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Die Stimme · 1932-03-03 · Heft 217 (3.3.1932) · page 9

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 217 (3.3.1932)
Date
1932-03-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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Nf. 217 — 3. März 1932 me ernnra mic oiiminr. Fefte 9 Trieste 29/2 15. 20*21 Spindel Laurenz er berg Wien Weineeadung Petahtiqwa Friedmaon Weiokelierei Lloyddarrpfer Adria angelangt rollt heute Bahn unter Aufsicht ihre Adresse ab Spediteur Stern Jtua dem totiraoasnal Es war vor einigen Jahren, als Frau Dr. Waidmann ihren ersten Vortrag Uber „Rabbi EHcser ben Hyrkanos" ankündigte. Damals erwartete man von ihr noch nicht Eigenes, Tiefes und Originelles auf diesem Gebiete au hören, sumal man cs einer Frau auch nicht zutraut«. Nun trat Genannte zum erstenmal Öffentlich auf und es war ein Ereignis. Denn der Vortrag hatte eine eigene Note. Er verriet nicht nur ein profundes Wissen auf dem großen Gebiete des Talmuds, sondern ließ schon damals durch die Schärfe der Diktion und die eigene sichere Beurteilung der talmudischen Quellen darauf hindeuten, daß hier eine ernste Wissenschaftlerin am Werke ist Seitdem hielt Frau Dr. Waldmann eine Reihe von gediegenen Vorträgen, in denen sie sich zur Aufgabe stellte, alle Ihre talmudischen Forschungen in einer Beziehung zur jüdischen Frau zu bringen und sie der breiten Oeffentlichkelt mitzuteilen. Der Talmud ist für das Gros der hiesigen bewußten Judenhelt noch immer ein Buch mit sieben Siegeln. Doch war ihm die Mär nicht unbekannt, daß der Talmud den Tiefstand der jüdischen Frau bezeugen soll. Daher empfand man es wohltuend, daß gerade eine Frau es gewagt hat, in die Tiefen des Talmuds einzudringen, um die hohe soziale Stellung der Frau Im talmudischen Zeitalter zu beweisen. In dieser Hinsicht kann der letzte Vortrag ln der „Wlzo“ Uber die Ethik und Hygiene ln der jüdischen Ehe als Glanzleistung angesehen werden. Es gelang Frau Dr. Waldmann, den spröden Halachastoff zu bewältigen und die halachiachen Materialien in leicht faßlicher Art den Zubüerinnen zu übermitteln. Die Vortragende zeigte, wie sehr eine Frau berechtigt ist, sich auch an einen so spröden Stoff der „Haiacha“ heranzuwagen. Ziporah Taubes. Die Jugend zur Reform des ’ Religionsunterrichtes Ueber Einladung des Verbandes . zionistischer Mittelschüler haben die Unterzeichneten jüdischen Jugendorganisationen beschlossen, eine gemeinsame Aktion zur Reformierung des jüdischen Religionsunterrichtes zu unternehmen. Zu diesem Zwecke soll eine Rundfrage über den jüdischen Schneider iür teine ■ Uerrengarderobe Jakob öpnslein Wien, S. Sez/pfc, Cilienbrunrgasse Ne 8 (bei der fdattenbtücke) Telephon Tir fl Religionsunterricht unter den Schülern selbst, den Religionsprofessoren und den Parteien der Kultusgemeinde veranstaltet werden, deren Ergebnis in einer Broschüre veröffentlicht werden. Alle jüdischen Mittelschüler und Religionsprofessoren werden gebeten, die nachstehenden Fragen zu beantworten. Die Antworten, die mit vollem Namen und Adresse gezeichnet sein müssen (der Name wird natürlich nicht veröffentlicht), sind bis spätestens 26. März an den Verband zionistischer Mittelschüler (Kulturreferat), Wien, II., Im Werd 18, einzusenden: Verband zionistischer Mittelschüler Oesterreichs, Rahmenverband zionistischer Mittelschülerverbindungen, Brith Zirenu — Makkabi Hazair, Hoschomer Hazair — Blau-Weiß, ' Brith Hanoar Trumpeldor, Zionistisch-revisionistische Jugend, Bund jüdischer Jungwanderer, Brith Herzl, Gdud Zirim, Jüdischer Pfndfinderbund Oesterreich*. T. Schüler. 