252 t 1932 DIE SUMME Seite 3 Or. Sussttiann Theodor, Facharzt Dr. Selzer Maurycy, Rechtsanwalt Sinnreich Bernhard, Handelsagent Sinnreich Isak, Vertreter Setzer Karl, Kaufmann Singer Josef, Kaufmann Sonntag Hermann, Juwelier Saphier Salomon, Kaufmann Sega! Hermann, Kaufmann Spitzer Max, Kaufmann Seiden Pinkas, Kaufmann Sigail Anna, Handelsfrau Singer M., Kaufmann Dr. Sass Viktor, Rechtsanwalt Saizmann Josefine, Studentin Dr. Singermann Bruno, Rechtsanwaltsanwärter Szinberger Ludwig, Geschäftsführer Segal Siegmund. Agrumenhändler Sitzmann Leopold, Delikatessenhändler Dr. Scherlag Marek, Rechtsanwalt Dr. Schubert Emst, Rechtsanwalt Schreier Maier, Beamter Schorr Adolf, Kaufmann Dr. Schwarz Filip, Medizinalrat Schächter Isidor, Kaufmann Schönfeld Selig, Bürstenbinder Schwarz Sumer, Vertreter Schmerler Salo, Kaufmann Schreier Max, Bankbeamter Dr. Schmitz Emil, Rechtsanwalt Schladmich Oscar, Prokurist Schapira N., Kaufmann Schreier Zacharias, Bankbeamter Schiffmann Benzion, Kaufmann Schattner Max, Handelsvertreter Schiffer Paul, Drogist Schärf Samuel, Kaufmann Schorrmann Abraham, Kaufmann Dr. Schmerler Abraham, Rechtsanwalt Schächter Simche, Kaufmann Schächter David, Kaufmann Schwabel Berisch, Säckehändler Schnapp Littman Eisig, Reisender Schiffmann Max, Kaufmann, Präsid. d. F. C. Hakoah Schiffmann Michael, Kaufmann Schiffmann Hermann, Kaufmann Schächter Abraham, Gefliigelhändler Scherz Arie, Waffelerzcuger Schmerler Moses, Beamter Scharfberg Hermann, Kaufmann Schönfefd Isak, Privater Siegmann Bernhard, Kaufmann Dr. Schneider Otto, Arzt Scherzer Naftali, Kaufmann Ing. Stricker Robert, Oberbaurat, Präs, der Union d. Zionisten/Revis. Stern Markus, industrieller Dr. Stark Jakob, Privatbeamte.' Steigmann Jakob, Schneider Steiner Rudolf, Schirmmacher Steinschneider Otto, Beamter Dr. Stern Paul, Rechtsanwalt Dozent Dr. Strisower Rudolf, Facharzt Stein Uscher, Kaufmann Stern Hermann, Kaufmann Dr. Stein Wilhelm, Mittelschulprofessor Stelnklein Bernhard, Kaufmann Sternlieb N., Geschäftsfrau Steiner Max, Kaufmann Stiassny Siegfried, Kaufmann Dr. Steinberg Michael, Kaufmann, \ izepräs. d. Zion. Landesverbandes Steiner Alfons, Bankbeamter Stein Salomon, Kaufmann Stein Michael, Kohlenhändler Sterner Alfred, Bankbeamter Strauss Leo, Tuchvertreter Schwarz Hermann, Holzhändler Dr. Sehailinger Benno, Medizinalrat Schwarz Jacques, Privatbeamter Stern Aron, Kaufmann Schächter Tini, Beamtin Dr. Ing. Suchestow Abel, Industrieller Sterufeld Arthur, Direktor des «Phönix» Dr. Teller Oskar, Beamter Tarier Adolf, Kaufmann Teicher Salo, Industrieller Tennenbaum Leib, Agent Tennenblatt Mordechaj, Journalist Toch Karl, Kaufmann Turnau Auguste, Geschäftsfrau Tennenbaum Felix, Kaufmann Dr. Teich Isak, Diplom. Kaufmann Dr. Taubes David, Rechtsanwa! Tropp Hermann, Holzhändler Tieberger Josef, Filialleiter Dr. Taussig Richard, Rechtsanwalt Trompeter Israel, Kaufmann Tabak David Tuchhändler Dr. Tompa David, Zahnarzt Thumin Pinkas, Beamter Dr. Toll J., Ingenieur Tilles Siegfried, Kaufmann Dr. Tisiowitz Walter, Rechtsanwaltsanwärter Teich Anselm, Häuserverwalter Voglbauer S., Kaufmann Wilder Isak, Vertreter Weinstock Josef, Beamter Wald Bernhard, Kaufmann Weidenfeld Auguste, Private Walfisch Moses, Fleischhauer Weingott Tobias, Tierhändler Wittlin Gerson, Direktor der «Phönix» Vers. Ges. A G. Warndorfer Josef, Privater Weinstock Isak, Uhrmacher Weiss Heinrich, Kaufmann Weiner Moses, Oherrechnungsrat, Kultusvorsteher Dr. Weiner Georg, Rechtsanwalt Weinstein Karl, Kaufmann Weiss Mendel, Kaufmann