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Die Stimme · 1931-08-29 · Heft 199 (29.8.1931) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 199 (29.8.1931)
Date
1931-08-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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V. b. b. BEZUGS¬ BEDINGUNGEN Oeiterretcb aooat Heb S 1 «Herteljlhrl S 4 2U, gen* IlhrL . 8 16— Deutechld. viertel- Jihrl RM V- Tschechoslowakei viertel) Ke 24luftoelewiee «Herteljährl Dii» 40 — Pole« vieltel(Ihr lieb Zlorj 6*50 Ungarn Vierteljahr lieb Pengft 4*20 Rurotnien vierteljihrl Lei 120 - Uehrige» Ausland vierteljShrl Schw Franken 4*$0 Jüdisdke Zeitung Preis 35 g Ersdeint jeden Donnerstag Redaktion und Adnuntatratior Wien I. Kammer «fraß» 28 Tel R-27 4-86 Postsparkassenkonti: Oesteri D 113.546 Polen 191-190 Tschechoslowakei 500.230 lugoslawien 40.879 4. Jahrgang Wien, Donnerstag, 29. Oktober 1931 (18. Marcheschwan 5692) «ummer 199 LeizleNachvichiet^ Die Wahlen in England Aus London wird uns berichtet: Der große Sieg der Konservativen wird ohne Zweifel auch eine Aenderung der Palästina-PoUiiH herbeifiihren. Insbesondere auf dem Gebiete des Schutzzolles in Palästinaf dessen Mangel die Industrie seit Jahren niederhält. Unter den bisher Gewählten befinden sich ausgesprochene Anhänger des PalästinagedanUens wie Baidwin9 Samuel, Thomas9 Sassoon9 Lady Astor9 Chamberlein und Amery. Lord Passfieid ist in seinem Wahlkreis durchgefallen. Zusammenschluß dev zionistischen Arbeiterparteien in Amerika Die zionistischen Arbeiterparteien Poale Zion und Zeire Zion (Hitachduth) in Amerika haben auf der in Philadelphia abgehaltenen Konvention beschlossen, sich zu einer Einheitspartei zusammenzuschließen. Die beiden zuerst separat abgehaltenen Konferenzen der Poale Zion uni Zebt*. Zion haben sich nach Fassung dieses Beschlusses zu einer Konferenz vereinigt. Bekanntlich wurde die Vereinigung von-Poale Zion und Zeire Zion zuerst in Palästina, dann in vielen anderen Ländern vollzogen. Eine itidische Arbeitervorstadt in dev Haifabucht Die Installation für die Versorgung mit Wasser und Elektrizität sowie andere vorbereitende Arbeiten für die Errichtung eines Arbeiterviertels von 180 Häusern auf Keren Kajemeth-Land in der Haifa - Bucht sind nun fertig gestellt und das Kontrakt-Büro der Histadruth ist mit der Pa 1 estine & Mortgage Bank Co. zu Vereinbarungen über vorläufig einige Dutzende von Häusern gelangt. Die Bank gewährt die Bauanleihen aus Fonds der Palestine Economic Corporation und des Emergency- Fund. Jedes Haus wird zirka 150 bis 160 Pf. St. kosten, wozu jedes Mitglied selbst 40 Pf. St. beisteuert. Das Viertel wird in der Nähe der Werkstätten der Palästinensischen Eisenbahn und der Haifa- Akko-Chaussee errichtet. Die Nähe von Haifa und die ausreichende Wasserversorgung werden es den Bewohnern ermöglichen, Kleinwirtschaft (Gemüse, Geflügel) zu betreiben. Einigung im rumänischen Zionismus Zur Ueberbrückung der tiefgehenden Gegensätze zwischen den verschiedenen zionistischen Gruppierungen Rumäniens war eine paritätisch zusammengesetzte Konferenz aller zionistischen Gruppen des Landes einberufen worden. Die Konferenz, die von über 1000 Delegierten und Gästen aus mehr als 20 Städten beschickt war, endete mit der Erreichung des angestrebten Zieles: Neuaufbau der Organisation auf föderalistischer Basis, Einsetzung einer Koalitionsexekutive und Sicherung der finanziellen Grundlage des Verbandes. Die Wahlen ergaben folgendes Resultat: Adv. Misu Weißmann (Radikaler) Präsident, Dr. A. Mibashan (Allg. Zionist) erster Vizepräsident, David Nußbaum (Zeire Zion) zweiter Präsident. Die Zunahme dev jüdischen Bevölkerung in Eres Israel Hiesiges Anwachsen des fildisehen Besitztums Aus der soeben im Verlage des Hauptbüros