Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 246 (22.9.1932)
- Date
- 1932-09-22
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. *246 — 22. September 1932 iE ,L<MME beite 9 Spoviblaii dev »Stimme« Olympiasiegers Hlpsclti im Hliiclir temnel des XX. Beziriies Samstag, den 17. da., fand im Tempel de* XX. Bezirkes eine seltene, aber erhebende Feier statt. Herr Miki Hi f sc Hl, der Sieger im Hrngkampte bei der Olympiade in Lob Angeles, der Freitag aus Amerika mit den übrigen Sportlern nach Wien zurückgekommen war, «fechten beton Mussaf-Oottesdienste und Wurde bei festlicher Beleuchtung des Gotteshauses feierlich iur Tora ge» rufen. Nachdem er daselbst für die glücklich übefstattdene Reise nach und von Amerika ein kurzes Gebet — nach dem üblichen Torasegen — gesprochen hatte, richtete Herr Rabbiner Dr. Murmel st ein an denselben einige Worte über seine, dem Judentume,zur Ehre gereichende sportliche Leistung bei den Olympiakämpfen und hob unter Hinweis auf die Makkabäer den Wert des Sportes und der körperlichen Erstarkung für die jüdische Jugend im allgemeinen hervor. Sodann beglückwünschte ihn der Obmann des Tempdvereines Kahn als Brigittenäuer Kind, der durch seine Leistung nicht nur sich selbst und seinen Angehörigen, nicht nur dem Verein, dessen Vorstände sein Vater seit langen jdhrfen angehört, sondern auch allen jüdischen Bewohnern des Bezirkes und den Juden der ganzen Welt Ehre gemacht hat. Die überaus zahlreichen Tempelbesucher waren übet diesen spontanen Festakt seht ergriffen. Puültall Hnftonh—Libeptos Z: 0 (0:0) W. A. C.-Platz. 11.000 Zuschauer. Schiedsrichter: Czerny Eid Schledsrlchterzwlschenfall vor dem Spiele Die mit Ersatz für Amster und Weißkopf antretenden Hakoahner feierten einen sicheren und verdienten Sieg. Erwähnenswert ist übrigens vor allem ein vielbesprochener Vorfall, der sich vor dem Spiele in der Häkoah-Kabine abspielte. Ursprünglich war als Schiedsrichter Herr Miesof nominiert, der vielen Hakoahnern noch in übelster Erinnerung sein dürfte. Herr Miesof leitete vor Jahren auf dem Cricketer-Platz ein A/ieisterschaftsspiel der damals zweitklassigen Hakoah gegen Simmering, das übrigens die Hakoah siegreich sah, ln so haarsträubender Welse, daß Ihm erst durch berittene Wache die Flucht vom Platze ermöglicht Werden konnte. Dieser Herr sollte nun wieder auf die Hakoahner lösgelassen werden, konnte aber glücklicher Weise seih jugendliches Temperament nicht zügeln und deklarierte sich bereits vor dem Kampfe als Hakoahfresser. Er erschien nämlich vor Beginn in der Kabine der Hakoahner und stellte ihnen für eventuelles Foulspiel die strengsten Strafen in Aussicht, wobei er auf bestimmte Spieler hinwies. Die Sektionsleitung verbat sich selbstverständlich diese nach Einschüchterung riechenden Belehrungen, machte sofort die Anzeige an Bundeskapitän Meisl und erwirkte die Absetzung Herrn Miesofs und die Designierung des zufällig anwesenden Herrn Czerny. Die Angelegenheit dürfte noch ein Nachspiel im Verbände haben. Vom Spiele selbst ist zu berichten, daß die Hakoahner die längste Zeit in der Offensive waren und bei uneigennützigerem Spiele Mausners, der übrigens hübsche Detailerfolge hatte, leicht ein höheres Score hätten erzielen können. Die technische Ueberlegenheit der Hakoahner War jederzeit unverkennbar. In der Veiteidigung spielte nach