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Die Stimme · 1932-01-21 · Heft 211 (21.1.1932) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 211 (21.1.1932)
Date
1932-01-21
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Se ’.e * DIE Ml.vf.,,1 Nr. 211 — 21. Jänner 1932 Reservieret Euch einen Abend für die Veranstaltung der gesamten Zionistischen Jugend sugunsten des Keren Keiemeth! ferenz brieflich seinen Dank aus für das Vertrauen, das ihm durch seine Wahl zum Präsidenten der Föderation entgegengebracht wurde. Der Brief schließt mit der Erklärung: Ich werde stolz und glücklich sein, an der Führung der Arbeit weiter mitzuwirken und jene Prinzipien aufrechterhalten zu helfen, die sich schließlich siegreich durchsetzen werden. Hyamson gebt Er soll aus seinem Amt als Direktor des palästinensischen Einwanderungsdepartements ausschelden und Sekretär des Londoner Jewlsh Board of Deputles werden Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, hat das vom Jewish Board of Deputies eingesetzte Komitee zur Nominierung von Persönlichkeiten für das Amt eines Sekretärs des Jewlsh Board of Deputies und des Joint Foreign Committee an Stelle des aus diesen Aemtern ausgeschiedenen Herrn J. JVL Rieh, der die Chefredakiion des «Jewish Chronlcle» übernommen hat, den jetzigen Direktor des Einwanderungsamtes der Palästina-Regierung, Albert Monteflore Hyamson, für diese Aemter vorgeschlagen. Gegen den Vorschlag dieses Komitees macht sich ln den Kreisen des Board und der Association eine starke Opposition geltend. Man führt gegen Hyamson ins Treffen, daß er als der verantwortliche Beamte für die Palästina-Einwanderung bei den Zionisten und übrigen Freunden des Palästina-Werkes innerhalb des Board außerordentlich unpopulär ist Auch sonst besitze er nicht die Qualitäten für die erwähnten Aemter. Ungeachtet dieser Opposition gegen die Einberufung Hyamsons hat, wie. es heißt, das Joint Foreign Committee mit sieben gegen fünf Stimmen beschlossen, eine Wahl Hyamsons gutzuheißen. Es werden trotzdem Anstrengungen gemacht, um das Nominierungskomitee zu veranlassen, seinen Vorschlag nochmals in Erwägung zu ziehen und einen Kandidaten zu bennennen, der allen Board- Delegierten genehm sein würde. Wie die J. T. A. erfährt, hat Herr Albert M. Hyamson noch nicht offiziell mitgeteilt, ob er ein Angebot, das Amt des Sekretärs des Jewish Board of Deputies und des Joint Foreign Committee zu übernehmen, annehmen werde. In Jerusalem glaubt man aber, daß Herr Hyamson ein solches Angebot keineswegs ausschlagen wird, um so mehr, als er bereits das Pensionsalter erreicht hat und, wenn er sich jetzt nicht pensionieren läßt, in drei Jahren, nachdem er 60 Jahre alt geworden ist, aus dem Staatsdienst wird ausscheiden müssen. * Albert Montefiore Hyamson, der 1875 in London geboren wurde, trat 1895 in den Staatsdienst ein und wurde 1921 der Palästina-Regierung zur Dienstleistung zugewiesen. Er war in früheren Jahren zionistisch sehr aktiv und gab die Zeitschrift «Zionist Review» heraus. Er war Ehrensekretär des Verbandes jüdischer Literaturgesellschaften und hat mehrere Bücher verfaßt, u. a. «Geschichte der Juden in England», «Die Rückkehr der Juden nach England», «Das Jubiiäum jüdischer Emanzipation in England», «Palästina: Die Wiedergeburt eines alten Volkes», «Altes