des J. N. F. in Jerusalem erschienenen Broschüre «Palästina in Ziffern» ergibt sich nachstehender Zuwachs der jüdischen Bevölkerung Palästinas: In Tel-Aviv wohnen derzeit 88.500 Juden (100 Prozent der Einwohner); in Jerusalem 534100 Juden (02 Prozent); in Haifa 45 Prozent, in Tiberlas 71 Prozent. Insgesamt wohnen ln den Städten 1064)00 Mohammedaner, 130.000 Juden und 60.000 christliche Araber, In den Dörfern und Siedlungen wohnen 406.000 Mohammedaner, 40.000 Juden, 30.000 christliche Araber. Die jüdische Landbevölkerung betrug im Jahre 1922 — 17.262, im Jahre 1930 — 40.000. Im Vergleich mit dem Jahre 1923 ist das jüdische Siedlungsgebiet ln Palästina um da* dreifache gewachsen. Jm Jahre 1923 besaßen die Jaden 4484)00»Im Jahre 1929 1,2004)00 Duoan Boden. Sokolow konferiert mit Gliandi in London Wie aus London mitgeteilt wird, statteten der Präsident Sokolow in Begleitung von Prof. Brod e t s k y, dem Indienführer Ghandi einen offiziellen Besuch ab. Die Vertreter der zionistischen Organisation konferierten mit G h a n d i über eine Stunde. Marschall Pilsudski fährt nach Palästina Wie aus gut informierter Quelle mitgeteilt wird, hat Marschall Pilsudski den Auftrag erteilt, seine Reisedokumente wie auch die des ihn begleitenden Arztes außer mit dem rumänischen, auch mit dem türkischen, ägyptischen, griechischen und palästinensischen Visum zu versehen. Man rechnet also damit, daß er nach Beendigung seines Erholungsurlaubs diese Länder bereisen wird. Lehrer und Beamte opfern ein Monats* gehalt Vor einem Kompromiß in der palästinensischen Schulkrisis Jerusalem. (J; T. A.) -Wie die JTA erfährt, hat sich die Exekutive der Jewish Agency in Palästina zwecks Ueberwindung der Schülkrise bereit erklärt, das Schulbudget .sta4t-.1(ih**:^ÖÖ0 Pfund um nur 16.000 Pfund zu kürzen, wobei der Jischuw weitere .5000 Pfund und. die Lehrerschaft ihrerseits durch Verzicht auf ein Monatsgehalt 7000 Pfund zum Schulbudget beitragen sollen. Die Exekutive der Jewish Agency hat sich ferner bereit erklärt, einen Vorschlag, laut dem alle Mitglieder des Beamtenstabes der Jewish Agency und der zionistischen Fonds einMonats'gehalt zugunsten der Schule opfern, in günstige Erwägung zu ziehen. Man hofft, durch Verwirklichung der vorgeschlagenen Maßnahmen zu einer baldigen Beilegung der Schulkrise zu gelangen. Die zionistischen Ersparungsmaßnahmen Infolge der finanziellen Lage mußte die Jewish Agency in Palästina ihren Beamtenapparat weiter verkleinern. Am 14. d. M. wurde beschlossen, 30 Beamte abzubauen. Der Gesamtstab, der 1929 noch 130 Personen umfaßte, wird damit auf 60 reduziert. Es ist ohne weiteres klar, daß diese radikalen Veränderungen nicht ohne Wirkung auf die Arbeit bleiben können. Zugleich wird durch die Verpflichtung zur Zahlung von Abfindungen ein erhebliches, finanzielles Erfordernis erzeugt, so daß sich die Ersparnisse erst später auswirken werden. Bei der notwendig gewordenen Reduktion des laufenden Budgets wurde das landwirtschaftliche Budget um 10.000 Pfund gekürzt, das Budget des Technikums in Haifa um 2000 Pfund, die Abendkurse der Waadath Hatarbuth der jüdischen Arbeiterschaft um 1200 Pfund, Immigration und Arbeit um 3000 Pfund, Kupath Cholim um 2000 Pfund, das Handels¬ und Industrie-Departement um 1300 Pfund. Das landwirtschaftliche Budget soll einer Nachprüfung unterzogen werden, aus der sich vielleicht noch weitere Kürzungen ergeben werden. Die Exekutive hat, wie sie mitteilt, bei ihren Entschlüssen eine Reihe von finanziellen Experten zu Rate gezogen. Die schwerste und .einschneidendste Kürzung entfällt auf das Erziehungsdepartement, von dem 20.000 Pfund gestrichen wurden. /// HAJSERSTR. 12$ *. Alserstfl e SI5 - S 20-- S 28'

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