Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 215 (18.2.1932)
- Date
- 1932-02-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3053752-3053963-3053970--2802-3058248- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
V. b. b. Preis 35* BEZUGS BEIMNOl INGEN OMiwisich ttonat Heb S 1\L *ierf«) lihri S «2o «an» (Ihr! S 16’- Dvuraehld «wrtsl lihri KM V- T*ch«choslow«k#i >«•««1) K.« W — 'uKosIm«» lihri Du» 40 - Pol** *•#»• liih» beb Zldt> 6*A0 Ungarn vtartalilhi Heb Pangt* 4*20 flu minie» «n«*rt#l Chfl 120 •hn|t« Ausland viarteljphrl Sch» Franke» 4*50 Jüdisäke Zettunit ErscI eirt jec'en Donnerstag Reriak nc*» und Adnimfafrano» Wien I. K ernme» •fraA# 2b f.| R.2*7 4»Bd Postsparkassen konti Oesten D U334f Pole» tqi.lQc T arhecho- «totvaket S00 2Jf lugoaUwiep 40 8*?Q 5* janr^aag Wien, Donnerstag, 18. Februar 1932 <11. Adar 5694) Nummer 211 :lil in Tel-Awi h? / 19, Min 193» / /ppliiemälf. Fälschung oder Provokation? Ein angeblicher arabischer Vergieichsvorschiag Die. Union der Zionistenrevisionisten veröffent- | licht eine. Nachricht, daß arabische Kreise in einem Brief einen Vergleichsvorschlag des Ex-Khediven von Aegypten über eine jüdisch-arabische Zusammen- ' arbeit versenden. Es bleibt einstweilen abzuwarten, ob das in London kolportierte Dokument echt ist, ob es ein Versuchsballon oder gar eine Fälschung ist. Schließlich ist es auch* 1 2 3 4 5 6 7 nicht von der Hand zu weisen, ob es sich nicht um einen Versuch der Revisionisten handelt, Diskussionen im zionistischen Lager heraufzubeschwören. Wir wissen, daß der Exekutive die angeblichen arabischen Vergleichsvorschläge bekannt waren, daß sie jedoch einezuwartende Haltung einnimmt, sol4Uige die Echtheit des Dokuments nicht feststeht. Es scheint auch festzustehen, daß das-Kolonialamt bisher das publizierte Dokument nicht besitzt. Es spricht viel dafür, daß es sich um eine Fälschung handelt. Angeblich soll ja der Brief vom Mufti stammen, der also eine gewaltige Frontschwenkung vorgenommen hätte. Wir müssen es uns daher versagen, schon jetzt zu dem angeblichen Vergleichsvorschlag Stellung zu nehmen und veröffentlichen nur den Bericht der ITA, den diese unter allen Vorbehalten bringt. Nach dem ITA-Bericht laufet der fragliche Brief: Sehr geehrter Henri Von Seiner Eminenz, dem Groß-Mufti, wurde ich gebeten, Ihnen die uns von Sefcier Hoheit Abbas HM ml, Ex-Khediven von Aegypten, gemachten Vorschläge nebst der Meinung der arabischen Exekutive zu denselben zu übermitteln. Sie werden sich erinnern, daß sich die ersten Vorschläge als für uns völlig unannehmbar erwiesen haben. Diesen Vorschlägen aber wenden wir unsere ganze Auf merksamkeit zu, und wir würden es als eine große Hilfe für uns ansehen, wem Sie uns Ihre und die Ansichten unserer Freunde in England freundlichst zuleiten würden. Die neuen Vorschläge stellen es als notwendig hin, Palästina als einen einzigen geschlosse. an Staat bestehen zu lassen, der sich allmählich einer Arabischen Föderation anschließen könnte. Dies spricht uns an, andererseits gibt es in der Arabischen Exekutive eine Gruppe, die diesem Plan entschieden opponiert Es besteht immer noch das Gefühl, daß wir — hauptsächlich wegen unserer inneren Differenzen in der Vergangenheit — unser Mutterland an ein Volk verloren haben, das vor Jahrtausenden das Land verließ und das sich nun seinen Reichtum und politischen Einfluß zunutze macht, um uns unseres Bodens zu berauben. Es war schwer, dieses Gefühl zu überwinden, gleichzeitig aber muß anerkannt werden, daß sie in das Land gekommen sind, und daß es nicht mehr möglich sein wird, s i e 1 ö s z u w e r d e n. Wir verstehen nicht, warum Syrien eine Verfassung bekommen soll, und wir nicht Die von Seiner Hoheit gestellte Hauptfrage ist: Können wir zu einer Verständigung mit den Juden kommen und das große Hindernis in unserem Wege forträumen? Wir werden dankbar sein, wenn Sie der Zusammenfassung