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Die Stimme · 1932-03-17 · Heft 219 (17.3.1932) · page 12

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 219 (17.3.1932)
Date
1932-03-17
Page
– (sequence 12)
Language
German
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DIE STIMME Nr. 219 — 17. März 1932 i> Obernahimanzeiqc! p. t. März 1932. Die Gefertigten haben am heutigen Tage das Cafe „Autiarfeithor, II, Unf. Auaarfenstr.46 übernommen und bieten ib:en Gästen: I. ln stattlicher Zahl die Tagesze:tungen und Abendblattter aller Parteirichtungen; 1\ die neuesten ilhistiurten Zeitschriften, Witzbäber, Kunstzeitschriften und wissenschaftliche Blätter; t. das qualitativ Beste, was ein Kaffeehnusbetrieb im Rahmen des Umfanges seiner Konzession an Kaffee, Speisen und Erfrischungen verabreich.n darf; 4. Gelegenhet zur Zerstreuung beim Spielen von S c h a c h, Domino, Billard sowie aller erlaubten Kartenspiele; ' aufmerksamsteBedienung; al’es in gut temperierten, stets gelüfteten und peinlichst sauber gehaltenen Räumen. Die Preise sind mäßig und der Wirtschaftslage angepaßt, um unser Kaffeehaus zu einer Stätte natürlicher Wiener Behaglichkeit im besten S nne des Wortes zu gestalten. Wir wollen bei der weiteren allmählichen Ausgestaltung unseres Betriebes nichts unterlassen, was zum Wohluhlen unserer Gäste und deren dauernde Bindung an unser Kaffeehaus beitragen kann. Wir ersuchen Sie höflichst. uns mit Ihrem werten Besuche zu beehren und empfehlen uns in dieser Erwartung * hochachtungsvoll Spielzimmer! Minnle und Armin DindilnszM Der Wert des Steinmetz-Brotes. Schon seit vielen Jahren beschäftigen sich die fähigsten Köpfe aller Kulturstaaten mit der Frage, auf welche Weise die Gesundheitskurve der Nationen günstiger zu gestalten sei. Alle berühmten Ernährungsforscher kamen dabei zu dem Ergebnis, daß fast alle Krankheiten, speziell aber die verheerendsten derselben, wie beispielsweise die so unerhört viele Opfer fordernde Krebserkrankung, einzig und allein auf Stoffwechselkrankheiten zurückgeführt werden können, die wiederum eine Folge unserer heutigen, unsachgemäßen Ernährung sind. Vor urdenkltchen Zeiten ernährte sich die Menschheit ausschließlich von rohen Früchten, Gemüsen und Wurzeln und war bei einer solchen Ernährung kräftig und gesund und alle die heute so sehr gefürchteten Krankheiten waren völlig unbekannt. Kein Wunder auch! Führte doch die Menschheit bei einer derartigen Ernährung ihrem Körper alle zur Lebenserhaltung und zum Aufbaue desselben notwendigen Vitamine und Ergänzungsstoffe zu. Bei unserer heutigen Ernährung und bei der überfeinerten Küchenwirtschaft, die wir heute betreiben, fehlen uns aber diese Vitamine zur Hauptsache, denn durch das Kochen entwerten wir sic und schütten sie in dem Kochwasser weg. Wir müssen also trachten, einen entsprechenden Ersatz zu finden, und dieser Ersatz steht uns auch zur Verfügung: denn im Getreidekorn befinden sich alle diejenigen Vitamine, welche wir zum Auf bau unseres Körpers und zur Erhaltung unseres Lebens benötigen. Ing. Steinmetz war es, welcher zuerst auf die Idee kam, das Getreide naß zu waschen und zu enthülsen, und die spießige Holzfaser, welche darmreizend wirkt, abzuziehen. Getreide, welches nach dieser Methode des Mühleningenieurs Steinmetz vermahlen wird, enthält nachgewieson noch die gesamten Vitamine des vollen Getreidekorns und selbstverständlich auch die aus solchen Mehlen hergestellten Brote (Steinmetz-Vollbrot und Steinmetz-Kraftbrot). Diese Tatsache wurde auch vom deutschen Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft und vom Reichsausschuß für Ernährungsforschung festgestellt und diese konstatierten: „Unter den Vollkornbroten erweist sich als am wirksamsten das Steinmetz-Brot, welches noch den gesamten Vitamingehalt des verwendeten Getreidekorns aufwefst.