Weishaar David Markus, Kaufmann Wien Isidor, Kaufmann Wien Moritz, Kaufmann Weiner Blanko, Private Dr. Weiner Siegfried, Chemiker Dr. Werner Jakob, Bankbeamter Dr. Weidenfeld Gottfried, Rechtsanwalt Wasser Moses, Kaufmann Dr. Wolfmann Chaim, Rechtsanwalt Weinreb Jakob, Kaufmann Wasser Gabriel, Beamter Wollach Wolf, Kaufmann Wilder Gustav, Pa1ästinaproduktenimp',rt,,ur Wühl Peisach, Privatbeamter Wühl Bronislawa, Privatbeamtin Windschauer Heinrich, Kaufmann Wahl Jakob, Kaufmann Dr. Wolf Salomon, Rechtsanwaltsanwärter Weitz Rudolf, Beamter Dr. Wozacek Oskar, Assistenzarzt Dr. Wagner Richard, Rechtsanwalt Weitzer David, Goldarbeiter Waltuch Josef H., Börsenbesucher, Kultusvorsteher Ing. Wolf Gustav, Ingenieur Weidenfeld Josef, Beamter Dr. Werner Walter, Rechtsanwalt Zahler Abraham, Beamter Zuer Adolf, Fabrikant Zauderer Hersch, Kaufmann Zuckermann Benjamin, Gastwirt Zuckermann Simon, Kaufmann Zipper Michael, Konfektionär Haut österreichische Juden! Als in Simmering ein Revierinspektor der Polizei und zwei Hakenkreuzler von Sozialdemokraten erschossen wurden, war es klar, daß an der Universität und an den übrigen Hochschulen sofort hakenkreuzlerische Unruhen einsetzen würden. Bei der Schießerei in Simmering waren zwar keine Juden beteiligt, aber wir sind eben der patentierte Sündenbock und haben für alles zu büßen. Als sich nun an der Universität widerliche Szenen abspielten, als sozusagen vor den Augen des Rektors eine Woche lang einzelne jüdische Studenten aus den Hörsälen herausgezerrt und von bewaffneten Banden halbtot geschlagen wurden, fand der Rektor noch den traurigen Mut, einen Erlaß herauszugeben, in dem er die Haltung der deutschen Studentenschaft entschuldigte und dadurch sozusagen billigte. , Dieser Erlaß wurde von den Hakenkreuzlern als Freibrief angesehen, nunmehr die Juden von den Hochschulen endgültig zu vertreiben. Es gab täglich wüste Raufereien, zahlreiche jüdische Studenten wurden schwer verletzt. Die Oeffentlichkeit geriet in große Erregung, aber die Regierung schwieg. Sie sah und hörte, aber sie wollte nicht sehen und wollte nicht hören. Was sich in diesen Tagen an den Wiener Hochschulen abspielte, war so ekelerregend, so beschämend für Oesterreich, daß man hätte annehmen müssen, es würde sich die christliche Oeffentlichkeit, wie ein Mann gegen die bewaffneten Strolche auflehnen. Es ist ein Dokument der tiefsten Schmach und Schande für Oesterreich, daß weder die Regierung, noch die christliche Oeffentlichkeit auch nur ein Wort zu den Hochschulkrawallen zu sagen hatte. Ein trauriges Memento für uns Juden! Als sich nun amerikanische Studenten, die verprügelt wurden, bei ihrem Gesandten beschwerten, da entdeckten die verantwortlichen Personen in der Regierung plötzlich, daß etwas vorgehe und daß sie einschreiten müssen. Dem amerikanischen Gesandten folgten der polnische und rumänische Gesandte. Die auswärtigen Blätter brachten Brandartikel über Oesterreich und Herr Dollfuß und Herr Rintelen, die bisher nichts gesehen und gehört hatten, kamen in Schwuhg. Die Anleihe war in Gefahr. Der hakenkreuzlerische Rektor Dr. Abel mußte sich beim amerikanischen Gesandten entschuldigen — wenn wir nicht irren, hat Deutschland einmal den Chinesen und andere Mächte wiederholt den Türken und verschiedenen Negerstämmen derartige Demütigungen auferlegt — und die Regierung kam endlich zu einem typisch österreichischen Entschluß: Es muß etwas geschehen und schickt nun 40 Beamte als Universitätswache in die geheiligten Räume der Aula, die nicht etwa geheiligt