Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 195 (1.10.1931)
- Date
- 1931-10-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Sette « DIE STIMME Nr. 193 — 1. Oktober 1931 Amtliche Verlautbarungen der Israelitischen Kultus* gemeinde Wien Jüdische Wandertürsorge. Am 23. September 1. J. wurde im Sitzungssaale der Israelitischen Kultusgemeinde Wien unter Beteiligung von Vertretern der jüdischen Provlnzgemeindcn Oesterreichs sowie der Israelitischen Allianz in Wien die zweite Konferenz für Jüdische Wanderfürsorgo in Oesterreich abgchalten. Der Tagung, die unter dem Vorsitze des'Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Linz, Herrn Benedikt Schwa- |er, stattfand, wohnten auch die Vizepräsidenten dei Israelitischen Kultusgemeinde Wien Dr. Jakob O r n s t e I n und Dr. Josef Löwenherz bet, ferner der Obmann der Zentralkommission für soziale Fürsorge Wien Dr. Isidor Kl aber und Kultusvorsteher Oberrcchnungsrat M. Weiner. Von der Hauptstclle für Jüdische Wanderfürsorge Berlin war ein Begrüßungstelegramm eingelangt. Aus den einleitenden Referaten, welche von Amtsvor- •tand Emil Engel und Abteilungsleiter Dr. Nahum Blauer erstattet wurden, war zu ersehen, daß seit Juni 1930 bis Ende August 1931 durch die Fürsorgezcntrale der Israelitischen Kultusgemeinde Wien 1217 Personen im Rahmen der jüdischen Wanderfürsorge befördert wurden. Außerdem wurden durch die der Wandcrfürsorgeoganrlsation angeschlossenen Kultusgcmeinden in Oesterreich seit der im September vorigen Jahres eingeführten Arbeitsgemeinschaft 337 Personen und durch die ausländischen Stellen, mit welchen Uebereinkommen getroffen wurden, SOS Personen befördert. Der Hauptstrom der jüdischen Wanderer durch Oesterreich ging früher — nach dem vorliegenden statistischen Ausweis — aus Ungarn nach den Weststaaten (vorwiegend Frankreich und Belgien), während ln den letzten Monaten eine Rückwanderung aus diesen Ländern infolge der dort herrschenden wirtschaftlichen Verhältnisse zu verzeichnen Ist. Der weitaus grüßte Teil der durch die Wanderfürsorge erfaßten Wanderer war im Alter von 20 bis 40 Jahren, so daß schon aus dieser Tatsache zu ersehen ist, daß die Wanderung Menschen im arbeitsfähig sten Alter umfaßt, welche nur zum Zwecke der Arbeitssuche sich auf die Wanderung begeben. Die Gesamtkosten, mit welchen die Unterstützung der Wanderer verbunden war, beliefen sich in der erwähnten Periode auf S 30.588.09. An der darauffolgenden Aussprache beteiligten sich fast alle anwesenden Vertreter der Provinzgemeinden und der Allianz, wobei zum Ausdruck gebracht wurde, daß die organisierte W’anderfürsorge sich bestens bewährt habe, weshalb alles aufgeboten werden müsse, um diese lm Interesse der jüdischen Wanderer so segensreich wirkende Institution zu erhalten. In Anerkennung dieser Wirksamkeit, durch welche eine merkliche Entlastung einer Reihe von jüdischen Gemeinden eingetreten Ist, seitdem die Wanderer auf lange Strecken, womöglich beis zum Bestimmungsorte befördert werden, erklärten sich mehrere Gemeindevertreter sogar bereit^ ihre Beiträge zu den Kosten der Wanderfürsorgo wesentlich zu erhöhen Dadurch boII die Aufrechterhaitung der geschaffenen Wanderfürsorgeorganisation ermöglicht werden. Großem Interesse begegneten die Ausführungen des