Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 209 (6.1.1932)
- Date
- 1932-01-06
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 8 Dlt SUMME Nr. 209 — 6. Jänner 1932 Zionistisches Leben in Wien Frieda Haber Eine unserer besten Gesinnungsgenassinnen, die langjährige Obmännin der Frauensektion Leopoldstadt und Mitglied des Präsidiums der österreichischen Wizo, Frau Frieda Haber, ist Sonntag, den 3. Jänner, gestorben. Alle, die s;c kannten, wissen, daß nun in den Reihen der zionistischen Frauen in Wien eine große Lücke entstanden ist, daß ein Mensch von ungewöhnlichen Qualitäten, den man schwer wird evsetzen können, dahingegangen ist, eine Frau, deren Andenken in den dankbaren Herzen ihre- Mitarbeiter lange weiter leben wird. Sie war eine der Besten und der Aktivsten und mit ihrem ganzen Herzen der Zionssache ergeben. Wie groß ihre Liebe für die Idee, der sie ihr ganzes Leben gewidmet hat, war, beweist die Tatsache, daß sie noch am Sterbebette an ihren Mann und ihre Kinder die Mahnung richtete, dem Zionismus treu weiter zu dienen. Das war der letzte Wille der Frau Frieda Haber. Sie war die Tochter eines bekannten führenden Gesinnungsgenossen aus Polen, Aron Leib Lagstein, von dem sie die Treue zum jüdischen Volke erbte. Frieda Haber war eine echte jüdische Patrizierfrau, sehr gebildet, immer liebenswürdig, von hervorragenden gesellschaftlichen Qualitäten. Das Haus, das sie führte, war eines der schönsten unter den jüdisch-zionistischen Häusern Wiens. Die Wiener Zionisten werden nie vergessen, was diese Frau für unsere Idee in ihrem Wirkungskreise leistete; sie werden immer der Aufopferung, der Hingabe und der Liebenswürdigkeit gedenken, die im Wesen der Verblichenen wurzelten. Jeder, der sie kannte, mußte sie Heben, bewundern und hochschätzen. Das Schicksal wollte, daß sie in der Blüte ihrer Jahre sie starb im Alter von fünfundvierzig Jahren — von uns ging. Ihr Andenken wird aber bleiben und Früchte tragen. Dienstag, den 5. Jänner, halb 1 Uhr mittags, fand das Leichenbegängnis statt. In der Zeremonienhalle am Zentralfriedhof, IV. Tor, fanden sich ein: Mitglieder des Zionistischen Landeskomitees, viele Gesinnungsgenossen der Bezirkssektion Leopoldstadt und andern Sektionen Wiens, Mitglieder der Wizo, wie auch anderer Organisationen, denen Frau Frieda Hater angehört hatte. Am Leichenbegängnis nahmen ferner teil: Mitglieder der Vereinigung Wiener Auslandberichterstatter mit Prof. Decsey, sowie der Vereinigung Jüdischer Auslandberichterstatter mit Präsidenten Henisch an der Spitze. Den beiden Vereinigungen gehört der Gatte der Verstorbenen, Siegmund Haber, als führendes Mitglied an. Eine große Anzahl von Freunden, deren Frau Frieda Haber so viele hatte, fand sich ein, um der verehrten Toten das letzte Geleite zu geben. An der Bahre sprachen Dr. Oskar Grünbaum im Namen des Zionistischen Landeskomitees für Oesterreich, Frau Dr. Blanka Federn-Lifschütz im Namen der Wizo, Dr. Dagobert Rybaczewski im Namen der Zionistischen Bezirksorganisation Leopoldstadt, Prof. Moses Rath für die Verwandten, Dr. Lilienfeld für den Verein der Zaleszczykier und Herr Brückl für den Verein «Nord-Ost». Die Redner sprachen dankbarst und in tiefster Rührung von den wunderbaren Eigenschaften der Dahingeschiedenen und betonten ihre hingebungsvolle Arbeit auf allen jüdisch-nationalen Gebieten. Es waren keine Ansprachen, eher schlichte, vom Herzen kommende Worte der Dankbarkeit und der Verehrung, mit denen alle von ihr Abschied nahmen. Am offenen Grabe sang dann Oberkantor Gerson Margolies das «El mole rachmim». Um Frau Frieda Haber trauern in erster Reihe ihr Gatte Siegmund Haber und ihre beiden Kinder, aber über den nächsten Familienkreis hinaus auch das ganze zionistische Wien. Die Arbeit des Keren Ka]e* meth Doppel Jubiläum (50 Jahre Chibbath Zion und 30 Jahre Keren Kajemeth). Zusammenkunft der Vertrauensmänner der Zionistischen Organisation 'zwecks Besprechung der Art der Feier des Doppeljubiläums (50 Jahre Jischuw und 30 Jahre Keren kajemeth), einberufen vom Zionistischen Landeskomitee und vom Keren Kajemeth, findet