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Die Stimme · 1932-03-24 · Heft 220 (24.3.1932) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 220 (24.3.1932)
Date
1932-03-24
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite * DIE STIMME Nr. 220 — 24. Min 1932 TFT Zlonistisdies Leben in Wien i ✓ ■f I v 4 i f; jubitäumsmeeiing aller zionistischen Föderationen und Sondevvevbände Am Donnerstag, den 17. März, fand im Bayrischen Hof die Jubiiäumsversammlung aller zionistischen Föderationen und Sonderverbünde statt. Sie wurde vom Präsidenten des Keren Kajemeth, Gg. Adolf Böhm, eröffnet, der folgendes ausführte: Zionismus sei Bruch mit der Galuth. Es sei erhebend und für den Keren Kajemeth ehrend, daß sich zu seiner Feier alle zionistischen Gruppen eingefunden haben. Der Keren Kajemeth eint Volk und Land und innerhalb des Volkes die verschiedenen Parteien. Der Keren Kajemeth sei der Altneufonds — er verbindet die biblische Vergangenheit mit der modernen Bodenreform. Med.-Rat Dr. Schnierer spricht als einer der wenigen Ueberlebenden aus der kleinen Schar, welche an der Wiege der zionistischen Bewegung gestanden sind. Der Zionismus sei so alt wie die Galuth. Dieser Kreis habe aufbauende Arbeit geleistet und es zustande gebracht, daß Theodor Herzl nicht bloß der Architekt seines Planes blieb, sondern auch Baumeister des projektierten Werkes wurde. Die Kadimah habe die zionistische Ideologie so verkündet, wie sie noch heute in voller Geltung sei. Herzl habe auch die Instrumente der zionistischen Bewegung geschaffen, von denen der Keren Kajemeth zu den wichtigsten gehöre. Der Redner gedenkt der unvergänglichen Verdienste Johann Kremenezkys, der gerade heute seine dritte Palä- KLUB DER PALÄSTINENSER Samstag, den 26. März 1932 findet um 19 Uhr im Klubsaal des Heimes I., Jordangasse 7, ein NescheS'Amanuti mit folgendem Programm statt: 1. Eröffnung, Chawer Dubi 2. Chawera Burstein, Klaviervorträge 3. Palästinenser Tänze, Frln. Gertrud Kraus 4 Hebräische Lieder und Gesänge, Chawer H. Hornsteiner 5. Vorlesung (J. Ehrenstein)? 6. Geige, Solo, Chawer J. Klarmann Uffr machen darauf aulmerKsam, flaa wir punHt 19 Uhr haginnao stinareise an getreten habe, sowie Adolf Böhms, des unermüdlichen Theoretikers und zionistischen Praktikers. Dr. Isidor Schalit, der Mitarbeiter Theodor Herzls, zieht die Bilanz seines bisherigen zionistischen Lebens. Er sei unentwegter Optimist und fühle das Bedürfnis, zur Jugend zu sprechen. Unsere chaluzische Jugend sei nach Palästina nicht aus ökonomischer Not gezogen, sondern einzig und allein getragen von dem Gedanken, eine Heimstätte in friedlicher Arbeit aufzubauen. Unser Nationalismus sei auf Liebe und nicht auf Haß gegründet. Wird aus der Vereinigung von Volk und Land wieder ein Segen für die ganze Welt entstehen, wie einst? Die Antwort liegt bei der jüdischen Jugend. Sie kann aber nach ihren bisherigen Leistungen nur hoffnungsvoll bejaht werden. Gg. Löbl Taubes: Wir Zionisten wiederholen immer unsere Argumente, und zwar immer die gleichen, denn wir vertreten nur eine Wahrheit. Das jüdische Volk befindet sich in der Lage des entthronten Königs Saloinon, der nach der Sage, von allen verkannt und unerkannt, stets wiederholte :«Ich bin Salomon», denn er wußte ja, daß er Salomon sei. Herr Taubes bringt schließlich ungemein interessante Erinnerungen aus der ersten Zeit des Keren Kajemeth-Arbeit in Galizien vor. Nach der Rede des Gg. Taubes verfügt der Vorsitzende eine Pause, während der der Jugendbund «Gordonia», der an diesem Abend für die Ordnung sorgte und die Keren Kajemeth- Sammlung über hatte, diese durchführte. Nach der Pause sprach Gg. Dr. Oskar Grünbaum: Millionen von Juden wären heute glücklich, den Weg von Biluim zu gehen. Was sagt uns der fünf* zigjährige Zionismus? Wir sind ins Land ohne Recht gekommen und haben große Aufbauarbeit geleistet. Erfüllen wir heute unsere Pflicht? Der Keren Kajemeth darf mit Recht dem jüdischen Volke seine Rechnung präsentieren. Oberbaurat Stricker: Die größte finanzielle Schöpfung Herzls war der Keren Kajemeth. Er wurde eine wahre Volksinstitution. Darum