Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 228 (19.5.1932)
- Date
- 1932-05-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V.b. b. BEZUGS¬ BEDINGUNGEN Oesterreich monetlich S 1*50« viertel jahrl. S 4*20« ganziahrL . .. S 16*— Deutschld. viertel« iahrL. . . RM 3*— Tschechoslowakei viertel]'. . Ke 24*— Jugoslawien viertel jahrl. . Din. 40*— Polen Vierteljahr lieh . . Zloty 6*50 Ungarn Vierteljahr lieb . . Pengö 4*20 Rumänien viertel jahrl.. Lei 120- Uebriges Ausland vierteljlhrL Schw Franken 4*50 5. Jahrgang Jüdisdke Zeitung Wien, Donnerstag, 19. Mal 1932 <13. Ijjar 5692) Preis 35g Erscheint jeden Donne' R< t-l t-3 und A< H* Wien, cs h 86 Tel. r. 9 H* cd <5 2 H* Postspare i koi< 1 V- Oesterr. £ •- 0) Polen . . . X H* f Tschecho¬ £»:■ slowakei . t 1 c* -* Jugoslawien d i Numm Massenmeeting_ Heute Donnerstag, den 19. Mai, Vs 9 Uhr abends, spricht im Saale des Hotels Continental, Wien, 2. Bez., Taborstraße, das Mitglied der Executive (London) Berl Locker».. „Die gegenwärtige Lage im Zionismus“ Die Förderung der Hittelstandssiedlug Unter dem Vorsitz von Emanuel Nenmann and unter Teilnahme der Mitglieder der Jewish Agency and der Leiter der wirtschaftlichen und finanziellen Körperschaften Palästinas wurde eine Beratung abgehalten, in der die Gründung einer neuen Institution zur Förderung der Mittestandssiedlung auf dem Lande beschlossen wurde. Das Mittelstandsamt wird voraussichtlich in kurzer Zeit seine Arbeit, der sehr große Bedeutung beigemessen wird, aufnehmen. Der Jüdische Nationalfonds (Keren Kajemeth Lejisrael) hat 2000 Dunam Boden in Wadi Hawarith zur Ansiedlung von hundert ehemaligen Soldaten der jüdischen Legion bewilligt Palästina-Bericht der englischen Regierung im Oktober Die Mandatskommission des Völkerbundes wird aus Sparrilcksichten nicht, wie in den verflossenen Jahren, zwei Sessionen (im Juni und im November), sondern nur eine einzige Session, die diesmal am 17. Oktober beginnt, abhalten, Auf der Tagesordnung dieser Session steht der Bericht der englischen Regierung über die Verwaltung Palästinas im Jahre 1031. Was French angeblich beabsichtigt Generalverbot für Bodenverköufe? Reservierung von Regierungsland für Araber Die hebräische Arbeiter-Tageszeitung «Dawar» bringt ihr zugegangene Informationen über den voraussichtlichen Inhalt des Berichtes des palästinensischen Landentwicklungsdirektors Lewis French, der, wie verlautet, in diesen Tagen fertiggestellt und der Regierung, bereits unterbreitet worden ist. French schlägt laut «Dawar» der Regierung vor, vier der Landentwicklung zu unterstehende Gebiete in Palästina zu statuieren: Beersheba, Beisan, Jordan- Ta 1 und Huleh-See-Distrikt Zuerst sollen die depossedierten Araber in diesen Gebieten angesiedelt werden; wenn dann noch freie Böden übrig bleiben und aus der palästinensischen Landentwicklungsanleihe (Palestine Development Loan) noch Gelder verfügbar sind, sollen auch Juden in diesen Gebieten angesiedelt werden. Ein anderer Vorschlag Frenchs ist laut «Dawar» der Erlaß eines Verbots von Bodenübertragungen. Solche Uebertragungen sollen nur unter ausdrücklicher Billigung der Regierung vor sich gehen können. Die Regierung soll Optionsrecht auf gewisse zum Verkauf angebotene Böden haben. Schließlich schlägt French die Gründung eines Palestine Development Board vor. Wie «Dawar» weiter berichtet, erklärt French in seinem Bericht an die Regierung, daß die Juden über genügend Böden in der Küstenebene verfügen und daß die arabischen Fellachen darum vor dem von den Emigranten ausgehenden Druck geschützt werden sollten. Zu diesem Zweck fordert er ein Generalverbot für Bodenverkäufe, die den Verkäufer landlos machen. Nur wenn der Bodenbesitzer für sich selbst ein gewisses Minimalgebiet zurückbehält, darf er jt m HÄ/5ER5TR. 123 &. ÄL5ER5TR. <f S 15 - s 2OS 28‘ CESCHKÄ Boden verkaufen. French schiebt die Schuld an den bestehenden Bodenverhältnissen ln Palästina sowohl dem Jüdischen Nationalfonds als auch den arabischen Großgrundbesitzern zu. * Die Jewish Agency hat bisher noch keine Kenntnis von einem endgültigen Bericht Frenchs erhalten. Es ist daher nicht sehr wahrscheinlich, daß der Candentwicklungsdjrektor sein Referatder britischen Regierung in definitiver Fassung vorgelegt hat. Jedenfalls sind die Mitteilungen des «Dawar» mit Vorsicht aufzunehmen, zumal man gerade in den letzten Monaten mit allerlei Meldungen überhäuft wurde, die sich bald als unbegründet erwiesen haben. Die Oelröhrenlßituiig durch Palästina Die