Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 231 (9.6.1932)
- Date
- 1932-06-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V. b. b. BEZUGS- BEDINGUNGEN Oesterreich monatlich S 150, Vierteljahr! S 4*20, ganzjährl. . . . S 16'— Deutachld. vierteljährl.. . . RM 3'— Tschechoslowakei viertel] . Kc 24’— Jugoslawien viertelilhrl. . Din 40 — Polen vierteljährlich . - Zloty 6 50 Ungarn vierteljährlich ■ . Pengö 4 20 Rumänien viertel iährl. Lei 120-— Uebriges Ausland Vierteljahr! Schw Franken 4’50 5. Jahrgang Wien, Donnerstag, 9. Juni 1932 (5. Siwan 5692) Jüdisdke Zeitung f—' Preis 3 Ersehe jecfei Donner Redakti und Admini Wien, 1., K. strafte Tel. R-2T Postspari koni Oesterr. D 113-546 Polen . . . 191-199 lachecho- Slowakei . 500.230 Jugoslawien 40.879 h-o c: < rr & c IT H- O ü) 0 b*<» c*- p: n- *3 erp; c+ 03 I Nummer 23 Sitzung des Zionistischen Aktionskomitees inPatäsUnaJ Mitte Juli - Wichtige politische und organisatorische Beratungen - Das nächstiährige Budget Die Exekutive der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency beabsichtigt, wie das Zentralbüro der Exekutive meldet, im Einvernehmen mit den zuständigen Instanzen, das ZionistischeAktions- Komitee und das Administrative Comittee der Jewish Agency für Mitte Juli zu einer Sitzung einzuberufen, die sich mit aktuellen politischen und organisatorischen Fragen sowie mit der Beschlußfassung über das nächstjährigeBudget zu befassen haben wird. Unter dem Vorsitz des Präsidenten des zionistischen Aktions-Komitees Leo M o t z k i n, der in diesen Tagen in Jerusalem eingetroffen ist, versammelten sich die Mitglieder der Zionistischen Exekutive, sowie 22 in Palästina lebende Mitglieder des zionistischen Aktions-Komitees und des Administrative Committee der Jewish Agency, um über die zionistische Situation zu beraten. Es wurde ein Beschluß gefaßt, daß die für diesen Sommer in Aussicht genommenen Sessionen des zionistischen Aktions-Komitees und des Administrative Committee der Jewish Agency in Palästina stattfinden sollen. Vor der Uebermittlung des French-Berichtes Eine Ankündigung Sir Wauchopes Emanuel N e u m a n n, amerikanisches Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, der die letzten Monate in Palästina verbracht hat, begab sich am 1. Juni auf eine zweite Europatour, auf der er Frankreich, England und andere Länder besuchen wird. Hernach begibt er sich nach den Vereinigten Staaten, um dort seine vor seiner letzten Abreise aus Amerika begonnene Organisierung von Finanzinstitutionen für Palästina fortzuführen und die Mitarbeit weiterer amerikanischer Körperschaften an dem Palästinawerk zu sichern. Vor seiner Abreise besuchte er in Gesellschaft von Dr. Chaim Arlosoroff und H. Farbstein den High Commissioner General Sir Arthur W auch ope. Hierbei wurden politische Fragen Palästinas und auch die Frage des Berichtes des Landentwicklungsdirektors Lewis French berührt. Der High Commissioner teilt mit, daß der French- Bericht im Verlauf der nächsten Woche derzionistischen und der arabischen Exekutivezugehen wird. An den Bürgermeister von Gaza sandte Sir Wauchope in Erwiderung auf die bei seinem Besuch in Gaza ihm gegenüber ausgesprochene Forderung nach Schaffung einer Landwirtschaftsbank, einen Brief, in welchem er erklärt, daß die Frage der Landwirtschaftsbank im Zusammenhang mit dem gesamten Landentwicklungsplan in Erwägung gezogen wird, und daß der vom