Anläßlich der Verlobung des Herr Theodor Goldstein mit Fräulein Steffi Austern ein herzliches Maseltow Dunek Schmid stützen und fördern ihn alle zionistischen Gruppen. Man muß jedoch daran denken, daß dieser Volksfonds jetzt schwer gefährdet ist. Wo soll ein Jude arbeiten können, wenn nicht auf Keren Kajemeth-Boden. Wir wollen schwören, für den Keren Kajemeth zu arbeiten, aber auch ihn zu schützen. Saul Weinreb: Palästina wird nur so weit jüdisch sein, als es durch jüdische Arbeit erstehen wird. Nur auf Keren Kajemeth-Boden ist diese Bedingung erfüllbar. Frau Dr. Rappaport-Lichtenstein: Die Frauen separieren sich nicht von der übrigen Bewegung; sie haben sich bloß ein eigenes Arbeitsgebiet gewählt, welches den Zweck hat, die jüdische Frau umzuschichten und sie zu befähigen, an dem Umbau des jüdischen Lebens mitzuwirken. Daher natürlicherweise der Kontakt zwischen der zionistischen Frau und dem Keren Kajemeth. Herr Adolf Böhm spricht die Hoffnung aus, daß alle zionistischen Gruppen sich nicht bloß in der Arbeit des Keren Kajemeth vereinigen mögen, sondern daß die zionistische Einheitsfront wieder geschaffen werde, um in dieser schweren Zeit das verantwortungsvolle zionistische Werk zu erfüllen. Herr Dr. Chalm Tartakower bezeichnet dies als symbolischen Akt, daß der erste Organisator des Keren Kajemeth, Gg. Johann Kremenezky gerade am heutigen Abend trotz seines hohen Alters seine dritte Palästina-Reise angetreten habe und beantragt folgende Resolutionen: 1. Das heute versammelte Meeting aller zionistischen Gruppen dankt Johann Kremenezky, dem ersten Organisator des Keren Kajemeth für sein historisches Werk und begrüßt ihn anläßlich seiner dritten Palästina-Reise. 2. Das heutige Meeting dankt Ussischkin, dem Bilui, dem Organisator des produktiven Jischuw, dem Erwerber des Emek, der Haifa-Bey und Saron- Ebene als Personifikation des Keren Kajemeth unserer Tage. Diese Resolutionen werden einstimmig beschlossen. Mit der «Hatikwah» schloß diese würdevolle Kundgebung. Jubiläumsfeier der zionistischen Mandatare Am Dienstag, den 15. März, veranstaltete der Klub der zionistischen Mandatare sowie die Delegierten der Bezirkssektionen im Saale Eschenbachgasse 11 ihre Jubiläumsfeier. Der Vorsitzende, Gg. Dr. D e s i d e «r Fr i e d m a n n, erinn-Kf an den ursprünglichen Gegensatz zwischen praktischer Arbeit und Politik, welcher in unserer Zeit einer Synthese zwischen beiden Platz machte. Taten wirken auf Politik ein, aber die Politik allein beeinflußt dit Taten in nur geiingem Maße. Heute habe man sich versammelt, um den Keren Kajemeth, der Herzenssache der Juden sei, zu feiern. Gg. Adolf Böhm führte aus: In unserer Zeit spreche man von einer Dauerrevolution, der Zionismus sei eine solche, aber eine schöpferische. Der Keren Kajemeth sei so alt wie der Zionismus. Prof. S'-hapira hat schon im Jahre 1884 auf Sei HftOnm urtbgersfranttjeiten, 33ru[t-imbSunßeitlet* bett, ©frofulofe unb 9tad)itiS, ©djtlbbrüfeuüergrö&enmg unb ftropfbitbung ift bie Siegelung ber ©armiätigfeit burd) brauch bc$ natürlichen „8rauä*3ofcr*93ittcrtt>nffer3 toon grofeer 5Eßichtifltcit. 3n allen Slpothefen erhältlich. der Kattowitzer Konferenz die Schaffung des Keren Kajemeth vorgeschlagen. Es sei genau zu unterscheiden zwischen privatem Eigentum und privater Initiative. Der Keren Kajemeth gehe jetzt an die Mittelstandskolonisation heran, welche die Privatinitiative mit dem Keren Kajemeth verbinden soll. Der Keren Kajemeth schafft nicht bloß Bedingungen, sondern auch Dinge. Gg. Dr. L ö w e n h e r z meint, er sei kein Freund der Jubiläen, aber das Jubiläum, das jetzt gefeiert werde, sei geradezu nationale Pflicht Gg. Saul Weinreb bespricht die Methoden der im Gange befindlichen Jubiläumsaktion, welche von den zion. Mandataren im Zusammenhänge mit der Ehrung der Herren Dr. Löwenherz und Dr. Grünbaum durchgeführt werden würde. Gg. Dr. Oskar Grünbaum weist darauf hin, daß der Keren Kajemeth uns daran erinnere, daß das jüdische Volk zu seinem Ursprünge, und zwar zur Urproduktion zurückzukehren habe. Gg. Simon Picker teilt mit, welche Personen bereits im Zusammenhänge