Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 219 (17.3.1932)
- Date
- 1932-03-17
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 219 — 17. Mär* 1932 DIE STIMME ^eite ■* LiteraturKunst/Theater Alexander jarays Plastiken (Aflllßlfcii der Aussteifung bei Wörthle) Wunderbar ist manchmal der Werdegang eines Künstlers, bis er den richtigen Weg seiner expressiven Seele elnschlägt. Ein Tasten ist es, ein Suchen, ein Wollen und ein Werden, bis das Eruptive des Talentes seinen Auagang findet. Diese sonderbaren Wege schritt auch Alexander Jaray, bis •r endlich nur Bildhauer wurde. Zuerst waren es bunte und schöne Schauspielerjahre, In Welchen er fast nur der Bühne gehörte. Er sammelte da Eindrücke, die manchmal so kolossaler Natur waren, daß er sie mit der ganzen Wucht eines jungen Künstlers aus dem Stein meißeln mußte. Aber es war keine richtige Arbeit. Es war bloß ein Suchen. Da kam die Einladung nach Rom. Er fuhr freudig hin, und was er sah und fühlte, bekam klare Umrisse in seiner Plastik. Für die Statue «Somnambule«, «ine seiner frühesten Arbeit, bekam Alexander Jaray den Romprsls. Und nun erkannte er den richtigen Weg seiner Seele. Er kehrte nach Berlin turück, um xu arbeiten. Aber noch immer war es die Schauspielerwelt, die Ihn ausfütlte. Er wollte diese Gestalten aus dem rohen Stein herausxaubern, er wollte sie fühlen und sehen in seinem Arbeitszimmer. Da entstand: «Kainz» als Hamlet mit dem Totenschädel, «Moissi», «Max Reinhardt», «Leopoldine Constantln» und viele andere Stars der Theaterwelt. Merkwürdig sind diese «Köpfe», man fühlt direkt, daß Jaray sie mit Liebe behandelte. Sie sind nicht idealisiert, aber auch nicht mit der ganzen Realität dargestellt; sie spiegeln bloß Kraft ihrer Seele. So me.'ßelte Jaray aus den rohen Blocks des Materials die prominentesten Köpfe der Kunst und Wissenschaft. Diese «Köpfe» schmücken jetzt das Atelier der Kunsthandlung Würthle & Sohn, Wien, I., Weihburggasse, wo sie »ur Ausstellung gelangten. Es sind nur kleine Plastiken. Leider sieht man da nur als Photographie sein vielleicht bestes Werk: das Monumentaldenkmal «Der Weg nach Zion». Was Inspirierte sie — frage ich den anwesenden Künstler — zu diesem herrlichen Werke? Es war, erzählte der Künstler, die Zeit des Weltkrieges. Ich war damals als Oesterreicher in!Wlen und da kamen mir seltsame Gestalten entgegen. Flüchtlinge, gallzische Juden, entwurzelte Existenzen ohne Heimat, die mit dem ganzen «Hab’ und Gut» nach Wien kamen. Keine Hoffnung erleuchtete die schlaffen Züge dieser meistens alten Gestalten. Voll Sorgen und ohne Mut waren sie. Da regte sich mein jüdisches Herz, ich erkannte das drückende Gefühl meines heimatlosen Volkes, und so entstand der Entwurf des Denkmals «Der Weg nach Zion», Auf die Frage, wo sich das Werk befindet, erwiderte mir der Künstler: gegenwärtig in Berlin. Schade, dachte ich, daß es keinen hochherzigen Mäzen findet, der es nach Palästina, «wo es hingehört», schaffen könnte. Und was bedeutet, indaglcrte ich weiter, die zweite Photographie, die Theodor Hanl, umgeben von zwei kräftigen Jungen, darstellt? Das ist, meinte Alexander Jaray, der zweite Entwurf des Denkmals «nach Zion». Als ich den «raten fertig hatte, meinte Felix Satten: Eine Sehnsucht des Volkes kann nicht ohne seinen größten Vorkämpfer Theodor Herzl so prägnant zum Bewußtsein dringen, und so entstand der zweite Entwurf. Allerdings war es viel später, damals, als ich persönlich das sehnsüchtige Land meines Volkes durchstreifte. Die enthusiastische Arbeit der «Chaluzim» verblüffte mich, und da erkannte ich sofort: daß nur eine Jugend mit solchen Idealen und solcher Kraft d!e hoffnungslosen Greise hinführen könne. Deshalb sehen sie Theodor Herzl umgeben von solchen zwei