1. Bestellt an deiner Schule (in deiner Klasse) ein Unterschied zwischen dem Unterricht in Jüdischer Religion und dem Unterricht ln anderen Fächern? SS. Wird in eurer Klassö (Schule) der Religionsunterricht über die Bestimmungen des Lehrplanes hinaus ausgebaut, etwa durch Unterricht von Hebräisch als lebende Fremdsprache, Arbeitsunterricht in Form von SchtUerreferaton uaw.? 8. Sind etwaige solche Reformen aus initiative des Professors oder der Schüler durchgcfiihrt worden? Ist ein merkliches Zunehmen des Unterrichtscrfolges und des Interesses der Schüler infolge dieser Einführungen zu konstatieren? •1. Liegt die Schuld an einem etwaigen Versagen des Religionsunterrichtes am Professor oder an den Bestimmungen dos lichrplanes? Schön möbliertes reines und helles Kabinett in ruhiger Lage (Nahe Tierärztlicher Hochschule) mit, eventuell ohne Pension zu vermieten W en, 3 , Hagenmülie'easse 3, 1. S>ork. TU-22 B. Welche Reformen sohlägst du tum Ausbau des Religionsunterrichtes vor? II. Professoren. 1. Halten Sie das Arbeitsgebiet und die Lehrmethoden, die dem Religionsunterricht noch dem geltenden Lehrplane zukommen, für zweckmäßig und ausreichend? 2. Haben Sie im eigenen Unterricht Refonnen des Religionsunterrichtes getroffen und welchen Erfolg haben Sie damit bei der Schülerschaft erzielt? 8. Welche allgemein verbindliche Reformen für den Religionsunterricht schlagen Sie vor? III. Parteien. 1. Ist Ihre Partei mit der bestehenden Form des Religionsunterrichtes einverstanden oder ist sie für eine Reformierung desselben? 2. Wie stellen Sie sich zu dem von sozialdemokratischer Seite propagierten Vorschlag auf Abschaffung des Religionsunterrichtes in den Staatsschulen? 3. Wie Ist Ihre Einstellung zu nachstehenden Reformvorschlägen, die aus den Kreisen der Schülerschaft stammen? a) Unterricht der hebräischen Sprache als lebende •Sprache unter Berücksichtigung der modernen hebräischen Literatur. b) Entsprechende Vorbereitung in der Volksschule, so daß in der ersten Mittelschuikiasse die Kenntnis der hebräischen Schrift sowie die Jüdische Geschichte bis zum Tode Mosis als gegeben vorausgesetzt werden können. c) Beginn deB Unterrichtes der Geschichte in der ersten Klasse mit dem Tode Mosis und entsprechender Verteilung des Geschichtsstoffes, damit nicht für die vierte Klasse der Stoff von 2000 Jahren zu behandeln bleibt, was natürlich niemals in zufriedenstellender Weise gelingen kann. d) Besondere Berücksichtigung neuester Gesohlchte der Juden. e) Förderung der Selbstarbeit des Schülers durch Schülerreferate. f) Bereitstellung entsprechender Lehrmittel, vor allem Herausgabe von Geschichtsbüchern, die unter Berücksichtigung der modernen Forschungen und in streng wissenschaftlicher Art geschrieben wurden. g) Vertiefung des gesamten Religionsunterrichtes durch Vermehrung der obligaten zwei Unterrichtsstunden durch unobligate. 