Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 225 (29.4.1932)
- Date
- 1932-04-29
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 10 OIE STIMME Nr. 225 — 29. Aorit 1932 Die Wirkung der Makkabiah auf die Jugend In Palästina Der Bürgermeister von Tel-Awiw, D i z e n g o f f, richtete ein Schreiben an den Präsidenten des Makkabi-Weltverbandes, Dr. Hermann L 11 e \v e r, in Berlin, in dem es u. a. heißt: Das Erscheinen des Wdt-Makkabi und sein Aufenthalt in unserer Mitte, seine Ordnung, seine Spiele, seine Gliederung und seine Aufzüge haben in unsere ganze Umgebung Leben und Bewegung, Stolz und Hoffnung, das Vertrauen auf die Kraft unseres Volkes und den Glauben an das Gelingen unseres Werkes hineingeiragen. Die Tage der eisten Makkabiah in Tel-Awiw haben einen mächtigen Eindruck auf unsere gesamte Jugend und alle diejenigen gemacht, die dereinst berufen sein werden, den Kampf für unser Volk und unsere Idee zu führen. In der Stunde, da wir uns von Ihnen trennen, kann ich ihnen versichern, daß Sie Gefühle der Brüderlichkeit und Liebe begleiten und die herzlichsten Wünsche, daß Ihr zu uns bald zur zweiten Makkabiah zurückkonmu n werdet. Wiw tswftaft ln Palästina dei zeit nur Kleinindustpie rentabel Von Alexander Marcus (Chicago). Ueber die Entwicklungsmöglichkeiten, über di« derzeitige Lage und über die wirtschaftlichen Verhältnisse von Palästina haben wir des öfteren Zionisten, Staatsmänner und Leute des öffentlichen Lebens ihre Meinung äußern gehört. Wenn wir nun die Ansicht eines amerikanischen Fabrikanten über Palästina zum Abdruck bringen, so geschieht dies deshalb, weil sie sehr interessant ist und ein klares, nüchternes und objektives Bild vom wirtschaftlichen Leben Palästinas widergibt. Mr. Alexander Marcus, der in Chicago eine Fabrik für elektrische Maschinen hat, sieht Palästina mit den Augen des Unternehmers, der sein Geld nutzbringend anlegen will. Palästina ist noch sehr jung. Bei einer Einwohnerzahl von nur einer Million Menschen ist natürlich der Absatz von Erzeugnissen nicht groß. Die in allen Ländern errichteten Zollschranken hindern wieder die Ausfuhr der Erzeugnisse. Aus diesem Grunde kann man derzeitinPalästinanurkieineFabriken bauen, weil man sich an die Aufnahmsfähigkeit des Marktes anpassen muß. Die vielen Engländer und Amerikaner, die mit Geld ins Land kommen, haben Ihr Kapital hauptsächlich in Orangenpflanzungen festgelegt. Es dauert zwar einige Jahre, bis dieses Kapital Nutzen bringt, doch «ind die palästinensischen Orangen eine Frucht, wie sie kein zweites Land auf der Welt aufzuweisen hat. Sie sind kernfrei und süß und werden höher eingeschätzt als die gleichen Früchte Kaliforniens. Tel-A wiw nimmt einen rapiden Aufschwung an. Es wird dort im Verhältnis viel mehr gebaut als in Chicago. Es gibt fast keine Gasse, wo nicht. Neubauten errichtet werden. In Hebron, wo nach dem Hinmorden der 122 Juden nur mehr Araber wohnen, ist man bemüht, die Juden zur Rückkehr zu bewegen. Seitdem die Juden diesen Ort verlassen haben, liegt der ganze Verkehr still, das Leben ruht vollkommen und die Araber haben keinen Verdienst. Ich habe, sagt Mister Marcus, Dörfer gesehen, wo die jüdischen Siedlungen nicht mehr als 400 Schritte von den arabischen entfernt sind. Und welch großer Unterschied! Während bei den Arabern Menschen und Tiere