Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 216 (25.2.1932)
- Date
- 1932-02-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Preis 35 g V. b. b. BEZUGS* BEIMNCUNGEN Oa»t«rr«teh aoe<t lieb 9 «her»«) ilhri 8 < 20, g«nf ,ahrl 8 l&- Dsutsddd. «n«rt«llihrl RM V- T eh e he sl o»s k »i >nert«l) K.t 24*— luiiualawiet> viertel lährl Dia 40 - Pols* <nart»l|lhi lieh Zier* 6*50 Ue«an> vlertstjlh» lieb Pangi 4*20 flu mint«» viertel Ui tao ehngea Ausland Vierteljahr! Sch«» I Pranken 4*50 5« Jahrgang cHurutü^/ Jtidistfke Zeitung Wien, Donnerstag, 25. Februar 1932 (18# Adar 569z) Er* cf eist jeefen Donnerstag Redafc ao» iind Adn»’"' Wien -' .. 23 T.. - Postsp* kr Oester/ Pole» 1«rhechc «loo'sk» liisoslav Nu rO rO CQ 4-> M sc? •h:cü CI -O -H o m > * 16 Im Rahmen des 75. semestralen Stiftungsfestes der Lese« und Ruduhallu JOdlschur HochschOIur In W|M| findet am Sonntag, den 28. d. Monats im Festsaale des Handelsmuseums, (Wien, IX., Berggasse 16) ein öffentliches statt Redner: Or. Josef Rufelsen (Mähr.-Ostrau), Präsident der Zionistischen Landesorganisation der C. S. R. Thema: Zur zionistischen Ideologie Ferner wird ein Vertreter der jüdischen Studentenschaft in der Tschechoslovakei über die „Fragen der jüdischen Studentenschaft i der C. S. R.“ berichten. — Eintritt frei l — Beginn 20 Uhr. findet am Sonntag,’ den 28. d. Monats im Festsaale Meeting Keine Vevxiehtpotitik der Leitung dev xionistischen Organisation «Die Phantasien des Herrn Jaboliiufcy» Das Zentralorgan der Zionistischen Weltorganisation «Haolam» schreibt unter dem Titel «Die Phantasien des Herrn Jabotinsky»: Herr Jabotinsky hat im «Hajnt» und im «Rassviet» einen Artikel veröffentlicht unter dem Titel «Das Ende der Balfour-Deklaration?», in dem er sich ausführlich mit dem Inhalt der inzwischen in der Presse veröffentlichten angeblichen Vorschläge des Ex-Khediven über eine jüdisch-arabische Round Table-Konferenz auf Grund der Kantonaleinteilung Palästinas beschäftigt... Herr Jabotinsky, der sich für berufen hält, anderen Leichtsinn vorzuwerfen, mächt fn diesem Artikel den Versuch, dem Leser einzureden, die Zionistische Exekutive stehe eigentlich bereits mitten in einem Komplott mit der britischen Regierung zur Abschaffung der Balfour-Deklaration, und natürlich dürfen Herr Jabotinsky und die von ihm geführte Revisionistische Union das nicht zulassen. Herr Jabotinsky zitiert aus der Rede Professor Brodetskys bei der unlängst gehaltenen Konferenz der englischen Zionisten den folgenden Satz: «Im Laufe der allernächsten Monate werden wir wahrscheinlich’vor eine äußerst schwierige Aufgabe gestellt werden — die Annahme sehr wichtiger Beschlüsse, ganz unabhängig davon, ob der French- Bericht gut oder schlecht sein wird.» Daran schließt Herr Jabotinsky die folgende Bemerkung: Damals war es unklar, worauf er sich bezog. Nun ist es klar: die Regierung hat mit den arabischen Führern eine Vereinbarung geschlossen, die zum Ziele hat, das Mandat und die Balfour-Deklaration zu vernichten und die ersten Schritte auf dem Wege zur Schaffung einer «arabischen Föderation» einzuleiten, wobei den Juden, als Trost, «jüdische Kantons» gewährt werden sollen; und die zionistische Exekutive weiß bereits, daß die Regierung den Versuch machen wird, sie zu zwingen, diese Vereinbarung