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Die Stimme · 1931-12-31 · Heft 208 (31.12.1931) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 208 (31.12.1931)
Date
1931-12-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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V. b. b. BEZUGS BEDINGT INGEN Oe»t«n«lc* Auttal uh S I%JL »hrl S F?u, «an* »hfl 6 16« >**uf«ehld. vtartal shrl RM ir *(>h«cho«l0tt*l» />*»ft#|j K< 24 - ugo«Uu'ie» ührl Dm 40 - Poia* <nattal<lhi lief» Zlot> 6 ^1 Linear» vtortahäht lieh Pangj 4‘2t Ruolnitt «iartal Cirl l«i 120 •brt|«* Aualano viarteljXhrl Sch» Pranke« 4'SO 4« lahrgang Jüdisdke Zeitung Wien, Donnerstag, 31. Dezember 1931 (21. Tebeth 5692) Preis 35g Erid eint fec'ea Donnerstag ft«<1ak net« und A<immi*itnior Wien I. P «rntftei «iraAe 2f* Tal R.2*7 4 84 Postsparkaas« konti Oearen D 113. Pole» 191 Iarhecho* «loo'akei SOC •iiRoalawien 4« Nomine 9 äm .‘S Sokotows Umevikaveise Eine neue Epoche des Der Präsident der Zionistischen Organisation und der Jewlsh Agency, Nahum Sokolow, begab sich, wie bereits berichtet, nach den Vereinigten Staaten, ln zionistischen Kreisen wird dieser Reise eine besonders große Bedeutung zugeschrieben. Neben der Kampagne für den Keren Hajessod wird Präsident Sokolow in Amerika auch eine wichtige politische Aktion einleiten. Im Warschauer «Moment» finden wir folgende interessante Bemerkungen über Sokolows Reise: «Die Reise des Präsidenten Sokolow nach Amerika verfolgt nicht nur den Zweck der Geldersammlung. Es Ist von Wichtigkeit, daß die führenden Persönlichkeiten des amerikanischen Judentums von Sokolow über die Lage aufgeklärt werden und daß der Einfluß der amerikanischen zionistischen Kreise wieder eine Rolle bei Beziehungen zwischen der Mandatsmacht und dem Jüdischen Volke zu spielen beginne. Prof. Weizmann, einem alten Gegner Brandeis’, fiel es schwer, mit den Persönlichkeiten aus dem Brandeis-Lager zu verhandeln, die nunmehr mit Llpsky an der Spitze der Organisation in den Vereinigten Staaten stehen«, Aber für Sokolow, der Brandeis* Lehrer im Zionismus war, kam nun der richtige Äügänblick, mit ^tem Mitglied des Obersten Gerichtshofes in Amerika, Brandeis, zusam- Uienzukommen und abermals die zionistischen Probleme von dem Standpunkte aus zu betrachten, den Brandeis und Frankfurter vor zwölf Jahren eingenommen haben. Der Besuch, den Sokolow vor seiner Abreise dem englischen Außenminister Sir Simon, einem Freunde und Anhänger von Brandeis, abstattete, sowie der Besuch, den Lord Readlng demnächst Palästina machen wird, sind mit dieser neuen politischen Kampagne unmittelbar verbunden, deren Aufgabe es ist, ein neues I Kapitel in der Geschichte des Zionismus zu eröffnen. I Jerusalem, 26. Dezember. (J. T. A.) Die offiziellen Ziffern der letzten palästinensischen Volkszählung, betreffend Jerusalem, sind noch nicht bekanntgegeben worden. Aus zuverlässiger Quelle wird der Jüdischen Telegraphen-Agentur über das Ergebnis der Volkszählung in Jerusalem folgendes mitgeteilt: Die Gesaontbevölkerung der Stadt Jerusalem beträgt 90.526 Seelen, davon sind 51.300 Juden, 19.850 Moslems und rund 19.000 Christen. Der Zuwachs der jüdischen Bevölkerung gegenüber der Volkszählung im Jahre 1922 betrifft rund 17.500 Seelen, der Zuwachs der Moslem- Bevölkerung seit 1922 beträgt 6500, der der christlichen Bevölkerung etwas weniger als 4500 Seelen. Die christliche Bevölkerung, die 1922 mit 14.699 Seelen an zweiter Stelle rangierte (Moslems gab es damals 13.413), Ist jetzt an die dritte Stelle gerückt. Die jüdische Bevölkerung Jerusalems ist um 12.450 Seelen größer als Moslems und Christen zusammengenommen. Im