sind durch das vergossene jüdische Blut, sondern geheiligt erscheinen den Hakenkreuzlern als Turnschule für ihre Leibesübungen an jüdischen Körpern. Diese Hakenkreuzler «ertüchtigten» sich an diesen jüdischen Körpern, indem sie mit Stahlruten auf sie schlugen und mit genagelten Absätzen auf ihnen herumtraten, so ähnlich wie Boxer mit den Punching Ball trainieren. Und nun werden 40 Museumsdiener und Billetteure aus dem Bprgtheater kommen, mit den bekannten weißen Franz-Josefs-Bärten und die werden angeblich die Ruhe an den Hochschulen hersteilen. Diese Greise sollen Vorfälle verhindern, wie sie sich in den letzten Tagen ereignet haben. So zum Beispiel, daß Hakenkreuzler einen Prüfungskandidaten aus dem Prüfungssaale herauszerren, ihm 4 Zähne einschlagen und ihn wieder in den Prüfungssaal zurückschicken und der Examinator findet keinen Anlaß, sich über diesen Vorfall zu wundern. Nur nebenbei gesagt, der Jude fiel bei der Prüfung durch. — Oder soll verhindert werden, was sich an der Technik ereignete, wo eine Bande von Hakenkreuzlern einem jüdischen Studenten Hose und Unterhose auszog und ihn blutig schlug? Wir glauben nicht daran, daß die Universitätswache Ordnung schaffen kann, solange nicht im Professorenkollegium ein anderer Geist einzieht. Solange verschiedene Mitglieder dieses Professorenk o 11 e g i u m s bei jeder Gelegenheit als Schutzpatrone der Radaubrüder auftrete n, solange sie zusehen, wenn österreichische Juden verprügelt werden und gezwungenermaßen nur einschreiten, wenn amerikanische Juden verprügelt werden, ist an eine Besserung der Verhältnisse an den Hochschulen nicht zu denken. Die jüdische Oeffentlichkeit möge aber dessen eingedenk sein, daß auch die Prügeleien an den Hochschulen einen tieferen Sinn haben, weil dort systematisch der Versuch gemacht wird, uns, die Juden, zu entrechten. Es geht nicht um den «numerus clausus», Bei Kopfschmerzen, rheumatischen und gichtischen Beschwerden wirken Togal-Tabletten rasch und sicher. Wenn Tausende von Aerzten dieses Mittel verordnen, können auch Sie es vertrauensvoll kaufen. In allen Apotheken des In- und Auslandes. Preis S 2.40. Aus Jerusalem wird uns gemeldet: Am 17. Oktober feierte der Keren Hajessod die Grundsteinlegung zu seinem Gebäude im neuen jüdischen Stadtviertel R e c h a v i a. Das Gebäude, welches anschließend an das Gebäude des Keinen Kajemefh legen wird, soll im künftigen Mai beendet werden und in seinem unteren Stockwerk den Waad Leumi beherbergen. Die Errichtung des Gebäudes wurde in der Hauptsache durch eine von der Versicherungsgesellschaft Phönix gewährte Anleijbe ermöglicht, wie dies gleichermaßen beim Bau des Keren-Kajemeth-Gebäudes der Faf.fl war. Zu der feierlichen Zeremonie waren viele Hunderte von Gästen erschienen, darunter die Vertreter der wichtigsten Institutionen und dlie angesehensten Persönlichkeiten des Jischuw. Bei der Feier hielt Leib Jaffe eine zündende Rede, die wir nachstehend auszugsweise wiedergeben und in welcher er u. a. darauf himwiies, daß in allen diesen Jahren der Keren Hajessod in Stadt und Land Häuser errichtet habe, öhne sein eigenes Haus zu erbauen. Der Keren Hajessod habe ohne Mittel des Zwanges die Volkssteuer geschaffen und sei zu einem unlöslichen Bestandteil unseres Volkslebens in der ganzen Welt geworden. Er ist meint nur das Instrument zur Geldsammlung, er h<at in alle entfernte Winkel der Welt die Botschaft vom neuen Leben im jüdischen Lande getragen, dlie Botschaft der Befreiung. Erst die Zukunft wird seine organisatorischen und