in einem Raume Zusammenleben, entsprechen die jüdischen Siedlungen «llen Anforderungen der modernen Hygiene. Und hiezu bemerkt noch die Frau des Mr. Marcus: Ich war lange Zeit Lehrerin in Amerika und ich muß sagen, daß speziell die Kinderpflege in Palästina volles Lob verdient. Es wird dort eine wunderschöne, starke Rasse großgezogen! Die Kinderheime und Kindergärten sind hochmodern und halten jeden Vergleich mit Amerika aus. Die landwirtschaftliche Schule «M i k w e Israel» ist mit dem Autobus in zehn Minuten von ‘Tel-Awiw aus zu erreichen und ich habe dort 2Ö0 prächtige Jungen gesehen, die von amerikanischen Lehrern und Professoren in den neuesten Pflanzungsmethoden unterrichtet werden. Mr. Marcus versichert noch, daß er in Amerika mit ruh’gem Gewissen für dieses schöne Land Propaganda machen wird, uni den «Keren Hajessod», der für die Bearbeitung des Bodens die modernen Hilfsmittel (Traktoren, elektrische Maschinen usw.) zur Verfügung stellt, in seinen Bestrebungen zu unterstützen. D. Sch. Jüdische Leih* und Sparkasse in Berlin Am 18. April ist auf Initiative des Zcntralverbandcs ostjüdlschcr Organisationen Berlins und mit Unterstützung von 33 jüdischen Vereinen und Organisationen die Gründungs- und Generalversammlung der neu gegründeten Leih¬ und Sparkasse „Esra" auf genossenschaftlicher Basis ln Berlin zustande gekommen. Jedes Mitglied übernimmt mindestens einen Anteil von 25 Mark und haftet mit einem Betrage von 25 Mark. Die Kredite dieser Leih- und Sparkasse sollen durchschnittlich nicht höher als 200 bis 300 Mark, bis zur Höchstsumme von 500 Mark sein. Es soll versucht worden, gerade den kleinen Gewerbetreibenden und K&ufleut$n, für die oft ein Kredit von einigen hundert Mark entscheidend sein kann, für Ihr weiteres Fortkommen, diese Kreditmittel auf produktiver Basis zu beschaffen. Die Kredite sollen möglichst billig sein und sollen, da' die Rückzahlung sich auf einen gewissen Zeitraum erstrecken soll, keine zu schwere Belastung für den Kreditnehmer bedeuten. Andererseits wird tunlichst auf vollkommene Sicherung der erteilten Kredite gesorgt werden. Sprechsaal der Stimme Für die Mitteilungen, die in dieser Rubrik erscheinen, übernimmt die Redaktion keine Verantwortung. Kommunismus und Judenfrage Unter dieser Aufschrift wurde in einer zionistischen Zeitschrift eine Diskussion über den Blro-Bidschan-Plan der Sowjets eröffnet. Die Anregung, die öffentliche Jüdische Meinung mit diesem Projekt bekanntzumachen und vom zionistischen Standpunkte zu beleuchten, ist entschieden zu begrüßen, wenn auch mit der schroffen Ablehnung, wie sie sich der Autor des betreffenden Aufsatzes leistet, dem Judentum wenig gedient ist. Die Schafftlhg dlneS jüdischen Zentrums mit Jiddisch als offiziell anerkannter Umgangs¬ und Amtssprache muß gerechter weise als eine nationale Errungenschaft auch von zionistischer Seite gewertet werden. Ich teile nicht die Meinung des Autors, daß nur durch das Lesen von chassidischen Legenden oder ähnlicher Lektüre, nicht aber durch die Benützung der nationalen Sprache im Beruf und im Unterricht das nationale Selbstbewußtsein erhalten bleiben kann. Noch weniger kann eih die Renaissance des Judentums erstrebender Jude sich mit der Behauptung identifizieren, daß der Handels- und Vermittlerberuf, dem ein überwiegender Teil des jüdischen