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Die Stimme · 1931-05-07 · Heft 174 (7.5.1931) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 174 (7.5.1931)
Date
1931-05-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 DIE STIMME Nr. 174— 7. Mai im ■■■"■■ly1 Sonntag, St. Mai 1931, Gang der Wiener Zionisten zum Grabe Jheodör Herzls. — Treffpunkt * Aa/6 70 Uhr vorm. Hochschule für Bodenkultur Die Wiedergeburt des „allgemeinen Zionismus“ Voll Dr. J. Schwarzbart (Krakau) lungspolitik in den gegenwärtigen Verhandlungen teetgelegt werden. Sie erklärten, daß die Zahl der unmittelbar durch jüdische Bodenkäufe von ihrem Landbesitz verdrängten Araber, die allein anf Grund der Bestimmungen des MacÜonald-Briefes Anspruch darauf haben, bei der im Landentwicklungsplan vorgesehenen Bodenzttweistmg berücksichtigt zu werden, nur wenige Hundert betrage. Die Mittel des Landentwicklungsfonds müßten daher zur Hälfte zugunsten der verdrängten Araber und zur Entwicklung Bei Galten- und Leberleiden, Gallensteinen und Gelbsucht regelt das natürliche «Franz-Josef»-Bitterwasser die Verdauung in geradezu vollkommener Weise, ln Apoth. erh. der arabischen Landwirtschaft im allgemeinen sowie zu Krediten für arabische Siedler, zur anderen Hälfte aber zur Förderung der jüdischen Kolonisation und zur Erteilung von Krediten an die bestehenden jüdischen Kolonien verwandt werden. Die arabische Exekutive hat andererseits an die Regierung die Forderung gestellt, daß die Bestimmungen des Mac Donald-Briefes völlig außer acht gelassen und. daß. die Mittel des Entwicklungsfonds zunächst zur Ansiedlung aller landlosen Araber verwendet werden. Im Hinblick darauf, daß ihre Pläne sowohl bei den Arabern als auch bei den Juden auf Opposition stoßen, wird die Regierung wohl ihre Absicht, der ständigen Mandatskommission des Völkerbundes auf ihrer Tagung im Juni d. J. einen von beiden Parteien gebilligten Landentwicklungsplan vorzulegen, aufgeben müssen. Die Exekutive der Jewish Agency hat sofort nach dem Abschluß der Konferenz mit den Vertretern der Regierung eine Sitzung einberufen, um über die im Hinblick auf die neugeschaffene schwierige politische Lage gebotenen Maßnahmen zu beraten. Die Beratungen der Exekutive wurden auch am folgenden Tage fortgesetzt. Lord Strickiand Vorsitzender der Landentwicklungskommission? «Jewish Chronicle» behauptet, aus zuverlässiger Quelle erfahren zu haben, daß die Landentwicklungskommission ^aus fünf Mitgliedern unter dem Vorsitz von Lord Strickland bestehen wird. Die Regierung habe zwar ursprünglich beabsichtigt, Sir John Hope Simpson zum Vorsitzenden der Kommission zu ernennen, habe aber jm letzten Augenblick dem von zionistischer Seite geltend gemachten Widerstand gegen diese Ernennung Rechnung getragen. Dem «Jewish Chronicle» zufolge sind die Araber mit den Vorschlägen der englischen Regierung bezüglich des Landentwicklungsplanes einverstanden und behaupten, daß auch die Juden keinen Einspruch gegen diese Vorschläge erheben. Wurde in Jerusalem über den Landentwicklungsplan verhandelt? London, 28. April (J. T. A.). Entgegen der von der palästinensisch-arabischen Exekutive veröffentlichten Erklärung, in der es in Abrede gestellt wird, daß die Verhandlungen zwischen dem High Commissioner und der arabischen Exekutive über den Landentwicklungsplan für Palästina bereits begonnen haben, wird in englischen Regierungskreisen die Mitteilung des Kolonialamtes, daß die Verhandlungen mit der arabischen Exekutive am Mittwoch, den 22. April, in Jerusalem eröffnet wurden, aufrechterhalten. Tatsächlich ist auch bei der Londoner Regierung bereits ein Bericht über diese Besprechungen eingelaufen. Es wird allerdings die Möglichkeit zugegeben, daß die Verhandlungen keinen offiziellen Charakter getragen haben. Nicht abgebrochen, nur „toter Punkt4* London, 4 . Mai (j. T. A.). Zum richtigen Verständnis unserer Nachricht über den gegenwärtigen Stand der Verhandlungen zwischen englischer Regierung und Jewish Agency ist mitzuteilen, daß es sich keineswegs etwa um eine offizielle Unterbrechung, geschweige denn um einen endgültigen Abbruch der Vertändlungen handelt. Die Beratungen sind lediglich infolge tiefgehender Meinungsverschiedenheiten zwischen dem interministeriellen Komitee und den Vertretern der Jewish Agency auf einem toten Punkt angelangt, und es wurde vorläufig kein Termin zur Fortsetzung der Besprechungen anberaumt. VERBAND ZIONISTISCHER MITTELSCHÜLER Samstag, dan 9. Mal 1931 findet im Lokal der Hakoah, Atlaahof, Wltalngeratr. 