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Die Stimme · 1931-08-06 · Heft 187 (6.8.1931) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 187 (6.8.1931)
Date
1931-08-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 187 — 6. August 1931 DIE STIMME Seite 7 ZlonKlhdies Leben in Wien Ein Meeting des Arbeitenden Palästina in Wien Ansprachen von Locker, Arlosoroff und Longuet Sonntag, den 26. Juli, fand, wie wir bereits in der letzten Nummer der «Stimme» kurz mitteilten, im neuen Heim der gastgewerblichen Angestellten eine eroße. von der Liga für das Arbeitende Palästina veranstaltete Versammlung statt, bei der jüdische Arbeiterführer aus Palästina, die anläßlich des Sozialistenkongresses in Wien weilten, sprachen. Den Vorsitz führte der Präsident der Liga, Doktor Leo Goldhammer, der auch eine Begrüßungsansprache an die zahlreich Versammelten richtete. Hierauf sprach das neugewählte Mitglied der zionistischen Exekutive Berl Locker über die Ergebnisse des Zionistenkongresses. Er betonte die Tatsache, daß der Kongreß durchwegs von der Politik, insbesondere aber vom Endzielproblem, beherrscht worden ist. Die Revisionisten, die die Endzielfrage dem Kongresse aufgezwungen haben, taten dies aus dem Unvermögen, einen Weg aus der schweren politischen Lage zu finden. So wollten sie sich wenigstens an Worten und Formeln berauschen. Die Arbeitervertreter dagegen bemühten sich, den Kongreß von der wenig fruchtbaren Endzieldiskussion abzuleiten und ihn dazu zu bewegen, sich mit konkreten Aufbauproblemen zu befassen. Der zionistische Maximallsmus besteht nicht in maxirnalistischen Formeln, sondern im Maximalismus der konkreten Tat. In diesem Zusammenhänge ist es erwähnenswert, daß es den Arbeitern gelungen ist, boi entscheidenden Abstimmungen die Revisionisten zu isolieren und eine Exekutive der konstruktiven Elemente zu bilden. Dr. Chaim A r 1 o s o r o f f,.ebenfalls neugewähltes Exekutivemitglied, sprach über die Entwicklung der palästinensischen Wirtschaft in den zwei letzten Krisenjahren. Trotz der politischen Schwierigkeiten geht der Aufbau vorwärts. Palästina ist heute ein Land, in dem die Sinfonie der Arbeit ertönt. Dabei bildet dieses Land doch im ganzen Länderkomplex des Nahen Orients dank seinen sozialen Einrichtungen eine Ausnahme, die nicht genug gerühmt werden kann. Es ist eine Unwahrheit und Verleumdung, wenn man behauptet, daß die Juden den Arabern das Land wegnehmen. Wahr ist hingegen, daß, trotzdem im letzten Jahrzehnt hunderttausend Juden nach Palästina eingewandert sind, die arabische Auswanderung in dieser Zeit auf die Hälfte der vor dem Kriege gesunken ist. ln anderen arabischen Ländern, wo nicht die soziale Arbeit, sondern der Kapitalismus als Eroberer eingebrochen ist, stieg die Auswandrung und die Verelendung der arabischen Massen. Als Gast erschien bei der Versammlung auch Jean Longuet, der französische Sozialistenführer, ein großer Sympathiker der zionistischen Idee. Longuet, der bei seinem Erscheinen stürmisch begrüßt wurde, gab in seiner in französischer Sprache gehaltenen herzlich klingenden Rede dem Interesse Ausdruck, das sowohl er als auch seine sozialistischen Freunde für Palästina hegen. Der Zionismus ist nur ein Teil des großen Befreiungskampfes, den die unterdrückten Völker führen. Es ist eine Pflicht des Sozialismus, die Bestrebungen des Zionismus zu unterstützen, der für jüdische arbeitende Massen, die unter unsagbarem Druck in den Ländern der Zerstreuung leiden, in Palästina die Möglichkeit eines neuen Lebens schaffen will. Die Arbeit des Keren