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Die Stimme · 1932-07-01 · Heft 234 (1.7.1932) · page 10

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 234 (1.7.1932)
Date
1932-07-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sett« to DIE STIMM* Nr. 234 - 1. Jul! 103t Erklärung der österreichischen Hechaluzorganisation Im Zusammenhang mit der Verteilung der letzten Zertifikate wurden sowohl gegen das Palästinaamt als auch gegen den Hechaluz Vorwürfe und Beschuldigungen erhoben, die uns zu folgenden sachlichen Erklärungen und Feststellungen veranlassen. 1. Der Hechaluz ist eine unabhängige und impolitische Körperschaft, die allen Menschen unabhängig von ihrer politischen Einstellung offen steht, vorausgesetzt, daß sie sich einer ernsten Hachscharah unterziehen. Tatsächlich sind im Hechaluz auch die meisten Jugendgruppen vertreten, wie zum Beispiel Zirenu, Gdud Zeirim, Brlth Herzl, I. P. O. und alle linken Gruppen. Dem demokratischen Aufbau der Organisation entsprechend, haben die linken Gruppen, die den überwiegenden Teil der Chaluzlm stellen, einen großen Einfluß, doch kann ihnen daraus wohl kaum ein Vorwurf gemacht werden. Ungefähr 20 Prozent der Chaluzim gehören eben den Bünden des aligemeinen zionistischen Jugendverbandes an. Uebrigens haben auch Mitglieder der demokratischen Jugend dem „Hechaluz“ angchört, so lange sie in ordentlicher Hachscharah standen. 2. Allen Gruppen des Hechaluz wird im Rahmen der Möglichkeiten die von ihm geforderte Hachscharah geboten. — So hat der Gdud Zirenu einen eigenen Hachscharahplatz in Pernhofen, wo übrigens auch Mitglieder der revisionistischen Jugend gearbeitet haben, ehe sie den Platz gegen den Willen des Merkas auf Grund persönlichre Zwistigkeiten Innerhalb der Gruppe, verließen. 3. Für die diesjährige Allah meldeten sich im Hechaluz 33 Chaverim und 14 Chavereth, die alle mindestens ein Jahr landwirtschaftliche Hachscharah hatten. Der Merkas hat nach sorgfältiger Prüfung 12 Kandidaten dem Palästinaamt vorgeschlagen, die eine entsprechende gute Ausbildung hatten. (Zwei und mehr Saisonen landwirtschaftliche Hachscharah und einen zweiten Beruf). Und die sämtliche in Kibuzim des Landes gehen, also restlos dett Forderungen entsprechen, die laut den speziellen Weisungen der Exekutive für die Allah an die Chaluzlm zu stelleu waren. Außer diesen Kandidaten des Hechaluz waren beim Palästinaamt noch eine große Anzahl angemeldet, von denen mit Ausnahme der vom Chaluz-Misrachi Vergeschlagenen nur einzelne wenige den notwendigen Forderungen entsprachen. Von Brith Trumpeldor wurden bloß 3 Kandidaten vorgeschlagen, von denen zwei eine mittelmäßige, aber immerhin ausreichende Ausbildung hatten, während der dritte und von Trumpeldor an 1. Stelle Vorgeschlagene nicht entsprach, da er keinerlei Hachscharah (er war nur 3 Wochen in einem Arbeitslager) hatte. 