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Die Stimme · 1932-04-14 · Heft 223 (14.4.1932) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 223 (14.4.1932)
Date
1932-04-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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V. b. b. BEZUGS¬ BEDINGUNGEN Oesterreich monatlich S I SO, vierteljährl. S 4*20, ganx jährl. . . . F 16 — E )eut schld viertel lMhrl.. . . RM V— Tachec hoeloviakei viertel) . Kc 24 — lUKOtlawieo viertel jährl. . I 40 — Po er vierte IjMhr lieh . Zloty 6 SO Ungarn vierteljiihr lieh . . Pengö 4 20 Rtimlnten viertel fahrt.. I.ei 120 — Uebrige» Ausland Vierteljahr!. Schw Franker 4 SO Jüdisdke Zeitung 5« Jahrgang Wien, Donnerstag, 14. April 1932 (8. Nissan Palästinas grandiose Wivischafisschau Eröffnung dev Levanie-Messe Messe in Tei-Aviv - Fahnen von M Ländern Uber der Haupt-Messehalle - Neun Regierungen offiziell veviveien Am 7. April wurde in Tel - Aviv die »Leva fite Messe 1932», die fünfte Ausstellung und Messe der Produktion Palästinas und des Nahen Ostens, durch den High Commissioner für Palästina, General Sir Arthur Wauchope, der das Protektorat über die Messe übernommen hat, eröffnet Unter den 2000 geladenen Gästen, die sich aus allen Teilen Palästinas, aus den Nachbarländern und dem ferneren Ausland in der Haupt-Messehalle eingefunden hatten, befanden sich sämtliche Leiter der Regierungsdepartements, die Konsuln der fremden Machte, Vertreter der großen jüdischon Organisationen und Institutionen, Vertreter auswärtiger Handelsorganisationen und Abordnungen verschiedener Auslandsregierungen. Die Versammlung festlich gekleideter Menschen bot ein imposantes Bild. Ueber 'der Haupt-Messehalle wehten die Fahnen von 24 Ländern. Wie offiziell, bekannt gegeben wird, sind die folgenden neun Regierungen auf der Messe vertreten und haben auch ihre Vertreter zur Eröffnungsfeier entsandt: Palästina, England, Aegypten, Schweiz, Rußland, Cypern, Rumänien, Bulgarien, Lettland. Besonders stark ist die britische Industrie vortreten. Die erste intErnationale Palästina- Messe Der Bürgermeister von Tel-Aviv, Mayer Dizengoff, begrüßte die Gäste im Namen der Stadt. Er erklär le, diese Messeseiinter national, während die früheren Messen in Tel-Aviv rein palästinensisch waren. Während die vorangegangene Messe 609 Aussteller zählte, sind auf der Levante-Messe mehr als 1200 Aussteller aus 24 Ländern zu verzeichnen. Nach Dizengoff sprach General Sir Arthur Wauchope. Ich habe, sagte er, die Feststellung gemacht, daß die Messe eine grandiose Schau ausgezeichneter lokaler und auswärtiger Erzeugnisse bietet. Die Messe ist ein »')!». ■[ . •«smsssm^mmssessssBSBsaßmm^swssBBBSBssss Der Ba four-ftflld mit 300.000 Bäumen fertig gepilonzt High Commissioner General Sir Arthur Wauchope hat am 5. April in feierlicher Zeremonie den letzten Baum in dem auf Boden des Keren Kajemeth angelegten, jetzt aus 300.000 Bäumen bestehenden Balfour-Wald gepflanzt. Der Wald wurde im Jahre 1928 durch den damaligen High Commissioner Feldmarschall Lord Plumer durch Pflanzung des ersten Baumes eingeweiht. In der Nachbarschaft des Baifour- Waldes wird demnächst mit der von den amerikanischen Zionisten beschlossenen und vom Präsidenten der Vereinigten Staaten Herbert Hoover gebilligten Pflanzung eines Washington-Waldes aus Anlaß des 200. Geburtstages des Begründers der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten, George Washington, begonnen werden. /// KAISER STR. 123 Alserstr. 6 S 15 - S 20-S 28 weiteres Beispiel der Energie und des Fleißes der Bevölkerung von Tel-Aviv, ein Beispiel, das die Bürgschaft für noch größere Leistungen in der Zukunft bietet. Die Stadt Tel-Aviv hat alles Recht, auf diese Levante-Messe stolz zu sein. Aber die Messe erfüllt außer dem unmittelbaren Zweck der Belebung von Produktion und Handel auch noch einen weiteren Zweck: sie zeigt die Möglichkeiten und Gelegenheiten für die zukünftige Entwicklung von Handel, Industrie und Landwirtschaft in Palästina auf. Das.britische Militärorchester spielt die Hatikwah Das Orchester des britischen Militärs in Palästina spielte die englische Hymne und die «Hatikwah». Nachdem die Eröffnungszeremonie in der Haupt- Messehalle beendet war, eröffnete Bürgermeister Dizengoff bei Anwesenheit feines tausendköpfigen Publikums die Radiostation von Tel-Aviv, die erste hebräische Funkstation. Er wies in seiner Ansprache auf den organischen Zusammenhang von Makkabiah, Levante- Messe und grandioser Purim-Feier als den Ausdrucksmitteln der großen jüdischen Stadt Tel-Aviv hin und sagte, diese drei Lebensäußerungen Tel-Avivs beweisen, daß das Judentum Palästinas über zahlreiche junge schöpferische Kräfte verfügt, die nur strenger zusammengefaßt und weitblickend geleitet werden müssen. Tel-Aviv werde nicht allein das Zentrum der Palästina-Judenheit, es werde Tel-Aviv das Zentrum der Gesamtjudenheit werden. Dizengoff richtete an alle auswärtigen jüdischen Gäste das Ersuchen, der Judenheit in der Galuth den Gruß und den Dank der Palästina-Judenheit zu übermitteln und auch dem Glück der palästinensischen Juden Ausdruck zu verleihen, denen es gegeben ist, im Lande der Väter zu weilen, und das Jüdische Nationalhelm aufzubauen. Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen in Palästina Der Kommandant der palästinensischen Polizei, Spieer, empfing den Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur und teilte ihm mit, daß seitens der Palästina-Polizei alle Vorsichtsmaßnahmen zur Verhütung jeder Art von Unruhestörung ergriffen worden sind. Er verstehe, daß im Hinblick auf das in diesem Jahre zu verzeichnende Zusammenfallen der Hauptprozession des Nebi-Mousa- Festes der Moslems mit dem Pessach-Fest der Juden in der Oeffentlichkeit eine gewisse Besorgnis besteht; er halte aber angesichts der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen diese Besorgnis für wenig begründet. Weizmann in Südafrika erkrankt An Fleischvergiftung nach einem Bankett In Durban (Natal), in Südafrika, wurde zu Ehren Weizmanns ein Bankett gegeben. Nach dem Bankett erkrankten Weizmann und dreissig Teilnehmer an Fleischvergiftung. Nähere Mitteilungen fehlen zurzeit noch. Preis 351 Erscheint Jeden B h* Donnerst« % £ B € h- Redaktion O und Adminlstrstii J'1 Wien, L Kirnt«« rr ’Jl strs&e 28 P: Tel. R-27 4-86 p: , c* Postsparkasat: Ul konti: 1 Oesterr. D 1IJ.5* Polen . . . WI R Tschechoslowakei . 500.2: Jugoelawien 40.8“ 5692) Nummer 22S Zionisten! In einer für die Welt und für unser Volk schicksalsschweren Zeit wenden wir uns an Euch mit der Aufforderung, wie alljährlich, Euer Bekenntnis de< Treue zu Eurem Ideal, dem Zionismus, zu erneuern. In tragischer Weise macht sich in diesem Moment einer Weltkrise die abnormale Lage des jüdischen Volkes bemerkbar. In viel höherem Maße als die Wirts* Völker sind die Juden infolge ihrer spezifischen Wirtschaftsposition von der Katastrophe, die die Weit erfaßt hat, betroffen. Von der elementaren Entwurzelung über die bewußte Verdrängung führt der Weg je nach der Gesittung der Völker bis zu einer rücksichtslosen, haßerfüllten Bekämpfung, ja zu Angriffen auf . dis Rechte, die Ehre, das Leben der jüdischen Bevölkerung. Hand in Hand damit geht ein Prozeß der Entjudung vor sich — der teils unbewußte, teils bewußte und oft idealistisch verbrämte Drang zur Assimilation,.das freiwillige Erstreben des Volksunterganges. Aus dieser gefahrvollen und entwürdigenden Situation, aus der ewigen Not der Juden und des Judentums, deren. Formen sich ändern, deren Wesen aber unabänderlich bleibt, gibt es nur einen Ausweg — den Zionismus. Vor einem halben Jahrhundert schon habM die Vorläufer des heutigen Zionismus, die Chowewe Zion, in einer der heutigen sehr ähnlichen Situation dem jüdischen Volke den Weg zur Rettung gewfo» sen: Nationale Besinnung, Selbst« hllfe, RegeneratlonundProduktfvierung des Volkes durch den Aufbau der nationalen Heimstätte in Erez Israel. Nur so kann unser Volk in die Lage versetzt werden, ein freies, schöpferisches Leben zu führen und mit allen Völkern, als ein ihnen gleichwertiger Faktor an der Erreichung höchster Ideale der Menschheit mitzuwirken. Der von Theodor Herzl begründete politische Zionismus hat diese Ideen vertieft und ausgebaut und für deren Verwirklichung ein machtvolles Instrument geschaffen! die Zionistische Organisation. Der Zionismus hat dem jüdischen Volke sein geschichtliches Ideal, seinen Lebensgiauben wiedergeschenkt, er hat in Palästina den Grundstein für ein Gemeinwesen gelegt, auf das jeder Jude mit Liebe, Stolz und Hoffnung blicken, und dem auch die große nichtjüdische Welt die höchste Achtung nicht versagen kann. Dieses Werk in Palästina allen Stürmen Trotz zu erhalten, zu festigen und in stetiger, zäher Arbeit zu erweitern, ist die höchste Aufgabe der Zionisten in der ganzen Weit. Unermüdliche Arbeit für die Aufbaufonds, dauernde Sorge für die Erweiterung unseres Bodenbesitzes, für die Deckung unseres Aufbaubudgets, für unaufhörliche clialuzische und Volkseinwanderung muß Hand ln Hand gehen mit einer plan- und umsichtsvollen politischen Aktivität zur Verteidigung und Stärkung der im Mandat tundierten politischen Grundlagen unseres Werkes. Und die w esentlichste Voraussetzung für das Gelingen all dieser weitverzweigten Anstrengungenlsteinestarkezlonistische Organisation. Denn nur eine immer wachsende, Massen des Volkes und der Jugend in ihren Bann ziehende Organisation kann die Autorität, die moraliscl#, politische und materielle Kraft besitzen, alle Schwierigkeiten des Moments zu überwinden und das Werk des Aufbaues vorwärts zu führen. MM! nir nomsiin in Altes Rathaus Cafötier Leo Löwy Größere und kleine Klublokale I. .24, TBI. U-274-84, U-26'274 C56B

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