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Die Stimme · 1932-05-12 · Heft 227 (12.5.1932) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 227 (12.5.1932)
Date
1932-05-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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V. b. b BEZUGS¬ BEDINGUNGEN Oesterreich monatlich S 150, vierteljihrl. S 4'20, ganz jihrl. . . . S 16 — Deut.chld. Vierteljahr! . . . RM V— Tschechoslnwaksi viertelj . Ke 24'— Jugoslawien viertel jährl . Din 40' — Po'en Vierteljahr lieh . . Zloty 6 SO Ungarn vierteljährlich . . Pengö 4 20 Rumänien Vierteljahr! Lei 120— Uehrige» Ausland Vierteljahr! Schw I Franken 4'SO 5. Jahrgang Wien, Donnerstag, 12. Mai 1932 (6. Ijjar 5692) Jüdische Zeitung Preis 35 g Erich ei h-l H jeden \ Donners a m p *. R.daktioi h* a < r? c: h* und Admini.t: Wi.n, I., Kir P <1 str.fi. 2f Ul r h* Tel. R 27 4 n- Ui £d: h* Postsparka! cf (+ ÜX J—* cf konti: Oesterr. D 11 M Polan . . . M CT* H* lach.cho- & Slowakei . 50< K* *-■ Jugoslawien 4f 79 rmmj Nummer 227 Wandlung in dev Haltung Englands Die Heben in Palästina geht vorwärts - Feststellungen Professor Brodeiskys Bei einem Empfang, den die Jewish Agency in L e e d s am 5. d. M. aus Anlaß von Brodetskys Rückkehr aus Palästina veranstaltete, sprach Professor Brodetsky, der Lehrer der Mathematik an der Universität Leeds ist, über die Eindrücke, die er in Erez Israel empfangen hatte. Man müsse, wenn man die Bedeutung Palästinas richtig einschätzen will, die Lage der Juden in der Welt und besonders die der jungen Juden in Betracht ziehen. Daß es den alten Leuten schlechter geht als früher, ist traurig, aber nicht das Wesentliche. Das Wesentliche ist, daß die jungen jüdischen Menschen vor dem Nichts stehen, u. zw. überall, im Osten und in Deutschland. Vor drei Jahren, als es den Leuten im Osten auch schon schlecht ging, glaubte man, Amerika wäre die Rettung, wenn seine Tore offen wären. Heute wünscht niemand, daß; die Tore Amerikas offen seien. Die vier Millionen Juden Amerikas stehen genau so vor dem Nichts wie überall und sie wären vielfach froh, Amerika verlassen au können, wenn sie nur eine andere Möglichkeit hätten. Ii? Palästina merkt man, daß Jüdische^ Leben anders sefri kann als innerlich verzweifelt, wie es überall in der Diaspora ist, man kommt, wenn man Palästina verläßt, aus einer warmen geistigen, in eine gefrorene Atmosphäre. In bezug auf die finanzielle Lage sagte Brodetsky, daß Palästina nach Investierung von Kapital verlange. Wenn das in genügendem Maße geschieht, sind unbegrenzte Entwicklungsmöglichkeiten da. Wir wenden uns nie gegen eine Kritik unserer Arbeit, wir wenden uns nur gegen Prognosen über den Fassungsraum Palästinas, die «Sachverständige» auf Grund ihrer Beobachtungen stellen. Ohne Sachverständige wurde Griechenland als Markt für Bananen und Syrien als Markt für Zement erschlossen. Der Hafen in Haifa wird in einem Jahr fertig sein und mit der Fabrikation der Rohre für die Oelleitung wird in England schon begonnen. Ein russischer Jude, der es sich durchgesetzt hat, in England die Seemannsprüfungen machen zu können, bildet in Haifa jüdische Matrosen aus. Nur eines ist notwendig: man darf nicht in Palästina so Kapital investieren wollen, daß man ruhig und bequem in seinem Wohnort in der Galuth bleibt und