Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 201 (12.11.1931)
- Date
- 1931-11-12
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Ute biiitnvic i4, iNovcmber 193T halb 8 Uhr: Obligater Hebräischkurs. Dienstag und Mittwoch ab 7 Uhr abends: Slchoth. Donnerstag: Sichali klalith. Berit Trumpeldor Chanukkahfeier. Samstag, den 5. Dezember 1931, halb $ Uhr abends, findet im Herzlsaal des Jentralheims, Wien, IT., Untere Augartenstraße 3$, die Chanukkahfeier des Berit Trumpeldor statt. Aus dem Urogramm: Klaviervorträcre, Rezitation, Betarmandolinenorchester, Feier, Tanz usw. Zu Aron Sternbergs Andenken findet Sonntag, den W. November 1931, im Heime, II., Untere Augartenstraße, die Einweihung seines Bildes statt. Alle seine Freunde und Bekannten werden hiezu eingeladen. JUdisch-Akademischer Juristenverein. Interessenten für einen von Kollegen Dr. Frledler dieses Semesters abzuhaltenden Kurs zur reehtshistorischen Staatsprüfung für den Apriltermin oder Julitermin 1932 mögen sich in den Amtsstunden Montag und Donnerstag. 7—8 Uhr abends, oder bei Dr. Friedler, Tel. U 14-2-11, melden. Voranzeige: Donnerstag, den 11. Jänner 1932 findet eine Führung durch die Druckerei de? Neuen Wiener Tagblattes statt. Näheres in den Amtsstunden. Konzertakademie zu Gunsten der Mensa Judaica Sontag, den 31. Oktober fand im Festsaal des Verbandes demokratischer Zionisten eine Konzertakademie zugunsten der Mensa statt. Es hatten sich für diesen Zweck die Bedeutendsten jüdischen Künstler in selbstlosester Weise zur Verfügung gestellt, und so genoß man wieder einmal die Freude, Joachim Stutschewsky und Israel Brandmann, begleitet von Robert Spitz im Vortrag eigener Kompositionen zu hören. Stürmisch bejubelt, mußten sie wiederholt Zugaben machen. Prof. Julius Isserlis, der bekannte Pianist, spielte meisterhaft und von tosendem Beifall umrauscht hebräische Melodien. Wunderbar ergriff Margarete Bachs klangvolles Organ die Herzen und stürmischer Beifall erpreßte ihr gleichfalls eine Zugabe. Die große Ueberraschung des Abends aber war die Konzertsängerin Maria Winkler-Fialko, eine Sängerin von ganz großem Format. Edelstes Stimmaterial, groß genug, um den größten Konzertsaal zu füllen, dabei weich und anschmiegsam und von bester Schulung. Das «Eli, Eli» ist wohl niemals besser und erschütternder gesungen worden. Eugenie Kreitler. Eine hebräische Urkunde im Turmknopf des Rathauses von Rosenberg Beim Umbau des Rathauses in Rosenberg, Oberschlesien, wurde im Turmknopf eine auf Pergament hebräisch geschriebene Urkunde aus dem Jahre 1820 gefunden, die über die damaligen Verhältnisse der Gemeinde Aufschluß gibt. Herr Prediger Lewin, Rosenberg, Oberschlesien, hat folgende Hebersetzung angefertigt: „Damit erkennen die nachfolgenden Geschlechter, die nach uns kommen werden, daß in unseren Tagen gebaut wurde dieser schöne Bau, genannt Rathaus. Und in diesen Tagen wohnen hiervon Juden ca. 24 Familien (Hausheren), ein Teil von ihnen hat Häuser, und wir haben Bürgerrecht, wir wohnen unter dem Schutze des Königs Friedrich-Wilhelm des III. — Gott möge seine Tage und Jahre verlängern — wir haben ein sehr schönes, neues Gotteshaus und einen neuen Friedhof. Und in diesen Tagen sind von den Juden die Vorsteher der heiligen Gemeinde, die Führer des Wohltätigkeitsvereines; der Vorsteher: der angesehene Esriel Bamchal Breslauer und der angesehene Ascher Weigert, als Beisitzer fungieren der hervorragende Rabbiner Jehuda Low Hakohen und der angesehene Fischei Bender. Diese Ansiedlung wurde von dem angesehenen Pinkus Schönwald im Jahre 5523 gegründet. Heute am 19. des Monats Siwan des Jahres 5581.» Bei der Erneuerung des Turmes wurde eine