Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 211 (21.1.1932)
- Date
- 1932-01-21
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3053752-3053963-3053966--2762-3058562- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. an — 2t. Jänner 1932 OIE STIMME Seite 9 Zlonlstisdies Leben In Wien Vortrag Chaim Nachman Biaük im Grotka Konzerthaussaal Am 26. Jänner spricht Chaim Nachman B i a I i k im Großen Konzerthausaaal in jiddischer Sprache. Das ist der einzige allgemein zugängliche Vortrag, den Bialik während seines Aufenthaltes in Wien halten wird. Vor und nach dem Vortrag Chorgesänge, darunter die Erstaufführung der Bialik-Dichtung «Al Haschechita», komponiert von Prof. Artur Wolf. Die Eröffnungsrede hält Dr. David Rothblum, Präsident der Histadruth Iwrith. ln den Tagen zwischen dem 23. und 30. Jänner wird ln Oesterreich eine Bialik-Woche des hebräischen Buches proklamiert, in der eine Intensive, alle jüdischen Kreise umfassende Aktion zugunsten des hebräischen Buches im allgemeinen und zugunsten der jüdischen kulturellen Arbeit in Oesterreich durchgeführt wird. An die Juden der Leopoldstadt Die furchtbare Krise, in der sich die ganze Welt befindet, hat auch die Juden Wiens in bitterste Not gestürzt. Selbst die Gleichgültigsten beginnen zu empfinden, daß es neben der allgemeinen Not eine spezifisch jüdische Not gibt, und daß die Juden besonders schwer darum zu leiden haben, weil sie Juden sind. Die kleinbürgerliche Schichte, die den Kern des jüdischen Volkes ausmacht, wird immer weiter proletarisiert, und die Zahl der Angestellten, die arbeitslos geworden sind, steigt von Woche zu Woche. Doch nicht nur der jüdische Einzelmensch sieht sich der schwersten Bedrängnis preisgegeben, sondern aüch die jüdische Gesamtheit ist in Gefahr. Wertvolle jüdische Institutionen, die durch viele Jahre segensreich gewirkt haben, sind vom Untergang bedroht, und was das Schlimmste ist: die jüdischen Menschen haben unter dem Drucke der Not vielfach das Gefühl der Verantwortung für das jüdische Schicksal verloren. Der jüdische Wert, der ihnen durch Jahrtausende heilig war, wird von ihnen nicht mehr als Wert empfunden; das Bewußtsein gemeinsamer Wesensart, gemeinsamen Schicksals und gemeinsamer Aufgaben schwindet immer mehr. Inmitten dieses allgemeinen Niederganges hat das jüdische Volk nur eine Hoffnung: den Aufbau Erez Israels. Nur in diesem Lande, das nach unsäglichen Opfern begeisterter Menschen wieder ein jüdisches Land zu werden beginnt, in dem sich blühendes, schöpferisches Leben entfaltet, kann das jüdische Volk zu einer neuen und würdigen Existenz gelangen. Nur von diesem Lande aus kann das Judentum der Diaspora belebende Impulse empfangen. Dieses kleine Land, die Heimstätte unseres Geistes und unserer Kultur, ist heute schon das Ziel gewaltiger moralischer und materieller Anstrengungen des Weltjudentums geworden, Das gesamte jüdische Volk beginnt immer stärker den Zusammenhang mit dem Lande zu empfinden und mit immer aktiverem Anteil an seinem Aufbau zu arbeiten. Palästina kann aus dem jüdischen Leben, aus der Geschichte des jüdischen Volkes nicht mehr weggedacht werden. Ohne innige Verbundenheit mit diesem Lande und seinem Leben kann es kein jüdisches Leben in der Diaspora geben. ln ernster Stunde ruft die Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt die Bevölkerung des Bezirkes zur Sammlung der jüdischen Kräfte auf. Das Palästina-Werk ist durch die Weltkrise in Mitleidenschaft gezogen. Es ist dringend notwendig, die Zahl derer zu vermehren, die an dem Aufbau des Landes werktätigen Anteil nehmen. Es gilt ferner, durch intensive Befassung mit jüdischen Problemen, durch Vertiefung ln die Schöpfungen des jüdischen Geistes, durch Pflege jüdischer Gemeinschaft den zerstörenden Tendenzen der bewußten und unbewußten Assimilation, die immer stärker um sich greift, Einhalt zu tun. Die jüdischen Men- Verband AlUramolnev Zionisten Zion. Bez.