und neues Palästina», «Das erwachende Palästina» und «Britische Projekte für Wiedereinsetzung der Juden in Palästina». Seit dem vom britischer Kolonialamt erzwungenen Rücktritt Norman Benrwichs vom Posten eines Staatsanwalts der Palästina-Regierung ist Hyamson der einzige Jude, der ein Departement der Palästina-Regierung leitet. Unter der palästinensisch-jüdischen Bevölkerung ist Hyamson nicht populär, man wirft ihm vor, daß er mmer, wenn jüdische Forderungen mit Regierungswünscben in Widerspruch stehen, den Regierungsstandpunkt verficht. Man macht ihn auch für gewisse individuelle Härten im Zusammenhang mit der Beschränkung jüdischer Einwanderung verantwortlich. Gegenüber dem letzten Vorschlag der Jewish Agency betreffend Gewährung von 1720 Einwanderungszertifikaten für Chaluzim vertrat Hyamson äußerst rigoros den ablehnenden Regierungsstandpunkt. Auch erregte die von seinem Bureau geübte Methode der Schätzung der Zahl arabischer Arbeitsloser das Mißfallen der verantwortlichen zionistischen Kreise; ohne daß irgendwelche zuverlässigen Unterlagen vorhanden sind, wurde eine hohe arabische Arbeitslosigkeit festgestellt, und diese Feststellung gegen die Zulassung neuer jüdischer Einwanderer ins Treffen geführt. Arbeitslosigkeit unter den Diamant* Schleifern Amsterdams Amsterdam, 13. Jänner. (J. T. A.) Die Arbeitslosigkeit unter den Amsterdamer jüdischen Diamantarbeitern Ist immer noch im Ansteigen. Augenblicklich sind etwa 3500 Jüdische Diamantschleifer ohne B^W^Gung Oie Boiiibenanschlöge in Palästina J e r u s a 1 e m, 15. Jänner. (J. T. A.) Nachdem im Verlauf der letzten Wochen an drei verschiedenen Stellen des Landes je eine Bombe explodierte, ohne Schaden anzurichten, wurde am 14. Jänner im griechisch-katholischen Viertel von Haifa in der Nähe des Karmel-Bahnhofs eine Bombe geschleudert, die explodierte, aber ebenfalls keinerlei Schaden anrichtete. Die Polizei von Tel Aviv bleibt jüdisch Wie die J. T. A. schon mitgeteilt hat, beschwerte sich der Bürgermeister von Tel-Aviv, Dizengoff, beim High Commissioner Sir Arthur Wauchope über eine Verfügung der Leitung der palästinensischen Polizei, der gemäß die jetzt nur aus Juden bestehende Polizei der jüdischen Stadt Tel-Aviv in die Landespolizei In einer Weise eingegliedert werde, daß sie ihren jüdischen Charakter verliert und auch Nichtjuden Polizeigewalt in Tel-Aviv ausüben. Wie mitgeteilt wird, ist es zwischen dem Stadtrat von Tel-Aviv und dem Chef der Palästina-Polizei, Spicer, zu einer Abmachung gekommen, der gemäß die Polizei von Tel- Aviv auch in Zukunft ihren jüdischen Charakter behält. ‘ww’ nn msin Jaffa-Orangen, Grane Fralf Karaief-.Welne, Kognak Schemen-Olivenöl Chedeta-Honlg liefert zu billigen Preisen direkt ins Haus Samuel Halpern Wien, II., F8rsievaa**e 0 Tel. A 46-4-12 Lehrerstreik in Palästina Jerusalem, 15. Jänner. (J. T. A.) Die Lehrerschaft an den hebräischen Schulen der Jewish, Agency in Palästina trat am Donnerstag, den 14. Jänner, in den Streik zwecks Durchsetzung der folgenden Forderungen, die sie an die Exekutive der Jewish Agency stellt: 1. Abschluß von Verträgen mit den Lehrern für das laufende Jahr bei gleichzeitiger Uebernahme der Garantie für Zahlung der Gehälter in 11 Monaten dieses Jahres; 2. Ausstellung von Sola-Wechseln an die Lehrer über den Betrag