am Montag, ‘den 11. Jänner 1923, %8 Uhr abends, im großen Saal der Zionistischen Sektion Leopoldstadt statt. Jubiläumsveracistaltung der zionistischen Jugend zugunsten des Keren Kajemeth. Am Montag, den 18. Jänner, findet im Heime des «Zirenu» die erste Probe statt. Die Gruppen, die die Art ihrer Mitwirkung mitgeteilt haben, sowie diejenigen, die es noch nicht getan haben, werden auf diesem Wege ersucht, um 7 Uhr abends in diesem Heime, IV., Rampersdo^erstraße 1 (Wiedner Hauptstraße 130), zu erscheinen. Selbstkontingente der Jugendgruppen. Der «Brith Mischmar Haowdim — J. S. A. J.» hat die erste Teilliste seiner Selbstkontingentler überreicht. Sie umfaßt 26 Personen; Gesamtbetrag der Selbstkontingente S 230.—; die einzelnen Seibstkontingente bewegen sich zwischen S 5.— und S 25.—. Thoraspenden. Es gingen ein: Vom Tempel VIII., Neudeggergasse, S 125.— (Bar Mizwah Schärf); Beth Aharon 1V/V. S 80.—; Tempel «Beth Israel» II., Leopoldsgasse, S 90.—; Kultusgemeinde Groß-Enzersdorf S 33.—. Garten auf Namen der Frau Frieda Haber s. A. Frau Habermann, eine Freundin der Verewigten, hat angeregt, daß auf deren Namen im Chajes-Walde ein Garten gestiftet werde; Frau Habermann hat den ersten Baum gestiftet und es unternommen, eine Sammlung einzuleiten. Sammlung bei einer Promotion. Anläßlich der Promotion des Gg. Dr. Liechtenstein in Graz wurde eine Sammlung veranstaltet, die S 50.— ergab. Büchsenleerung. Die Büchseninhaber werden gebeten, gelegentlich der jetzt stattfindenden Büchsenleerung ihre Büchsen bereitzuhalten, damit die freiwilligen Mitarbeiter nicht genötigt werden, vergebliche Besuche zu machen. Es wird gebeten, nur solchen Personen die Leerung zu gestatten, die im Besitze einer auf die laufende Leerung lautende Legitimation sind. Die Leerung an Sabbathen und an späten Freitagnachmittagen ist absolut unzulässig. Gebrauchte Marken. Das Hauplbureau des Keren Kajemeth hat in London eine Zentralstelle für die Verwertung gebrauchter Marken errichtet. Alle Gesinnungsgenossen und Freunde des Keren Kajemeth werden gebeten, diese Marken zu sammeln und sie an uns abzuführen. Hochzeitssammlungen. Sammlungen bei Hochzeiten und sonstigen Familienfeierlichkeiten sind eine bedeutende Gelegenheit zur Durchführung von Sammlungen zugunsten des Keren Kajemeth. Die Gesinnungsgenossen werden gebeten, 1. die ihnen bekannt gewordenen Hochzeiten, speziell die Diners (Ort und Zeit), unverzüglich dem KKL-Bureau mitzuteilen; 2. Sammlungen bei solchen Gelegenheiten in ihrem Bekanntenkreise durchzuführen. Die Sslbstkontingentler haben die Möglichkeit, bei diesen Gelegenheiten ihre Kontingentpflicht zu erfüllen. Eintragung Dr. Chaim Tartakowers in das Goldene Buch Die zionistische Jugend Wiens beschloß, Herrn Dr. Chaim Tartakower anläßlich des 30jährigen Jubiläums des jüdischen Nationalfonds und in Anerkennung seiner wertvollen Bemühungen um die Mitarbeit der Jugend, in das Goldene Buch des Keren Kajemeth einzutragen. Jüdischer Jugendbund Blau-Weiß. Zionistische Mädchenvereinigung Mirjam. Zionistische Mittelschulvereinigung Massadah. Brith Trumpeldor. Vereinigung zionistischer Mittelschüler. Z. M. V. Jedidea. Z. M. V. Giskala. Haschomer Hazair. Brith Hanoar Hamisrachi. Schulgemeinde des Chajes-Realgymnasiums. Vereinigung der zionistisch-demokratischen Jugend. Makkabi-Hazair, Brith-Zirenu. Zionistische Jugendgemeinschaft Brith Herzl. Gdud Zeirim. Jüdischer Pfadfinderbund Oesterreichs. Z. T. V. Jordania. Brith Mischmar Haowdim. Haschomer Hadati. Histadruth Gordonia. Z. M. V. Balfoura. Z. M. V. Tiberia. Das Palästinaamt Wien veranstaltet im März 1932 eine Gesellschaftsreise nach Palästina. Die Abreise von Wien erfolgt am 15. März, die Einschiffung in Triest am 16. März, Ankunft in Jaffa am 21. März 1932 (einen Tag vor Purim). Die Reiseteilnehmer werden also die Möglichkeit haben, den schönsten Purim der jüdischen Welt in Tel-Aviv mitzumachen. Ueberdies werden sie in der Lage sein, an der im März 1932 stattfindenden «M a k k a b I a h» teilzunehmen, sowie die Levante Messe ln Tel-Aviv (vom 7. bis 30. April) zu besuchen. Die Reise bezieht sich bloß auf die gemeinsame Fahrt nach Palästina, während in bezug auf den Aufenthalt Im Lande und die Rückreise keine Bindung für Teilnehmer besteht. Jeder Reiseteilnehmer kann somit Innerhalb der Gültigkeit seines Touristenvisums unabhängig von den übrigen Teilnehmern die Rückreise antreten. Die Schiffsreise Triest—Jaffa oder Haifa und retour in der 3. Klasse auf einem Dampfer der direkten Palästina-Linie des Lloyd Triestino kostet zirka 375.