*Sekt. Leopoldstadt U. Praterstraß© 13 (Lloydhof) Donnerstag, don Sil. Jänner, um 4/«® Uhr abends Gesprochene Zeifuno mit folgendem Inhalt: Dr. Leo Goldhamtner: Moses Heß (zu seinem 120. Todestag) Dr. Chaim Tartakower: Nachrichten aus Palästina Dr. Z. F. Finkeistein: Dr. Leo Pinsker und seine Zeit . Sigmund Huber: Theater und Kunst Dr. Sem Wolf: Lokalnachrichten Dr. Soipellevi: Feuilleton: Wie sanieren wir die Oesterreichische Republik 9 Gerson Wittlin: Inserate sehen müssen sich zu gemeinsamer, fruchtbarer Arbeit zusammenschließen. ln unerschütterlichem Glauben an die sittliche Kraft des jüdischen Volkes fordern wir alle jene, die noch jüdisches Gefühl und das Bewußtsein der Verantwortung für das jüdische Schicksal bewahrt haben, zum Eintritt in unsere Reihen auf. Nur durch gemeinsame, zielbewußte Anstrengung kann die schwere Krise, die unser Volk ergriffen hat, behoben werden. Das neue Heim der Zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt befindet sich in der Praterstraße 13 (Lloydhof). Dieses Heim wurde in der Zeit der schwersten Not unter großen materiellen Opfern errichtet. Es Ist geräumig, sehr geschmackvoll eingerichtet und bietet jedem Juden die Möglichkeit, im Kreise von Gleichgesinnten sich gesellig, kulturell und zionistisch auszuleben. Bei ganz minimalen Beiträgen kann man daselbst seine freie Zeit anregend und angenehm verbringen. Juden und Jüdinnen! Meldet zahlreich euren Beitritt zur Zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt an! Die Arbeit des Keren Kajemeth Jubiläumsveranstaltung der zionistischen Jugend. Bei der am Montag, den 18. Jänner abgehaltenen Besprechung wurde endgültig beschlossen, die Veranstaltung Ende Februar oder anfangs März, und zwar an einem Samstag abzuhalten, und zwar im Saale im «Bayrischen Hof», Preise der Karten zu 50 Groschen, S 1.— und S 2.—. Eine Reihe von Gruppen hat bereits nach der gestrigen Besprechung geprobt. (Brith Trumpeldor und J. P. Oe.) Frieda Haber-Qarten. Auf diesen Garten sind bisher S 630.25 oder 60 Bäume eingegangen, darunter 24 Bäume durch die Bemühungen des Gg. Leo Schräge. Seibstkontülgentieriuig der Sektion 1V./V. 17 Gg. haben Selbstkontingente in der Gesamtsumme von S 765.— übernommen. Die einzelnen Kontingente schwanken zwischen S 35.— und S 100.—. Verrechnung, respektive Ablösung alter Imitaschen. Die «Zelroth Misrachi» haben ihre alten Imitaschen abgelöst. Goldbuch Aron Stemberg. Auf diese Eintragung gingen weitere S 50.— ein; insgesamt wurden bisher S 159.57 gesammelt. Tempelspenden. An Thoraspenden gingen diese Woche unter anderen vom Tempel XIX. S 210.— samt Spezifikation ein. ' Jubiläumsspenden. Für die Jubiläumsaktion gingen bisher S 570.— ein. Größere Beträge spendeten: Dr. Körner S 100.—, R. Königfest S 300.—, Dr. M. Margulies, Heinrich Bard, Dr. Aufrichtig je S 50.