Landentwicklungsdirektor Lewis French verfaßte Bericht gerade jetzt einer Prüfung, bezw. Korrektur unterliegt. Uebernahme des Schulwesens durch den Waad Leu ml Jewish Agency gibt jährlich 30.000 Pfund Unter dem Vorsitz von M. M. U s s i s c h k i n, m HÄI5ER5TR. 123 K. ÄL5ER5TR. 6 S 15 - S 20 - S 28 Direktor des Jüdischen Nationalfonds, fand eine Sitzung des Waad Leumi statt, die der Frage des Ueberganges der Verwaltung des hebräischen Schulwesens in Palästina und der Kontrolle über das Schulwesen von der Jewish Agency zum Waad Leumi gewidmet war. Die Sitzung dauerte bis in die Morgenstunden hinein, ihren Beschlüssen wird von dem Jischuw in Palästina historische Bedeutung beigemessen. In der Sitzung erstattete die seinerzeit von der Assefath haniweharim (Delegiertenversammlung der palästinensischen Juden) ernannte, von Vertretern des gesamten Jischuw sich zusammensetzende Kommission zur Prüfung der Erziehungsfrage ihren Bericht und unterbreitete ihre Vorschläge. Sie empfahl die Uebernahme der Verwaltung des Schulsystems und der Kontrolle über das hebräische Schulwesen durch den Waad Leumi unter gewissen Bedingungen. Eine dieser Bedingungen ist, daß dieJewishAgencyin den kommenden drei Schuljahren jährlich 40.000 Pfund zum Unterrichtsbudget beitrage. Dr. Chaim Arlosoroff, der im Namen der Jewish Agency sprach, stimmte allen von der Kommission gemachten Vorschlägen zu, erklärte aber, daß die Jewish Agency nur die Verpflichtung übernehmen könne, in den kommenden drei Schuljahren j ä h r 1 i c h 30.000 Pfund zum Unterrichtsbudget beizutragen. Ein endgültiger Beschluß ist noch nicht gefaßt worden, doch scheint es sicher, daß die Vorschläge der von der Assefath haniweharim eingesetzten Kommission vom Waad Leumi und der Jewish Agency angenommen werden müssen. Der High Commissioner General Sir Arthur Wauchope hat den von der Assefath haniweharim in ihrer letzten Tagung gefaßten Beschlüssen betreffend B esteuerung der Gemeinden und Sicherung des Budgets des Waad Leumi die Genehmigung erteilt. Die Verteilung der Ressorts der Palästina-Exekutive ln einer der letzten Sitzungen der Exekutive der Jewish Agency in Jerusalem wurden folgende Beschlüsse über die Verteilung der verschiedenen Ressorts unter den Mitgliedern der Exekutive in Jerusalem angenommen: Dr. Ch. Arlosoroff wird auch weiterhin Leiter des Politischen Departements der Exekutive bleiben. Dr. M. B. H e x t e r übernimmt die landwirtschaftliche Kolonisationsabteilung und die allgemeine Administration (letztere für die Zeit von 6 Monaten, nach deren Ablauf diese einem anderen Exekutiv-Mitglied, ebenfalls für 6 Monate, übergeben werden wird). E. Neutnann hat es übernommen, eine neue finanz-ökonomische Abteilung zu gründen, deren Aufgabe es sein wird, 1. eine Koordinierung und Beteiligung der verschiedenen auf ökonomischem Gebiete arbeitenden Organisationen im Lande herbeizuführen; 2. den Anstoß zur Schaffung neuer ökonomischer Organisationen in dem Maße zu geben, als ein Bedürfnis zu solchen Neugründungen vorliegt; 3. die Einfuhr des Privatkapitals aus dem Ausland nach Erez Israel zwecks Investierung in produktive Arbeit zu vergrößern. J. H. Farbstein übernimmt die Leitung der Abteilung für Handel und Industrie und die Mittelstandsansiedlung. ür. Senator wird weiterhin die Treasury sowie das Immigrations- und Arbeits- Departement leiten. Dr. Senator hatte ersucht, ihn von der Leitung der Treasury