1, ein großes K.K.L.l'leetflng tatt. Referent! Adolf Böhm Thema: Probleme des Pafästinaaufbaues Zelts präzise halb S Uhr abends Soll der allgemeine Zionismus auf dem XVII. Kongreß wieder ein Bild jener Zersplitterung, wie sie den XVI. Kongreß so unliebsam kennzeichnete, darbieten? Diese Frage wünsche ich schon jetzt allen allgemeinen Zionisten vorzulegen. Der Prozeß der Konsolidierung der Verhältnisse in der allgemein-zionistischen Bewegung hat kaum begonnen. Das Sekretariat des Komitees, das die Reihen der allgemeinen Zionisten organisiert, hat bereits von einer ganzen Anzahl von Ländern Antworten erhalten, welche zumindest dartun, wie lebhaft überall die Notwendigkeit einer Gesundung der gegenwärtigen Verhältnisse empfunden wird. Aber man darf sich nicht täuschen. Der Zerbröckelungsprozeß hat einige Jahre hindurch angehalten, . und die reale Betrachtung der Dinge läßt die weitgespannte Hoffnung nicht aufkommen, das Uebel würde sich in einem Augenblick beheben lassen. Unter den Begriff «allgemeiner Zionist» fällt heute eine ganze Reihe von Gruppierungen, die sich untereinander in der Taktik, ja sogar in der Stellungnahme zu den wesentlichen Punkten des zionistischen Programmes, sei es in politischer, sei es in wirtschaftlicher Hinsicht unterscheiden; enthält doch das Reservoir des «allgemeinen Zionismus» formell solche extreme Gegensätze wie Dr. Magnes und .... Jabotinsky! Wie soll man nun — wird so mancher entgegenhalten — den Prozeß der Konsolidierung und der Verbindung von Elementen anbahnen, die sich wie Feuer und Wasser gegenüberstehen? Daraus geht eine Konsequenz hervor: die Konsolidierung muß zunächst jene Elemente erfassen, die voneinander noch nicht so weit abgerückt sind, daß ihr Zusammenschluß in einer ge¬ BUCHERSTUBE M. RATN Buchhandlung, Antiquariat, Leihbibliothek Wien, ff., Taborstraße 20 a, Tel. R-43-1-58 M. RATH S Moderne Leihbibliothek bietet Ihnen eine reiche Auswahl von Büchern aller Art, insbesondere von Neuerscheinungen im Original, bsew. geschmackvollen Bibliothekseinband. Außer den deutschen Büchern auch englische, hebräische, jiddische u. Deutsch-Judaica in reicher Auswahl. Täglicher Umtausch Den ganzen Tag von 8 bis 6 Uhr geöffnet Monatsgebühr Hilf S 3.— Keine Bandgebühr meinsamen Organisation ein Unding wäre. Zwischen den beiden Polen des Stamzionismus, dem Brith Sclialom und dem Revisionismus befinden sich verschiedene andere Gruppen, sei es von interterritorialem Charakter wie die «Radikale Gruppe» oder von lokalem Charakter wie «Eth-Liwnoth», in Deutschland «Linkes Zentrum», letzthin auch die «Arbeitsgemeinschaft für zionistische Realpolitik» und darüber hinaus der Grundstock jener namenlosen «wirklichen» «Stam»- zionisten, die unter der Aegide der Zentralkomitees der Landesorganisationen zusaminengefaßt sind, obwohl in jüngster Zeit auch dort der Prozeß der Differenzierung sich bemerkbar macht. Also — ein Kaleidoskop, um nicht zu sagen: eine Kakophonie! Das letzte Ziel der Konsoiidierungsaktion soll , meines Erachtens die Zusammenschweißung aller dieser Gruppierungen zu einem mächtigen Block sein, geführt von einem übergeordneten Zentralorgan; die Divergenzen der Anschauungen hingegen müßten unter Zugrundelegung des Majoritätsprinzips geregelt werden. Nur auf diese Weise werden wir zu dem ldealzustand gelangen, daß wir auf dem Kongreß das System dreier Parteien, der Linken, der Rechten und des allgemein-zionistischen Zentrums erreichen. Dieses Ziel ist jedoch ein Ideal, momentan unerreichbar. Ich unterstreiche das Wort momentan, denn meiner Meinung nach ist dieses Ziel im Laufe der Zeit erreichbar, wenn im «stanmionistischen Lager die Idee wahrer Staatsräson sich durchgesetzt haben wird. Und es wird erreicht werden. Im gegenwärtigen Augenblick muß man mit einem bescheidenen Programm beginnen. Vor allem muß die Konsolidierung aller «Stam»- zionisten, die ausschließlich ln ihren zentralen Landeskomitecs gruppiert sind, erfolgen. Wenn erst ein solcher Kristalllsatlortepunkt geschaffen wird und seine Auswirkungen spürbar werden, so werden sich andere Gruppierungen seiner Anziehungskraft nicht ohne weiteres entziehen können. Welches Programm soll im gegenwärtigen Augenblick diese erste Verbindung schaffen? Ich Würde in Umrissen folgende Richtlinien vorschlagen. 