4. Bezüglich der Zertifikatsverteilung vertraten wir immer den Standpunkt, daß allein und ausschließlich die geistige und fachliche Eignung des Kandidaten maßgebend sein soll und alle parteimäßigen und politischen Gesichtspunkte außer acht gelassen werden müssen. Vor allem sollten die Weisungen der Exekutive bezw. landwirtschaftliche Hachscharah und Einordnung in einem im Lande befindlichen Kibuz strenge Beachtung finden. Es ist natürlich naheliegend, daß bei Ausschaltung politischer Tendenzen dte Kandidaten, die einer der beiden Chaluzorganisationen angehörten, die größten Chancen erhielten, da diese unter dem Gesichtspunkt der speziellen palästinensischen Vorbereitung ausgebildet werden. Die Palästina-Kommission hat nun 9 Kandidaten (8 Hechaluz, 1 Misrachi) mit Mehrheitsbeschluß bestätigt. (Die Vertreter der Linken haben nur die Hälfte der Stimmen.) So wurde über das ■■Jüdische Mädchen» ■■vorderBerufswahlss Zweijährige Fachschule für Kleidermachen und Wäschewarenerzeugung mit öffentlichkeitsrecht Staatsgültige Zeugnisse Einjährige Koch- und Haushaltungsschule mit erweitertem Lehrplan für allgemeine Bildung Dr. Krüger-Heim, 2., Malzgasse 7, Tel. A-48-0-77 Internat. Samstag Schulfrei Berufsberatung täglich von 11 bis 12 Uhr j 10. Zertifikat die Entscheidung dem Vorsitzenden überlassen, der unter den 2 in Betracht kommenden Bewerbern, für den des Trumpeldor entschied, obwohl dieser keine Hachscharah besaß und seiner Aussage nach auch nicht in einen Kibuz geht, während der zurückgesetzte Bewerber des Hechaluz 2 Saisonen Hachscharah besitzt, und in den Kibuz Gimmel des Schemer Hazalr geht, zu dessen führenden Mitgliedern er gehört. Soviel zur Feststellung der Tatsachen, die auch von den Angreifern nicht bestritten werden können. Soll das Palästinaamt die Aufgabe haben, unter den Bewerbern für Palästina die besten auszuwählen, da wird es immer so Vorgehen und entscheiden müssen wie diesmal, sollten aber die Zertifikate zu einem politischen Streitobjekt werden, dann wird vielleicht das Ergebnis ein anderes sein, aber dieses Ergebnis wird schwerlich zum Nutzen Palästinas sein und zur richtigen Vorbereitung unserer Chaluzlm beitragen. Ing. Josef Mährer. Jüdische Eltern des IV. und V. Bezirkes Die öffentliche Schlußprüfung in der Sprach- und Bibelschule findet am Sonntag, den 3. Juli 1. J., um 10 Uhr vormittags, in unserem Schullokal, V., Wledner Hauptstraße 130 (Eingang Ramperstorffergarre) statt. Sie werden Gelegenheit haben, wahrzunehmen, was wir trotz der größten materiellen Schwierigkeiten für die jüdische Erziehung unserer Kinder geleistet haben. Sie werden sich selbst überzeugen können, welches Quantum an jüdischem Wissen — das geeignetste Abwehrmittel gegen die fortschreitende Entjudung — wir in diesem Schuljahre unseren Kindern vermittelt haben. Niemand, dem die jüdische Erziehung unserer Jugend am Herzen liegt, möge diese Gelegenheit unausgenützt vorübergehen lassen. Der Vorstand des Taimud-Thora-Vereines für den 4. und 5. Bez., Wiedner Hauptstraße 83. Jüdische Chronik der Woche 1. Juli 1920: Der Jude JonaJiati und seine Frau in Paris wegen «Folterung» einer Hostie, die dann «blutete» (in Wirklichkeit durch den Pilz micrococus prodigiosus) verbrannt. — 2. Juli 1871: Gründung der Anglo Jewish Association in London. — 3. Juli 1869: Alle religiösen Beschränkungen in Deutschland aufgehoben. — 1904: Theodor Herzl gestorben. — 4. Juli 1776: Deklaration der Amerikanischen Unabhängigkeit und der Gleichheit aller Bürger. — 5. Juli 1247: Päpstliche Bulle gegen die Ritualmordbeschuldigung. — 6. Juli 1348: (9. Ab.) Massaker in Tarrega, Catalonien, 300 Juden ermordet. — 7. Juli 1836; Ein Gesetz statuiert, daß Rabbiner UniversitätsbiJdung haben müssen. Das Gesetz drang gegen den Widerstand der jüdischen Bevölkerung nicht durch. — 1904: Theodor Herzl in Wien begraben. Mitteilungen des Keren Kajemeth Wien, I., Kärntnerstraße 28, Tel. R 27-3-20, Postsparkassen- Konto A 100.208. Mal-Junl-Leerung Der Ausweis der Buchsenleerung erscheint in der Woche, in welcher der normale Spendenausweis nicht erscheint. Er umfaßt Beträge, welche die Jugendgruppen und sonstigen freiwilligen Mitarbeiter in der Ausweisperiode an den Keren Kajemeth abgeführt und verrechnet haben. 