Vizepräsidenten Dr. Jakob Ornstein, der unter anderem darauf hinwies, daß die Wiener Kultusgemeinde trotz der schwierigen finanziellen Lage sich bemühen werde, zur Erhaltung der Wanderfürsorge auch weiterhin beizutragen. Die gefaßten Resolutionen beinhalten den Wunsch auf Fortführung der Arbeit. Auf der demnächst voraussichtlich in der Tschechoslowakei Btattfindenden Konferenz der mitteleuropäischen Arbeitsgemeinschaft für jüdische Wanderfürsorge wird die Frage der Erweiterung der Organisation vor allem durch Beitritt der ungarischen und polnischen Jüdischen Gemeinden behandelt werden. Zum Schlüsse wurden die Beitragsleistungon aller in Betracht kommenden Provinzgemeinden Oesterreichs, auch der des Burgenlandes, elnvernehmllch festgesetzt Predigten in den israelitishen Gemeinde- und Bezirks* Synagogen Am kommenden Schlußfesto (3. Oktober 1931) werden ln nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen beim I-Iauptgottesdienst Predigten abgehalten, und zwar: I., Seltenstettengasse 4 (Rabbiner Dr. I. Taglicht); II., Tempelgasso 5 (Rabbiner Dr. J. M. Bach); II., Pazmanltcngasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes); III., Untere Viaduktgasse 13 (FroL Dr. K. Kupfer); V., Siebenbrunnengasse la (Rabbiner Dr. M. G. Mehrer); VI., Schmalzhofgasse 3 (Rabbiner Dr. J. Droblnsky); VIII., Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer); X., Humboldtgasse 27 (Rabbiner Dr. A. Weiner); XIII., Eitelbergergasse 22 (Rabbiner Dr. M. Lewin); XV., Turnergasse 22 (Rabbtnatskandldat Dr. Z. Kanner); XVI., Hubergasse 8 (Rabbtnatskandldat Josef Babad); XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. Fcuchtwang); XIX., Dolllnergasso 3 (Prediger Dr. A. Frank« furter); XX., Kluckygasse 11 (Rabbiner Dr. B. Murmel« stein); XXI., Holzmelstcrgasso 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). Am Vorabend des Schlußfestes, Freitag, den 2. Oktober 1931 (Beginn 5.30 Uhr nachmittags), IX., Müllncrgase 21 (Rabbiner Dr. Z. Schwarz). Die Einschreibungen an der Bibelschule, II., Rem* brandtgasse 32, finden am Dienstag, den 6. Oktober d. J., 2 bis 4 Uhr nachmittags, und Sonntag, 9 bis 11 Uhr vormittags, statt Der Unterricht ist unentgeltlich. Wien, 28. September 1931. Der Vorstand. Festgottesdienste der Schuljugend anläßlich Simchae-Thor« Am Samstag, den 3. Oktober d. J. (Scheminl-Azereth) finden Festgottesdienste für die Schuljugend ln den Syna« gogen, I., Seitenstettengasse 4, und XX., Kluckygasse 11, um 3 Uhr nachmittags statt. Wien, 28. September 1931. Der Vorstand. Neueinteilung der Kanzleistunden In der Bezirkskanztei für die Bezirke XII bis XV Infolge der von der Ersparungskommission der Kultusgemeinde beschlossenen Maßnahmen wird die Vorsehung der Kanzlciagendcn der Bezirkskanzlel XII bis XV durah einen ständigen Beamten ab 1. Oktober d. J. eingestellt. Die Konzieistunden finden nunmehr Montag, Mittr woch und Freitag von 4 bis 6 Uhr bzw. am Freitag, bedingt durch die Jahreszeit, von 3 bis 5 Uhr resp. 2 bis 4 Uhr, in der bisherigen Bezirkskanzlel statt. Die P. T. Parteien werden ersucht, auf diese durch die Kot der Zelt bedingte Einteilung gefälligst Bedacht nehmen zu wollen. Wien, 28. September 1931. Der Vorstand. Alaskir-Anclachten am Schsminl-Azercth-Feste Zur Vermeidung des groben Andranges in