Volkes ungewollt in der Diaspora verfallen ist, ein das nationale Gefühl förderndes Element bilde und daß vielleicht in weiterer Folgerung des Gedankens des Autors der Handelsberuf als nationales Heiligtum zu deklarieren wäre. Möge der Autor die großen Massen unserer sogenannten Handelsleute in Polen und Rumänien genauer ansehen und er würde es nicht wagen, den Versuch, solche Juden einem produktiven Beruf zuzuführen — von welcher Seite immer er auch unternommen wird — eine Deklassierung zu nennen. Die Deklassierung der Jüdischen Masse erfolgt auch dort, wo sie vom Staat nicht forciert wird. Die Maschine verdrängt das Handwerk, die Trusts und Konzerne den Kleinhandel. Wir können diese moderne Entwicklung der Wirtschaft nicht äufhalten, auch wenn wir es wollten, wir müssen vielmehr mit dieser Tatsache uns abfinden und eine planmäßige Umschichtung unseres Volkes überall ln Angriff nehmen und die Unterstützung der betreffenden Regierungen fordern. Nur auf diese Welse worden wir es verhindern können, daß unsere Jugend, die im Jetzigen Moment der vollständigen Verzweiflung nahe ist, massenweise der kommunistischen Partei zuläufL Wir wollen die Erneuerung des Jüdischen Volkes, vor allem ln Palästina, sehen aber nicht ein, warum wir einem Projekt der Schaffung eines nationalen Zentrums in einem Lande der Diaspora für Juden, die heute und auch ln den nächsten Jahren nach Palästina cinzuwandern nicht die Möglichkeit haben, feindlich gegenüberstehen sollen. Isidor Igra. Mitteilungen des Keren Kajemeth Wien, I., Kärntnerstraße 28. Tel. R 27-3-20. Postsparkassenkonto A 100.208. Mörz- April-Büchsenleerung. Der Büchsenausweis erscheint in der Woche, in welcher der normale Spendenausweis nioht erscheint. Er umfaßt Beträge, welche die Jugendgruppen und sonstigen freiwilligen Mitarbeiter in der Ausweisperiode an den Keren Kajemeth abgeführt und verrechnet haben. Mankä Spigel 4.32, Josef Benedikt 4.—, Dr. Fritz Hafner 5.65; Dr. Josef Berger 5.—; Heinrich Wald’baum 6.—. II. Bezirk: Judith Singer 3.—; Mendel Scharfstein 3.30; Schlüssel 3.—; Jakob Udelsmann 3.42; Pinfäs Czaczkas 4.—; Chaim Jägerndorf 5.50; Gerson Wittlin 4.—; Siegmund Schindler 3.—; Friedmann 8.—; Josef Diamant 3.—; Regine Mayer 3.10. III. Bezirk: Nachstehende Herren, und zwar M. D. Schlesinger, Leblang, Feiler, S. Kaufmann, Perez, Rittermann, Schindler, Tuchmann, Buchhalter, Arthur Kampf, Isidor Kampf, Rosenblatt, Bruno Rabinowitz haben S 50.— zur Entschädigung des Keren Kajemeth für die im Bethause Hetzgasse 40 abhanden gekommene Büchse des K. K. L. beigetragen. IV. Bezirk: N. Staub 18.22. VI. Bezirk: Dr. Max Bernhardt 3.—. VII. Bezirk: Dr. Anton Seidl 5.92; Erna Eisenberg 5.37; Dr. Paul Gehibard 3.—. IX. Bezirk: Moritz Bloch 5.60; Rosa Herzfeld 3.74. XVL Bezirk: Ella Hahn 5.—; Hermann Fleischmann 4.2(L Rosa Last 3.—; Johanna Rintel 5.—. ®XVII. Bezirk: Karl Felberbaüm 5.—; Klinger 3.20. XX. Bezirk: Chaim Beer Mayer 3.—; Israel Bauer 3.-—. Graz: S 205.24; Benedift Gottfried 14.24, Ing. Jonas Landau 10.70, Max Brecher 9.08, Karl Schwarz 5.20, Richard Schön 5.—, Ludwig Kohn 7.—, Isidor Gelbard 4.55, Doktqr I. Bezirk: Dr. Alfred Vogel 5.—; Dr. Israel Waldmann 3,77, Emil Lichtenstein 335, Wilhelm Spielmann 3.29, Samuel Burstyn 3.01, Sabine Barta 3.—, Marie Braun 3.—, Rosa Wurmfeld 3.—, Michael Landau 3.