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Die Stimme · 1931-07-09 · Heft 183 (9.7.1931) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 183 (9.7.1931)
Date
1931-07-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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V. b. b. BEZUGS- BEDINGUNGEN Oesterreich monat» lieh S 1*50, viertel* jährL S 4*20, ganzjihrL . . . S 16*— Deutschld. viertel* jlhrl.. . . RM V- Tseheehoslowakei viertelj* . Rc 24*— Jugoslawien viertel ilnrl. . Din. 40*— PoUn Vierteljahr lieh . . Zloty 6*50 Ungarn Vierteljahr lieh . . Pengö 4*20 Rumänien viertel jlhrL. . Lei!20*— Uebriges Ausland II vierteljlhrl. Schw. v? Franken 4*50 -vmmammmmm Jüdisdke Zeitung •um 4. Jahrgang Wien, Donnerstag, 9. Juli 1931 (24. Thamna 5491) Preis 35 g Er«d * * jec? Donm . Redsktfor und Adtuinir Wien, L, Y straf . TeLP P08tSt Oester: J 113*546 Polen . 19U99 Tschechoslowakei .500.230 Jugoslawien 40.879 Nummer 183 Die Beratungen des siebzehnten Zionistenkongresses Letzte Nachrichten aus Basel Wetxmanns Siede xum Schlüsse der Generaldebatte (Telephonisch von unserem Sonderberichterstatter.) Basel, 8. Juli. Dienstag, den 7. Juli, abends, hielt Prof. Weizmann eine große Rede zum. Schluß der Generaldebatte. Einleitend verwies der Redner auf die große Arbeit der. Exekutive, über die man im Plenum nicht sprechen könne. Die politische Kommission werde die Möglichkeit haben, alle, vertraulichen Dokumente zu überprüfen. VöiriMacDonald-Brief sagte Pröf. Weizmarth/daß dte Gefahr bestanden habe, die englische Regierung werde den Brief veröffentlichen, ohne sich zuvor mit der Exekutive beraten zu haben. Es hatten alle Parteien, die Revisionisten ausgenommen, den Verhandlungen zugestimmt.. Es gehe aus dem Schreiben klar hervor, daß im Falle eines Konfliktes zwischen den Bestimmungen des Weißbuches und denen des MacDonald-Briefes der MacDonald-Brief entscheidend sein würde. Zur Frage des Gesetzgebenden Rates erklärte Prof. Weizmann, daß er diesen Gesetzgebenden Rat nie akzeptiert habe, sondern vielmehr in seinem seinerzeitigen Briefe an Passfield die Round-Table-Konferenz verlangt und betont habe, daß der Gesetzgebende Rat nur das Ergebnis einer vorangegangenen Auseinandersetzung mit den Arabern sein, nicht aber dieser vorausgehen könnte. Anschließend äußerte sich Prof. Weizmann in bitteren Worten über die Haltung der Pälästinaverwaltung und gewisser Londoner Kreise. Dann polemisierte er scharf und geistvoll gegen die Rede, die Stephen Wise im Verlauf der Generaldebatte gehalten hatte. In der Folge führte Prof. Weizmann aus: «Meine Anschauungen über die Parole einer jüdischen Mehrheit habe ich bereits gestern dargelegt. (Anläßlich der Beantwortung der Interpellation in der Angelegenheit des Interviews. Die Redaktion.) Die große jüdische Einwanderung, die wir brauchen, kommt nicht durch ein Zauberwort. Wir dürfen uns nicht selbst betrügen. Die Größe der Einwanderung hängt von drei Faktoren ab: erstens von den politischen Bedingungen überhaupt, zweitens von der Praxis der Einwanderungsbehörden und schließlich und vor allem von unseren eigenen Anstrengungen. Was wir von der Regierung zu verlangen berechtigt sind, ist die Schaffung von Bedingungen, unter denen das Maximum einer Einwanderung möglich ist. In einem Augenblick wie dem jetzigen, da unsere Bewegung am Scheidewege steht, ist es die Pflicht der Führer, die gegebenen Realitäten klar ins Auge zu fassen und ein Programm aufzubauen, das In der Welt dieser Realitäten durchführbar ist, auf die Gefahr hin, von den Oberflächlichen des Kleinmutes geziehen zu werden. Ich habe leider in den Reden der Oppositionsführer keine Andeutung darüber bemerkt, wie die bestehende Diskrepanz zwischen dem Möglichen und dem Erwünschten überbrückt werden könnte. Die Gefahr, die ich sehe, ist die, daß man Formeln nachjagt und den Sinn für Proportion verliert.» Bezüglich der englischen Regierung sagte Weizmann, er fürchte, daß die Regierung durch das Herabdrücken des Versprechens und durch die Bagatellisierung eines großen staatsmännischen Aktes die Sympathien eines alten Volkes aufs Spiel gesetzt habe, Sympathien, die sogar für die englische Regierung keine quantite negligeable sein sollten. Prof. Weizmann schloß seine Rede mit folgenden Worten: «Wir alle sind verbunden durch den starken Glauben an die zionistische Idee und ihre Verwirklichung. Aber der tiefe Glaube