tatkräftigen «Chaluzim», die stolz in die Zukunft schauen. Die «Hakoah» ermöglichte mir die Reise nach Palästina, wofür ich ihr eine Bronzebüste Theodor Herzts schenkte, die sich nunmehr in der hebräischen Universität befindet. Man sagt, Jaray ist auch Dichter, und mit Recht, denn manches seiner Werke konnte nur ein Dichter meißeln. So spiegeln die marmornen Hände der Frau Frieda P. wahre Poesie. Die «Badende» mit ihrer graziösen Biegung, die «Tänzerin», «Liszt in Weimar» atmen Jarays dichterische Verklärtheit. Wie schade, daß nur manche Arbeiten In Wien zur Schau gelangten. Man erkennt zwar schon In diesen Skulpturen den ganzen Künstler, aber immerhin möchte man hoch viele andere Bildwerke bewundern, die im Berliner Atelier des Künstlers geblieben sind. Doch am meisten sollte man bereuen, daß das herrliche Monumentaldenkmal «Der Weg nach Zion» irgendwo in Berlin eine Kunststätte schmückt, während es In Palästina Zeuge sein könnte eines großen jüdischen Künstlers, Q. F. Ein Monumental werk der hebräischen Bibliographie Zu Friedbarg« „B«th Bk«d Sspharim" *). Man möohto fast nicht glauben, daß ein so gewaltiger und vielfältiger Stoff von einer Hand bewältigt werden könnte, wenn dos Werk unu nicht mit seinen ISS voll* bodrucktcn Selten einen greifbaren Beweis von seiner Realität geben möchte, ln der Tat gehört «ur Schaffung eine« solchen Werkes ausgedehnte« Wiesen, praktische Geschick¬ *) Deutscher Titel: Bibliographisches Lexikon der gesamten hebräischen und Jüdisch-deutschen Literatur, einschließlich der in den Jahren 1475-—1900 mit hebräischen typen gedruckten arabischen, griechischen, italienischen, tamaritanischen, spanisch-portugiesischen, persischen und Crtarischen Werke. Nebst einem Autoren- und Sachregister, »twerpen 1928—-1981. lichkeit und nicht suietzt Mut, da da« hebräische Buch, sowie überhaupt das wissenschaftliche Jüdische Werk keine Anteilnahme seltene dee Publikums, merkwürdigerweise auch nicht seitens des Jüdisch interessierten Publikums findet. ö. Friedberg hat den Mut sur Herausgabe gefunden und sieh aber auch seiner Aufgabe in hohem Maße gewachsen gegeigt, Br ist kein Unbekannter auf diesem Gebiete. Schon in früheren Jahren hatte er nebst einigen wertvollen Monographien sur Gelehrten- und Familiengeschichte, bibliographische Studien veröffentlicht, Seine berufliche Tätigkeit ais Buehhündler, sowie sein Kontakt mit den großen jüdischen Bibliotheken ermöglichten es Ihm dann, sein Wissen zu vergrößern und zu vertiefen. Freilich ist es kaum einem Einzelnen möglich, das ganze Gebtct aha Autopsie kennen zu lernen. Aber das muß dem Autor nachgesagt werden, daß er stob der zuverlässigsten bibliographischen Werlte als Berater bediente (dies wäre allerdings ln der Vorrede su erwähnen gewesen). Das Werk umfaßt grundsätzlich alles in hebräischer Sprache oder Schrift Gedruckte seit dem Aufkommen des ersten hebräischen Druckes bis zum Jahre 1900. Dieses Schrifttum, das einen Zeitraum von 325 Jahren umfaßt, wird In 1C.0ÖÖ Nummern verzeichnet, von denen wiederum in jeder Nummer alle etwaigen Auflagen aufgezählt werden. Die Reihung erfolgt nach dom Alphabet der Buchtitel. Dieses Ordnungsprlnzlp eignet sich wohl wenig für bibliographische Arbeiten mit anderen Tendenzen, für ein ttücherlexikon scheint es mir jedoch das brauchbarste zu sein. Nicht nur die alte, sondern sogar die Haskala-Llteratur Ist ln Jüdischen Kreisen mehr nach den Buchtiteln als nach den Autoren bekannt. Das Werk Ist übrigens durch die Beigabe eines Themen- und Autorenregisters auch nach anderen Richtungen brauchbar gemacht Belm Autorenregister ist allerdings zu bedauern, daß nur Hinweise auf die Beltensahlen, nicht aber auf die Nummern gegeben wurden. Die bibliographischen Angaben, Autor (auch Nebenautoren), Inhalt, Druokort, Druckjahr, Blatt- und Beitenzahl, sind knapp, aber ausreichend für eine rasche Orientierung. Alles in allem, das Work macht die vorhandenen großen bibliographischen Werke und die hoffentlich noch kommenden — dieses wichtige Gebiet für eine Oekonomlslerung des Wissens Ist noch lange nicht ausgebaut — nicht überflüssig. Andererseits kann dieses auch durch eine ausgebaute Bibliographie nicht verdrängt werden, es soll hier nicht Verschwiegen werden, daß manches zu verbessern und manches nachzutragen sein wird. Doch Ist ln eitlem politischen Blatte nicht der ort, auf Details einzugehen. Das eine kanh ich auf Grund Öfterer Benützung und zahlreicher Stichproben ruhig sagen, daß das Werk nicht nur für Bibliographen, Sammler und Gelehrten ein unentbehrliches Nachschlagebuch ist, sondern auch jedem, des Hebräischen Kundigen, eine Quelle der Belehrung bietet, n. Waohstein, Liturgisches Konzert Für das am 23. d. M., 19.30 Uhr abends, im Großen KortierthaUBsaaie vom Chorverbanüe „Haslmrah“ der Wiener VerelnstempelsUngcr gemeinsam mit der Wiener Jüdischen Konaertvercinlgung unter dem Protektorate des Pazmanltentempels »tattflndettdo große liturgische Konzert macht sich bereits im Publikum äußerst lebhaftes Interesse bemerkbar, Nobon den auserlesensten Chören Jüdischen Tempelgesangos, dlo unter der Leitung der bekannten Dirigenten ß, Hirschmann, H. Behorr und H. Ocsterrelcher stehen, Ist es gelungen, die Mitwirkung der Oberkantoren M. Abrahamsohrt, Budapest, J. ßorln, Breslau, G. Margullos, L. Müller und B. Länderer, Wien, zu sichern, die ln ihrer Art nicht nur als Btlmmphänomene, sondern auch als Interpreten Kantoreien Gesanges Weltruf genießen. Dlo Klaviervlrtuosln Grete Koller und der Geigenvirtuose Kurt Fuchsgelb werden die besten Stücke ihres Repertoires zum Vortrag bringen. Die mitwirkenden Chorsänger und Chorsängerinnen (80 Personen) stellen das Beste an Btimrntnaterlal dar, das den Wiener Vereinstempolrt zur Verfügung steht. Alle diese hervorragenden Kräfte haben sich selbstlos in den Dienst der guten Sache gestellt. Aus der Biieherwelt Sehaare Zedek, ein hebräisches Lesebuch mit Wörterbuch und mit einer kurzgefaßten hebräischen Grammatik von Prof. Dr. Manfred Papo. Verlag Phaldon, Wien, 1932, Unsere schwere, traurig-inhaltsvolle Heit läßt uns vieles Vergössen, Aber eines Btoht fest. Der Tod des Oberrabbiners Dr. ChajeB, bisher unersetzlich, hat manches zerstört, was im Aufbauen begriffen war, Gerade in seinen letzten Lebensjahren hat unser unvergeßlicher Führer an den hebräischen Unterricht an den Haupt- und Mittelschulen gedacht Er nahm einst seine Getreuen zusammen Und wir besprachen damals stundenlang die mögliche Reformierung des hebräischen Unterrichtes. CHajos meinte, in den Behüten des ßaluth können wir bei der Kürze des Unterrichtes Unmöglich einen modernen hebräischen Unterricht durchführen. Er meinte auch, wir alle, unsere Generationen haben ganz unmodern gelernt und wir haben doch etwas erlernt. Wie erreioht man in der ßchuie im Hebräischen doch das Mögliche? Eine Antwort darauf gibt uns ein Spaniole, Prof. Dr. M. Papo, der mit besonderem Elfer und Ernst den hebrälBchen Unterricht in der Mittelschule betreibt, durch sein Buch, Der Belige Oberrabbiner h&t Doktor Papo sehr gerne gehabt und hätto heute seine besondere Freude an dom sohönen, slnngefälllg ausgeBtatteton Lesobuch. Es ist mehr als ein Lesebuch, os ist ein sehr leicht faßliches Lehrbuch. Die kurzgefaßte Grammatik, ein sonst gefürchtetes und verpöntes Wort, wird das Hebräisohlamen zum Vergnügen machen, Der philologisch begabte Schüler wird seine helle Freude daran haben, der bewußte Judo wird hier den Anfang oder die Stütze für seine eigene Arbeit am