Kajemeth Silbernes Buch des Keren Kajemeth. Bisher sind 29 Silberne Buch-Eintragungen durchgeführt worden. Abrechnung der Büchsenleerung. Die Junileerung haben weiters endgültig abgerechnet: Histadruth Gordonia, Brith Mischmar Haowdim. Keren-Kajemeth-Sammlungen bei Familienfeierlichkeiten (Hochzeiten, Brith Milah, Bar Mizwah u. dg!.). Diese Familienfeierlichkeiten bieten günstige Gelegenheit, Sammlungen für den Keren Kajemeth zu veranstalten. Es gibt eine Reihe von Gesinnungsgenossen, die sich freiwillig in den Dienst dieser Tätigkeit stellen. Damit derlei Gelegenheiten genügend ausgenützt, werden können, muß der Keren Kajemeth von allen solchen Feierlichkeiten Kenntnis erhalten. Alle Gesinnungsgenossen und Freunde des Keren Kajemeth werden hiermit höfüchst ersucht, dem Keren-Kajemeth-Bureau dergleichen Feierlichkeiten mit genauer Angabe der Adresse der Veranstalter bekanntzugeben. Versicherung zugunsten des Keren Kajemeth. Die Versicherungsabteilung des Keren Kajemeth hat eine Aktion eingeleitet, die bezweckt, Versicherungen zugunsten des Keren Kajemeth durchzuführen, und zwar auf folgender Grundlage: Im Erlebensfälle fällt die versicherte Summe ganz dem Keren Kajenieth zu, im Ablebensfalle die eine Hälfte den Erben des Versicherten, die andere Hälfte dem Keren Kajemeth. Durch die Aktion sollen dem Keren Kajemeth neben den Spenden neue Mittel zum Zwecke der Ausdehnung des jüdischen Bodenbesitzes für die jüdische Kolonisation zufließen. Schon nach drei Jahren erhält der Keren Kajemeth gegen minimale Zinsen 65 Prozent der eingezahlten Prämien zu seiner freien Verfügung. Bisher haben 80 Personen Versicherungen auf insgesamt 110.000 Schilling abgeschlossen. Ankündigungen und Mitteilungen Verband radikaler Zionisten. Versammlung, Mittwoch, den 12. August 1931, y2f) Uhr abends, im Restaurant «Sängcrhalle», Prater 181. Thema: Nach dem Kongreß. Referenten: Dr. J. W a 1 d m a n n, Dr. L. P1 a s c h k e s. Der jüd. Bet* und Unterstützungsverein Zwischenbrücken gibt bekannt, daß die Chanukkah des neugegründeten Bet Üamidrasch «Tomchej Jeschurun», Allerheiligengasse 1, Samstag, den 8. August, zwischen 9 und 12 Uhr stattfinden wird und ladet auf diesem Wege sämtliche Juden Zwischenbrückens hiezu ein. Der Humarritätsverein für die westlichen Bezirke Wiens eröffnet wie alljährlich auch heuer seine Ferienkolonie in Vöslau, Florastraße 15. Aufgenommen werden Kinder von 6 bis 14 Jahren in nachfolgenden Abteilungen. I. Turnus: 8. Juli bis 7. August, II. Turnus 11. August bis 10. September. Anmeldungen und Auskünfte im Sekretariat bei Herrn Präsidenten Karl Fröhlich, VI., Mollardgasse 85, Tel. Nr. B 29-1-65. Jüdischer Sport FuSIIbuBI Hakoah siegt in Kowel. Hakoah spielte am 31. Juli in Lublin gegen den dortigen Fußballklub 10:3 (7:0). Die Tore erzielten Mausner (3), Eisenhofer (3), Donnenfeld (2) und Ehrlich (2). Am nächsten Tage siegten die Wiener 5:1 (4:0), wobei Mausner (2), Mermelstein, Heß und Eisenhofer erfolgreich waren. Schwimmen Die Hakoahner holten sich bei den Linzer Meisterschaften sechs erste Plätze. Stein siegte über 200 m Brust in 2.58,8. . „ . Löwy siegte über 100 m Freistil in der neuen Rekordzeit von 1.16 und holte sich auch die Meisterschaft über 400 m Freistil in 6.20. Wertheimer-Bienenfeld gewiann das Brustschwimmen über 200 m in der guten Zeit von 3.15,6. Hi Bratmann siegte über 100 m Rücken in 1.37, obwohl sie, knapp nach einer Operation, untrainiert antra't. Die 3X100-m-Lagenstaffel wurde in der Zeit von 4:26,7 eine Beute der in der Aufstellung Wertheimer-Bratmann- Löwy antretenden