“ E Bei der laufenden Ziehung der V. Klasse der XXVI. Klassenlotterie wurden bei der bei uns inserierenden Geschäftsstelle T. M. Neufeld, II., Krumbaumgasse 16, Los Nr. 52579 mit S 10.000.— und Los Nr. 59568 mit S 8000.— und zahlreiche kleinere Treffer gezogen. Die Ziehungen dauern noch bis 8. April. Nachdem heute auch in Oesterreich Steinmetz- Brot erzeugt und verkauft wird, so wird sicherlich dieses Brot, das von der Wissenschaft an erster Stelle genannt wird, bei weiten Kreisen der Bevölkerung Eingang finden. Aus dev Provinz Baden. Die Veranstaltungen des „jüdischen Klubs“ erfreuen sich einer stets wachsenden Beliebtheit. Es gelang, eine Reihe von Vortragenden aus allen jüdischen Lagern zu gewinnen, die es stets verstanden haben, ernstes Wissen mit gemeinverständlicher Vortragsart zu verbinden. Seit Jänner 1932 hatten wir die Freude, nachstehende Vortragende bei uns zu begrüßen: Dr. Israel Waldmann, Dr. Edward Hitschmann, Dr. Pinchas Hohn, Dr. Z. F. Finkeistein, Dr. Martha Hofmann, Dr. Wilhelm Stein, Dr. Leo Koppel, Dr. Leo Deutschlünder und Oberrabbiner Dr. Karlebach. Alle Vorträge waren sehr gut besucht. Desonders fiel die Teilnahme der Intelligenz aus allen Kreisen der Badener Bevölkerung auf. Graz. Rezitationsabend Jehuda Ehrenkranz. Um es gleich vorweg zu nehmen: Es war ein voller Erfolg und die zahlreichen Zuhörer, die der Einladung der Zionistischen Ortsgruppe gefolgt waren, waren von den Darbietungen des Künstlers ehrlich begeistert. Jeder merkte, daß hier ein Meister der Sprachgestaltung, ein Meister des Wortes und seiner Ausdrucksmöglichkoiten am Werke war, und jeder war von der Persönlichkeit des Vortragenden bezaubert. Das Programm selbst stand auf anerkanntem Niveau und gilt als Beweis dafür, wie sehr Jehuda Ehren - kranz bemüht ist, wirkliche Kunst zu bringen. Das Publikum nahm die seltene Gelegenheit, erlesene Perlen jüdischer Literatur, wie Schalom Asch’ „Die verrückte Mutter“, J. Babels „Der Sohn“, Schalom Aleychems „Auf Luft“, in Graz zu hören, dankbar wahr und spendete Ehrenkranz reichen Beifall, der den Künstler noch zu einigen Zugaben aus dem reichen Schatz jüdischen Volkshumors veranlaßte. Die Ortsgruppe kann auf den Erfolg des Abends stolz sein und wird die Gelegenheit wahrnehmen, durch Veranstaltung ähnlicher Abende die Grazer Juden mit den Werken unserer Literatur vertraut zu machen. Dr. L. Graz. Trauerkundgebung für Oslas Lichte n s t e 1 n. Der Verein „Bikur Chollm" veranstaltete zum Gedenken seines langjährigen Obmannes des ln der vorigen Woche verstorbenen Herrn Oslas Lichtenstein im großen Sitzungssaal der Kultusgemeinde eine Trauerkundgebung, bei der Herr Norbert Enis die Gedenkrede hielt. In kurzen, schlichten Worten würdigte er die Verdienste des Verstorbenen um den Verein, seine langjährige, opferfreudige Arbeit für denselben und gelobte, daß Osias Lichtenstein uns als Zionist, Jude und Mensch gleich unvergessen bleiben würde. Mit dem Vortrag des „El Mole" durch Herrn Oberkantor Katz fand die Kundgebung ein würdiges Ende. B E S □ E B B B B B B B B B B B B B B B B B B B pmrr Lebensversicherungs- Gesellschaft PHÖNIX GEGRÜNDET IM JAHRE 1889 VersicheiuiigBbestBnü pei Kmie Juni 1930 . 