den Gemeindetempeln zur «Haskarah> veranstaltet der Vqrstqnd der israelitischen Kultusgemeinde Wien am diesjährigen Schemini-Azereth-heste — Samstag, den 3. Oktober — um 1 Uhr früh im Stadttempel, I, Seitenstettengasse 4, und im Leopoldstädter-Tempel, II. Tempelgasse 5, Sowie um!) Uhr vormittags in den Festsälen des Hotel «Post>, 1., Fleischmarkt 24 und des Hotel «Continental:», 11., Tabor- 1., Fleischmarkt 24, und des Hotel «Continental», II., Taborstraße 6, feierliche Gottesdienste mit Maskir-Andacht. Eintritt frei — ohne Karten. Im Spitale der Israelitischen Kultusgemeinde Alexandrien gelangen die Stellen. eine« Chefinternisten und eines C h c f c h i r ur ge n zur Besetzung. Die Kandidaten müssen mosaischen Glaubens sein und sollen nebst ihrer Muttersprache , auch das Französisch* oder Italienische beherrschen. Bewerbungsgesuche um diese Stelle sind ehesteti’f an den Präsidenten der Israel. K u 11 u s ge m e i ndt in Alexandrien zu richten. Die näheren Bedingungen für diese Ausschreibung sind in der Amtsdirektion der Israel. Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, während der Amtsstunden zu erfahren. F. Z. I. 269/31. , , Ignaz-Blumenfeld-Widmung für Bildhauor, Mater < und - Musi kor. (Bewerbungsausschreibung.) Anzahl der Plätzo: 1 im Betrago von S 250.—- für einen Bildhauer oder, wenn ein solcher nicht in Betracht kommen sollte, für einen Maler. Bewerbungsberechtigt eind; Der Skulptur oder der Malerei sich widmende israelitische Jünglinge (junge Männer) mit besonderen Anlagen und bereits bewährten Leistungen. Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Heimatsschein, Mittellosigkeitszeugnis, Fachzeugnisse; K u n s t be 11 ag e n ■t n d erst über Verlangen des Vorstandes zu erbringen. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 30. November 1931. Einreichstelle: I. Seitenstettengasse 2, 1. Stock, Tür 1« (Fürsorgezentrate). Wien, 1. Oktober 1931. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien. (Zur Bewerbung sind Gesuchsbogen zu verwenden, welche ln der Fürsorgezentralo unentgeltlich zu beziehen sind; die Gesuchsbogen enthalten auch nähere, für die Einschreiter wichtige Bestimmungen. F. Z. I. 623/31. Techniker-Stiftungen (Bewerbungsausschreibung) Anzahl der Plätze: Einen im Betrage von S 153.-— für die Dauer der gesetzlichen Studienzeit und für ein weiteres Jahr nach Beendigung derselben; einen im Betrage von S SO.— einmalig. Bewerbungsberechtigt sind: mittellose, fleißige, unterstützungswürd.ge jüdische ordentliche Hörer an der technischen Hochschule in Wien. G e s u c h s b e 11 a g e n: Geburtsschein, Mittellosigleeitszeugnis, Inskriptionsnachweis, Stud’enzeugnisse. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 30. November 1931. Einrcichstelle: I., Seitenstettengasse 2, I. Stock, (Fürsorgezcntrale). Wien, am 1. Oktober 1931. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Zur Bewerbung sind G e s u c h s b o g e n zu verwenden» welche in der Einreichstelle (I., Seitenstettengasse 3» I. Stock, Tür 16) unentgeltlich zu beziehen sind; die üesuchsbogen enthalten auch nähere, für die Einschreiter wich» tige Bestimmungen. 