das Kapital allein arbeiten läßt und auf die Erträgnisse wartet. Man muß selbst dort sein und die Möglichkeiten finden, man muß selbst dort arbeiten. Und trotz der Notwendigkeit von großen Investitionen darf darunter die Arbeit für die Fonds nicht leiden. Es wird, schloß Brodetsky, als Zeichen großer politischer Weisheit aufgefaßt, herumzugehen und England zu verdammen. Was hat es für einen Sinn, wie Jabotinsky es getan hat, Briefe nach Palästina zu schreiben, in denen er anregt, sich mit der Bitte an den Völkerbund zu wenden, England das Mandat zu entziehen und es irgend einer anderen Macht zu übertragen. Wir müssen im Gegenteil Zusammenarbeit suchen und England ist willig, uns entgegenzukommen. Niemand kann verkennen, daß sich ln Englands Haltung eine Wandlung vollzogen hat Der M KÄI5ER5TR. J23 (X ÄL5ERSTR. 6 S 15 - S 20 -S 28 Oberkommissär sucht Kontakt mit uns und steht unserer Arbeit ausgesprochen sympathisch und verständnisvoll gegenüber. Auch im Kolonialministerium zeigt sich eine Wandlung zum Besseren. Die Arbeit in Palästina geht auf jeden Fall vorwärts, bis jetzt trotz der politischen Lage, und unsere Aufgabe ist es, die Sache so zu wenden ,daß sie wegen der politischen Lage vorwärts geht. Ein jüdischer Weltkongreß American Jewish Congress beschließt die Einberufung einer vorbereitenden Weltkonferenz ln einer vom American Jewish Congress einberufenen und von Vertretern von zehn jüdischen Organisationen aus allen Teilen der Vereinigten Staaten und IGO jüdischen Organisationen New Yorks besuchten Beratung wurde beschlossen, für Juli 1932 nach Genf eine jüdische Weltkonferenz einzuberufen, die darüber beraten soll, ob ein Jüdischer Weltkongreß als ständige Institution zu schaffen sei. Eventuell soll die Genfer Konferenz die Einberufung des ersten Jüdischen Weltkongresses vorbereiten. Der Weltkongreß soll eine organisierte jüdische Weltbewegung repräsentieren und dafür arbeiten, daß politische, wirtschaftliche und soziale Aenderungen Platz greifen, die dazu angetan sind, die Position der Juden in jenen Ländern, in denen Juden leben, zu stärken. Dabei soll auch der Aufbau des jüdischen Nationalheims in Palästina gefördert werden. Dreihundert Zertifikate für den Mittelstand ln einer Sitzung des Einwanderungs-Ausschusses der Jewish Agency wurde beschlossen, von den .1700 jetzt verfügbaren Einwanderungszertifikaten 3 00 Zertifikate für Mittelstandsangehörig e zu reservieren. Die flnsiedlung von Umbern in Rndi thöwarith Der High Commissioner für Palästina hat ein Komitee aus drei Persönlichkeiten ernannt, das sich mit dem Problem der Ansiedlung landloser AraberaufWadiChawarith-Bodenzu befassen haben wird. Dem Komitee gehören an der Landentwicklungsdirektor Lewis F r e n c h, das Mitglied der Exekutive der Jewish Agency Dr. Maurice ß. H e x t e r, und Abdullah S a m a r a, der die Araber der Wadi Chawarith-Gegend vertritt. Bekanntlich hat die Palästina-Regierung einen Teil des dem Keren Kajemeth gehörenden Wadi Chawarith-Bodens zur vorübergehenden Landansiedlung von Arabern dieser Gegend, die auf ihrem eigenen Sumpfboden nicht leben können, gepachtet. moslemischer Stnotenblocb? «Times» widmet dem Besuch des Königs Feisal von Irak in Teheran einen Leitartikel, worin darauf hingewiesen wird, daß sich in Vorderasien ein neuer Staatenblock