2560 Millionen Schilling UaiHin Hiiutte pei Kinle 1929. 878 Millionen Schilling Prämien uml /,im.eiiniiiiiHhiiinn im Jahre 1929 ., 150 Millionen Schilling Auszahlungen an die Veisicherten im Jahre 1929 . 85 V, Millionen Schilling TÄtigkeithoohiet dei (ieseMscnatt: Uosienecli. 1 taut hohes Reich. Tschechoslowakische Republik, Belgien. Holland. Krankreich. Spanien. Italien. Ungarn. Polen. Jugoslawien. Bulgarien. Griechenland. Rumänien. Palästina. Syrien, Türkei, Aegypten. Die (JeHellschaft schließt tu billigen Prämien und günstigen Bedingungen Kapitals* und Uentenveraicherungen jedei Art ab Nenei nee führt: kTnder-versorgungs-versicherung (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung. Studienbeitrag. Rückerstattung der eiugezahiten Prämien bei Ableben des Kindes) Invaliditftttiveitiicneitiiig (Zahlung emei Kente bei Eintritt der Erwerbsnnf&higkeit und Auszahlung des versicherten Kapitals nach reijahrigei Bauet dei Invalidität) rairirrimrrr B B B B B B E B B B E B B B B B B B B B B B B B Amtliche Verlautbarungen der Israelitischen Kultus* gemeinde Wien Aus dem Verwaltungsbericht der Israelitischen Kultus* gemeinde Wien für das Jahr 1931. (Fortsetzung.) Kultussteuer. Zur Zelt der Verfassung des Voranschlages für das Verwaltungsjahr 1932 standen insgesamt 53.878 Zenslten mit einem Gesamtbeträge von S 2,515.940 In Vorschreibung. Hievon sind 26.086 selbständige Kaufleute, denen eine Gesamtsteuer von S 1,625.632 vorgeschrieben ist, 19.519 Im Genuss® von Dlenstbezügen Stehenden mit einer Gesamtstouer voa S 535.970 und 8273 freie Berufe Ausübende mit einer Gesamtsteuer von S 354.338 verzeichnet. Im Jahre 1930 hat die Zahl der Kontolöschungen 4494 gegen 6336 lm Jahre 1931 betragen, während der Zuwachs durch Neubemessungen sich lm Jahre 1930 auf 4101 Fälle und im Jahre 1931 auf 1550 Fälle belaufen hat. Infolge des Austrittes aus dem Judentume Ist dlo faktische Kontolöschung im Jahre 1930 ln 246 Fällen, im Jahre 1931 ln 236 Fällen erfolgt. Die Zahl der aus dem Judentume ausgetretenen Steuerträger belief sich lm Jahre 1931 auf 262 und es waren diesen Kontribuenten an Kultussteucrn insgesamt S 16.485 vorgeschrieben. Von diesen Ausgetretenen waren bemessen mit einer Kultussteucr von: S 1 bis S 10 107 Personen; S 10 bis S 60 113; S 50 bis S 100 150; S 200 2 Personen; je eine Person mit S 250, 400, 600; 3 Personen mit je S 600; Je eine Person mit S 850, 1000, 2000 und 3500. Die Kultussteuerquotc pro Kopf hat lm Jahre 1931 S 47.54 gegen S 42.46 des Vorjahres erreicht. Insgesamt hat der Eingang an Kultussteuern im Jahre 1031 65.0 Prozent der Summe der Jahres3teuer betragen, während lm Jahre 1930 62.3 Prozent einbrlnglich gemacht wurden. Die Anzahl der zur politischen Exekution überreichten Fälle belief sich im Jahre 1931 auf insgesamt 8854, lm Jahre 1930 auf 9591 Stück. Im Wege des Exekutionsamtes sind im Jahre 1931 S 106.896, im Jahre 1930 S 113.513 einbringllch gemacht worden. Die Zahl der gerichtlichen Exekutionen betraf lm Jahre 1931 1078 Fälle gegen 1097 des Jahres 1930. (Schluß folgt) * Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkesynagogen: Freitag, den 18. März 