eines Viermonategehaltes, den die Jewish Agency den Lehrern aus dem vergangenen Jahr noch schuldet. Das Präsidium des Waad Leumi und der palästinensischen Arbeiterorganisation (Histadruth) haben ihre Mittlerrolle angeboten. Die Exekutive der Jewish Agency hat den Streikenden zugestanden, mit ihnen die Kontrakte für das taufende Jahr zu schließen und die Zahlung eines elfmonatigen Gehaltes in diesem Jahre zu garantieren, wünscht aber, daß die Frage der alten Schuld auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird. Das Zentralkomitee des Lehrerverbandes berät gegenwärtig über das Angebot der Agency-Exekutive. Die geplante Bodenpacht der Palästina- Regierung Die Palästina-Regierung bestätigt in einem Communique die J. T. A.-Nachricht, daß sie an den Keren Kajemeth mit dem Vorschlag herangetreten sei, ihr einen Teil des Vadi Havarith-Bodens, der nicht bebaut wird, pachtweise zu überlassen, da sie auf demselben vorübergehend landlose Arbeiter ansiedeln will, ln dem Communique wird aber erklärt, daß es sich nicht um ein Gebiet von 5000 Dunam, sondern um ein kleineres Areal handelt. Wie verlautet, handelt es sich um ein Areal von 3000 Dunam. Die Föderation poln scher Juden in Amerika tritt aus dem Good Will* Committee aus New York, 12. Jänner. (J. T. A.) Die Föderation polnischer Juden in Amerika erließ heute eine Kundgebung, in der erklärt wird, die polnische Regierung tue nichts zur Verbesserung der Lage ihrer jüdischen Bürger, die Föderation polnischer Juden sehe sich darum genötigt, aus dem in Amerika begründeten polnisch-jüdischen üood Will- Committee auszutreten; eine weitere Zugehörigkeit der polnisch-jüdischen Föderation zum Good Will-Committee würde der Oeftentlichkeit eine verzerrte Meinung Uber die wirkliche Lage der Juden in Polen vermitteln. Die Kundgebung ist vom Vorsitzenden der Föderation polnischer Juden in Amerika, Benjamin Winter, unterzeichnet. Wiederwahl des P.äsidlums der Repräsentantenversammlung der jüdischen Gemeinde Berlin Berlin, 15. Jänner (J. T. A.). In der Sitzung der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin am Donnerstag, den 14. Jänner, wurde gemäß §§ 35 und 30 des üemeindestatuts die Wahl der Vorsitzenden und der Schriftführer vorgenommen. Der dritte Vorsitzende, Dr. S. London, der die Sitzung leitete, teilte mit, daß der erste Vorsitzende der Versammlung, Rechtsanwalt Heinrich Stern, durch einen Unfall — er hatte sich den rechten Arm gebrochen — verhindert ist, die Versammlung zu leiten. Er gab dem Wunsch der Versammlung für baldigste vollkommene Wiederherstellung ihres Präsidenten Ausdruck. Dtr zweite Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Klee, sei durch sein Verteidigeramt im großen Frankfurter Prozeß verhindert, an der Sitzung teilzunehmen. Auf Zuruf aus der Mitte der Versammlung wurde das bisherige Präsidium einmütig wiedergewählt, und zwar wurden Rechtsanwalt Heinrich Stern (liberal) zum ersten Vorsitzenden, Rechtsanwalt Dr. Klee (Voikspartei) zum zweiten Vorsitzenden und Dr. S. London (liberal) zum dritten Vorsitzenden gewählt. Zu Schriftführern wurden durch Zuruf wiedergewählt Dr. J. Gutmann (liberal) und Landgericlitsrat Rau (Volkspartei). Die Versammlung wandte sich dann der Erledigung einer umfangreichen Tagesordnung zu. (Ueber den Verlauf werden wir