Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 178 (3.6.1931)
- Date
- 1931-06-03
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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OIE SUMME Nf. 178 — 3. Juni 1931 36*- Aus öfter Wett und die dort durchgeführte Ansiedlung als einzige wirtlich positive Leistung Zu werten, alle übrigen Opfer sind für die Zukunft Wertlos, weil sie die wahren Ursachen der Judenfrage nicht beseitigen. Juden als Pfthrer dreier englischer Parteien Wie «Jewish Chronicle» berichtet, gab es während einer in der vorigen Woche abgehaltenen Sitzung des Unterhauses eine interessante und vielbesprochene Episode. Während einer Debatte über ein Ergänzungsbudget für das Kohlenbergwerksdepartement, ergab sich die in der Geschichte des englischen Parlaments seltene Situation, daß Juden als Führer aller drei Parteien fungierten. Bergwerksminister Shinwell vertrat die Regierung, Sir Herbert Samuel war Führer der Liberalen und Abg. A. M. Samuel zeitweise der der Konservativen. Das Blatt knöpft an diese Mitteilung die Bemerkung, Colonel Howard Bury habe offenbar an der Sitzung nicht teilgenonimen, sonst hätte er sicher hierüber eine Anfrage eingebracht. Ein Hawdalah-Prozeß Das kanadisch« Ruhetagsgesetz gibt den Juden das Recht, statt am Samstag am Sonntag zu arbeiten. Die jüdischen Bäcker machten von dieser Bestimmung Gebrauch. Sie begannen ihre Arbeit am Samstag abends nacn Hawdalah und arbeiteten dann den ganzen Sonntag. Dagegen erhoben die christlichen Bäcker Einspruch. Nach dem kanadischen Gesetz gehe ein Tag von Mitternacht zu Mitternacht. Da die jüdischen Bäcker am Samstag aber schon bei Sonnenuntergang zu arbeiten beginnen, müsse dieser Tag voll gerechnet werden und sie dürften deshalb Sonntag nicht arbeiten. Vor Gericht plaidierten die besten Advokaten. Die Juden machten geltend, ihr Tag gehe von Sonnenuntergang zu Sonnenuntergang; die Christen standen auf dem Standpunkt, der Tag beginne um Mitternacht. Die erste Instanz hat den letzteren Standpunkt geschützt und den jüdischen Bäckern empfohlen, die Hawdalah in Zukunft aut 12 Uhr nachts zu verschieben. Der Kampf um die Hawdalah ist damit nicht beendet, die Appellation an das höchste Gericht Ist ergriffen worden. Grabsteine Friedländer & Deutsch Wien Seltenstettengasse Nr. i Tel. U 28-1-28 XI., Zentralfriedhof, neben dem 1. Tor, Tel. ü 18-0-86 - . i r. jSäj»ü8SSSZHlÖSiii>ü;,'l •'*'?( h■: A*ffirrisf!je5I!5?i j Jiidfsrfaer Malender j ‘: r-ysg;arg*: r-~r-rr Juni 1931 I Siwan 5691 Freitag 20. Samstag 21. Sonntag 22. Montag 23. Dienstag 24. Mittwoch 25. Donnerstag 26. Befindet eich die Bundeeladeam 0erje Nebo? Zu der Nachricht, daß eine amerikanische Gesellschaft in Höhlen des Berges Nebo nach der Bundeslade sucht, schreibt Prof. G. Hölscher-Bonn, der «Frankf. Zeitung» u. a.: «Die Meinung, daß die Bundeslade des alten Jerusalemer Tempels in einer Höhle am Berge Nebo einst vom Propheten Jeremia im Jahre 586 versteckt worden sei und dort wiedergefunden werden könne, ist eine in amerikanischen Laienkreisen vielfach herrschende Phantasie. Sie geht auf eine spätere Legende zurück, die zuerst in 2. Makk. 2, 1 ff. (Anfang der römischen Kaiserzeit) literarisch bezeugt ist und die auch weiterhin in der spätjüdischen-rabbinischen verbreitet ist... Die Tempelgeräte wurden 586 von den Babyloniern aus Jerusalem weggeschleppt; ihre RUckbringung unter Serubbabel ist Legende. Unter diesen Geräten befand sich aber die heilige Lade damals nicht mehr, die zuletzt bei der Einweihung des salomonischen Tempels im 10. Jahrhundert erwähnt wird und vielleicht schon bald durch Pharao. Schoschenk weggeschleppt worden ist. Jedenfalls wird sie später nie wieder als vorhanden erwähnt, auch nicht bei der Plünderung des Tempels 586..» Jüdischer Sport Die Hockeysektion des Sportklub «Hakoah» sucht zur Komplettierung ihrer Jungmannschaften junge Leute zwischen 14 und 18 Jahren. Anmeldungen jeden Dienstag und Donnerstag ab 6 Uhr nachm, bei der Trainingsleitung auf dem Hakoan-Sportplatz in der Krieau oder jeden Dienstag ab 9 Uhr abends im Cafd Atlashof, 1., Aspernplatz. — Hockeystöcke werden für die Zeit der Ausbildung zur Verfügung gestellt. Altpolnische Makkabl-Konferenz