andere, auf die heutige Zeit bezugnehmende, in hebräischer und deutscher Sprache gehaltene Urkunde in den Turmknopf eingesetzt. Jüdisdker fpowt Fußball Hakoah—B. A. C. 1 : 1 (0:1) Hohe Warte. Schiedsrichter Pruschina, 5000 Zuschauer. Hakoah konnte Ihre Formverbesserung bestätigen und holte sich aus diesem Kampfe gegen den favorisierten B. A. C. einen wohlverdienten Punkt. Die Sektionsleitung hatte auch diesmal mit Besetzungsschwierigkeiten zu kämpfen. Aus taktischen Gründen entschloß man sich, mit Rücksicht auf die große Splelst&rke des rechten Flügelpaares der Brigittenauer, dessen Bewachung Placzek zu übertragen, der seiner Aufgabe auch vollkommen gewachsen war. Da Stroß noch nicht spiclfählg ist, mußte der ebenfalls rekonvaleszente Drucker den vakanten Centrchalfposten einnehmen. Drucker hatte einen sehr schwachen Start und verschuldete auch anfangs viele kritische Situationen. Die gesamte Mannschaft bekundete aber im weiteren Verlaufe des Spieles ganz kolossalen Kampfgeist und da insbesondere die beiden Flilgelhalves über sich hinauswuchsen, wurde auch Drucker mitgerissen und lieferte in der 2. Hälfte ein annehmbares Spiel. Hakoah konnte durch eine volle Stunde eine zeitweise erdrückende Feldüberlegenheit geltend machen und es war nicht nur Schußunsicherheit, sondern eine große Portion Pech, daß sich die blau-weißen Stürmer mit einem mageren, aber wichtigen Treffer begnügen mußten. Es muß also konstatiert werden, daß nach dem Spielverläufe ein Sieg der Hakoahner vollauf gerechtfertigt gewesen wäre. Löwy im Tore wurde wenig beschäftigt und hätte das Goal verhindern können. Allerdings war ihm scheinbar die Aussicht verstellt. Feldmann und Amster bestätigten neuerlich ihre ausgezeichnete Form. Placzek und Heß spielten ganz ausgezeichnet, während Drucker erst in der 2. Hälfte bescheidenen Anforderungen entsprechen konnte. Der Angriff hatte in Fischer und Eisenhofer seine treibenden Kräfte. Mausner war sehr eifrig, aber nur selten nützlich. Mermelstein und Grünfeld hatten sehr ,gute Momente. Schiedsrichter Pruschina war energisch und korrekt Ihm ist es in erster Linie zu danken, daß der Kampf in geordneten Bahnen verlief. Hakoah hat Abstoß, die Brigittenauer ergreifen aber sofort die Initiative. Drucker verschuldet einige kritische Situationen, die beiden Verteidiger sind aber auf ihrem Posten. Im Gegenstoß wird Grünfeld einige Male sehr gefährlich, seine Flankenbälle werden aber nicht verwertet. In der 9. Minute erzielt Weilinger mit schwachem Schüsse durch ein Gewirr von Beinen den Führungstreffer. Die Hakoahner raffen sich auf, ein wunderschöner Kopfball Eisenhofers wird abgewehrt Bald darauf verfehlt Grünfeld das leere Tor. Eine Eckballserie bleibt erfolglos. Nach Halbzeit ist Hakoah andauernd im Angriff. Bei einem Durchbruch erhält der linke Verbinder der Brigittenauer ln krasser Off-side-Position den Ball, trifft aber zum Glück die Stange, der Nachschuß prallt ebenso von der Latte ab. Dann hat Hakoah mit einigen schönen Schüssen Pech. In der 24. Minute gehen Mermelstein und Grünfeld in guter Kombination vor, die Flanke Grünfelds gelangt zu Fischer, der, ziemlich stark seitlich stehend, aus schwierigem Winkel elnschleßt Tosender Jubel des Hakoahanhanges, der die Spieler nun stark anfeuert. Ein Bombenschuß Mausners geht an die Latte und bei leichter Ueberlegenheit Hakoahs endet das Spiel. Hakoah: Löwy; Amster, Feldmann; Placzek, Drucker, Heß; Grünfeld, Mermelstein, Eisenhofer, Mausner, Fischer. H. Sp. Ringen Hakoah—Herkules 17:11. Dis sechste Runde um die Mannschaftsmeisterschaft von Wien. Hakoah gewann auch diesen Kampf in sicherer Manier, ohne daß die braven Ringer sich allzuviel