Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 229 (26.5.1932)
- Date
- 1932-05-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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V.b. V Preis 35g BEZUGS* BEDINGUNGEN Oesterreich monatlich S 1*$0, viertel* jlhrl S 4*20, gatut* jihri. . . . S 16*— Deutschld viertel- JjjhrL. . . RM 3 — Tschechoslowakei vienelj. . Ke 24*— Jugoslawien viertel* jährl. . Din. 40— Polen Vierteljahr* Heb . . Zloty 6 50 Ungarn vierteljährlich . . Pengö 4*20 Rumänien Vierteljahr. . . Lei 120— Uebriges Ausland Vierteljahr. Schw. Franken 4*50 Jü disdke Zeitung Erscheint jeden Donnerstag Redaktion und Administration Wien, L, Kirntnerstrafie 28 Tel. R-27-4-86 Postsparkassen* konti: Oeaterr. D 113-546 Polen . . . 191399 Tschechoslowakei .500.230 Jugoslawien 40.879 S« Jahrgang Wien, Donnerstag, 26. Mai 1932 (20. Qjar 5692) Nummer 229 Der Fvench-Bevichi unfair Gegnerische Stellungnahme des High Commissionen «Jewish Chronicle» meldet, General Wau* I cltope habe beabsichtigt, den Text des French- Berlchtes der Jewish Agency und der Arabischen Exekutive sowie der Presse gleichzeitig bekanntzugeben. Später habe er sich entschlossen, der Presse keine Mitteilung zu machen. Nach Kenntnisnahme des Inhaltes des French-Berichtes habe jedoch Wauchope seine Meinung geändert, well er die ganze Tendenz des French-Bericht es nichtbillige. Er habe daher den Beschluß gefaßt, den ihm vorgelegten Text des French-Berichtes weder der Jewish Agency noch der Arabischen Exekutive noch der Presse mitzuteilen. Der High Commissioner sei davon überzeugt, daß eine Verwirklichung der Vorschläge Im French-Bericht unfair nicht nur gegenüber den betroffenen Gemeinschaften, sondern auch gegen Palästina als Ganzes wäre, da eine solche Verwirklichung die allgemeine Entwicklung verzögern und insbesondere das Tempo des landwirtschaftlichen Fortschritts hemmen würde. Der High Commissioner sei der Meinung, daß eine Durchführung der von French vorgeschlagenen Beschränkungen der Bodenübertragung usw. unzweifelhaft die Privatinitiative hemmen und überhaupt das Öffentliche Wirtschaftsleben drosseln würde. Die Mittelstands-Kolonisation Die von Dr. Brünn gegründete Gesellschaft Jaffa Plantations hat mit der Anglo Palestine Bank ein Abkommen getroffen, um einen größeren Komplex von alten tragenden und jungen Pardessim sowie mehrere tausend Dunam Boden in Chedera und Umgebung für sofortige Mittelstandskolonisation aufzuschließen. Dr. Brünn hat sich nach Europa begeben, um Interessentengruppen in verschiedenen Ländern zu organisieren. Die Pflanzungen und Böden können etwa 60 Familien eine Existenzmöglichkeit bieten. Steuererleichterungen zugunsten der Industrie H. Farbstein, Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, verhandelte mit dem Direktor des Departements für Steuern und Handel der Palästinaregierung, Stead, über eine steuerliche Entlastung einer Anzahl wichtiger Palästina-Industrien. Wenn die gegenwärtige Steuerpolitik fortgeführt wird, führte Herr Farbstein ins Treffen, werden die lokalen Produzenten allmählich.ihre Betriebe stillegen müssen, da sie den Kampf mit der ausländischen Konkurrenz nicht werden bestehen können. Herr Stead versprach Farbstein, alles mögliche zu tun, um die durch ausländische Konkurrenz bedrohten Industrien zu retten und ihnen den Kampf gegen die Importkonkurrenz zu erleichtern. Preußens Judengemeinden bewilligen wieder Hechaluz-Subvention Der Engere Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden hielt in der Westend-Synagoge zu Frankfurt eine Beratung ab. Es wurde einstimmig beschlossen: Der Organisation «H e c h a 1 u z» wird auf ihren Antrag als Beitrag für die Berufsausbildung von Mitgliedern, für die ein Zuschuß erforderlich ist, ein angemessener Jahresbeitrag bewilligt. Mit diesem Beschluß ist der ln der ÄLSGRSTR. 