in Warschau. Am 31. Mai beginnt in Warschau die erste Reichskonferenz des polnischen Makkabi-Kreises. Dr. Davidsohn wird die Tagung eröffnen, der Vorsitzende des polnischen Kreises S. Rusecki den Tätigkeitsbericht erstatten. Das Präsidium des Makkabi- Weltverbandes wird auf der Tagung durch sein Mitglied Dr. A. Rosenfeld vertreten sein. Jüdisch-orthodoxe Kreise Palästinas drohen, die Austragung von Sportwettspielen an Sabbathtagen gewaltsam zu verhindern. In orthodoxen Kreisen Jerusalems herrscht Empörung darüber, daß in letzter Zeit die Uebung, Fußballspiele an Sabbathtagen zu veranstalten, wieder Platz gegriffen hat. Eine Gruppe von 2500 Agudisten hat öffentlich gedroht, sie würde den Verkauf der Eintrittskarten zu dem Wettspiel am nächsten Samstag auf dem Makkabi-Platz in Jerusalem verhindern. Am letzten Sabbath ging der Kartenverkauf unter polizeilichem Schutz vor sich. Oberrabbiner Kook hat den Versuch unternommen, die jüdischen Fußballer zur Einhaltung ihres Versprechens, am Sabbath keine Wettspiele auszutragen, zu bewegen. Aus der Provinz Zionistische Ortsgruppe Innsbruck. Mittwoch, den 13. ds. fand ein. gut besuchter zionistischer Vortragsabend statt, in welchem Herr Ing. Berger über das Thema «Weltwirtschaftskrise und Judentum» sprach. Nach einer Besprechung der. Ursachen und Wirkungen der allgemeinen Weltwirtschaftskrise wies der Vortragende nach, daß das Judentum der ganzen Welt außer von der allgemeinen noch von einer speziellen Wirtschaftskrise betroffen ist, die aus der anormalen nationalen Lage der Juden und ihrer anormalen Berufsschichtun'g resultiert und die gerade für die das.- Judentum erhaltenden Volksteile, eine große Gefahr bedeutet. Die Juden der Welt haben zwar -bisher ungeheure Opfer gebracht, um die Not ihrer Brüder zu lindern, von all diesen riesigen aufgebrachten Geldmitteln ist aber nur die Erwerbung des derzeitigen Bodenbesitzes in Palästina f Lebensversicherungs- Gesellschaft GEGRÜNDET IM JAHRE 1880 Versicherungsbestand per Ende Juni 1980 ......... 2500 Millionen Schilling Garantiemittei per Ende 1929 . . ... . 800 Millionen Schilling Prämien- und Zinsenemnahmen im Jahre 1929 ....... .125 Millionen Schilling Aaszahlungen an die Versicherten im Jahre 1929 . 287, Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet der Gesellschaft: Oesterreich. Deutsches Reich. Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland. Frankreich. Spanien, Italien, Ungarn, Polen, Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten. Die Gesellschaft schließt zu billigen Prämien und günstigen Bedingungen Kapitals- und Bentenversieherungen jeder Art ab Neueingeffthrt: KINDER-VERSORGUNGS-VERSICHERUNG (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung, Studienbeitrag, Rückerstattung der eingezahlten Prämien bei Ableben des Kindes) Invallditftteversichemng (Zahlung einer Rente bei Eiptritt der Erwerbsunfähigkeit und Auszählung des' versicherten Kapitals nach dreijähriger Dauer der Invalidität) «: AmtlicheV erlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Z. 3324 ex 1931. Wien, 28. Mai 1931. Stipendien der Gemeinde Wien. Vom Vorstande der Israelitischen Kultusgemeinde Wien wird bekanntgegeben, daß im Studienjahre 1931/32 für Schüler der Wiener Obermittelschulen (Obergymnasien, Oberrealschulen und sonstigen Obermittelschulen, die dieselben Berechtigungen zum Besuche der Hochschulen gewähren), der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien, der Wiener Bundes-Lehrerbildungsanstalten, der Bildungsanstalten für Kindergärtnerinnen in Wien, der Wiener Staatsgewerbeschulen, des Wiener Technologischen Gewerbemuseums, der Wiener Handelsakademien mit Oeffentlichkeitsrecht, der Kunstgewerbeschule des österreichischen Museums für Kunst und Industrie, der Bundeslehranstalt für Textilindustrie und der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien ungefähr 100 von der Gemeinde Wien errichtete Stipendien von je $ 300.— jährlich und für Hörer der Wiener Universität, der Wiener Technik, der Wiener Tierärztlichen Hochschule, der Hochschule für Welthandel, der Hochschule für Bodenkultur, der Fachhochschule für Musik und darstellende Kunst, der Akademie für bildende Künste und der Akademischen Spezialschule für Medailleurkunst in Wien ungefähr 80 von der Gemeinde Wien errichtete Stipendien von je S 420.