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Die Stimme · 1931-10-01 · Heft 195 (1.10.1931) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 195 (1.10.1931)
Date
1931-10-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 35 g V. b. b. BEZUCJS- BEPINOf INGEN Oesterr«ich tnoiHit lieb S J derlei llhrl S 4 2U, *an/ jahrl S 16*- Deutschld. viertel |4hrl UM V — r«ehechoilowakei viertel) Ke 24 — lugoslswtei» «neriel jahrl Dm 40 - Po'er vieMelttthr lieb ZIot) ft'SO Ungarn vierteliHh» Heb Pengh 4’2C Rumänien viertel GHrl lei 120 ehrtge» Ausland vierteljahrl Sch«' Pranken 4'50 Jüdisthe Zeitung Erscheint jeefen Donnerstag Bedakuon and Administration Wien I. Kärntner- «traft» 28 Tel R-27 4 96 Postsparkasse konti. Oester» D 113.* <D Polen 191. xi 1schecho* 4-> o «loo'akei 500.23 lugoslawien 40.8*7 umraei 95 4« |aiirgang Wien, Donnerstag, 1« Oktober 1931 (20. Tischri 5692) Am Bauernmarkt, beim Tepplcli-Schein Kiuft man stets mit Fieuden eml Doch heißt es sich vor Irrtum schützen. Da wir keine Filiale besitzen) ■dhurnim Die Krise des englischen Pfundes und Palästina Was noch vor kurzer Zeit für unmöglich gehalten worden wäre, wurde Ereignis. Das englische Pfund fällt und die Folgen dieses Kurssturzes sind einstweilen unabsehbar. Da es selten etwas in der Welt gibt, was nicht jüdische Interessen tangiert, sind wir auch am Kurssturz der englischen Währung Interessiert. Es darf nicht vergessen werden, daß das palästinensische Pfund in einer engen Relation zum englischen Pfund steht und daß der Palestine Currency Board, von dem die palästinensische Pfundnote 'herausgegeben wird, in London seinen Sitz hat. Es. kann angenommen werden, daß der Sturz des englischen Pfunds dem Keren Kajemeth Lejisrael und dem Keren Hajessod Vorteile bringen wird. Sowohl der Keren Kajemeth, als der Keren Hajessod haben große Schuldverbindlichkeiten, von denen sehr namhafte Beträge in nächster Zeit fällig werden. Da Keren Kajemeth und Keren Hajessod ihre Kapitalien nur zu einem geringen Teile aus Ländern mit Pfundwährung beziehen und das Pfund in der Relation zu allen anderen Währungen gefallen ist, bedeutet der Kurssturz des Pfundes, daß die aus allen Ländern einströmenden zionistischen Gelder eine erleichterte und raschere Abstattung der Schulden ermöglichen werden. Voraussetzung hierfür ist allerdings, daß die Keren Hajessod-Zeichner, soweit sie ihre Zeichnungen in englischen Pfunden abgegeben haben, am Sturz des englischen Pfunds nicht dadurch verdienen wollen, daß sie ihre Ratenzahlungen zum jeweiligen Tageskurse des Pfundes vornehmen, sondern zu. jenem Kurs, der zur Zeit ihrer Zeichnung bestand, in Oesterreich daher zu einem Kurs von S 34.—. .Fraglich ist es, welche Auswirkungen der Kurssturz des Pfundes auf Palästina selbst haben wird. Kapitalisten, die von ihren Spareinlagen leben, gibt es in Palästina nur wenige; Grund und Boden und Warenvorräte werden Entwertungen kaum mitmachen. Ob und inwieweit der Orangentransport, der hauptsächlich aut England angewiesen ist, leiden könnte, ist heute ebenfalls eine offene Frage. Bekannt ist aber, daß die Palästinaindustrie durch den hohen Stand des Pfundes in ihren Exportmöglichkeiten gegenüber Syrien gehemmt war. Es ist daher nicht ausgeschlossen, daß der Kurssturz verschiedenen Palästinaindustrien Vorteile bringen wird. Die palästinensisch-jüdische Bevölkerung setzt sich aus Elementen zusammen, die vielfach aus Ländern stammen, die ihre Inflationszeit hinter sich haben. Es ist daher anzunehmen, daß die Juden ln Palästina durch vernünftige wirtschaftliche Maßnahmen und auf Grund der in ihren früheren Wohnländern erworbenen Inflationserfahrungen sich gegen Verarmung durch die Inflation schützen werden. Die Anleihe für Palästina im Ausmaße von 21/2 Millionen Pfund, bezw. für den Fall, daß der Kurssturz andauert, auf einen wesentlich höheren Betrag, dürfte derzeit in England zum Scheitern verurteilt sein. Es ist daher fraglich, ob und inwieweit der Landentwicklungsplan überhaupt Aussicht' auf Realisierung hat. Die Unklarheiten werden noch dadurch größer, daß in England Parlamentswahlen vor der Türe stehen und daß wir nicht wissen, was uns eine nächste Regierung bringen wird, Es ist auch nicht Warum Bentwich gehen mußte Palästina-Fragen vor dem britischen Unterhaus „Rassische und politische Gründe“ London, 24. September. (J. T. A.) In der Sitzung des Unterhauses richtete Colonel Wedgwood an den Minister für die Kolonien, Thomas, die Frage, welche Gründe für den