an eine Sache manifestiert sich nicht in einer heroischen Phrase oder einer dramatischen Geste, sondern in der Art, wie man tatsächlich die Schwierigkeiten erträgt, und im Bewußtsein, daß, wenn wir nur den rechten Weg gehen, dieser durch alle Wechselfälle zum Ziele führen wird.» (Stürmischer Beifall.) Zionismus TELEFON B M7! GROSS BETRIEB FÜR HflUSUJfiSCHE Die Zionismus B a s e 1, 5. Juli. Der 5. Juli 1931 wird ein denkwürdiger Tag nicht nur in der Geschichte des Allgemeinen Zionismus, sondern auch des Gesamtzionismus bleiben; denn an diesem Tage vollzogen im Blauen Saale des Kongreßgebäudes in Basel 81 Kongreßdelegierte, die aus 31 Ländern als Vertreter der Allgemeinen Zionisten hier weilen, in feierlicher Weise die Gründung des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten. In wenigen Tagen wurde hier unter der Führung unseres Freundes Dr. Schwarzbart (Krakau) eine ungeheuerliche Arbeit geleistet. Die Allgemeinen Zionisten hatten sich zunächst in zwei Gruppen zusammengeschlossen. Die Minoritätsgruppe unter Führung von Dr. Eder (England) bestand aus der englischen, deutschen, jugoslawischen und tschechoslowakischen Landsmannschaft und aus Einzelvertretern kleinerer Länder; die Majoritätsgruppe Dr. Schwarzbart, der auch der größte Teil der amerikanischen Delegation angehörte, bestand aus Vertretern von Galizien, Erez Israel, Et Liwnot (Kongreßpolen), Oesterreich, Belgien, Argentinien, Griechenland usw. Es stellte sich bald heraus, daß die beiden Gruppen infolge divergierender Anschauungen über die Endziel- und Leitungsfrage sich nicht ohne weiteres einigen können. Dr. Schwarzbart ließ aber nicht locker. Mit ungeheurer Energie gelang es ihm und seinen Mitarbeitern, eine gemeinsame Plattform der Allgemeinen Zionisten zu schaffen, bezw. nachzuweisen, daß diese bestehe und daß wir uns angewöhnt haben, immer nur das Trennende und nicht das Gemeinsame zu sehen, Mit Recht hob das Dr. Schwarzbärt in seiner Eröffnungsrede hervor. Der Allgemeine Zionismus, einst die führende Macht auf den Kongressen, ist eine Minorität geworden. Die Flügel haben sich aut unsere Kosten vergrößert. Wir aber blieben, die Holzhacker und Wasserträger für die anderen,. Dieser Zustand wurde unerträglich. Wir Allgemeine^ sind noch immer das Rückgrat des Zionismus. Wir haben uns aber entfremdet. Streitigkeiten wurden von uns maßlos aufgebauscht und uns von unseren Gegh-efn besonders angekreidet. Wir waren einander fremd geworden, auch der persönliche Kontakt fehlte. Der Mangel eines festen Programms kostete uns einen großen Teil unserer Jugend. In dieser großen Gefahr griff Dr,.Schwarzbart ein. In unverdrossener Arbeit wurde das Programm zusammen mit der Gruppe Dr. Eder ausgearbeitet. Das Organisationsstatut wird in einer zweiten Sitzung beschlossen werden. Es ist ein Austausch von Führern geplant. Gemeinsame Arbeit - und Diskussion, getragen vom Willen zur endgültigen Verschmelzung aller Unterziele, wird den Allgemeinen Zionisten ihre' frühere Bedeutung wiedererobern. Am wichtigsten ist aber der Aufbau einer Jugendorganisation der Allgemeinen Zionisten, ln Galizien existiert sie schon und hat zirka 20.000 Mitglieder, ln Wien und überall in der Welt wird sie geschaffen werden. Hier liegt unsere große Aufgabe. Wir schaffen uns unsere eigene Chaluziuth. Schon besteht in Erez Israel ein Kibbuz Allgemeiner Zionisten aus Galizien. Warum sollen wir Allgemeine nur als Mittelstandskoionisten nach Palästina gehen? Wir haben doch auch unsere Jugend, die begeisterte Chaluzim stellt. Eines muß festgehalten werden; unser Programm richtet sich weder gegen rechts noch gegen links — es afterkennt den Primat des Volkes. In allen Ländern werden Landesorganisationen aufgebaut werden. Schon der nächste Kongreß muß zeigen, was bei der Gründlingsversammlung unter großem Jubel verkündet wurde: daß der vielgeschmähte, totgeglaubte Allgemeine Zionismus wiedererstanden und ein Machtfaktor geworden ist, wie er es gewesen. Dr.Oskar Grünbaunf OKSTEKREICdlSCHE BINNENSCHIFFAHRT A.-Ü. WIEN, I., KOHLMESSERGASSE 5 , Tel. U 2l<4-43, Lajtduttfl«* woftlrolt»» EluttlfliUllt Harlu* iltU«i Tel, A 43-507 Iw* 1J U UIVOrficke (Morslnplatx) Tagesrundfahrten Täglich 10 Uhr, iS Uhr und 19 Uhr Fahrtdauer 87» Stunden AbendrundfaHrten Dienstag, Mittwoch, Freitag und Samstag Abfahrt 19 Uhr — Ankunft 23 Uhr \

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