— (S 396.— für Hörer der Rechte) jährlich nach den hiefür bestehenden allgemeinen Vorschriften und unter nachstehenden besonderen Voraussetzungen und Bedingungen zur Verleihung gelangen. Zum Genüsse dieser Stipendien sind nur unbemittelte öffentliche Schüler und Schülerinnen und ordentliche Hörer und Hörerinnen der genannten Lehranstalten berufen: Privatisten an Mittelschulen und außerordentliche Hörer an Hochschulen sind von der Beteilungmit einem Stipendium ausgeschlossen. * Unter sonst gleichen Bedingungen haben nach Wien zuständige Bewerber den Vorzug. Die mit der Würdigkeitsbestätigung der Schulleitung und dem Nachweis der österreichischen Bundesbürgerschaft versehenen Gesuche sind bis 20. J u 1 i d. J. unmittelbar beim Wiener Magistrate, Abteilung 8 (I., Neues Rathaus), einzubringen. Dem Gesuche sind beizuschließen: a) Geburtsschein, b) Heimatsschein, c) Studiennachweise der beiden letzten Semester, allenfalls auch Prüfungs- und Frequerttationszeugnisse, Hörer der Technischen Hochschule-haben überdies das vorgeschriebene Einheitenverzeichnis beizubringen, d) legales Mittellosigkeitszeugnis, aus. welchem die Erwerbs-, Vermögens- und Familienverhältnisse des Einschreiters und seiner unterhaltspflichtigen Angehörigen, insbesondere auch der allfällige Genuß von Stipendien oder Freiplätzen des Bewerbers oder seiner Geschwister zu ersehen sind, e) ein Fragebogen, der vor Ueberreichung des Gesuches in der Magistratsabteilung 8 Zu beheben und in allen Rubriken genau auszufüllen ist. Die mit einem Mittelioslgkeitszeugmsse belegten Gesuche sind stenipeifrei.; Die Stipendien werden Mittelschülern für eine Zelt verliehen, die zur Vollendung ihrer Studien an der Mittelschule bei normalem Studienfortgange erforderlich ist, Hochschülem bis zum Schlüsse dieses Studienjahres,-, jedoch1 kann das Stipendium in der Regel bis zur Vollendung der Studien alljährlich wieder verliehen werden, falls nicht’ besondere Gründe dagegen sprechen. Der Vorstand. . Z. 3269 ex 1931, Vertretung der Gemeinde- Wien, 29. Mal 1931. rabbiner. Kundmachung. Der Kultusvorstand hat mit Rücksicht auf die durch die Vakanz mehrerer Gemeinderabbinerstellen bedingten Schwierigkeiten bei der Heranziehung von Gemeinderabbinern zu Funktionen für die Zeit bis 30. November 1931 Herrn Professor Rabbiner Dr. Moriz Lewin, Wien; XIII., Penzingerstraße 97, damit betraut, im Bedarfsfälle’1 in Stellvertretung von Gemeinderabbinern bezw. Vereins-Gemeinde-Rabbinem staatlich rechtswirksame Funktionen zu vollziehen. Diese Verfügung wurde vom Wiener Magistrat im staatlichen Wirkungskreis mit Erlaß vom 21. Mai 1931, Zahl M. Abt. 49/4087/31 genehmigt. : Jugendgottesdienst Am Samstag, den 6. Juni I. J. findet um. 3 nachmittags der Jugendgottesdienst für. die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und BezirkSTSynagogen .statt Austritte aus dem Judentum Kohn Ignatz, 18. Mai 1883, II., Wohlrouthstraße 14, — Seldler Franz, 20. September 1914, VI., Linke. Wien?eile 4. — Kras Johanna, 22. Juni 1908, XVIIh, Schulgasse 3. Szfen Josef, 5. Februar 1901, VIII.,- Lerchenfeldersträße 30. — Bergmann Chalm, 16. April 1897, III., Fasangasse 35,. -r Splere Margarete,, 20. Februar 1902,, II., Taborstraße 9. — Weiner Rosa, 7. Februar 1901. — Beran Emil» 30. März 1877, XIII., Versorgungshaus Lainz. — Pachner ,Ott(fc 14. Februar 1896, XIII., Reichgasse 22. — Pachner, geb. Stefanie Werner, 28. Juli, 1896, XIII., Reichgasse 22. — Pachner Gerhard, 5. Juni 1904, XIII., Reichgasse 22. — Pol« lak Wilhelm, 24. August 1902. — Philipps Robert Josef, 12. Dezember 1899, II., Tandelmarktgasse 15. KINDERWAGEN von % 36.— aufwärts direkt beim Irsauamr ruppi npnp XX, WAMJNSTtlNPUIVf * rniiri nrm!h.8aricn<m (wuhiupuu.im KiUUifiiifiiiiii XX,Kloit*rn«iibiirfl«rftr.31 EBBEBBEB^iiBtElBBBBBBBSEBBBBSBBBBBSBSBBBBE Eigentümer, .Verleger und Herausgeber: Zionistischer Landesverband für Oesterreich, Wien, I* Kärntnerstraße Nr. 28. — Verantwortlicher Redakteur: Dr. Sägmiina* > Finkeistein, Wien, I., Kärtnerstraße Nr. 28. — Druckt «Jnva», Wien, VH, Lerchenfeldersträße Nr. t i