1. Festhalten an dem Endziel des Zionismus. 2. Suprematie der Interessen des Volkes als Ganzen und der Aufbaubedürfnisse Erez Israels als Ganzen vor der Klassen-, Kasten- oder Stände-Ideologie, 3. In bezug auf die sozialen Prinzipien und den wirtschaftlichen Aufbau des Landes — das Losungswort der Zusammenfassung aller schaffenden, konstruktiven Elemente. Daher Kampf gegen den Klassenegoismus, sei es den des Sozialismus, sei es den des Kapitalismus, Festlegung des Grundsatzes der obligatorischen Arbitrage bei Konflikten zwischen Arbeit und Kapital sowie Förderung der Mittelstandskolonisation. 4. Auf kulturellem Gebiete die Parole der Zentralisierung des palästinensischen Schulwesens; daher Kampf gegen den Klassenbezw. exklusiv konfessionellen Standpunkt in Fragen des Schulwesens. Mit einem Wort — die Schaffung eines einheitlichen nationalen Schulwesens. 5. Organisatorisch: Die Bildung eines gemeinsamen «stanmionistischen Zentralorgans, welches nach obigen Leitsätzen die Tätigkeit der «Stam»zionisten regeln sollte. 6. Die Bildung einer zentralen «stam»zionistischen Jugendorganisation bei gleichzeitiger Auflösung aller Sonderleitungen und Schaffung bloßer Sektionen im Bereich dieser Organisation: der akademischen Jugend, einer Erziehungssektion (Chaluz) und dergleichen mehr. 7. Die Schaffung eines gemeinsamen Fonds für zionistische Publikationen, Propaganda und Hachscharah der Chaluzjugend. Einige von diesen Punkten sind absichtlich in allgemeiner Form gehalten. ’eh wünsche hierdurch eine Ba3is für sachlich«: Auseinandersetzungen zu schaffen, denen schon in . den nächsten Wochen die ersten organisatorischen Versuche folgen müßten. Die Tätigkeit des «stanmionistischen Lagers soll nicht gegen irgendeine Gruppierung im Bereiche der zionistischen Weltbewegung gerückt sein. Sie bezweckt nur die Erreichung eigener programmatischer Ziele; der Kampf sollte bloß auf jenes Maß beschränkt bleiben, das bei Austragung sachlicher Konflikte unvermeidbar ist. Ich vertrete den Standpunkt, daß die Föderationen, die Linke wie auch die Rechte, ihren objektiven Untergrund im weitgezogenen Rahmen der zionistischen Bewegung haben. Es geht nur darum, daß sie über ihre Sonderinteressen hinaus wenigstens in der Periode des Aufbaues des jüdischen Palästina, im Geiste der Zusammenfassung, nicht aber der Differenzierung erzogen werden. Palästina selbst wird dereinst fähig sein, Sondertendenzen zu bekämpfen. Im Lager.der Linken tritt immer deutlicher der Prozeß der Konsolidierung ln Erscheinung. Man muß ihn vom allgemein nationalen Standpunkt begrüßen. Die Rechte, vor allem der Misrachi, zeigt im allgemeinen die größte Geschlossenheit. Nur der «Stam»- zionismus stellt ein überaus umfangreiches in Wirklichkeit aber träges und machtloses Gebilde dar. Diesem Prozeß muß durch zielbewußte Arbeit ein Ende gesetzt werden. Die letzten Jahre weisen einen Zuwachs des «Stam»zionismus von unten, d. h. von selten der Jugend in einem so starken.Maße auf, daß wjr um den Nachwuchs des «Stam»zionismus keine Besorgnisse hegen müßten. In der Jugend wird der Glaube an die schöpferische Funktion des «Stam»zionismus im Leben des Volkes und der zionistischen Bewegung wach. Man muß nur die Zügel dieser Bewegung mit starker Hand ergreifen und sie so leiten, daß dem Zionismus daraus die größten ideellen und materiellen Vorteile erwachsen. Wenn dieser Anfang schon jetzt gemacht wird, so muß die Zeit einer Konsolidierung großen Stiles kommen, denn nicht das letzte Ziel des Zionismus ist die Verwirklichung der Herzischen Parole, daß wir ein Volk sind. Diesem Losungsworte lag der erzieherische Gedanke der Konzentrierung der Kräfte und des entschiedenen Kampfes gegen die durch unsere Geschichte hervorgerufene Atomisierung des Judentums zugrunde. Das, was in den letzten Jahren im «$tam»*{onlsmus auf organisatorischem und ideologischem Gebiete sich zutrug, stand im krassen Widerspruch zum Vermächtnis Herzis. Nun ist es allerhöchste Zeit, daß der «Stftm»- zionismus erwache und mit intensiver Arbeit für seine Konsolidierung beginne* -- ' "'W

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