4. Hat Ihre Partei, die Absicht,-im Rahmen des Kultusgemeindevorstandes für die Durchsetzung von Vorschlägen zur Reform des Religionsunterrichtes einzutreten und für sie zu stimmen? Ball jüdischer Mediziner. Kürzlich veranstaltete der Akademische Verein Jüdischer Mediziner seinen diesjährigen Bai!. Ein elegantes Publikum füllte die festlich dekorierten Räume des Schwarzenbergkasinos, als unter den Klängen des «Gaudeamus» der Rektor der Wiener Universität Professor Dr Rudolf Maresch an der Spitze der Herren des Ehrenkomitees durch das Spa’ier des Ballkomitees zur Estrade geleitet wurde. Nach dem- Vortrag der jüdischen Hymne, die von allen Anwesenden stehend angehört wurde, trat der Tanz in seine Rechte, der die Jugend unter den Klängen der Kapellen H. R. Korngo’d und Doktor Rosenfeld bis in die Morgenstunden in seinem Banne hielt. Neben der farbenfrohen Elegan* der Abendkleider wurde das Bild von den fast vollzählig in Farben erschienenen Mitgliedern der jüdisch-akademischen Verbindungen belebf. Es war ein schönes, frohes Pest, zu dem der Akademische Verein GroOfieiscüAauerei S1EGM. KORNMEHL Zentrale «X, ttergeasse K ie, a 1/-.-.-^ u. A 16-9-34 ueterant *Ur leilanstaPei Abteilungen für IM-Fleiach %u v u'.<£ ■«*•- untei Aufsicht des Ehrwürdigei. «aobinat» der Israeitischei Ku tuseemeinde W*en 4uiocu9le<>uno «otieit.o. <X, Bsr 'fass» <VH Währin^erstraße?ü jüdischer Mediziner geladen haue und das durch die Anwesenheit des Rektors und der Hochschulprofessoren repräsentativen Charakter erhielt. Im Ehrenkomitee sah man die Herren Universitätsprofessor Dr. Ernst Pick, Universitätsprofessor Dr. Heinrich Neumann, Universitätsprofessor Doktor Hans Königstein, Universitätsprofessor Regierungsrat Doktor Gabor Nobl, Universitätsprofessor Dr. Josef Gerstmann, Universitätsprofessor Dr. Leo Heß, Dozent Dr. Robert Willheim, Primarius Dr. Norbert Dohan, Dr. Alfred Löwy, Doktor Leonard Zweibel und Dr. Otto Gitliik V Die Veranstaltung, die als repräsentatives Fest der jüdischen Mediziner Wiens gedacht war, litt unter der beschämenden Tatsache, daß es in dem «von Juden so durchseuchten medizinischen Kreisen Wiens» so wenig Professoren und Dozenten der Mühe wert gefunden hatten, Ihre Zugehörigkeit zum Judentume durch Ihre Anwesenheit auf einem Feste zu bekunden, das vornehmlich a’s Repräsentationsfest jüdischer Mediziner veranstaltet wurde. Um so krasser wirkte die Abwesenheit der Berufenen, als der Rektor der Universität die Veranstaltung voll einschätzte und durch sein Er- | scheinen in ihrer Bedeutung würdigte. Heitere €tfte Während des russisch-japanischen Krieges fuhren einige Juden mit einem Popen in einem Eisenbahn• Waggon. Der Pope erzählte von den Siegen der russtsehen Armee: «Wir haben Tsilsikar erobert, wir haben Jokomo und Yakula eingenommen usw.* Darauf fragte ihn einer der Juden: «Sagen Sie mir, haben die Russen schon „Mieze meschuneh" eingenommen?» «Nein,* ant~ wartete der Pope, «noch nicht, aber Ihr könnt beruhigt sein, wir werden sicher auch Mieze meschuneh einnehmen.» Jüdistfter fport Fuilboll F. A. C.—Hakoah 9 :0 (5 :0) Rapidplatz. 6000 Zuschauer. Schiedsrichter Beranek. Von allen guten Geistern verlassen! Hakoah erlitt vergangenen Sonntag in diesem vielleicht entscheidenden Spiele eine Niederlage, deren Ausmaß geradezu unverständlich Ist Die Hakoahner fielen nach glänzendem, aber unglücklichem Start nach kaum viertelstündiger Spielzeit vollkommen um und machten zeitweise einen direkt hilflosen Eindruck. Folgende Momente waren für das Ausmaß der Niederlage entscheidend: 1. Die Einstellung des rekonvaleszenten Verteidigers Amster, der, kaum von seiner Verletzung geheilt, auf diesem schweren Boden versagen mußte. 