aus den unabhängigen Staaten Türkei, Persien, Irak und Afghanistan bildet, dor politisch und wirtschaftlich von großer Bedeutung werden kann. Vom zionistischen Standpunkt ist, abgesehen von. dem politischen Gesichtspunkt der Entstehung eines großen islamischen Machtgebildes, auch noch ein Hinweis der «Times» interesssant, daß Persien gut täte, seine neue Eisenbahnlinie, die zum Kaspischen Meer führt, an die künftige Bahn Haifa-Bagdad anzuschließen, Voranzeige Massenmeeting Donnerstag, den 19. Mai, 8 Uhr abends, spricht im Saale des Hotels Continental, Wien, II., Taborstraße, das Mitglied dev Executive (LondonJ Bert Locher über „Oie gegenwärtige Lage im Zionismus** Herzl gegenüber — keine Schnldverjührang Von Senator Dr. Michael R i n g e 1 Als ich vor einigen Wochen mit noch drei Fretift. den die neuen Kolonien des Emek bereiste, da kam idi auch in das. bescheidene Schulgebäude von Kfaf Jecheskiel. Beim Verlassen einer der Klassen fiel mit! eine von einem Schüler mit der Hand gezeichnete Land* karte von Palästina, die an der Wand hing, auf — durch die Aufschrift, die sie trug: «Vision des Doktor Theodor Herzl». Und in ihr fand ich eingezeichnet, auf Grund von Herzls Altneuland, wie der prophetische Begründer des Zionismus sich das Land «am Ende dec Zeiten» vorstellte, wo das zionistische Ideal Wirklichkeit werden wird. Auf dem Wege nach Erez und während der ganzen Zeit, da ich das Land bereiste, von Dan bis Beer Schewah, von Norden nach Süden und von Westen nach Osten, unwillkürlich stand ich immer im Bann der Erinnerungen an Herzl und seinen Zukunftsroman Altneuland. Lebendig wurde in mir sein Bild, als ich im Garten des Erholungsheimes für die «Verwundeten der Arbeit» in Mozah die pietätvoll geschützten Reste der von den Türken barbarisch umgehauenen Zeder sah — (der Ort heißt jetzt «Arso», d. h. «seine Zeder»); — die er im Jahre 1898 pflanzte. Ich sah seine gigantische Vision aufsteigen, als ich das Brausen der Wassermassen in den Turbinen des Ruthenberg- Werkes hörte oder die Schönheit des von Herzl so geliebten Haifa bewunderte oder als ich sah, wie sich diese Schönheit hier in Tiberias und überall mit den Wundern der Technik vermählte, mit deren Fortschritten er immer seine großen Hoffnungen verband, als ich von der Höhe des Karmelberges bewundern konnte, wie das Meer, durch gewaltige Steinmassen gebändigt, mit jedem Tage mehr zu einem geschützten Hafen wird, der bald den Wettkampf aufnehmen wird mit den drei Rivalen: Alexandrien, Genua und Marseille. Ueberall wurde ich an die prophetischen Voraussagen Herzls vor dreißig Jahren erinnert, daß Palästina als der Knotenpunkt dreier Kontinente einen ungeahnten Aufschwung nehmen muß. Ich sah, wie das weltumspannende England auf Schritt und Tritt dies ACHTUNG BRUCHLEIDENDE! — Bruclibundugen nach Dr. Barrerc. Paris OHNE FEDER UND OHNE PELOTTEN hatten Alle Itrücho, auch die schwersten, vollkommen sicher zurück und befreien den Patienten sofort von seinen quälenden Schmerzen. .Jede Arbeitsleistung, jede sportliebe Betätigung dadurch ermöglicht. Kostenlose und unverbindliche Beratung durch den Fach. nion'i ioi Institut Bständig Wien« I« Teinfaltstraße nur Nr. 7 (beim Burgtheater) •. /u.i ehe IU K.iung Im-iv'hv: gegen Rückporto!

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