anzunehmen und wieder einmal zu erklären, daß die auf diese Weise geschaffene Lage «zufriedenstellend» sei; und dies sind jene «sehr wichtigen Beschlüsse». Darauf ist nur so viel zu sagen, daß Herr Jabotinsky hier in der unverantwortlichsten und leichtsinnigsten Weise phantasiert. Es sei ein für allemal festgestellt, daß bis zum heutigen Tage weder von Seiten der Regierung in Palästina, noch von irgend einer anderen Seite an die Exekutive mit diesem oder ähnlichen Vorschlägen herangetreten wurde. Das Material, auf das sich die ganze so geräuschvolle «Aktion» der Revisionisten stützt, d. h. die von der JTA bereits veröffentlichten angeblichen Vorschläge des «Ex-Kheciiven», sowie der angebliche Brief des Mufti, sind zwar seit mehreren Wochen im Besitze der Exekutive gewesen, aber die Exekutive hat die Quelle, von welcher das Material an sie gekommen ist, für so unvertrauenswürdig gehalten, daß sie keinen Grund gesehen hat, ihm irgendwelche Bedeutung beizumessen. Es sei ausdrücklich festgestellt, daß die Revisionisten ihre ganze Aktion unternahmen, ohne auch nur den Versuch gemacht zu haben, von der Exekutive zu erfahren, ob und was sie über das Material wisse und ob und was sie unternehme. Die oben zitierten Worte von Professor Brodetsky haben mit dieser ganzen Angelegenheit nicht das geringste zu tun. Prof. Brodetsky sprach über die allgemeine politische Situation und insbesondere Über die Frage des Ländentwicklungsplanös und. des Berichtes von French, der in einigen Wochen zu erwarten ist.; Ob nun der French-Bericht — über dessen Inhalt trotz aller verfrühten Meldungen noch nichts bekannt ist — für uns günstig oder ungünstig sein wird, und was immer das Schicksal des Landentwicklungsplanes sein mag, so Ist doch für jeden Zionisten klar, daß die Beschlußfassung über die Stellung der zionistischen Bewegung und der Jewish Agency zu diesen Dingen von höchster Bedeutung für unser ganzes Werk ist Das ist das einzige, was Brodetsky gesagt und gemeint hat. Und es ist sehr charakteristisch für die revisionistische Art, die wichtigsten Probleme des Zionismus zu behandeln, daß Herr Jabotinsky es für richtig hält, diese ln einem ganz anderen Zusammenhang gemachten Ausführungen Brotdetszys dazu zu benutzen, die neueste revisionistische Panik-Aktion durch sie zu stützen. Wir müssen die Bewegung auch bei dieser Gelegenheit vor dieser Stimmungs- und Panikmache warnen. Benjamin Cardozo - Oberster ameiihan scher Richter Washington, 16. Februar. (J. T. A.) Der Präsident der Vereinigten Staaten, Herbert Hoover, ernannte den berühmten jüdischen Rechtsgelehrten Benjamin Cardozo zum Richter am Obersten Gericht der Vereinigten Staaten. Dieses höchste amerikanische Tribunal zählt nunmehr zwei Juden zu Mitgliedern: Louis D. Brandeis und Benjamin N. Cardozo. Die jüdische Presse würdigt die Tatsache der Ernennung Cardozos in Leitartikeln und schreibt, Präsident Hoover habe mit diesem Schritt den Nationalsozialisten in Deutschland, den Nationaldemokraten in Polen und den Cuzisten in Rumänien, sowie allen denen, die den Antisemitismus in Amerika einzuführen versuchen, die richtige Antwort gegeben. Cardozos und Brandeis’ Karriere sei auch eine Lehre für die jüdische Jugend Amerikas, die daraus erfährt, daß Treue zum Judentum kein Hindernis sei, sich