lebendigen Hebräisch finden. Für uns Lehrer wird es eine Hilfe sein, um unser stündliches Pensum zu regulieren. Die hebräische Sprache, an alten Sprachen gemessen, ist nicht schwierig; modern untersucht, muß man staunen, wie rasch man ln Palästina Hebräisch erlernt. Der Mangol eines geeigneten Lehrbuches ln den Schulen hat manche Lernlust im Bchüler erstickt. Das Buch Papos gibt dem Schüler die Möglichkeit, an der Hand des Wörterbuches selbständig zu arbeiten, jedes Wort zu verstehen. Dadurch wird der Mangel des Leacnkönnens behoben werden. Vom Vcrstohen führt der richtige Weg zum Lesen. Die Schule ebnet jotzt der Jugend den Weg zum Selbststudium und zu den hebräischen Sprachkursen, und ihre Fortaotzüng mündet ln den Kampf um die Erhaltung und Förderung dos hebräischen Duohca. Das Buch Papos, I. Teil, enthält den Pentateuch. Von hier aus kommt die Fortsetzung des Bibelstudtums, dann weiter die moderne Sprache, als Grundlage für die Wünsche unseres Dichters Bialik. — Es ist das Buch von heuto und von morgen, Dm unpädagogisohe, unsulängUohe Gostern des Mbrftlscfien Unterrichte* wird hoffentlich überwunden werden. Prof. Dr. Kupfer. Die greß« Mendelssohn-Ausgabe schreit«! f«rl» *■» Band Xl «rsohl«nert. Von der Jubiläumsausgabe der gesammelten Schriften Mose* Mendelssohns liegt Jetst der Interessante XI, Band vor, der die von Bruno Btrnuft herausgegebene Reihe der deutschen Brief-Bände eröffnet, Br umfaßt den Briefwechsel des aus dem Dunket kommenden, sein Werk eben beginnenden 88- bis 33jährigen Mendelssohn der Jahre 1754 bis 1762. Im Vordergrund steht der Gedankenaustaoseh mit Lessing und einigen außerhalb Berlin« lebenden Mitgliedern des Leasing-Kreises, dann mit Abbt, Hamann u. a. Kulturhistorisch besonders bedeutsam und persönlich aufschlußreich Sind die Briefe Mendelssohns an sein« Braut und deren Familie, die hier zum ersten Male ln deutscher Benrbeltung tmd Behrlft (ln hebräischer Bchrlft enthält sie Band XVI) erscheinen. In Stil und Ausdrueksförm offenbaren sich hier am deutlichsten die beiden Walten, die der Geist Mendelssohns Zusammenhalt, die deutsehe und die Jüdische. Der Band erschließt Überhaupt neue und tiefe Einblicke In Mendelssohns Leben. Freundschaftliche und wissenschaftliche Beziehungen, von denen man bisher nur aus Berichten oder Andeutungen wußte, bekommen durch die Briefe lieben und Inhalt, Aber auch ganz neue Namen und bisher unbekannte Beziehungen Mendelssohns laucheö auf. Zum ersten Mate und ln erschöpfender Vollständigkeit Ist das große Material zeitlich geordnet dargeboten und damit die Uebcrsleht Über den Fluß der Mendelssohnschen Geistesentwicklung wesentlich erleichtert. Die Interessanten Anmerkungen geben nach allen Richtungen Hinweis und Aufklärung Die druckmitßige Ausstattung des Ruche«, dem die Reproduktion eines Mendelssohn-Bildnisses beigegeben ist, Ist wieder vorzüglich. — Dlo Mendelssohn-Ausgabe erscheint im Akademle-Veriag, Berlin. Veranstalter sind dl« Akademie für die Wissenschaft des Judentums und dl« Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentum* unter Mitwirkung des Bankhauses Mendelssohn dt Cd. und der Mendelssohn-Stiftung in Dessau. Jloiizen Gastspiel Dr. Paul Baratoff-Ben Zwl in den JUdllChfth Künstlerspielen, Theater Rekiam, Wien, IL, Praterstraße 84. Vielseitigem Wunsche entsprechend, hat die Direktion der Jüdischen Künstlerspieie das Gastspiel Dr. Paul Bäratöff* noch um einige Wochen verlängert. Am Donnerstag, 1t. d., findet die Erstaufführung von „Der Vater“, Drama von August Btrlndberg, ln Jüdischer (Sprache Btatt. Die Hauptrolle wird von Dr. Paul Bafätoff kreiert, Für dleSe Aufführung wurde auch Frau Mira Floreh, bekannt Unter Magda Carmen von den Jarno-Bühnen, verpflichtet. Ferner mltwirkettdi