zu befreien, da in den letzten Monaten, insbesondere zur Zeit der Krise im Erziehungswesen, schwere persönliche Angriffe gegen ihn gerichtet wurden. Die Exekutive drückte ihm ihr Vertrauen aus und bat ihn, seine Tätigkeit als Treasurer weiterzuführen. Ruhe in Aden Im Unterhause richtete Colonel Wedgwood an den Staatssekretär in Indien Sir Samuel H o a r e die Frage, wie viele von den bei dem Judenpogrom in Aden verletzten 60 Personen Jeden und wie viele Araber wären. Sir Samuel Hoare erwiderte, er habe telegraphisch eine Liste von 25 verletzten Juden erhalten; ob die übrigen Verletzten Juden oder Araber wären, sei ihm nicht bekannt. Stimme der Jugend Seite 6 An die Jude Oesterreichs! Von Tag zu Tag steigt die jüdische Not. Der von den österreichischen Parteien systematisch betriebene wirtschaftliche Pogrom macht es Juden unmöglich, Staatsanstellungen zu erlangen. Tausende von jüdischen Arbeitnehmern sind arbeitslos. Tausende jüdische Arbeitgeber brechen unter dem entsetzlichen Druck der Wirtschaftskrise und unter den Steuerlasten zusammen. Die Verelendung der jüdischen Massen macht ungeheuere Fortschritte. Der militante Antisemitismus der Hakenkreuzler bedroht unsere Ehre, unser Leben, unsere staatsbürgerlichen Rechte und unsere wirtschaftliche Existenz. Von Tag zu Tag wächst in den jüdischen MäSöetf die Erkenntnis, daß Zusammenschluß aller aufrechten Juden das Gebot der Stunde ist. Wir werden bekämpft, weil wir Juden sind. Wir haben es satt, den Prügelknaben für fremde Verschulden abzugeben. Wir schielen nicht nach links, wir schielen nicht nach rechts. Wir wollen uns um die jüdische Fahne scharen, weil Not an Mann ist, weil brutale Gewalt an die Wurzeln unserer Existenz greift. Von Tag zu Tag wächst die Erkenntnis, daß es Not tut, den Kampf der Meinungen im jüdischen Lager zurückzustellen und sofort eine geschlossenejüdisclie Front zu bilden. Wir ergreifen daher die Initiative zur Gründung eines „allgemeinen Jüdischen üerbondes“ der ein Sammelpunkt aller aufrechten Juden Oesterreichs werden soll. Energische Abwehr der antisemitischen Angriffe und aktive jüdische Politik wird die Aufgabe des neuen Verbandes sein. Wer sich stolz zum Judentum bekennt, wer glaubt, daß wir Juden in Oesterreich unser Schicksal selbst In die Hand nehmen müssen, wer von der Notwendigkeit durchdrungen ist, daß wir Juden den Kampf für unsere staatsbürgerlichen Rechte und für die gleiche Geltung in der Handhabung der österreichischen Gesetze, für unsere Existenz und das Wohl unserer Kinder aufnehmen müssen, der trete dem «Allgemeinen Jüdischen Verband» bei. Juden! Erkennet die drohenden Flammenzeichen! Erwachet aus Eurer Lethargie! Kommet alle zu uns! Nur wenn wir geeint sind, können wir den Kampf für unsere Existenz, unsere Ehre und unsere Zukunft erfolgreich bestehen. Für das Proponenten-Komitee: Dr. Desider Friedmann Dr. Oskar Grünbaum Dr. Josef Löwenherz * Beitrittserklärung en sind unter genauer kmmM Bruchbandagcn nach ür. Barre re, 1’arLa OHNE FEDEH UND OHNE PELOTTEN hatten alle Brüche, auch die schwersten, vollkommen sicher eurüok und befreien den Patienten sofort von seinen quälenden Schmerzen. Jede Arbeitsleistung, jede sportliche Betätigung dadurch ermöglicht. Kostenlose und unverbindliche Beratung durch den I\aehlu ann im Institut Bständig Wien, L Teinfaltstrafte nur Nr« 7 (beim Burgtbeater) 1 Schriftliche Beratung bereit-willig.'t gegen Rückporto '■