—. Versicherung des Keren Kajemeth. Bisher haben 80 Personen Versicherungen auf insgesamt S 110.000 abgeschlossen. Gebrauchte Marken. Das Hauptbüro des Keren Kajemeth hat in London eine Zentralstelle filr die Verwertung gebrauchter Marken errichtet. Alle Gesinnungsgenossen und Freunde des Keren Kajemeth werden gebeten, diese Marken zu sammeln und sie an uns abzuführen. Folgende Firmen haben — unter Garantie eines bestimmten Monatsertrages — in ihren Betrieben Keren Kajemeth-Büchsen aufgestellt: Moritz Krausz <£ Co., I., Rothenturmstraße 21, Warenhaus Brüder Schiffmann, II., Taborstraße Nr. 48, Wiener Arkaden-Kaffee, I., Universitätsstraße 3, Alfons Kornmehl, Restaurateur, IX., Koling. 3. Die Liste wird fortgesetzt! Gesellschaftsreise nach Palästina Das Palästina-Amt Wien veranstaltet im März 1932 eine Gesellschaftsreise nach Palästina. Die Abreise von Wien erfolgt am 15. März, die Einschiffung in Triest am 16. März. Ankunft in Jaffa am 21. März 1932 (einen Tag vor Purim). Die Reiseteilnehmer werden also die Möglichkeit haben, den schönsten Purim der jüdischen Welt in Tel-Aviv mitzumachen. Ueberdies werden sie in der Lage sein, an der im März 1932 stattfindenden «Makkabiah» teilzunehmen, sowie die Levante-Messe in Tel-Aviv zu besuchen. Die Reise bezieht sich bloß auf die gemeinsame Fahrt nach Palästina, während in bezug auf den Aufenthalt im Lande und die Rückreise keine Bindung für die Teilnehmer besteht. Jeder Reiseteilnehmer kann somit innerhalb der Gültigkeit seines Touristenvisums unabhängig von den übrigen Teilnehmern die Rückreise antreten. Die Schiffsreise Triest—Jaffa oder Haifa und retour in der 3. Klasse auf einem Dampfer des Lloyd Triestino der direkten Palästina-Linie kostet öst. Sch. 375.— inklusive Bett und Verpflegung. Bei einer Teilnehmenahl von mindestens 12 Personen verbilligt sich die Bahnfahrt nach Triest um zirka 25 Prozent. Nähere Auskünfte erteilt das Palästina-Amt, Wien, I., Kärntnerstraße 28 (Telephon R 27-4-86). Anmeldungen werden daselbst bis 10. Februar entgegenge* nonimen. Mitteilungen und Di# Zionistische Frauongruppe XX (Wizo), JägerBtr. SS, veranstaltet Sonntag, den 21. Jänner, eine lustige Chamischah-Assarfoier mit erstklassigen Kunstkräften. Beginn S Uhr abends. Gäste herzlichst willkommen. Zionistisch# Bezirkssektion Leopoldstadt. Das Wochen* Programm: 1. Donnerstag, den 21. d. M., halb 8 Uhr abends} „Gesprochene Zeitung" (Chibat-Zion-Festnummer). 2. Freitag, den 22. d. M., halb 8 Uhr abends: Chumeschvortrag Herr ächaja Horowitz. 3. Samstag, 23. d. M., halb 6 Uhr abends: Hebräischer Konversationskurs, Lehrer Herr Donner; halb 7 Uhr: Hebräischer Literaturkurs, Leiter Herr Kultusvorsteher Prof. M. Rath; halb 8 Uhr: Chamischah- Assar-Feier mit reichhaltigem Programm. 4. Montag, den 25. d. M.t 8 Uhr abends: Vorstandssitzung. Donnerstag, den 28. d. M., entfällt der Vortrag wegen Parteiratssitzung. Verband allgemeiner Zionisten — Zion. Bezirkssektien Leopoldstadt. Donnerstag, den 21. d. M., um halb 8 Uhr abends: Gesprochene Zeitung, mit folgendem Inhalt: Doktor Leo Goldhammer: Moses Heß (zu seinom 120. Todestag). Nachrichten aus Palästina: Dr. Chaim Tartakower. Doktor Z. F. Finkeistein: Dr. Leo Pinsker und seine Zeit. Theater und Kunst: Sigmund Haber. Lokalnachrichten: Dr. Sem Wolf. Feuilleton; Wie sanieren wir die österreichische Republik: Dr. J. Seipellevi. Inserate Gerson Wittlin. Zionistische Sektion Zwischenbrüoken, XX., Leystroß# Nr. Si. Freitag, den 22. d. M., halb 8 Uhr abends: Bibelzyklus. Leitung Herr Jakob Rotlnnann. Gäste willkommen. Samstag, den 23. d. M., präzise 8 Uhr abends: Vortrag de# Herrn Dr, Oskar Grünbaum, Präsident des Zion. Landeskomitees; anschließend Generalversammlung. Erscheinen Pflicht! Sonntag, den 24. d. M., 4 Uhr nachmittags: Chamischah-Assar-Feier für Kinder. Es wirken mit: Herr Jakob Rothmann: Vortrag