Fräulein Ola Schilfkowltz, He**r Preiß, Herr Zelnlker u, a. Karten sind im vorverkaufe an der Tages- und Abendkasse erhältlich, telephonische Reservierungen werden unter Nr. R-40-0-94 entgegengenommen. Das BtÜCk „Der Väter“ bleibt bis auf weiteres auf dem Spielplan. In d«r Jüdischen Bühn«, u., Praterstraße 80, gelangt als Benefizvorstellung für die zwei beliebten Künstler Brazlawska und Bell am Samstag, den 19. d., die Komödie „A Mann a Schiymasl“ zur Aufführung. Sonntag, den 20..,.d* große Purimvorstellung, Gespielt wird eine der lustigsten Komödien, und zwar „Böha, der Robbe geht“, Bonntag, halb 4 Uhr, Kindervorstellung mit reichhaltiger Besehen* kung. Gespielt wird „A Mann a rtöhlymasi“. Bin« Konferenz sämtlicher jüdischer Vereine und Organisationen. Der Verein zur Förderung jüdischer M u 81 k beruft für den 2, April, halb 8 Uhr abends, ifa Saale def Vereinigung „B*nal Brith", Wien, IX., UniversltätSstraße 14, eine Konferenz ein, zu der sämtliche jüdischen Vereine und Organisationen eingeladen werden, Je einen Delegierten zu entsenden. Der zweck dieser Konferenz ist, die Heranziehung der breiten jüdischen Oeffentllchkeit zur Mitarbeit an der Verbreitung der jüdischen Musik. Dl« Tagesordnung Ist folgende: 1. Begrüßung der Anwesenden durch den Präsidenten Prof. Dr. Max Graf. 2, Vortrag Über die Entwicklung der jüdischen Musik, gehalten Vön Professor Juliusz Wolfsohn. 3. Organisationsfragen, Referent: Vizepräsident Direktor Hugo Winter. Der Verein zur Förderung Jüdischer Musik ersucht, die Namen der Delegierten vorher der Sekretärin des Vereines, Frau Marie Bcrnay, Wien, L, Kotenturmstraße 25, bekanntzugeben. Vor der Eröffnung der Konferenz spielt Isr. Brahdmän, begleitet Vott Dr, Erich Simon, die hebräische Melodie und hebräischen Tanz für Violine und Klavier von Joseph Achron, Dr. Weizmanna M«molr«n, Der jüdische Journalist William Zulcorman, Londoner Vertreter verschiedener Blätter, veröffentlicht in amerikanischen Rettungen einen ausführlichen Bericht über ein Interview, das ihm Dr. Welt» mann vor seiner Abreise nach Südafrika gewährt hat. Dabei hat ihm Dr. Weizmann mitgeteilt, daß er gegenwärtig mit der Abfassung seiner Memoiren beschäftigt ist, Jeden Tag, so heißt es darin, schreibt er an diesem Werk, und er scheint sich für dl© Sache sehr erwärmt au haben. Die Memoiren beginnen mit dem Jahre 1908 und behandeln die damalige zionistische Situation, die erfüllt war von dem Kampf der „demokratischen Fraktion“ und dem beginnenden Uganda-Konflikt. Bis jetzt hat Welamann bereits die Abschnitte bis nach der russischen Revolution von 1908 beendet und nähert sich der Darstellung seiner englischen Zelt Zukerman meint, daß, nach den Andeutungen Weizmanns zu schließen, diese Selbstbiographie eines der packendsten Bücher unserer Zeit sein wird, Leonld Pasternak 70 Jahre, Am 4, April 1982 vollendet der in Odessa geborene, Jetzt in Berlin lebende, hervorragend« jüdische Maler und Graphiker Leonld Pasternak sein 70. Lebensjahr. Sein erstes großes GemüJdo „Brief aus der Heimat“ wurde 1869 für das Moskauer Museum angekauft, soin Werk „Studonton vor dem Examen“ wurde 1898 mit der goldenen Medaille ausgezeichnet (Jetzt lm Luxembourg- Museum in Paris). 1894 wurde Pasternak Professor de« Moskauer Malschule. Belt dem Umsturz lebt er ln Berlin. Er porträtierte u. u, Bialik, Sokolow, Tschernichowskl, Einstein, Harnack, Lovis Corinth u. a. m. 1027 wurde in Berlin eine Ausstellung soiner Aquarelle und Zeichnungen aus Palästina veranstaltet. Ein Work über Rembrandt erschien von ihm in hebräischer und jiddischer Sprache. ungemein reinlich, bei vornehmer jüdischer Familie für besseres alleinstehendes jüdisches Mädchen um S 3&— p. Monat tu vermieten. Wien, V., Kriehubergasse Nr. 10/1