3)sroelitfi«cße Jkuitusgemeimde Wien. Z. 6027 ex 1931 Synagoge 1 Seitenstettengasse 4; 2. Tempelgasse 5; 2. Sebastian Kneippgasse 14; 3. Untere Viaduktgasse 13; 5. Siebenrunnengasse 1 a; 6. Schmalzhofgasse 3; 8. Neudeggergasse 12; 9. Müllnergasse 21; 10. Htnuboldtgass# 27; 13. Eitelbergergasse 22; 15. Turnergasse 22; Iß. Hubergasse 8; 18. Schopenhauerstraße 39; 19. Dolinergasse 3; 20. kluckygasse 11; 21. Hoüzmeistergasse 12. Dieser Gottesdienst, der für Volks-, Bürgor-, Haupt-, Mittelschüler und -Schülerinnen bestimmt ist, wird schulbehördlich verlautbart und von den Rellgionslehrcrn ihren Schülern in Erinnerung gebracht. Gleichzeitig wird die Aufmerksamkeit auf die in fast allen Wiener Bezirken bestehenden hebräischen Sprach- und Bibelschul cn gelenkt, die der Vertiefung und Erweiterung des Religionsunterrichtes dienen. Der Schuljugend wird in diesen Anstalten Gelegenheit geboten, hebräische Kenntnisse zu erwerben und zu vermehren, wodurch dieselbe befähigt wird, am Gottesdienst aktiv teilzunehmen und unser erhabenes Schrifttum in der heiligen Sprache kennenzulcrnen. An die jüdischen Eltern! Jugend-Gottesdienst im I. Halbjahr des Schuljahres 1931/32 WIEN, im September 1931 Sabbat In allen nebenstehenden Synagogen am: 10., 17., 24., 31. Oktober. 7-, 14, 21., 28. November. 5, 12, 19, 26. Dezember. 2, 9, 16, 23, 30. Jänner. 6, 13. Februar. Beginn: 3 Uhr nachmittags. Die dem Wohnort zunächst gelegene Sprach- und Bibelschule kann lm Schulamt der Kultusgemeinde erfragt werden. Jüdische Eltern! Es handelt sich um Euer Teuerstes, um Eure Kinder, von Menen Ihr doch sicherlich erwartet und wünscht, daß sie Eurem und Eurer Väter Glauben, Eurem Volke, Euch und sich selbst treu bleiben. Unterstützet uns daher ln unserem Bestreben, Euro Kinder religiös zu erziehen, zunächst dadurch, daß Ihr sie veranlaßt, allwöchentlich am Jugendgottesdienst teilzunehmen und die hebräischen Sprach- und Bibelschulen regelmäßig zu besuchen. Der Vorstand. 0 0 0 0 0 0 ■■ Lebensversicherungs- D|l O Kl IV Gesellschaft l M U IN IA GEGRÜNDET IM JAHRE 188? .... 2560 Millionen Schilling . . . . 378 Millionen Schilling . . , , U ü Millionen Schilling . . . . 35'/. Millionen Schilling Versiehe: ungubeatand pei Kn de Juni 1930 . . , UaiHiitiHiintte pei Knile 1929. Prämien und /.mt>eneinnahinen im Jahre 1929 . Aimahdmufiii an die Veisicherten im Jahre 1929 Tät'(/ked».yt*l>'e’ dpi (ieHe' .-cnait: Oester rech. Deutsches Reich. Tschechoslowakische Republik. Belgien. Holland. Krankreich. Spanien. Italien. Ungarn. Polen. Jugoslawien. Bulgarien. Griechenland. Rumänien. Palästina. Syrien. Türkei, Aegypten. Die Gesellschaft schließt zu billigen Prämien und günstigen Bedingungen Kapitals- und Beutenveraicheiungen jedei Art ab Neneinereffthrt: KINDER*VERSOR6UN6S*VE RS1CHERUNG (Auszahlung eines Kapitals hei Verheiratung. Studienheitrag. Rück-' erstattung der eingezahlten Prämien bei Ableben des Kindes) In validitattivei Sicherung (Zahlung einet Bente bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit und Auszahlung de* versicherten Kapitals nach reijähngei Bauet dei Invalidität) 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 Eigentumes» Verleget und Herausgeber; ZmniMisüiet i.aiuiesverhand tut Oesterreich, Wien, I, Kariiinersiraße Nr 2h - Verantwortlicher Redakteur: Ur. Sigmund Finkeistein» Wien. t, Kärtnerstraße Nr. 28. — Druck: «lnva>, Wien» VII, Lerchentelderstraüe Nr. I,