— österr. Schilling inklusive Bett und Verpflegung. Bel einer Teilnchmc.imhl von mindestens 12 Personen verbilligt sich die Bahnfahrt nach Triest um zirka 25%. Anmeldungen werden bis 10. Februar beim Palästinaamte, Wien, I., Kärntnerstraße 28 (Telephon R-27-4-86) angenommen. Personalien Die Schwester Benjamin Segels gestorben. Vor einigen Tagen starb die Schwester des hervorragenden jüdischen Schriftstellers Benjamin Segel s. A., Fräulein Liba Segel. Die Verstorbene gehörte zeitlebens zu den glühenden Anhängern der zionistischen Bewegung und zeichnete sich durch ungewöhnlichen Edelmut aus. Diese stille, sich stets für andere aufopfernde Frau wird unvergeßlich bleiben der großen Schar ihrer Freunde, die in ihr eine von wahrhaftem Ethos beseelte Jüdin hochschätzten. Der Schwester der Verstorbenen, unserer bewährten Ggn. Frau Helene Ueberall, wendet sich allgemeine Teilnahme zu. Vermählung. In Paris fand die Trauung des Heim Benno Paßweg, des Sohnes unserer Gesinnungsgenossen Salomon und Sabine Paßweg, mit Fritzi Teicher statt. Wir gratulieren herzlichst. Geburtsanzeige. Dr. Abraham Schmerler, Vorstandsmitglied der Zionistischen Sektion Leopoldstadt, zeigt die Geburt eines Sohnes an. Wir gratulieren herzlichst Anhiindi&un&tn und JUitteitungen Die Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt gibt folgendes "VVocTicnprogramm bekannt Donnerstag, 7. Jänner, 8 Uhr: Die Gesprochene Zeitung. — Freitag, 8. Jänner, 7 Uhr: Chumeschvortrag. — Samstag, 9. Jänner. S bis Uhr; Konversationskurs: 6 bis 7 Uhr: Literaturkurs unter Leitung von Prof. Rath. — Montag, 11. Jänner: Gesellig, keitsabend; halb S Uhr: Ausschussitzung. —• Donnerstag, 14. Jänner, halb 8 Uhr: Vortrag des Verbandes der Allgemeinen Zionisten: Dr. Simon Horovitz: Soziale Ethik und Einrichtungen bei den Juden. Generalversammlung der Volksbibliothek „Zion.“ Mittwoch, den 13. d., 8 Uhr abends findet im Lokale der Volksbibliothek „Zion", II., Kleine Mohrengasse 8 die General. Versammlung statt Tagesordnung: 1. Bericht 2. Wahl einer neuen Leitung. 3. Anträge. 4. Eventualia. Jüdischer Pfadfinderbund Oesterreichs. Unser neuntägiges Winterlager in Eisenerz am Fuße des Hochschwabs Ist äußerst harmonisch verlaufen. Bel prächtigem Wetter in äußerst reizvoller Umgebung konnten wir so recht der uns anvertrauten jüdischen Jugend die nötige körperliche Stählung geben. Täglich fanden unter Leitung geübter Skiläufer Skikurse für Anfänger, Vorgeschrittene und Geübte statt. Herrliche Bergtouren, die sich auch auf mehrere Tage erstreckten, wurden mit einem erfahrenen Bergführer — der Schuldirektor des Ortes hatte sich uns liebenswürdigerweise zur Verfügung gestellt — unternommen. Ein Abfahrtslauf; der auf der Gebirgsstraße Freblchl—Eisenerz veranstaltet wurde, brachte durchwegs sehr befriedigende Ergebnisse, Grabsteinsteilung. Für den vor Jahresfrist dahingeschiedenen Herrn Regierungsrat Direktor Dr. Salomon Krenberger sowie für seine Ihm im Tode rasch nachgefolgte Gemahlin, wird am Sonntag, den 10. d.f halb 11 Uhr, — IV. Tor, Gruppe 9 a, 2. Reihe, Grab Nr. 4 — der Grabstein gestellt. An dieser Feier werden alle jene Korporationen Anläßlich des Ablebens von Frau FRIEDA HABER kondoliert ihrem Gatten Siegmund Haber und ihren beiden Kindern herzlichst Das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich. Die Vereinigung Jüdischer Auslandsberichterstatterkondoliert ihremMitgliede Sie** m und Haber zum Ableben seiner Gattin Frieda Die zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt drückt ihrem AusschußmitgUede, Herrn SIEGMUND HABER anläßlich des Ablebens seiner Gattin Gg. Frieda Haber ihr tiefstes Beileid aus.