6 S 15 - S20 -S 28mm vorigen Landesversammlung entstandene Zwist zwischen den Liberalen und der Volkspartei bereinigt. Dem Etat wird der in der Landesversammlung nicht bewilligte Notetat in Höhe von 120.000 Mark wieder beigefügt und die seit einer Reihe von Jahren erfolgte Bewilligung für die Berufsumschichtungsaufgaben der Organisation «Hechaluz» wird wieder als Landesverbandsaufgabe in den Etat aufgenommen. Schehet-Dvive Das Zionistische Landeskomitee hat beschlossen, im Laufe des ganzen Monates Juli einen Schekel-Drive durchzuführen. Alle Teilorganisationen, die bisher Schekelblocks noch nicht bezogen haben, werden aufgefordert, die Blocks bis spätestens 31. Mal im Landeskomitee zu beheben. Für die Durchführung des Drives, der unter Mitarbeit des Jugendverbandes des Landesverbandes stattfinden wird, ergehen in den nächsten Tagen weitere Weisungen. Wir fordern alle Zionisten Oesterreichs auf, unverzüglich den Schekel fürdleses Jahrzube zah len und für den Absatz der Schekalim in Freundes- und Bekanntenkreisen zu sorgen. Wir fordern alle Zionisten Oesterreichs auf, durch Zahlung des Schekels und durch die Werbung für den Absatz des Schekels ihrer Treue zur zionistischen Weltorganisation Ausdruck zu verleihen. Die Schekeleingänge bilden eine unerläßliche finanzielle Grundlage für die Arbeit der zionistischen Exekutive, der wir jede Unterstützung angedeihen lassen müssen, soll die Arbeit der Exekutive von Erfolg begleitet sein. Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich Dr. Steinberg m. p. Sabine Paßweg m. p. Dr. Grünbaum m. p. Motzkin für beschleunigte Einberufung der AC-Sitzung Der Präsident des Aktionskomitees und des Kongresses der Zionistischen Organisation, Leo Motzkin, hat sich nach Palästina begeben, um mit den palästinensischen Mitgliedern des AC über die Frage der Einberufung der AC-Sitzung, die längst fällig ist, zu sprechen. Motzkin billigt nicht die Haltung der Exekutive der Zionistischen Organisation in der Frage der AC-Tagung. Die Exekutive wünscht bekanntlich eine Verschiebung der AC-Tagung bis zur Veröffentlichung des Berichtes des palästinensischen Landentwicklungsdirektors Lewis French, während Motzkin der Meinung ist, daß die AC-Session nicht länger hinausgeschoben werden könne. Es wird erwogen, die AC-Sitzung in Paris oder London stattfinden zu lassen; wahrscheinlich wird London Tagungsort sein. Die Amerika-Kampagne für Palästina Felix M. Warburg hat am 18. Mai auf einem Diner (das Gedeck zu 100 Dollar) im Standard Club zu Chicago den American Palestine Campaign für Chicago mit einer Ansprache eröffnet, die auf die anwesenden etwa 300 jüdischen Persönlichkeiten tiefen Eindruck machte. Warburg appellierte an die Judenheit Chicagos, sich mit der übrigen Judenheit zu einer großen Anstrengung zu vereinigen, um das Aufbauwerk in Palästina weiter entwickeln zu helfen und «Palästina so schön zu machen, daß andere Völker uns um das Stück Arbeit, das wir dort leisten, beneiden sollen». Richter Harry M. F i s h e r, der den Campaign in Chicago leitet, teilte mit, daß an diesem Abend 25.000 Dollar für das Palästinawerk aufgebracht worden seien. In seiner Antwortrede bezeichnete sich Felix M. Warburg stolz als einen «Palästina-Farmer», forderte die Anwesenden auf, ebenfalls Land in Palästina zu