2. Die Inferiorität des Hakoahangriffes, der gleich zu Beginn die glänzendsten Chancen vergab und in der Folg® ein Spiel produzierte, dessen Unzweckmäßigkeit kaum mehr übertroffen werden kann. Dieser unmögliche Angriff brachte die eigene Halvesreihe ins Wanken und die geschwächte Verteidigung war auf diesem schweren Boden gegen ihre flinken Gegner machtlos. 3. Das unglaubliche Glück der Flmidsdorfer, denen Jede Aktion gelang, während die Hakoahner oft wirklich vom Pech verfolgt waren. Wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn die Hakoahner aus ihrer .Generaloffensive zu Beginn des Spieles auch nur ein Tor erzielt hätten. 4. Taktische Fehler bei der Mannschaftsaufstellung. Bel diesem Boden waren Leichtgewichtler wie Ehrlich, Donnout feld und Freifeld unbedingt zu berücksichtigen. Es ist zwecklos, die Ijetstungen der Hakoahner näher zu besprechen, da von Leistungen diesmal nicht die Rede sein kann. Gerügt muß aber der unglaubliche Eigensinn der Hakoahstürmer werden, da die jüdische Mannschaft nur dann zu Erfolgen gelangen kann, wenn die Herrschaften sieh weniger auf Separatvorstellungen verlegen und sich dafür dem Ensemble mehr unterordnen werden. Und wenn die jüdischen Spieler nicht mehr Kampfgeist aufbrlngen können, dann werden sie sich davon überzeugen, daß der Mögen David auf der Hakoahdreß auch auf die letzten Ueberreste des Hakoahanhanges k<Mne Wirkung mehr ausüben wird. Den Schaden hätten in diesem Falle nicht die Zuschauer, die sich höchstens ein zweifelhaftes Vergnügen ersparen würden. Gegen eine unvermeidliche Niederlage wird kein vernünftiger Mensch etwas einwenden. Aber gekämpft muß werden! H. Sp. Rinäen Hirschl (Hakoah) gewinnt das Championat der Schwer*' gewichtler. — Nachtveranstaltung des österreichischen Kraftsportverbandes im Ronachergebäude. Zu dem großen Erfolg, den die Hakoah-Mannschaft In der Vorwoche gegen U. T. E. (Budapest) errang, gesellte sich der überlegene Einzelsieg des Hakoahners Hirschl am Samstag, 27. Februar, im Ronachergebände über die Elite der zentraleuropäischer Meister, Der Oe. K. V. scheute keine Kosten, um durch überlegene Gegner dem Hakoahner den Sieg schwer zu machen. Aber „Mikl“ Hirsch! arbeitete in bewundernswertem Stil und lieferte nebst seiner hohen Technik den Beweis, wie wichtig es ist, für eine derart bedeutende Konkurrenz die entsprechende Taktik aufzubringen. Durch eine Zerrung der Rückenmuskulatur im ordnungsgemäßen Training verhindert, war er gewiß nicht ln bester körperlicher Verfassung. Nachdem er im ersten Kampf den mährischen Meister Rudtn in 3.30 Minuten durch Aufreißen und Eindrücken der Brück* glatt erledigte, hatte er das Pech, sich im zweiten Kampfe gegen den ungemein kräftigen jugoslawischen Meister Nagy den Knöchel zu verstauchen. Nagy, ein ungemein muskulöser Ringer, war der geheime Tip der Fachleute, die behaupteten, daß der kräftige Jugoslawe überhaupt nicht’ auf die Schulter zu bringen sei. Aber in 9.20 Minuten zeigte ein prächtiger Hüftschwung Hlrschls, daß diese Ansicht eine irrige sei. Fünf Minuten Atempause waren nur dom Hakoahner gegönnt und er mußte zum Entscheidungskampfe Kein Gesinnungsgenosse darf fehlen bei mir als Kunde Chemische Men-PaM am ümsrilL Enurrt-BageHlnsiaH I* Walser. Wien, II., Taborstraße 43, Tel. A 49248, bringt sensationelle Voi s ifsonprelse bei verläßlicher und pedanter Arbeit. Mantel, Anzug, Kostüm von S 4.50; Wollwesten S -.95; Kleider von S 3.50 Nöte und Anzüge bügeln In IS Minuten 8 1.80 Kostenlose Abholung und Zustellung, Samstag geschlossen. Demnächst Eröffnung der neuen Betriebsräunft

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