Hakoahstaffel. Sp. Sprechsaal der „Stimme“ (Für die Mitteilungen, die ln dieser Rubrik erscheinen, übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.) Wir erhalten folgende Zuschrift: Unsere Chawerim, die aus Palästina zur Arbeiter-Olympiade als Vertreter der jüdischen Arbeiterschaft gekommen sind, hielten es nicht der Mühe wert, unseren Führer und Vorkämpfer Theodor Herzl, der sein Leben für sie geopfert hat, durch Friedhofbesuch, bezw. Kranzniederlegung zu ehren. Die Chaluzim, die viele Richtlinien von der sozialistischen Internationale in ihr Programm aufgenommen haben, sollten doch auch, wie die anderen, die ihres Vorkämpfers bei jeder Gelegenheit nicht nur aus programmatischen, sondern auch aus taktischen Gründen gedenken, ihren Führer und Kämpfer nicht vergessen, zumal auch unsere Tradition die Ehrung unserer toten Führer verlangt. Sicherlich wird Das Juli-August-Heft der «Menorah» enthält unter anderem: «Was der Baumeister Salman erzählt» von David Pinski, von Dr. Paula Arnold «Der Fluch des Vorurteils», Prof. Dr. Max Eisler «Oskar Strnad und das Theater», Doktor Alfred Marcus «Zur Frage der jüdischen Berufsumschichtung», Kurt Harald Isenstein «Alfred Döblin», Eugen Spiro «Ludwig Hardt liest Heine», Dr. Will Pleß «Künstler unter sich», Walter Freund «Ebrei», Dr. Benjamin Maisler «Jüdische Familiengräber bei Jerusalem», Ab. Kahan «Der Brüssler Internationale Sozialistenkongreß 1891 und die Judenfrage», Heinrich Berl «Judentum und Feminismus», Dr. Will Pleß «Arye L. Peysak», Dr. Leo Goldhammer «Lebensüberdruß», Umschau, Bibliographie, mehrere Kunstbeilagen usw. Leiviks «Golem» als Oper. Das bekannte jiddische Drama «Der Golem» von H. Leivik wurde zum Textbuch einer Oper verarbeitet, die vom Musikdirektor des Chicagoer Opernhauses M. Van Grove komponiert wird und im Herbst dieses Jahres in Chicago uraufgeführt werden soll. Die neue Oper wird zu einem späteren Zeitpunkt auch in den Spielplan der Metropolitan Opera in New York aufgenommen werden. Neue Schöpfungen Jakob Pleßners. Der bekannte jüdische Bildhauer Jakob Pleßner hat aus Anlaß der ersten Wiederkehr des Todestages des deutschen demokratischen Führers und Kämpfers gegen den Antisemitismus, Abgeordneten Dr. Ludwig Haas, eine Büste des Verstorbenen angefertigt, die in den Kreisen der Freunde von Ludwig Haas und der Berliner Kunstkenner wegen ihres lebendigen künstlerischen Ausdruckes viel Anerkennung gefunden mit. Jakob Pleßner hat fUr das Vestibül der Villa Hausmann zu Arend- Gesucht erster Vorbeier für die große Synagoge Dukesstreet, London, England Bewerber dürfen nicht über 40 Jahre alt sein und werden einer ärztlichen Untersuchung unterzogen. Der Anfangsgehalt beträgt 600 Pfund Sterling und steigt dann zu 700 Pfund an. Es ist eine Wohnung vorgesehen, für die ein Betrag vom Gehalt in Abzug gebracht wird. Bewerber mögen ihre Zeugnisse einsenden und den Namen der Synagoge bekanntgeben, an der sie jetzt beschäftigt sind, auch ein Lichtbild, auf dessen Rückseite Name und Adresse des Bewerbers und der Name der Synagoge vermerkt sind. Schriftliche Bewerbungen sind bis spätestens 15 September 1931 an folgende Adresse zu senden: Great Synagogue, 4 St. James Place, Aldgate E. C. 3, London, England. smBwmmammmanamnmttmmmmmmmmmMmmmmmmmmmmmmmm auch die jüdische Arbeiterschaft in Palästina diese Unterlassung ihrer Delegation als groben Fehler mißbilligen. Die Chawerim hatten jetzt einen bedeutenden Anlaß, die Zusammengehörigkeit und den Gesamtwillen des ganzen jüdischen Volkes, das Opfer für Palästina bringt, durch Ehrung des Führers