längerer Pause Stroß statt Arpster, war aber noch nicht in voller Kondition. Löwy und Peldmann, sowie die Halfrelhe boten hervorragende Leistungen. Im Sturm brachte der Ersatzmann Reich mit der besten Stürmerleistung dieses Spieles eine angenehme Ueberraschung. Elsenhofer amtierte etwas hofratmäßlg, während Mausner sehr fleißig war, leider aber wie so oft die für ednen Sturmführer nötige Uebersicht vermissen ließ. Der nach langer Pause wieder .antretende Heß konnte sich fast gar nicht bemerkbar machen. Ehrlich spielte am rechten Flügel I besser als links, was aber heute noch kein Lob sein soll. Die erste Halbzeit verlief bei ausgeglichenem Spiel torlos. Naoh Seitenwechsel konnten die Hakoahner, durch die glänzenden Halves immer wieder vorgeworfen, eine deutliche Ueberlegenheit geltend machen. Bereits in der 4. Minute erringt Reich mit prachtvollem Kopfstoß nach Flanke Ehrlichs die Führung. In der 31. Minute paßt Reich zur Mitte, der gegnerische Verteidiger verfehlt den Ball und Eisenhofer sendet mit Bombenschuß von der Strafraumgrenze ein. —• Hakoah: Löwy; Feldmann, Stroß; Placzek, Drucker, Donnenfeld; Reich, Eisenhofer, Mausner, Heß, Ehrlich. Sp. Die Sektionsleitung der Hakpah verhandelt mit einem ausgezeichneten tschechischen Centrestürmer, dessen endgültiges Engagement knapp bevorstehen Söll. Außerdem ist mit weiteren Verstärkungen der Angriffsreihe zu rechnen. Handball Hakoah I—Austria I 0:4 (3:1). Das Punktegefecht dieser Rivalen verltef bis zum Schlußpfiff äußerst aufregend. Die Hakoah, deren Angrrffsrefhe besser kombinierte als die der Austria, erfocht einen knappen aber verdienten Sieg und brachte hiemit zwei wichtige Punkte nach Hause. Spielverlauf: Bald nach Beginn kommen die Blmi-welßen durch Landau mit 1 d) in Führung und erhöhen dann durch Klein auf 2:0. Austria gelingt es, durch Kroupa aufzuholen, doch bringt Klein knapp vor Halbzeit den Stand auf 3:1. Nach Wiederbeginn ist zwar Hakoah gleich in Front, aber den Violetten gelingt cs gänzlich unerwartet, durch Sichrowsky aus einem Freiwurf auf 3:2 zu stellen. Hakoah drängt nun unaufhörlich, doch das Ergebnis sind nur fünf Stangenschüsse. Endlich vermag Klein zum dritten Male einzusenden (4:2). Austria drängt Hakoah ganz zurück und kann unter demlubel ihrer Anhänger aus einem neuerlichen Freiwurf durch Schneider einen Treffer aufholen und dann 10 Minuten vor Schluß durch Ma«ac gleichziehen, ßö Steht 4:4 und scheint das Match für Hakoah bereits verloren, doch da zeigt sich der ungebrochene Kampfgeist der jüdischen Mannschaft. Durch die Zurufe ihrer Anhänger angefeuert, vermag Hakoah durch Fritz Weiniger abermals die Führung an sich zu reißen und durch denselben Spider knapp vör Schluß mit Nummer 6 den Sieg sicherzustellen. Am kommenden Sonntag hat nun die Hakoahmannschaft neuerlich eine schwere Kraftprobe zu bestehen. Die auf dem Hakoahplatze stattfindende Veranstaltung verspricht hochinteressant zu werden. Bereits um 8 Unr spielt die bisher ungeschlagene Reserve, die erst am vergangenen Sonntag gegen Austria 10:6 gewinnen konnte, gegen die RapidTeserve. um 9 Uhr 20 spielt die erste Fußballjugend gegen Amateure XX, um % 11 Uhr spielen die Hakoahdamen in der Meisterschaft gegen Habsburg. Hier ist wohl ein Sieg der Blau-weißen zu erwarten, die am vergangenen Sonntag gegen die hocheingeschätzte Mannschaft von Viktor Schmidt & Söhne überlegen 4:1 gewonnen hat. Endlich um %12 Uhr spielen die beiden Meisterschaftsanwärter Hakoah und Rapid gegeneinander. Der Besuch des Hakoahplatzes wird sich lohnen. 