—, Elias Grünschlag 3.— Diverse 115.73. Klagenfurt: S 59.85 (ohne Spezifikation). ' * Krems: Ungenannt 20.—; , Mattersburg: S 25.50: Emerich Moses 6.—, Dr. Josef Neuberger 5.—, Eihen Molnar 5.—, Max Schischa 4.—, S. Schön 3.50, Diverse 2.-1-. Salzburg: S 179.73: Heinrich Atiinger 5.—, Dir. Bondy 3.—, Ludwig Fischer 5.—, Stella Grindlinger 3.50, Wwe. Mor. Klein 3.—, Hugo Klein 3.—, Julius Klüger 3.17, Rudolf Löwy 5.—, Otto Löwy 5.—, Ludwig Löwy 5.—, Oswald Löwy 6.20, Rabb. Dr. Margules 3.60, Julius Neuwirt 4.10, Robert und Richard Ornstein 3.50, Rudolf Ornstein 27.—r, Ludwig Pollak 7.96, Emanuel Rosenberg 15.58, Dr. Paul Schwarz 20.—, Walter Schwarz 20.—, S. L. Schwarz 7.20, Josef Schönhorn 5.—, Max Sonn 5.42, Hans Smetana 6.—, Diverse 7.50. Nachtrag Jänner-Leerung. VI. Bezirk: Dr. Morgenstern 5.—; Heinrich Eisner 3.24. Amtliche Verlautbarungen der Israelitischen Kultus* gemeinde Wien Jugendgottesdienst. Samstag, den 80. April, findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die Israelitische Schuljugend in den Gemeinden und Bezirkssynagogon statt. B □ E E B B E B E E E E E E E E B E E E E E Lebensversicherungs- Gesellschaft GEGRÜNDET PHONIX IM JAHRE 1889 Versichei ungtibestand pei Kiide Juni 1930.2fi6Ü Millionen Schilling Gaihnt• hiimtte. pei Kinls 1929 .. 878 Millionen Schilling Prämien' und '/.inneiiHinnanriien im Jahre 1929 .......!LU Millionen Schilling Auszahlungen an die Versicherten im Jahre 1929 . 35*/, Millionen Schilling Tfttijfkfotsut.ti #*> dei tiese mtihM E ■ ■ E E E B E E E E E E E E E E E E E E B E E E F u, ■ - '.rTi'-riiTirrirnminmnn'Timmmivrvr'TimmminmfVirnr' OeMetin cti. Ueuthches Reich. Tschechoslowakische Republik, Belgien. Holland Krankreich. Spanien. Italien. Ungarn. Polen. Jugoslawien. Bulgarien. Griechenland. Rumänien. Palästina. Syrien, Türkei. Aegypten. Die Geaellschali wchlieUt -40 billigen l’rftimen und günstigen Bedingungen Kapitals’ und KentenveiKicheiuiigen iedei Am ab NeneineeMihrt: Kl* DER-VERSORGUNGS-VERSICHERUNG (Auszahlung eines Kapitals hei Verheiratung. Stmlienheitrag. Rückerstattung der elngezahiten Prämien hei Ableben des Kindes) Invalub int uveiuiclier «me (/.aniung emei Keule bei Rintritt der Riwerbsunlähi^keit und Auszahlung des vetBicheiten Kapitals nach reijährigei Dauer dei Invalidität) Austritte aus dem Judentum Stern Anna, 21. August 1909, XIV., Tlcfenbachgasso 9. — Breitenfeld Marie, 1. Februar 1905, XIII., Hletztnger Hauptstraße 107. — Agid Reglne, 3. August 1910, I., Wlpplingerstraße 11. — Beer Marianne, 3. Juni 1918, IV., Freundgasse Nr. 10. — Bloch Margit, 13. Dezember 1909, XII., Schönbrunnerntraße 282. — Deutsoh Josef ine, geb. Holkub. 11. April 1891, XX., Denisgasse 39. — Lewald Fanny, geh, Blach, 18. September 1874, XIX., Döblinger Hauptstraße 18a. — Lichtenatein Rudolf, 13. Mai 1886, VIEL, Bennogasse 14a. Jüdisdket Ratender mr.-- - ■ ->•**■ April-Mai 1932 einwejuag.ni Nissan 5692 29 Freitag Sabb. Eingang i Uhr 30 Sams’ag A . Sabb *uag n* WoehanabaohnHl Acur 1 1 Sonntag 25a 2 Montag 2«a. 3 D ens ag 27a 4 Mittwoch 28a 3 «Donnerstag 29a , feigeiituniei, Verleger und Herau&gebei: £n»nisiisUiei i amlesv« iimiul lur uesieoeiüi. W ien, t., MnnucrsiuiBi Ni IH Finkelstein, Wien, 1.. Kärtnerstraße Ni. 2& ~ Druck: «luva», Wien, VII., Lerclientelderatraße Ni. i. Verantwortliche! Redakteur: Di. Siguiuud