kaufen, Stimme des Studenten Seite 6 Adolf Böhm als Wirtschaftler Von 0, Wavbuia Bei einem Jubiläum des Keren Kajemeth ist es selbstverständlich, daß auch unseres Adolf Böhm gedacht wird. Ist doch seine Tätigkeit viele Jahre hindurch aufs engste mit dem Keren Kajemeth verknüpft gewesen. Zweifellos wäre dies auch heute noch der Fall, wenn die Besetzung der Direktorenposten dieser Institution noch jetzt nach Maßgabe der Persönlichkeiten und nicht nach Parteigeometrie geschehen könnte. *) Wenn nun also leider unser Freund Böhm nicht mehr aktiv an der Leitung des Nationalfonds teflnehmen kann, so hat seine langjährige besonnen# und doch energische und tätige Mitarbeit im Direktorium deutliche Spuren hinterlassen und die mannigfachen Anregungen, die er zu geben vermochte, wirken nicht nur fruchtbringend fort, sondern auch nach' seinem Ausscheiden aus dem Direktorium hat er stets noch regen Anteil an der Entwicklung des Nationalfonds genommen und sowohl durch Ratschläge als auch durch literarische sowie persönliche Mitarbeit fördernd gewirkt und somit bis zuletzt an der erfreulichen Entwicklung des Keren Kajemeth im letzten Jahrzehnt teilgenommen. Es ist nicht meine Absicht, hier im einzelnen auf Böhms vieljährige rastlose zionistische Tätigkeit einzugehen. Dagegen betrachte ich es als meine Pflicht, ihm hier öffentlich zu bezeugen, daß er einer der wenigen ist, die seit einem Vierteljahrhundert und länger zäh und ausdauernd an der selbstgewählten Aufgabe festgehalten haben, Palästina durch praktische Arbeit sowohl in wirtschaftlicher als auch in kultureller Beziehung für die jüdische Siedlung zu erschließen. Er hat stets der namentlich in Wien so stark sich Geltung verschaffenden Lockung widerstanden, in das *) Es ist nun einmal das Schicksal demokratischer Institutionen, daß sie im Laufe der Zeit dazu gelangen, von organisierten Parteien beherrscht zu werden, und diese kommen dann zwangsläufig früher oder später zu der Forderung, daß Vertreter von ihnen an der Leitung dieser Institutionen teilnehmen. Besteht nun das Direktorium aus zahlreichen Mitgliedern, so ist die Möglichkeit vorhanden, auch parteilose Mitglieder im Direktorium zu belassen, und dies geschieht auch häufig, besonders dann, wenn diese sich durch besondere Sachkenntnis auszeiohnen. Ist aber, wie beim Nationalfonds, die statutarisch festgesetzte Zahl der Direktoren beschränkt, so müssen leider die parteilosen Sachverständigen den Parteidelegierten den Platz räumen; und so geschah es mit unserem Freund Böhm. Man kann sogar schon froh sein, daß diese Stellen einigermaßen gerecht durch die verschiedenen Parteien besetzt wurden und nicht der jeweilig herrschenden Partei ausschließlich zugefallen sind. Bei der zionistischen Organisation ist dies letztere freilich wohl auf die Dauer ausgeschlossen, da sie auf freiwilligem Zusammenhalt der Parteien beruht und letztere kaum die Möglichkeit der totalen Absplitterung besitzen, da sich die Parteien bewußt sind, daß sie, einmal völlig isoliert, bald zu einem Nichts zusammenschmelzen würden. ACHTUNG BRUCHLEIDENDE! _ Bruchbandag^n nach Dr. Barrfere, Paris OHNE PSDEB UND OHNE PELOTTEN halton alle Brüche, auch die schwereren, vollkommen atoher aarncK und befreien den Patienten sofort von seinen quUen* , , . . , den Schmerzen. Jede Arbeateletotung, Jedo sportliche Betätigung dadurch _ ,_, , ermöglicht. Kostenlose and unverbindliche Beratung durch den ”ntrh mann im Institut Bständig Wien* L Teinfaltstraft* msr Nr« 7 'beim Burgthc:;‘.en 1 Schriftliche Beratung berviiwiliiggt gegen JBuekpürto i mm