Chamischah-Assar, ein jüdischnationaler Feststag; Herr Neuberger: Gesang; Herr Schapira: Musik. Weiters Belustigungen, jüdische Schallplatten und Verteilung von Naschwerk an Kinder. Eintritt frei für Kinder und Erwachsene. Husiatyner Verein in Wien. Am 2. Jänner 1932 wurde ein Verein der „Husiatyner in Wien" gegründet. Bei der Konstituierung des Ausschusses wurden gewählt: Herr David Kupfermann als Präsident, Herr Chaim Nagler und Herr Tobias Weingast als Vizepräsidenten, Herr Bernhard Schwebel als Schriftführer, Herr Moses Spiegel als Stellvertreter, Herr Osias Kupfermann als Kassier und Herr Osias Auerbach als Stellvertreter. Weitere Ausschußmitglieder sind Herr Rabb. David Frankel, David Fischer, Karl Seidmann und Adolf Zellerrnayer. Jüdischer Angestelltenverband „fcmunah", Wien. Samstag, den 23. d. M., im „Mirjamheim", 1., J ordangasse 7, Vortrag des Herrn Hans Hacker: „Als jüdischer Vagabund durch Spanien, Portugal und Marokko". (Vorlesung aus dem Manuskript.) Beginn präzise viertel 9 Uhr abends. Gäste willkommen. Verein Zionistischer Hochschüler „Z. P. Chajos“. Der nächste Abend der hebräischen Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von Horm Prof. Kastenbaum und Schlomoh Auerbach findet am Freitag, den 22. d. M., in unserem Heime, U. , Praterstraße 13, statt. Beginn präzise 8 Uhr abends. Bialik (Schirim) und Ejn Jattkow (Brachoth) mitbringen! Eine Chamischah-Assar*Feier. Samstag, 23. Jänner, halb 9 Uhr abends, im großen Saale des Zirenu-Helmes, V. , Wiedner Hauptstraße 130 (Eingang Ramperstorffergasse), ChamiscUah-Assar-Feier, Dr. Salomo Rappaport: Einleitende Worte. Mitwirkeud: Oberkantor Gerson Margulies: Jüdische und hebräische Lieder. Schwager: Heiteres. Oskar Schladnich: Meine Reiseeindrücke in Palästina (mit Lichtbildern). Tänze, ausgeführt von der hebräischen Schule im VI. Bezirk. Gäste willkommen! Die Generalversammlung des Sportklubs Hakoah f ludet am Samstag, den 6. Februar 1932, um 18 Uhr im Klubheim der Hakoah, I., Wiesingerstraße 11, statt. Falls diese Versammlung nicht beschlußfähig sein sollte, so findet eine Stunde später, das ist um 19 Uhr, eine auf alle Fälle beschlußfähige Generalversammlung statt. Zutritt zur Ge-, nerulvorsammlung haben nur jene Mitglieder, die ihren Zahlungsverpflichtungen pro 1931 voll nachgekommen sind. Die Tagesordnung lautet: 1, Referate: a) der Leitung, b) des Kassiers, c) der Revisoren, d) der Sektionen. 2. Bericht des Permanenzausschusses: a) Anträge, b) Neuwahlen. 3. Anfälliges. Anträge zur Generalversammlung müssen statutenmäßig spätestens 8 Tage vor der Qenei’alVersammlung, das ist bis zum 30. Jänner, 12 Uhr mittags, schriftlich dem Sekretariate zwecks Weiterleitung an den PermanenzausBchuß übergeben werden. Die Einsichtnahme in die abgeschlossene Bilanz kann in der Zeit vom 3. bis 6. Februar täglich von 9 bis 13 Uhr im Sekretariate genommen werden. Die Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt gratuliert ihrem Vizeobmann Herrn Dr. A, Schmerler und Frau anläßlich der Geburt eines »Sohnes mit einem herzlichen ■». V Mazel l’ow! Zionistische Bezirkssektion XII., XIV. u. XV. Montag, 25. Jänner 1932, 8 Uhr abends im Parterresaal des jüdischen Vereinshansc-s, XV., Herklotzgasse 21, ortrassabend Sprechen werden Dr. Oskar Griinbaum, Dr. Michael Steinberg und Dr. J. H. Körner. Alle Gesinnungsgenossen und die gesamte jüdische Jugend werden hiemit höflich eingeladen. Voranzeige: Montag, 8. Februar 1932, »/29 Uhr abends, Vortrag Prof. Dr. Wilhelm Stein über das Auflriärungszeitalter in Oesterreich.