berichten.) Ein Terrorakt der „Eisernen Garde in Sighet44 Sighet, 10. Jänner. (J. 1*. A.) Die seit Wochen mit besonderer Intensität in der Provinz Marmarosch betriebene antisemitische Hetze gipfelte am 8. Jänner in einem ernsteren Exzeß der Mitglieder der «Eisernen Garde» in der Marmaroscher Hauptstadt Sighet. Unter dem Kommando des bekannten Antisemitenführers Pfarrer Ion Dumitriescu, einem der Hauptschuldigen an den seinerzeitigen Exzessen in Borscha, drangen zehn Mitglieder der Sigheter «Eisernen Garde» in das Sägewerk Awrum Frieds ein, mißhandelten den Besitzer schwer und erzwangen unter terroristischen Drohungen gegen die Arbeiter die Einstellung des Betriebes. Als Gendarmerie am Tatort eintraf, hatten die Exzedenten den Betrieb bereits verlassen. Die Behörden haben eine strenge Untersuchung des Falles eingeleitet. Dr. Moses Wundermaim gestorben Dr. Moses Wundermann ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Einer Würdigung seiner Persönlichkeit werden wir in unserer nächsten Nummer Raum geben. Jtus (faiüstina Das Palästinensische Rabbinat wehrt sich gegen die Beisetzung der Asche von Leopold Greenberg Der vor kurzem verstorbene zionistische Führer und Chefredakteur des Londoner «Jewish Chronicle» Leopold Greenberg hat in seinem Testament den Wunsch ausgesprochen, daß man seinen Leichnam einäschere, die Aschenurne nach Palästina bringen und sie dort ohne religiöse Zeremonie auf dem Skopus-Berge bei Jerusalem beisetzen soll. Nunmehr hat das überrabbinat von Palästina alle jüdischen Bestattungsvereine im Lande durch ein Rundschreiben aufgefordert, in keinem Falle eine Aschenurne zur Beisetzung entgegenzunehmen, da die Einäscherung von Verstorbenen nicht dem jüdischen Ritus gemäß ist. Man nimmt an, daß das Rundschreiben im Hinblick auf das Testament Greenbergs erlassen worden ist. Bis jetzt ist die Beisetzung einer Aschenurne auf einem jüdischen Friedhof in Palästina noch nicht vorgekommen. — Es sollen Arrangements getroffen worden sein, die Asche Greenbergs nicht auf dem Skopus-Berge, sondern auf dem jüdischen Friedhof auf dem Oelberg, und zwar in der Nähe des Grabes des berühmten Lexikographen und Sprachforschers Ben Yehuda beizusetzen. Der High Commissioner bei den jüdischen Kolonisten des Jordan-Tales Der High Commissioner für Palästina General Sir Arthur Wauchope begab sich am Dienstag, den 12. Jänner, in Begleitung des politischen Leiters der Jewish Agency-Exekutive in Palästina, Dr. Chaim Arlosoroff, im Flugzeug nach Scmakh und besuchte die jüdischen Kolonien im Jordantale, ln der Kolonie Daganiah wurde den Gästen ein Lunch gegeben. Der High Commissioner unterhielt sich mit den jüdischen Kolonisten über ihre Lage und die Lage der Landwirtschaft in Palästina. Nathan Strauß’ erste Jahrzeit Die erste Jahrzeitfeier des großen jüdischen Philanthropen Nathan Strauß wurde am II. Jänner im Nathan- und Lina- Strauß-üesundheitszentrum zu Jerusalem feierlich begangen. Die Feier leitete Professor Kligler. Miß Henrietta Szold, früheres Mitglied der Exekutive der Jewish Agency und Leiterin des Gesundheitswesens der Jewish Agency, gab ein Charakterbild von Nathan Strauß. Dr. A. J. Levy hielt ein# Vorlesung über die Entwicklung und die Ziele des öffent» liehen Gesundheitswesens.

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