1. Bezirk: Camilla Segal 3.84; Photoatelier Schieber 5.—; Dr. Leopold Sofer 5.—; Dr. Leo Löwensohn 35.32. 2. Bezirk: Oberkantor Leopold Pollak 5.04; Karl Löw- Beer 8.50; Dr. Gerson Kümmel 3.60; Ignatz Koch 4.20; Brückner & Co. 5.82; Tibor Sperlinger 9.53; Sabine Schmiedt 3.09; Gisela Gottesmann 5.61; Hans Blumenthal 5.—; Siegmund Metsel 6.27; Josef Mehl 5.—; Hermann Goldschlag 3.19; Ottilie Löwenthal 11.—; Heinrich Käufer 5.60; Isak Hirschhorn 5.—; 4. Bezirk: Julius Blitz 5.55; Felix Taussig 5.—; Bethaus «Machsike Thora» 8.64; Regi Neumann 5.50; Grätzer 4.41; Dr. Henriette Rappaport-Liechtenstein 3.—; Henriette Salz- Lebensversicherungs- Gesellschaft PHÖNIX GEGRÜNDET IM JAHRE 1889 Versichorangabeataod pei Ende Juni 1980 . . , Garentiemitt«! pei Enae 1929 . . . .. Prämien and Zineeneinneiunen Im Jahre 1929 ,■ Anzahlungen an die Versicherten im Jahre 1929 . 2860 Millionen Schilling . 878 Millionen Schilling , 150 Millionen Schilling , 85'/. Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet de» Geaeiiacnalt: Oesterreich. Deutsches Reich. Tschechoslowakische Republik, Be gien. Holland. Frankreich. Spanien. Italien. Ungarn. Polen. Jugoslawien. Bulgarien. Griechenland. Rumänien. Palästina. Syrien, . Türkei, Aegypten. Die Gesellschaft schließt an billigen Prämien and günstigen Bedingungen Kapitals* und Rentenversicherungen jeder Art ab yeoeingefahrt: KINDER-VERSORGUNGS-VERSICHERUNG (Auszahlung eines Kapitals be! Verheiratung. Studienbeitrag. Rückerstattung der eingezahlten Prämien bei Ableben des Kindes) InTaliditätavereicherung (Zahlung emei Kante bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit and Auszahlung des versicherten Kapitale nach reij&hnget Daaer der Invalidität) E E Ej E E S B S S B B mann 4.—; Daniel Körner 70.06; Helene Weiß 42.—: Frft* Fisch! 3.—; Seraphine Jolles 3.19; Leopold Adler 5.05. 5. Bezirk: Fritz Grünbaum 8.04; L. Tennenbaum 3.42; Franz ürünfeld 3.—. 6. Bezirk: Salomon Lehn 3 26; Alex. Wilhilm 4.65; Dok- ^erßer 4.70; Rudolf Pollak 3.19; Viktor Sonnenfeld 3.01; Alexander Bogyanski 5.—; Dr. Walter Gutter 3.—; btockknopf 3.50; Nemon 4.77. 7. Bezirk: N. Bernstein 13.10; Wermes 4.13; Dr. Olga Bardach 18-52; Berl Padawer 5.02; Dr. Ernst Glaß 3.27; Dr. Robert Fischer 7.07; Max Mamber 3.90; Cilli Singer 4.61; I. Modlinger 3.—; Brüder Ungar 4.50; Nathan Bernstein 4^~; Richard Löwy 6.80. 8. Bezirk: Gisa Koffler 23.20; Erna Sternberg 3.—; Doktor Rosa Bernstein-Schur 9.70; Dr. Max Schur 7.18; Paula Pfau 3.—; Isidor Diamant 3.80; Sophie Dreier 5.15; Doktor Karl Krapalik 3.—; Hans Kreitler 3.09. 9. Bezirk: Ernst Wachtel 7,80; J. A. V. Juristen verein 3*—; Dr. Egon Grünberger 3.—; Dr. Frieda Lazarsohn 4.78; Ing. Georg Farkasz 4.30; Berta Krämer 3.—; Dr. Emanutl Weinbach 3.20, Lazar Grün 6.66; Jakob Baruch 3.—; Doktor Siegfried Plaschkes 19.—; Ernst Kornfeld 5.—; Ing. Oswald Stein 3.05; Dr. E. Margulies 3.84; Dr. Max Meisnef 3.60; Blanka Federn-Lipschütz 8.—; Oskar Frostig 4.— Abraham Mohrer 4.87; Ester Mieses 3.