mit der Jubiiäumsaktion Selbstkontingente übernommen, resp. durchgeführt haben. Ein gewähltes Komitee der Mandatare hat es übernommen, die Jubiläumsaktion energisch durchzuführen. IfubllSumsveranstaltufig der gesammfen jüdischen Jugend zugunsten des Keren Kajemeih An dieser Veranstaltung beteiligten sich aHe Jugendgruppen ohne Rücksicht auf die ideologische Einstellung und man muß mit Genugtuung feststelten, daß sie gtänzend gelungen ist. Insbesondere wären hervorzuheben die Stabübungen der Bünde «Zirenu» und das meisterhaft zusamoiengespielte Orchester dieser Jugendgruppe. Auch der Chor der revisionistisch-zionistischen Jugend ragte weit über das Mittelmaß hinaus. Die Schüler des Chajes-Reatgymnasiums führten einen Einakter «Jaza w’chasar» von Schalom Asch auf und wiesen starke schauspielerische Talente auf. Der Haschomer Hazair, der sich mit einer Spieluhr produzierte, der «Brith Trumpeldoo mit seinem Mandolinenorchester und die «Gordonia» mit dem Sprechchor «Die Toten der Wüste» holten sich einen starken Applaus des äußerst interessiert lauschenden Publikums. Erwähnenswert ist schließlich die Tanz.'Hustration zu einem Volksgedicht Bialiks, welches vom Jugendbund «Haschomer Hazair» dargeboten wurde und das Lagerfeuer des «Haschomer Hadati», welches die Feier stimmungsvoll abschloß. Großer zionistischer Bali „Purimnacht in Tel-Aviv“ Samstag, den 19. März, fand in den Sofiensälen der vom Zionistischen Landeskomitee und dem Verein Chajes-Realgymnasium veranstaltete Purimball unter sehr starker Beteiligung der zionistischen Bevölkerung Jüdische Künstlerspiele, Theater Reklame II., Praterstraße Nr. 34, Telephon-Nummer R 40-0-94 Ostersonntag, den 27. März, um 3-30 Uhr nachmittags Sonder-Vorstellung zu Ehren Jonas Reißmann EIKALE NASIK von Dr. Schumer unter uneigennütziger Mitwirkung Paul Baratoffs-Ben Zwi und des gesamten Ensembles Wiens statt. Der prächtig geschmückte Ballsaal war dicht gefüllt. Mindestens zweitausend Menschen erfreuten sich am Tanz. Lebhaftes Aufsehen erregte die prächtige Saaldekoration. Die Stirnseite des Saales war von einem riesigen Gemälde bedeckt, das den Rothschild-Boulevard in Tel-Aviv darstellte. Das Bild stammte von den Malern Szökely, Popper, Goldberg und Fräulein Nina Horowitz. Eine Tombola mit vielen Gewinnen trug viel zum finanziellen Gelingen dieses Abends bei. Das Tanzarrangement lag in den Händen des Ballettmeisters Erdstein. Das gesamte künstlerische Arrangement des Festzuges und der Dekorationen lag in den bewährten Händen unseres Gesinnungsgenossen Meister Wilhelm Wachtel, dem die Herren Moritz Teich und Dr. Pais zur Seite standen. Den Clou des Abends bildete der Festzug, der von Mutter Rahel, geführt von Jakob (Frau Steffi Diamant und Herr Lazar Seidmann) eröffnet wurde. Als zweite Gruppe folgten die Figuren aus der Megillah, u. zw.: Ahaschverosch (Herr Irom), Esther (Fräulein Bella Trachtenberg), Waschti (Fräulein Martha Kempner), Mordechai (Herr Engel), Haman (Herr Fischer). Als dritte Gruppe folgten lebende Nationalfondsbüchsen in geschmackvollen Kostümen (Mitglieder der Mädchenvereinigung «Mirjam»). Dann folgten die Chassidim mit dem Rebbe (Herr Schwager). Aus dieser gelungenen Gruppe seien besonders hervorgehoben Herr Moriz Teich als chassidischer Bräutigam, Fräulein Horowitz als chassidische Braut und Fräulein Mela Pollak als Rebezzin. Die Sängerin Dulitzkaja als Chasen erweckte großen Applaus mit dem Liede «Unser Rebenju». Lebhaften Beifall fand eine fünfte Gruppe: Chaluzim und Chaluzoth unter Führung des palästinensischen Sängers Kribus, die eine Hora sangen und tanzten. Als sechste Gruppe folgte eine Turnerriege des Makkabi IX, die unter großem Beifall der Gäste akrobatische Turnübungen mit größter Exaktheit ausführten. Unter den kostümierten Einzelpersonen sind besonders gelungen: Frau Dr. Tartakower als Fellachin, Prof. Kellnerlehre sacht 18 jähriger jüdischer Bursche aus anständiger Familie, in jüdischem Cafö oder Restaurant in Wien oder Landeshauptstadt, mit voller Verpflegung. Unter „Großes Interesse" an die Adm, i

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