volkserzieherischen Kräfte richtig zu würdigen wissen. * «Gehet hinaus Sn das Land und sehet diie Dutzende der neuen jüdischen Dörfer, den mit seinem Boden verbundenen, der Natur nahen jüdischen Bauer, seihet eine an Leib und Seele gesunde schaffende Generation! und wenn ihr fragt: wer hat dies alles hervorgebracht?, so wird man euch antworten: das hat das jüdische Dorf getan, das auf dem Boden des Keren Kajemeth mit TEPPICHHAUS S. SCHEIN A. G. MUR WIEN, I, BAUERNMARKT 12/14 ALLES,WAS DAS HEIM BEHAGLICH MACHT Riesenauswahl zu konkurrenzlos billigen Preisen TEPPICHE VOi-tHÄNGE DECKEN MÖBELSTOFFE LINOLEUM ETC. In der Schwemme: Reste und Auslaprenstilckc zu Schleuderpreisen es geht um mehr, es geht um den «numerus nullus» und so sickern bereits jetzt Nachrichten durch, daß Einschränkungen des Hochschulbetriebes mit Rücksicht auf die finanzielle Lage des Staates erfolgen sollen und daß von vielen Seiten der numerus clausus, der sich natürlich nur gegen Juden auswirken soll, bei der Regierung propagiert wird. Oesterreich scheint es darauf abgesehen zu haben, sein letztes Aktivum im Auslande zu verlieren und als Kulturstaat an letzter Stelle zu rangieren. Das österreichische Judentum muß daher wachsam sein. Es muß sich geschlossen hinter die jüdische Studentenschaft stellen, denn an der Universität hat der Generalsturm gegen die bürgerliche Gleichberechtigung der Juden, die ohnehin nur mehr auf dem Papier steht, eingesetzt. den Mitteln des Keren Hajessod geschaffen wurde. Das Dorf ist auch für die Ansiiadüung, diie jetzt auch in stärkerem Maße aus privaten Mitteln begonnen hat, zum Muster und Beispiel geworden. Das jüdische Dorf hat zuim Wachsen der jüdischen Stadt beigetragen und ist eine Stütze und Lebensquelle fiir sie geworden. Sehet die Scharen der Arbeiter in den Siedlungen; der Keren Hajessod hat zu ihrer Verwurzelung verholten. Kommet mit zur jüdischen Stadt, sehet dort jütische Häuser, jüdisches Gewerbe, Scharen von Arbeitern — der Keren Hajessod hat ihnen zu Ausbildung und Einwanderung in das Land verholen. Gehet durch die Straßen, die von jüdischen Arbeitern mit Hilfe des Keren Hajessod gebaut wurden. Lauschet der Stimme des jüdischen Kindes, des Kindes der Wiedergeburt, umstrahlt von der Sonne unseres Landes und unserer Zukunftshcffmung. Höret die frische und lebendige hebräische Sprache, die Sprache der Arbeit und die Sprache des tägilCohen Lebens, die Sprache des Hauses und der Straße, und macht euch klar, daß es der Keren Hajessod war, der die Kindergärten gepflegt hat und die hebräische Schule, daß er durch zwölf Jahre das hebräische Erziehungswerk im Lande erhalten hat, durch das die lebendige hebräische Sprache entstand. Sehet euch das System der Ambulatorien und Krankenhäuser an, alle die verschiedenen Einrichtungen der Gesundheitspflege, welche durch «Haöassah» und «Kupath Cholim» geschaffen wurden, und sagt euch, daß auch hieran der Keren Hajessod einen großen Anteil hat. Sehet den elektrischen Funken, der den Häusern Licht bringt, der Räder und Maschinen treibt, und wisset, daß der Keren Hajessod der erste war, der diesen Funken entzündet hat. An allen Ecken und Enden unseres Landes und auf «dien Arbeitsgebieten ist der Keren Hajessod die treibende und befruchtende Kraft.» Nachdem der Redner die Verdienste Weizmann* und S o k o I o w s um den Keren Hajessod gefeiert hatte, fuhr er foTt: «Von dieser Steile aus, von den Höhen Ziont und Jerusalems, senden wir unseren Dank und Gruß afliH Feierliche Grundsteinlegung des Keven-Haiessod-Hauses