Jahre 1922 betrug die absolute Majorität der Juden nur 5859 Seelen. Die Gesamtziffer der jüdischen Bevölkerung Jerusalems schließt nicht einige Stadtviertel ein, die der Jerusalemer Stadtgemeinde nicht unterstehen. Unter Einschluß der Bevölkerung dieser neuen Stadtviertel erhöht sich die Zahl der Jerusalemer Juden auf rund 60.000. .. Obgleich die Juden in Jerusalem die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung bilden, haben sie bis jetzt darauf verzichtet, einen Bürgermeister aus ihrer Mitte zu wählen; der jetzige Bürgermeister von Jerusalem ist Her Moslem Ragheb Bey NashashibL Als Nufautfbl Zionismus sott beginnen Die politischen Gespräche, die nächstens ln Amerika unter Teilnahme aller führenden Kräfte im amerikanischen Judentum geführt werden sollen, können im jetzigen Augenblick dieselbe überragende Bedeutung erlangen wie in der Nachkriegszeit, da die europäischen Siegerstaaten auf Amerikas Stimme und Meinung großes Gewicht gelegt haben.» Vor seiner Abreise nach Amerika empfing Präsident Sokolow dSe Pressevertreter, deisn er unter anderem erklärte, daß die jetzige politische Lage im Zionismus bedeutend besser sei wie zu jener Zeit, als er sein Amt als Präsident an trat Er hat auch seiner Zufriedenheit über die Gespräche Ausdruck gegeben, die er letztens mit den Mitgliedern der britischen Regierung hatte. Von Minister Simon sagte er, er sei ein alter und erprobter Freund des Zionismus. Präsident Sokolow ist der Meinung, daß diese Gespräche die besten Ausblicke für die nächste Zukunft gestatten. Ueber die Ziele seiner Amerikareise befragt erklärte Sokolow, daß er in erster Reihe eine breite finanzielle Kampagne für Palästina in Amerika einleiten wird. Ferner will er alles, was Jp seinen Kräften steht tun, um den endgültigen -FrledeiT Innerhalb der amerikanischen zionistischen Organisation herbeizuführen. Bekanntlich hat die Schlagkraft dieser Organisation infolge der. inneren Zwistigkeiten stark gelitten. Präsident Sokolow beabsichtigt auch in Amerika mit den hervorragenden Vertretern des Jewish Agency den Ausbau der organisatorischen Grundlagen der Agency und Ihrer Demokratisierung zu besprechen. Schließlich wird Präsident Sokolow in Washington mit den hervorragendsten amerikanischen Staatsmännern konferieren, mit denen er aktuelle Probleme der zionistischen Politik besprechen wird. nach den Paläatina-UnruCian Im Herbst 1929 mit einer palästinensischen Araberdelegation nach London fuhr, um dort die arabische Version über die Unruhen gegenüber der der Juden zu vertreten, gab sich unter der jüdischen Bevölkerung eine starke Empörung gegen Nashashibi kund; die hebräische Arbeitertageszeitung «Dawar» schrieb damals, Nashashibi habe den Juden eine Lektion erteilt die diese nicht vergessen werden. Er wird nicht wieder Bürgermeister von Jerusalem werden. Mit der Vermietung Nashashsbis während seiner Abwesenheit von Jerüsalem wurde, wie erinnerlich, nicht der jüdische Vizebürgermeister Chalm Solomon, sondern der christliche Vizebürgermeister Jacob Faradj betraut Soll Tel-Aviv seine Polizei-Autonomie verliefen? Jerusalem, 27. Dezember. (J. T. A.) Der Bürgermeister der jüdischen Stadt Tel-Aviv, Mayer Dizengoff, besuchte den neuen Oberkommissar von Jerusalem, General Sir Arthur OrenfeU Wancliope, und erhob ihm gegenüber Beschwerde gegen den Beschluß der obersten Polizeibehörde Palästinas, die bis jetzt autonome Polizei von Tel-Aviv mit der allgemeinen palästinensischen Polizei zu verschmelzen. Dlzengotf führte ins'Treffen, daß die Abschaffung der jüdischen Polizeimacht von Tel-Aviv, der einzigen in der Welt deren Kommandosprache hebräisch ist von der