in großen Leistungen hervorzutun. Der LandentwiclilungsDlaii und das jüdische Natioaalheim Lewis French ändert seinen Bericht ab "«Jewish Chronicle» erfährt, daß Lewis French, der Landentwicklungsdirektor, eine Revision seines der Regierung bereits übergebenen allgemeinen Teils des Berichtes über die Landentwicklung in Palästina vorgenommen habe, und daß auf Grund dieser Revision 15 Seiten des Berichtes, die die Einwanderungspolitik und Bodenkauf durch Juden betreffen, inhibiert und völlig neu geschrieben worden sind. «Jewish Chronicle» ist der Ansicht, daß die Aenderungen im French-Bericht auf Grund eines scharfen Einspruchs zionistischer Führer, insbesondere des Keren Kajemeth-Direktors M. M. Ussischkin, gegen die ursprüngliche Fassung des Berichtes erfolgt sind. Auch habe der neue High-Commissioner, General Sir Arthur Grenfell Wauchope, seine eigenen Ansichten über diese Fragen, die in einem hohen Maße von denen Lewis Frenchs abweichen. Lewis French sah sich deswegen veranlaßt, seine im ursprünglichen Bericht niedergelegten Ansichten in entscheidenden Punkten zu revidieren. Sitzung der zionistischen Exekutive L 0 n d 011,18. Februar. (J. J* A.) Am}7. Februar begann in London eine Beratung der Exekutive der Zionistischen Weltorganisation, an der Dr. S. Brodetsky, Emanuel Neumaiin, Bprl Locker und Dr. Werner Senator iefltiehmen. Zur Behandlung stehen politische, wirtschaftliche und finanzielle Angelegenheiten des Palästina-Werkes. Anf Vorschlag von Emanuel Neuman wurde der Präsident des Zionistischen Aktions-Comitees Leo Motzkln eingeladen, nach London zu kommen, um an den Beratungen der Exekutive teilzunehmen. Leo Motzkin traf auch am 18. Februar in London ein. Ein 3.de zu drei Mren Btfongnis verurteilt Nachklang zum Wilnaer Pogrom Wilna, 21. Februar. (J. T. A.) Das Gericht in Wilna verurteilte den jungen Juden Salman Rubin wegen Mißhandlung eines nichtjüdischen Studenten am 9. November 1931, dem Tage des Wilnaer Pogroms, zu drei Jahren schweren Kerkers. Rubin führte zu seiner Verteidigung an, er habe gesehen, wie der Student auf eine jüdische Frau einschlug, und habe sich dieser Frau angenommen. Das Urteil gegen Rubin ist das schwerste in der Reihe der Prozeßurteile im Zusammenhang mit dem Wilnaer Pogrom. Wie bekannt^ sind die meisten bisher Verurteilten Juden. Eine Pro-Palästina-Zeitschrift amerikanischer Nichtjuden Die Pro Palestine Federation in Chicago, eine Abteilung der Pro Palestine Federation of America, hat mit der Herausgabe einer Zeitschrift, «Pro Palestine Herald», begonnen. Die Zeitschrift will, wie es im Programmartikel heißt, «die Stimme des christlichen Amerika zugunsten des Jüdischen Nationalheims in die Waagschale werfen». Ferner will die Zeitschrift «ehrliche Annäherung, loyale Freundschaft und gegenseitige Achtung zwischen Juden und Nichtjuden, basierend auf einer gerechten Würdigung der historischen Probleme des unter den Völkern der Erde zerstreut lebenden jüdischen Volkes sichern». Das erste Heft der Zeitschrift enthält Beiträge über Zionismus, Araber- und Palästina- Mandat, Antisemitismus in Europa u. a. m. Als Herausgeber zeichnen Charles Edward Russell, George L. Scherzer, John Haynes Holmes, Fred B. Zimmerman und A. B. Elias. E I iirlmiiacM lat Tel-Awlw /19. Hin 19ia / /opliiensäl«