der von Seiner Hoheit vorgebrachten Vorschläge Ihre Aufmerksamkeit zitwenden und uns dies wissen lassen werden. Viele Freunde In der Arabischen Exekutive, unter Ihnen Seine Eminenz, harren Ihres Rates und Vorschlages. Ich bin Ijir ergebener . . . (folgt Unterschrift) Dl# Vorschläge: Das Hauptprinzip, auf dem in Zukunft der Staat Palästina basieren muß, ist eine stärkte) n h e i t- M A K K A B |\^ AKADEMIE x LU er N SAMS TA G 20. FEBER 1932 HOTEL „POS T 8 UHR ABENDS I. FLEISCHMARKT NR. 24 150 1- -50 > N > > XJ 1 y liehe Zentrairegierung, gebildet auf konstitutionelle Art in Uebereinstimmung mit den Volks wünschen, die sich ausdrücken durch einen gewählten Rat, dem Vertreter der Landesbewohner angehören. Es wird vorausgesetzt, daß die arabische und die jüdische Gemeinschaft wünschen, in Harmonie miteinander zu leben und für das Wohl des ganzen Landes zu arbeiten, ferner wünschen, daß Palästina als Staat In der Welt die gleiche Position wie jetzt unabhängige und sich selbst regierende Länder einnimmt Sie Fortsetzung des dtomanes von Mvigdor Mameiri, .,£>er große Wahnsinn“, mußte in dieser Hummer irr« folgc großer Fii, ie a&tuetten Jtlateriais entfalten Araber und Juden müssen zu einem restlosen Einverständnis über die Angelegenheiten gegenseitigen Interesses gelangen, bevor sie gemeinsam daran gehen können, die Neubelebung Palästinas als eines selbständigen Staates herbeizu- . fuhren. In Jerusalem oder in einem anderen beiden Teilen genehmen Orte soll eine RoundTable- Konferenz zwischen den arabischen und den jüdischen repräsentativen Führern abgehalten werden, in der unter dem Vorsitz einer von beiden Rar« telen akzeptierten und von der englischen Regierung gebilligten Persönlichkeit alle Differenzpunkte zwischen den beiden Gemeinschaften behandelt werden. 1. Die Round Table-Konferenz erörtert die kflnf11ge Verfassung Palästinas; 2. setzt die Bedingungen fest, unter denen arabische und jüdische Vertreter zu einer Zusammenarbeit bereit wären; 3. erörtert die Möglichkeit einer Sicherung a) der Geschlossenheit Palästinas, b) des Ideals eines N ationalheims f ür die Juden, c) der Wahrung der Rechte und Privilegien von Arabern, die seit mehreren Jahrhunderten das Land besaßen. 4. Zu den zur Erwägung zu stellenden Vorschlägen gehört ein Vorschlag, der sich mit der E i nteilung Palästinas in administratlveGebfeteauf einer neuen Basis befaßt, dergestalt, daß die Interessen der Juden ln einer Verwaltungseinheit konzentriert werden, die das Nationalheim der Juden genannt wird, 5. Dieser Distrikt wird einen Teil des Staates Palästina bilden, wird unter einer Verfassung stehen, die der jüdischen Gemeinschaft volle Autonomie ihrer inneren Angelegenheiten sichert, gleichzeitig Ihr ihren angemessenen Anteil an der Regierung des Gesamtlandes garantiert. 6. Sind die arabischen und jüdischen Repräsentanten bereit, diese vorläufigeBasiszu akzeptieren, dann ernennt die Round Table-Konferenz ein Subkomitee zur Festsetzung der Grenzen des Distriktes, der für das jüdische Naticoalheim reserviert werden soll. 7. Gegenwärtig besteht innerhalb der arabischen Exekutive eine scharfe Differenz hinsichtlich der Frage, ob das zu reservierende Gebiet genau mit dem Verhältnis der jüdischen zur arabischen Bevölkerung, wie es durch die letzte Volkszählung ermittelt wurde, übereinstimmen soll. Die arabische Exekutive wünscht, diese Fragen mit ihren Freunden zu erörtern und die Ansicht des Komitees in England zu erfahren. Histadruth Iwrith, Brith Iwrith olamit— Die hebräischen Schriftsteller aus Palästina, A. Steiflttiatin und A. Schlonsky sprechen über die neuen Strömungen in der hebräischen Literatur Sonntag, den 21. Februar, 8 Uhr abends, im Herzl-Saale, II., Untere Augartenstraße 38. Karten bei: Buchhandlung M. Rath, II., Taborstraße 20a, Keren Kajemeth, I., Kärntner- - _straße 28, Zionistische Bezirkssektion, II., Praterstraße 13.