anstrengen mußten. Der Sieg wäre noch überzeugender ausgefallen, wenn das Schiedsgericht sich nicht mit Erfolg bemüht hätte, die Ueberlegenheit der Hakoahner auf der Matte durch ungerechtfertigte Urteile zu egalisieren. Die Urteile ln den Kämpfen Bugzester- Bauer und Schianger - Sobotka waren ein Hohn und es dürfte mit Sicherheit zu erwarten sein, daß der sie verfertigende Schiedsrichter keinen Hakoah-Ringer mehr um seinen ehrlichen Erfolg bringen wird. Zu den Kämpfen selbst wäre zu sagen, daß Bugsester, der seinen Kampf durch Schiedsspruch nach Punkten verlor, seinem Gegner Bauer klar überlegen war. Bu g z e s t e r beginnt sich langsam aber sicher zu einem vollwertigen Ringer der Hakoah-Slcben zu entwickeln. Seine Leistung gegen den alten Routinier Bauer kann bereits als schöner sportlicher Erfolg gewertet werden. Den schönsten Kampf des Abends lieferte Fincsus gegen Vinzens. Der Hakoahner verletzte sich während dos Angriffs am rechten Auge, setzte aber trotzdem den Kampf nach einer kurzen Unterbrechung fort. Sein Punkteslcg war lm besten Stil errungen. Roth, der sein Debüt in der ersten Mannschaft feierte, litt unter Lampenficber und mußte seinem Gegner den Schultersieg überlassen. Wir hoffen aber, daß dieser talentierte Junior bestimmt das von seiner Sektlönsleltung in Ihm gesetzte Vertrauen in Kürze rechtfertigen wird. Schianger rang diosmal lm Weltergewicht gegen den kräftigeren Sobotka auffallend matt. Dieser strebsame Hakoahner ist beruflich allzusehr in Anspruch genommen, da,rum verdient sein Hakoah-Gelst, mit dem er sich der Mannschaft Immer zur Verfügung stellt, besonders hervorgohoben zu werden. Das Ergebnis, Unentschieden, war, wlß erwähnt, eines der krassesten Fehlurteile der letzten Zeit und löste minutenlang Mißfallcnsbezcugungcn aus. Die Haltoah- Sektionsleitung gedenkt übrigens gegen die Art und Welse, wie das Urteil zustande kam, Protest elnzulegen. Birnbaum machte mit seinem Gegner nicht viel Federlesens. Ein präzis ausgeführter Schulterschwung warf seinen Gegner Kovarovics in 27 Sekunden auf den Rücken. Der Taktiker Müller begnügte sich, Pein, den besten Mann der Gegner, sicher und überlegen abzupunkten. H i r s c h I, der verletzt antreten mußte, um die Veranstalter vor einer unangenehmen Lage zu bewahren, da ihn der Verband entgegen der von der Hakoah abgegebenen Mannschaftsaufstellung ln den Zeitungen als Starter ankündigte, warf Lebinoh, der Ihm keinen Gegner abgab, ln 1:35 mit Snito. Du-Nek. Ein Wiener Hakoahringer gewinnt die Jumorenmeistersohaft von Frankreich. Nur ungern sah die Hakoah Ihr Mitglied Fritzl Oberländer scheiden. Seine Uebersiedlung nach Paris, die aus geschäftlichen Rücksichten erfolgte, bedeutete für die Sektion einen großen Verlust, denn Oberländer hatte sich nach langen Bemühungen endlich zum Ringer der Hakoah-Kampfmannschaft emporgeurbeltet. h'ritz Oberländer trat nach vierwöchigem Aufenthalt in Paria für einen dortigen Sportklub zur Juniorenmeisterschaft von Frankreich und unter 24 Konkurrenten besetzte der brave Hakoahner den ersten Platz In den sieben Kämpfen, die er zu erledigen hatte, zwang er seine meist kräftigeren Gegner auf die Schultern. Man kann sich vorstellen, daß der Erfolg des Wiener JUdl-. sehen Athleten bei seiner kleinen Pariser Anhängerschar Begeisterung auslöste. Der ln der Fremde weilende Hakoahner bewies damit, daß er auch fern von seiner Sektion den sportlichen Geist hochhält. Wir beglückwünschen Fritz Oberländer zu seinem sportlichen Erfolg und danken ihm für seine brave Arbeit, die geeignet ist, das Ansehen des jüdischen Sportes zu heben und seine Interessen zu fördern. Wir hoffen, ln absehbarer Zeit über die