und Bekenntnis zur Idee auch nach außen programmatisch, taktisch und taktvoll zu manifestieren. Leider fehlte das geistige jüdische Herz. Mit Zionsgruß Abraham Horowitz Aus der Provinz Linz. 70. Geburtstag des Herrn Piskaty. Am 25. Juli d. J. beging: der verdiente langjährige Sekretär der jüdischen Kultusgemeinde Linz in voller Rüstigkeit die Feier seines 70. Geburtstages. Der Vorstand der Gemeinde veranstaltete aus diesem Anlasso einen feierlichen Gottesdienst. Herr Präsident Schwager richtete an Herrn Sekretär Piskaty zu Herzen gehende Worte, in denen er dessen Verdienste um die Gemeinde eingehend würdigte. Am Schlüsse seiner Ausführungen überreichte er dem Jubilar eine künstlerisch ausgefertigte und von allen Vorstandsmit,-| gliedern unterfertigte Adresse. Auch Herr Rabbiner Doktor Kurrein hielt eine längere Ansprache. Herr Sekretär Piskaty erhielt aus allen Kreisen unserer Gemeinde zahlreich^ Glückwünsche. Antworten der Redaktion F. C. K., Zagreb: Ihr Aufsatz wurde uns von der betreffenden Redaktion übergeben. Leider ist er zu spät eingelangt. Wir werden ihn aber in der Redaktionsmappe behalten und bei Gelegenheit verwenden. Karl M., Przemysl: Es genügt die Adresse: Avigdor Hameiri, Tel-Aviv, Palestine. Edmund R., Wien, II.: Die Rubrik «Aus aller Welt" entfiel in den letzten Nummern infolge der Menge politischen Materials, das gebracht werden mußte. Wir haben aber diese Rubrik nicht aufgegeben. Unsere geschätzten Leser werden auf die jüdische Buchhandlung Hermann Tuchner (siehe Inserat) besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher, auch antiquarisch, zu ermäßigten Preisen erhältlich sind. Leihbibliothek eröffnet. 10 Groschen täglich. Keine Nebengebühren. Für Anfragen Telephon R-41-4-20. E see, die von dem verstorbenen Justizrat Hausmann als Heim für jüdische Akademiker gestiftet worden war, ein lebensgroßes Reliefporträt des Stifters angefertigt. Kirjath Sepher. Soeben ist das zweite Heft des achten Bandes der von der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek Jerusalem herausgegebenen Vierteljahrsschrift «Kirjath Sepher» erschienen. Das Heft enthält: Nachrichten aus der Bibliothek, Bibliographie neuer Palästinadrucke und von Judaica und Hebraica (643 Nummern), Rezensionen, Wissenschaftliche Arbeiten: J. Pograbinski, Eine Bibliographie der Artikel und Aufsätze J. L. Gordons; C. Scholem, Der Autor des gefälschten Sohar-Fragments in der Zeit des Rabbi Abraham Ha-Levy; Aus den Sammlungen der Bibliothek: A. Yaari, Zwei Ephithalamia von R. Moses Hayim Luzzatto. Veröffentlicht mit einer Einleitung nach den einzig bekannten Exemplaren. Bibliographische Glossen. Eine Fakultät für jüdische Literatur und Philosophie. Wie die Leitung des Jewish Theological Seminary of America mitteilt, wurden die Vorbereitungen zur Errichtung einer Abteilung für jüdische Literatur und Philosophie an diesem Seminar abgeschlossen. Die neue Abteilung wird den Namen Seminary College of Jewish Studies führen und das Recht haben, ein Bakkalaureat der hebräischen Literaturwissenschaft zu verleihen. Dieser akademische Orad wird den Absolventen des College nach vierjährigem Besuch der vorgeschriebenen Kurse in Bibelkunde, Geschichte, Hebräisch, Talmud, Religion und jüdischer Philosophie zuerkannt werden. Voraussetzung für die Aufnahme in das College ist die Absolvierung einer jüdischen und einer weltlichen Hochschule oder eine gleichwertige Vorbildung. Zum Dekan des College ist Prof. Mordechai M. Kaplan ausersety^ Literatur / Kunst / Theater

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