früheren Kolonialminister Lord Passfield maßgebend waren, als er einen so fähigen und hochverdienten Beamten wie den Chef des Justizdepartements der Palästina-Regierung und Oberstaatsanwalt Palästinas, Norman Bentwich, vorzeitig in Pension geschickt hat. Der Kolonienminister der Nationalen Regierung, Herr Thomas, gab in der Beantwortung dieser Frage zu, daß «besondere rassische und politische Verhältnisse ln Palästina» es äußerst schwer machten, Norman Bentwich auf seinem bisherigen Posten zu behalten. ’■ Thomas erklärte welter/clie Regierung habe Norman Bentwich zweimal höhere Posten im richterlichen Kolonialdienst angeboten, Bentwich aber habe diese Posten abgelehnt und erklärt, er nehme einen Posten außerhalb Palästinas nicht an. Nach dieser Haltung Bentwiclis habe die Regierung keine andere Wahl gehabt, als Bentwich durch Pensionierung aus dem Palästina-Dienst zurückzuziehen. Bei diesen Worten des Ministers sprang Colonel Wedgwood erregt auf und richtete an Herrn Thomas die Frage, ob Bentwich darum ersucht worden sei, zurückzutreten, weil er Jude ist. Der «Speaker» des Unterhauses ließ diese Frage nicht zu, sie wurde auch durch Thomas nicht beantwortet. Einer unmittelbar darauf von dem bekannten Atittrzionisten Howard Bury betreffend den Rücktritt Bentwichs gerichteten Frage an den Kolonienminister wa* zu entnehmen, daß Bentwich gezwungen wurde, acht Jahre vor Erreichung des Pensionsalters von seinem Amte zurückzutreten und daß, um Bentwichs Pensionierung eine rechtliche Grundlage zu geben, eine besonders gesetzliche Regelung hierfür getroffen worden sei. Landentwicklimgsanleihe «stuf Waffenlager in den Kolonien Auf eine Frage des Führers der Unabhängigen Arbeiterpartei Englands, Fenner Brockway, ob die Regierung noch immer an dem Plan einer Palästina« Anleihe und an dem Palästina-Landentwicklungsplan festhalte, erwiderte der Minister für die Kolonien, Thomas, es werde dem Parlament Gelegenheit gegeben werden, die Frage einer Palästina-Landentwicklungsanleihe rechtzeitig im Lichte der allgemeinen finanziellen Situation zu erwägen. Falls der Plan vom Parlament gebilligt werden wird, werde dessen Durchführung dem Direktor des Landentwicklungsamtes Frencti überlassen. Minister Thomas lehnte es ab, im gegenwärtigen Moment ln Details einzugehen. In einer weiteren Anfrage befaßte sich Fenner Brockway mit den in jüdischen Kolonien errichteten versiegelten Warenlagern, ln seiner Erwiderung erklärte Minister Thomas, die Wiedererrichtung der versiegelten Waffenlager in den jüdischen Kolonien sei schon im April 1930 beschlossen worden. Allen Neuobonnenien unseres Blattes und allen, die es werden wollen, teilen wir mit. daß wir gerne bereit sind, ihnen die bis 1«er erschienenen Fortsetzungen des Komanes vor» Avlgdor Hamelri ..Der troße Wahn> sinn’* gratis nadualiefern Administration „Die Stimme“ von der Hand zu weisen, daß die Währungsschwankungen der Ruhe im Orient nicht förderlich sein könnten und wir haben es bereits einmal erlebt, daß eine schwache englische Regierung in der Linie des schwächsten Widerstandes, d. h. gegen die Juden vorging. Wir haben daher allen Anlaß, den weiteren Verlauf der Ereignisse mit Aufmerksamkeit zu verfolgen und wir wollen hoffen, daß der Sturz der englischen Währung unserem Aufbauwerk keine nennenswerten Nachteile, sondern eher Vorteile bringen wird. In Palästina ist die Wirtschaftslage Hl KAI5ER5TR. 123 IX. ÄLSGRSTR. 6 Sl5->S20-S28‘• noch immer besser als in Europa und in Amerika, wo der jüdische Mittelstand verarmt und sein Interesse Palästina zuwendet. In Amerika bedeuten 10.000 Dollars nichts, in Palästina aber viel. Wir hoffen, daß die Zionisten in der ganzen Welt sich nicht der irrigen Auffassung hingeben werden, daß der Sturz des englischen Pfunds eine Verminderung ihrer finanziellen Opfer erfordert, wir müssen vielmehr unsere Opfer steigern, da erfahrungsgemäß in der Inflationszeit die Bodenpreise nicht analog der Geldentwertung steigen. Wenn wir diese günstige Zeit zur Abstattung unserer Pfundschulden und zum Bodenkauf ausnützen — das Gesetz über die Bodentransaktionen wurde nicht erlassen — dann könnte die jetzige Krise den Ausgangspunkt für einen neuen Aufstieg des Zionismus bedeuten. g. Bel Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen« gestörtem Schlaf, schlechter Laune, gereizter Stimmung greife man sogleich zu dem altbewährt«! «Franz-Josef»-Bitterwasser. In Aootheken erhältlich«

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