—; Meier Henisch 4.—; Berta Zimbler 3.07; Arthur Hausknecht 3.02; Johl 3.18; Hugo Beck 3.—; Gereon Ginsberg 3.—; Simon Gang 3.—; Säla Hirschhorn 20.—; Simon Picker 4.57; Rabb. Dr. Z. Schwarz 5.—; Kalman Littmann 3.—; Fanni Horowitz 3.—; Dr. Arnold Mandl 3.—. 10. Bezirk: Sandor Löwenstein 6.—. 12. Bezirk: Gutfreund 5.30; Robert Feldmann 4.73; Julius Frank 5.40. 13. Bezirk: Abraham Stein 5.35; Gustav Spielmann 8.37; Aron Schur 3.—; S. Rosen 10.40; Dir. Ignatz Guttmatin 16.--. 14. Bezirk: Dr. Siegfried Bader 7.70. 16. Bezirk: Dr. Julius Bäcker 3.—. 20. Bezirk: Moses Tauber 6.—; Moses Meier 3.10; Theodor Petyan 3.—. Nachtrag Dezember* Leerung 21. Bezirk: Adolf Reininger 3.—; Alfred Glaser 5.—; Dr. S. Ruß 5.—; Richard Vogel 4.07; Max Steinschneider 3.50; Paula Winter 3.—; Rabb. Dr. Moses Rosenmann 3.-L-; Adolf Ebel 3.—; M. Schratter 4.22; M. Koppelmann 5.—; Henriette ürünwald 5.—; Landau 8.—; Leo Brainin 3.—; Dr. Ignatz Seidel 3.—; Dr. M. Ticho 5.—; David Haas 4.20; Dr. Rudolf Knecht 3.—; Ella Arnstein 3.50; Hermine Weinwurm 5.—, M. J. Kösler 3.—; Katharina Blau 10.—; A. Pollitzer 14.50; Rosa Mandler 5.—; Martin Schober 3.24; Siegmund Grünwald 5.—. Amtliche Verlautbarungen der Israelitischen Kultus* gemeinde Wien Z. 4220 ex 1932. Wien, 27. Juni 1932, Barmizwah-Unterricht während der Ferialmonate Uni den Kindern mittelloser Eltern Gelegenheit zu geben, sich auch während der Schulferien für die Barmizwah vorbereiten zu können, hat der Vorstand der israelitischen Kuttusgemeinde Wien einen unentgeltlichen Barmizwah-Ferialkurs eingerichtet. Einschreibungen und Unterrichtsbeginn Die Einschreibungen finden Sonntag, den 3., 10. und 17. Juli 1932, jedesmal von 9 bis 10 Uhr vormittags und der U n t e r r i c h t ab Montag, den 4. Juli, jeden Montag und Donnerstag von 2 bis 4 Uhr nachmittags im Schullokale der israelitischen Kultusgemeinde, XX., Othmargasse 46, statt. Der Vorstand. Predigt in der Bezirkssynagoge, II., Pazmanltengasse 6. Samstag, den 2. Juli 1932, wird bei dem Hauptgottesdienst Herr Rabbiner Dr. Z. Taubes eine Deroscho abhalten. Austritte aus dem Judentum Vogel, Dr., Siegfried, 16. März 1902, XII., Blanchlgasae 41. — Katz Elisabeth, 8. September 1907, IX., Freiheitsplatz 13. — Beihilf Elisabeth geb Tandler, 7. September 1898, II., Caatellezgasse 25. — Kaldeck Gottlieb, 3. Juni 1866, IX., Berggasse 4. — Weißmann Clara, 24. März 1913, IX., Alaerstraßc 10. — Sperber Caroline, 6. August 1896, VI, Köstlergaase 5. — Heimer Gustav, 20. März 1876, XVI., Hubergassc 2. — Stern Irma geb. Winter, 28. März 1S97, IX., Nußdorferstraße 4. — Steiner Wilhelm, 1. März 1896, II., Am Tabor 18. — Dr. Alfred Koerbel, Gymnasial-Professor, geb. 1877, I., Marc Aurclstraße 9; Koerbel Marie, geb. Bauer, 13. September 1890, I„ Marc Aurelstraßo D. — 1 Jüdistftet | Juli 1932 Malendet S'wan-Tammtis5692 | 1 Freitag 2^ Sabb. Emo. 0! 2 Samstag «o Sabb 4uag. 8*® : aO« Woohanabacbnltt 3c alaoh 1 3 Sonntag 29* 1 4 Montag 30» I 5 Diensag U I 6 Mittwoch 2a 1 7 Ippi'..’»' Donnerstag 3e Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Ziomshschti 1. amlcsvi-rband für Oesterreich, Wien, I., Kärntiiersfraße Nr. 28. - Verantwortlicher Redakteur: Ul. Sigmund Finkeistein, Wien. 1., Kärtnerstraße Nr. 28. — Druck: «lnva», Wien, V1L, Lerchentelderstraße Nr, 1.

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