6 diwimmen Der langjährige verdienstvolle Trainer des Schwimmklub Hakoah, Herr Ernst Weigler, hat sich zu dauerndem Aufenthalt nach Erez Israel begeben, wo er sich eine neue Existenz schaffen will. Herr Weigler hat seine Bereitwilligkeit ausgesprochen, sich dem palästinensischen Schwimmsport unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Die besten Wünsche der jüdischen Schwrmmergemeinde begleiten Herrn Weigler auf seinen Weg, und hoffen wir, daß cs ihm möglich sein wird, fiir den jüdischen Sport auch weiterhin so erfolgreich zu wirken wie bisher. ■ * Die neue Zeiteinteilung der Trainingsaibende des Schwimmklub Hakoah ist: Dienstag von *A7 bis ^9 Uhr und Donnerstag von 7 bis 169 Uhr. Trainingsieiter Herr Zsrgo Wertheimer. Gäste willkommen. Unsere geschätzten Leser werden auf die jüdische Buchhandlung Hermann Tucliner (siehe Inserat) besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher, auch antiquarisch, zu ermäßigten, Preisen erhältlich sind. Leihbibliothek eröffnet. 10'Groschen täglich. Keine Nebengebühren. Für Anfragen Telephon R 41-4-20. MaliIiabi*JHBistBFscliaftBii in Leipzig Leipzig. In Leipzig-Eutriach fanden am Sonntag die Meisterschaften des Deutschen Kreises im Makkabi-Weltverb&nd statt. Das Sportfest wurde trotz verschiedener Absagen — so mußte aut die Teilnahme der Wiener und Pragei aus finanziellen Gründen verzichtet werden — durch die harten und spannenden Kämpfe ein voller Erfolg. Die meisten Gewinne heimste Berlin ein, das hauptsächlich bei den Damen und Jugendlichen und in allen staffeln den Siegel stellte. Im 100-Meter-Lauf verlor Berlin zum erstenmal seit acht Jahren die Meisterschaft an Hamburg; der noch sehr junge Theodor Levy schlug in 10.9 Sekunden sicher Lewin, Gerber und Kurz, die in dieser Reihenfolge die nächsten Plätze belegten. Ueber 400 Meter gab es einen Brust-Endkampf zwischen dem ehemaligen Berliner Rosental, der für den Bar- Kochba (Kassel) startete, und Silbermann (Berlin), den ersterer in 53.2 für sich entschied. Bergmann (Berlin) konnte seine Meisterschaft über 800 Meter erfolgreich verteidigen; er gewann sicher in 2:03 vor Hönigsberg (Leipzig). Im Weitsprung stellte Kurz II mit 6.80 einen neuen Makkabi- Rekord auf. Bei den Damen ragte die ehemalige deutsche Meisterin im Speerwerfen — Märtel Jakob — besonders hervor. Sie gewann das Speerwerfen mit 39.24 Metern, das Diskuswerfen mit 38.38 Metern und wurde im Weitsprung zweite. Xtteratur und 3£unst Großer Abend jüdischer Musik im Beoerader Rundfunk Heute, Donnerstag, 20.30 Uhr, veranstaltet das Beograder Radio ein großes Konzert jüdischer Musik, das von Oberkantor Arnold Grußmann (Beograd), vom RadioorChester und Radioquartett bestritten wird. Programm: Synagogale Gesänge, darunter Kol Nidrej von A. Grußmann, bearbeitet und instrumentiert von Ladislaus Grinaky, und jüdische Volkslieder; eine symphonische Dichtung «Lyon Lea» von Ladislaus Grinsky nach der Tragödie von Alexander Brody; Israel Brandmann® (Wien) Quartett «Variationen über ein palästinensisches Volksthema». Das Konzert wird nach Zagreb übertragen. „Neue Jüdische Bühne" beginnt ihre diesjährige Saison im Theater «Kunstspiele», Wien, 1., Riemergasse 11 (vormals Pan), am Sonntag, den 2. Oktober a. c. mit dem Auftritt der bekannten Schauspielerin Paula Dreiblatt in Zolotorewskys Lebensbild «Die Frau ohne Nerven»; ais Oast Opernsänger Wachm a n s k y auf der Durchreise nach London. Karten in sämtlichen Kartenbureaus sowie tägliqh von 11 bis 1 Uhr an der Tageskassa, Tel. R 24-2-41, erhältlich. Die Arbeit des Keren Kaje* meth Eintragung des Oberkantdr Margolies ins Goldene Buch des Keren Kajemetb Oberkantor Gerson Margolies wurde durch Freunde und Verehrer ins Goldene Blich des Keren Kajemetll eingetragen. Bei der am 8. September nbgehaltenenen Pfäsldlalsltzung des Keren Knjemcth wurde genanntem Gesinnungsgenossen, der zusammen mit seiner Frau an dieser feierlichen Sitzung geladen worden war, da* Goldene Buch-Diplom überreicht. Herr Dr. Tartakower würdigte die Verdienste des Gg. Margolies, worauf dieser gerührt in hebräischer Sprache erwiderte. Grabsteinstellung für Frau Frieda Haber Sonntag, den 18. September, wurde eine Mazewah über dem Grabe der am 3. Jänner verschiedenen Og. Frau Frieda Uaber errichtet. Außer den Familienmitgliedern waren auch Vertreter der zionistischen Bezirkssektion 11 anwesend. Bei dieser Gelegenheit wurden für die Eintragung der Verewigten in das Silberne Buch des Keren Kajemeth S 14.— gesammelt. Grabsteinstellung für Rektor Dr. Adolf Schwarz Vergangene Woche wurde das Grabdenkmal des hochverdienten Rektors des Wiener Rabbinerseminares, Hofrat Dr. Adolf Schwarz, beim Ehrengrabe am Wiener Zentralfriedhofe zur Aufstellung gebracht. Der künstlerische Entwurf stammt von dem bestbekannten Architekten Dr. Oskar Wlach. Die Schrift vom Graphiker Arthur Weisz. Die Gesamtausführung erfolgte durch die Steinmetzfirma Friedländer <S Deutsch. Die hebräische Schule veranstaltet anläßlich der hohen Feiertage tib3 rwn sttn in den Räumen der Zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt, Praterstraße Nr. 13, ein Karten erhältlich: Wien, II., Praterstraße Nr. 13 untemciitshurge des Jüdischen flnqestelltenuertoandes „Emunah“ in engtteehev, französischer, hebräischer und Malienieehev Sprache (fUr Anfänger und Vorgeschrittene beginnen im Oktober. Ebenso Kurse für Gymnastik und Tan». Einschreibungen werden Samstag. Montag -und Dlenaiag von V^h bis *'49 Uhr abends in der Verbandskanzlei 1., Jordangasse 7, entgegengenommen. Die Kurse stehen unter der Leitung bewährter, geprüfter Lehrkräfte und sind gegen Entrichtung eines kleinen Regiebeitrages allgemein zugänglich. Konzertmeister Prof. Josef Zimbler IX., Hahngasse 31, ist vom Urlaub zurückgekehrt und übernimmt noch einige Schüler für Vioünunterrlcht. Die Zion. BezirKsseütion Leopoidsiam veranstaltet anläßlich der hohen Feiertage tim am ryy&n end im Zentralkeller, II., Taborstraße 8, ein £ Karten erhältlich im Sektionslokal urd bei Herrn Josef Singer, II., Taborstraße 25 Zion. Bexivkssekiion Leopoldstadi Donnerstag, den 22. September 1932, um 8 Uhr abends im Heime II.. Praterstraße 13 (Lloydhof) Vortrag des Herrn Dr. Josef Löwenhevx Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde über Die Aufgaben dev Kultusgemeinde Jüdische Kindenfcmeinschen Sprachen, Musik, Gymnastik, Sport Täglich im Freien. Moderne Pädagogen. Begleitung nach Hause. S 25.— pro Monat. Auskünfte! Dienstag und Freitag von 4 bis 6 Uhr. Telephon U 27-6-2$