Judenbeit als ein Schlag* gegen die jüdische Entwicklung in Palästina unvnuNiu weraen wurde« Vor der' des omerihanistnen Fro-Palästina-KomitEßs N e w - V o r k, 27. Dezember. (J. T. A.) Mehrere den verschiedenen Parteien angehörende führende Senatoren und Mitglieder des Kongresses der Vereinigten Staaten haben sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen, deren Ziel es ist, den Aufbau des jüdischen Nationalheims in Palästina zu fördern. In diesen Tagen hielten die Mitglieder dieser Gruppe gemeinschaftlich mit mehreren führenden Zionisten aus New-York eine Konfrenz ab, in der ein Plan zur Förderung des jüdischen Palästinawerkes aufgestellt wurde. Einzelheiten des Planes sind noch nicht bekanntgegeben worden. Aus gut unterrichteten Kreisen wird erklärt daß eine Durchführung dieses Planes für den Aufbau des Jüdischen Nationalheims in Palästina von großer Bedeutung sein würde. Der Plan wird bei Zusammentritt des Kongresses der Vereinigten Staaten zu Beginn des Jahres 1932 offiziell bekanntgegeben werden. Präsident Hoover, der schon als Handelsminister der Vereinigten Staaten im Jahre 1922 aus Anlaß der Annahme der Resolution betreffend das Jüdische Nationalheim: in Palästina durch den Kongreß der Vereinigten Staaten ein Statement erlassen hat in welchem er dem jüdischen Aufbau in Palästina die Sympathie der regierenden Kreise der Vereinigtet} Staaten zum Ausdruck brachte^ steht auch dieser neuen Aktion zugunsten des jüdischen Werkes in Palästina mit Sympathie gegenüber. ln diesen Tagen wird eine Konferenz prominenter NichtJuden aus allen Teilen der Vereinigten Staaten abgehalten werden, in der praktische Maßnahmen zur Förderung des jüdischen Aufbauwerkes in Palästina zur Erörterung stehen werden. Die Palästina-Regierune will Boden vom Keren Kajemeth in Pacht neumen Jerusalem, 22. Dezember. (J. T. A.) Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, gedenkt die Palästinaregierung in diesen Tagen an die Leitung des Jüdischen Nationalfonds in Jerüsalem mit dem Ersuchen heranzutreten, ihr eine Fläche von 5000 Dunam des Wadi-Havarith-Bodens in Pacht zu geben. Es handelt sich um jenen Teil des Wadi-Havarith-Bodens, den arabische Beduinen vor einigen Tagen wiederrechtlich besetzt haben, nachdem sie die jüdischen Kolonisten, die mit dem Pflügen des Bodens beschäftigt waren, von demselben vertrieben hatten. * Gemeinsame Kampagne von lewish Agency, liadassah und Keren Kajemeth in Ameiika New York, 27. Dezember. (J. T. A.) Nach einer Reihe von Konferenzen, an denen repräsentative Mitglieder der Zionistischen Organisation Amerikas und prominente Nichtzionisten sowie das Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, Emanuel Neuman, teil« nahmen, wurde zwischen der Jewish Agency (Keren Hajessod), der Zionistischen Frauenorganisation Hadassah und der Leitung des Jüdischen Nationalfonds in Amerika ein Uebereinkommen getroffen, dahingehend, daß diese drei Gruppen eine gemeinschaftliche Kampagne in den Vereinigten Staaten für die jüdische Arbeit in Palästina durchführen. Zur Durchführung der Kampagne tritt am 17. Jänner in New York die National» Konferenz zusammen, in der der Präsident der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency, Nahum Sokolow, das Hauptreferat halten wird. WKAfseRsm.m A. AlSBRSrR. C 515*- S20-S28- U«m ’ 111 1 "gBgBBggggBBggggBggg^W-l'.'L ••MSSSSnBSSSSSSSSSSSSSaSSBnSSBSBBSm Der überwiegende Teil der Bevölkerung Jerusalems ist jüdisch 51.300 luden unter einer Gesamtbevölkerung von 90.525 — 60.000 Juden in Jerusalem und Umgebung — Zuwachs von 18.00J Juden seit 1922 / A2C

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