1932, werden bei dem um 6 Uhr abends beginnenden Abendgottesdienst ln nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: IL, Tempelgasse 6 (Rabbiner Dr. J. M. Bach); III., Untere Viaduktgasse 18 (Rabbiner Prof. Dr. K. Kupfer); IX., MUllnergasse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz); X., Humboldtgasse 27 (Rabbiner Dr. Albert Weiner); XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. I. Tagllcht); XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang); XIX* Dollinergasse 3 (Prediger Dr. A. Frankfurter); XX., Klucky» gasse 11 (Rabbiner Dr. B. Murmestein). Droscho. Samstag, 19. März (beim Vormittagsgottesdienst) : II., Pazmanltengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes). Exegetische Vorträge. Samstag, 19. März (beim Vormittagsgottesdienst): XX., Kluckygasse 11 (Rabbiner Dr. B. Murmelstein); XXI., Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). Belm Nachmittagsgottesdienst: XIII* Eitelberggasse 22 (Rabbiner Dr. M. Lewln). Midraaehvortrag. Samstag, halb 4 Uhr nachmittags: II* Pazmanltengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes). Purimfeier für die Schuljugend. Samstag, 19. März 1932 (Schabbos Sochaur), um 3 Uhr nachmittags, findet im Rahmen des Jugendgottesdienstes in allen Gemeinde- und Bezirkssynagogen eine Purimfeier für die Schuljugend statt. Austritte aus dem Judentum Werner Franziska, 10. April 1913, III., Sechskrügelgasse Nr. 8. — Keller Ella geb. Winterstein, 18. Juni 1880, XVIII* Köhlergasse 20. — Pollak Gortrude, 31. März 1905, IX., Nußdorferstraße 4. — Spielmann Kurt, 17. August 1900, IX* Währlngerstraße 48. — Pogaonik Elisabeth geb. Deutsch, 17. August 1898, VI., Köstlergasse 7. — Steiger Harry, 24. Mal 1981, XVII., Hllmestegergasse 14. — Steiger Valerie geb. Lischer, 4. Mal 1892, XVII., Hllmestegergasse 14. — Kornstreicher Hans, 12. Juli 1902, X., Herzgasse 13. — Krenberger Roemilla geb. Hanke, 19. August 1890, X., Gudrunstraßo 11B. — Krenberger Arthur, 25. November 1884, X., Gudrunstraße Nr. 116. — Kornhäuter Friedrich, 14. April 1906, IX* Währlngerstraße 71. —« Leibi Leonle, 23. Juli 1915, IX* Servitengasso 17. — Mendl Karl, 21. Juli 1853, IX., Sensengasse 7. — Morgenstern Katharina, 18. Juli 1865, III., Lustgasse 8. — Pokorny Charlotte geb. GlUck, 8. Februar 1863, III.» Welßgärberlände 56. — Keller Marianne, 18. Februar 1918, XVIII., Köhlergasse 20. — Mahler Gisela geb. Gottlieb, 7. November 1902, XX., Webergasse 13. — Friedmann Anna, 8. November 1913, XIII., Amelsgaase 52. —■ Winter Josef, 28. Oktober 1891, II., Pazmanltengasse 13. •— Müller Albert, 8. August 1906, XVII., Beheimgasse 77. — Ferro Renata geb. Mandl, 8. Mal 1901. IV., Hauptstraße 57. — Eokhard Wilhelm, 1. März 1908, VI., Laimgrubengasse 14. — Eokhard Karl Hainz, 28. April 1939, VI., Laimgrubengasse 14. Jüdisdkew Malender M8rz 1932 Weadar 5692 1 18 Freitag 10. jjL Samstag . . 8«bb Auag. 8« 11* Wnohanabaetin-i Wa| kra 1 20 Sonntag 12* | 21 Montag Paat.n Eathar > | 22 Dienstag Purim- 1 23 Mittwoch 15. SÄ*" 1 24 Donnerstag 16* , ■ÄPfafTir.'-v wmfcr.''-' "1- »trf-f. . .-r higentumei, Verleget und Herausgeber; AiuiumisiIhi i amiisvubanü tut Oebimeiih, Wien, I., kamiiierstraNe Nr. Jti. - Verantwortlicher Redakteur* L)r SiuuiuiiA Finkeistun. Wien, l„ Kärtnerstraße Nr. 28. — Druck; olnva», Wien, VII., Lerchenlelderetraße Nr, 1-

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