Gründung eines jüdischen Ringerklubs in Paria berichten zu können. Du-Nek. Amtliche Verlautbarungen der Israelitischen Kultus* gemeinde Wien Predigten ln den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 13. November 1931, werden bei dem um 4 Uhr 20 Minuten beginnenden Abendgottesdienst in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: II., Tempelgasse 5 (Rabbiner Dr, J. M. Bach), III., Untere Viaduktgasse 13 (Prof. Dr. K. Kupfer). XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. I. Taglicht), XX., Kluckygasse 11 (Rabbiner Dr. B. Murmelstein). Exegetisohe Vorträge: Samstag, den 14. November 1931 (beim Vormittagsgottesdienst) : XX., Kluckygasse 11 ( Rabbiner Dr. B. Murmelstein), XXI., Holzmeistergasse' 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann), XIII., Eitelberggasse 22 (Rabbiner Dr. M. Lewin) beim Nachmittagsgottesdienst. Midraschvortrag: II., Pazmanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. TaubeB) tun halb 4 Uhr nachmittags. o o o o o o o o o o o o □ o b G n a Lebensversicherungs- DLJfiKlIV Gesellschaft T llUlllA GEGRÜNDET IM JAHRE 1889 ••SB . 2560 Millionen Schilling , 878 Millionen Schilling 150 Millionen Schilling » 85'/, Millionen Schilling Versicherangabaatand per End« Juni 1980 , . . Garantiemittel per Ena« 1929 ......... Prämienand Zinseneinnahmen im Jahre 1929 . Auszahlungen an die Versicherten im Jahre 1929 Tätigkeitsgebiet dei Gesellschaft: Oesterreich. Deutsches Reich. Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland. Frankreich. Spanien, Italien. Ungarn, Polen. Jugoslawien. Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten. Die Gesellschaft sehlieBt an billigen Prämien und günstigen Bedingungen Kapitals- und Bentenversicberangen jeder Art ab Keuehngeführt: KINDBR-VERSORGUNQS-VBRSICHERUNG (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung, Studienbeitrag, Rückerstattung der eingezahlten Prämien bei Ableben des Kindes) tavaiiditätsversichenrog (Zahlung einet Ernte bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit und Auszahlung des versicherten Kapitals nach reijähriger Dauer der Invalidität) Israelitischer Jugendgottesdienst Am Samstag, den 14. November d. J., findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die. israelitisch® Schuljugend ln den Gemeinde- und Bezirkssynagogen statt. Gräberaussohmückung auf den iaraelitischen Friedhöfen Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien beabsichtig'-, die lm Friedhofamte der Kultusgemeinde sowla in den Friedhofkanzleien einlaufenden Aufträge für die Ausschmückung von Gräbern und Grüften auf den israelitischen Friedhöfen im Offertwege zu vergeben. Interessenten erhalten die näheren Auskünfte in der Amtsdirektion der Israel. Kultusgemeinde Wien, L, Seitenstettengasse 4, 8. Stock, von 9 bis 12 Uhi vormittags. Austritte aus dem Judentum 8ohwarzbrod Dr. Klara, 7. Juli 1902, IX., Wilhelm- Exner-Gasse 2; Kraus Marie, 12. November 1912, X., Max- Meldlinger-Straße 5; Liboohowltz Carl, 1. Mal 189k, XXL» Akazienhof; Bieter Boriska, 7. Jänner 1904, II., Weintraubengasse 80; Klausner Alice, 31. Mal 1893, I., Schottengaase 8 a; Klausner Harry, 1. April 1917, I., Schottengasse 8 a; GroB Leopold, 4. Oktober 1889, II., Iigplatz 6. Komponist dessen Werke schon aurgeführt waren, benötigt einen schönen Text von modernem Inhalt für ein 1 bis 2aktiges Ballett Zuschriften an die Administration unter Chiffre «Verlockend». Eigentum«, Verleg« und Hentugebert totiymnet l. nnde.vethttnd fUr Oesterreich, Wien, KürittnerMraBe Nt 28. - Vera,uw,„tl,eh., He.i.t.i...„ iw. s.on.y, FinkeMcta, Win. I, KlrtnentnS« N». 28. - Druck: elnvu, Wien, VII, UrchenteldentrsBs Nr. I. *