arabische Zeitung «Falastin» bringt ein Interview mit dem Ingenieur Lang, Direktor der Palästina- Abteilung der Oelröhrenleitung vom Irak nach Haifa, in dem Lang mitteilt, daß die Röhren den Jordan sechs Kilometer südlich der Ruthenberg-Station in einer Untertunnelung kreuzen werden. Bei der Herstellung der Oelröhrenleitung werden 3000 Arbeiter aus Palästina und 5000 Arbeiter aus Transjordanien beschäftigt werden. Gemäß einem mit dem Emir Abdullah von Transjordanien getroffenen Uebereinkommen werden bei der Herstellung des transjordanischen Teiles der Röhrenleitung Juden nicht beschäftigt. Das Werk, das einen Kostenaufwand von 10 bis 15 Millionen erfordern wird, soll spätestens zu Beginn des Jahres 1935 vollendet sein. Neukonstituierung der Jewish Agency in Palästina Die Jewish Agency in Palästina hat sich neu konstituiert. Die Funktionen wurden wie folgt verteilt: Dr. Chaim A r l o s o r o f f behält das Ressort für Politik, Dr. Maurice B. H e x t e r übernimmt das Ressort für landwirtschaftliche Kolonisation, H. Farbstein das für Handel, Industrie und Mittelstandssiedlung, Dr. Werner Senator verwaltet weiter das Schatzamt und übernimmt die Ressorts für Einwanderung und Arbeit, für Emanuel Neumann wurde ein neues Departement für Beratung in finanziellen und wirtschaftlichen Angelegenheiten eingerichtet. Dr. Welzmann aus Südafrika abgereist Dr. Chaim W e i z m a n n und Frau Wera Weizmann haben Südafrika verlassen, um sich nach Europa zurückzubegeben. Während des Aufenthaltes Dr. Weizmanns in Südafrika wurden für den Keren Hajessod 300.000 Dollar aufgebracht. Die Aktion wird unter der Leitung von Dr. Alexander Goldstein, der in Südafrika verblieben ist, weitergeführt. Rückkehr Nahum Goldmanns aus Amerika Dr. Nahum G o 1 d m a n n, der an der Seite Nahum Sokolows, des Präsidenten der Jewish Agency, die Aktion für den Keren Hajessod in den Vereinigten Staaten geleitet hat, hat am 13. Mai die Rückreise nach Europa und Berlin abgetreten. Palästina als hMhishicland Von J. H. Farbstein, Mitglied der Exekutive (Jerusalem.) Palästina ist von Ländern umgeben, deren industrieller Standard gering ist, die Güter in Waren ira Werte von etwa 90.000 Pfund jährlich importieren und ungefähr ebensoviel wertvolle Rohmaterialien exportieren. Palästina verfügt über eine hochintelligente Bevölkerung und es ist kein Grund vorhanden, warum wir uns nicht ebenso entwickeln sollten* wie Belgien. Schon jetzt besuchen unsere Gewerbetreibenden mit gutem Erfolg die Märkte der benachbarten Länder. Die Lage unserer Industrie ist heute so, daß in einigen Fällen Aufträge abgewiesen werden mußten, weil es an entsprechendem Produktionskapital mangelt. Die Erfahrung hat gezeigt, daß unsere Industrie, deren Preise sich mehr oder weniger nach den Konkurrenzartikeln, die aus europäischen Ländern oder Amerika eingeführt werden, richten* einen beträchtlichen Vorteil wegen der unmittelbaren Nähe der Verbrauchszentren hat. In der Regel besuchen die Handelsreisenden die mittelöstlichen Länder ein oder zweimal jährlich und müssen deshalb an die ausländischen Lieferanten bedeutende Orders erteilen. Hingegen besuchen unsere Fabrikanten oder deren Stellvertreter die Importfirmen in Syrien, Libanon, Aegypten, Cypern und Irak öfter. Es können deshalb auch kleinere Aufträge erteilt werden, die rasch effektuiert werden. Weiters macht es das neuerliche Ansteigen der Abgaben und Einfuhrzölle in den vorerwähnten Ländern den Importeuren unmöglich, größere Warenmengen zu bestellen. Denn im allgemeinen reicht ihr Kapital zur Bezahlung der Zölle* größere Partien können aber kaum bestellt werden. Es muß auch erwähnt werden, daß Waren palästinensischen Ursprungs zollfrei nach Syrien und Libanon gelassen werden. Das sachkundige Wissen der jüdischen Einwanderer, ihre Intelligenz, Energie und die Tatsache, daß sie von einem Ideal beseelt sind, zählen nicht weniger, vielleicht sogar mehr als das Geld, das sie mitgebracht haben. Es gibt beispielsweise viele polnische Einwanderer, die kleine industrielle Betriebe fast ohne Geld oder mit sehr wenig Eigenkapital befietist Du elendig? Komm’ zu Bsiändig! -• BERATUNG und AUFKLÄRUNG über den richtigen Hcilbehelf bei Fußschmerzen, Knickuud Senkfüßen, Krampfadern, 0- und X-Beine, Frostballen, Sohlcnbr?nnen, Hühneraugen eto. etc. durch den Fußspezial isteu vollständig kostenlos uiul unverbindlich im Institut Bständig Wien« I. Teinfaltstraße nur Nr« 7 (beim Burgtheater) Sprechstunden täglich, auch Samstag von 8 bis 18 L'hr.