Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 173 (30.4.1931)
- Date
- 1931-04-30
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 DIE STIMME Nr. 173 - 30. Anri! 1931 finnhctpinP Friedländer & Deutsch Ul IllJuiUlllU Wien. L, Seltenstettengasse Nr.'. Tel. ü '8-1-28 XI., Zentralfriedhot, neben dem i. lot Tel U 18-0-85 Der jüdische Hochschüler Verein zion. Hochschüler Z. P. Chajes. Der nächste Abend der hebr. Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von Herrn Prof. Kästenbaum und Schlomoh Auerbach findet am Montag, den 4. Mai 1931, präzise 8 Uhr abends, im Heime, I.. u. .mga^se 7. statt, w.ub -und Berditschevs'.;y-Lektiire. Abschließendes Referat über Schoffmann. Mittwoch, den 6. Mai 1931, findet im Theatersaal, 11., Praterstraße 60 (Astor), ein Sonderabend des Jüdischen Schauspielervereines statt, bei welchem alle in Wien lebenden jüdischen Schauspieler mitwirken werden, außerdem ein großes Orchester. Zur Aufführung gelangt Akeidas Izchak (Opferung Isaks) von Goldfaden. Das Reinerträgnis fließt den notleidenden jüdischen Schauspielern zu. Der J. A. Technikerverband veranstaltet am Donnerstag, den 30. April, eine Führung in die Hütteldorfer Brauerei. Treffpunkt 2 Uhr vor dem Fabrikstore. Gäste sind willkommen. Anmeldung erwünscht. Am 9, Mai findet im Verbandsheim, IX., Liechtensteinstraße 30, eine außerordentliche Generalversammlung statt. Erscheinen jedes einzelnen Kollegen Pflicht! Akademischer Verein jüdischer Mediziner. Unsere Generalversammlung im Sommersemester 1930-31 findet am 6. Mai 1. J. in der Mensa Academica Judaica, IX., Zimmermannplatz 8, um 7 Uhr abends statt. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht! Kongreß der jüdischen Studenten Großrumäniens. In diesen Tagen fand in Bukarest ein Kongreß der jüdischen Studenten Großrumäniens statt, an welchem Vertreter aus Bukarest, Jassy, Cluj, Czernowitz usw. teilnahmen. Auf dem Kongreß wurden folgende Referate gehalten: «Die Studentenschaft und der Zionismus», «Ueber die Föderalisierung der jüdischen Studentenverbindungen» usw. Zum Schluß wurden die Statuten der neu zu gründenden Studentenföderation Rumäniens genehmigt, einige Beschlüsse betreffend zionistische Propagandaarbeit der jüdischen Studenten wurden gefaßt, jüdischer Sport fufibull Hakoah—Gersthof 2:0 (1:0) Hakoahplatz, 1000 Zuschauer, Schiedsrichter Nemetz. Mit einer äußerst mäßigen Leistung konnte die HaKoan die beiden Punkte in Sicherheit bringen, wobei es zu Beginn des Spieles für die Blauweißen besonders bedrohlich aussah. Der einzige Mannschattsteil, der voll befriedigen konnte, war die Verteidigung, in der Amster und Feldmann ausgezeichnet arbeiteten. Sogar an den beiden Tieffern waren sie beteiligt, da Feldmann einen Elfer verwandelte, während Amster durch einen weiten Kick, der vom gegnerischen Back verfehlt wurde, das 2. Goal vorbereitete, ln der Deckung konnte Liebermanrt befriedigen, während Strqß nur durch seine Ambitionslosigkeit auffiel. Placzek war schwacher Durchschnitt, speziell sein Stil läßt derzeit noch viel zu wünschen übrig. Der Sturm hatte unter der Indisposition Heß’, der krank angetreten war, zu leiden. Nur Mausner und Katz konnten bescheidenen Ansprüchen genügen. Das sportlich tiefstehende Spiel hatte in Herrn Nemetz einen würdigen Leiter, der, durch keinerlei Sachkenntnis getrübt, die verkehrtesten Entscheidungen traf und überdies durch seine endlosen Debatten mit den gegnerischen Spielern geradezu lächerlich wirkte. Auch ein Linienrichter fiel durch seine naiv zur Schau getragene Parteilichkeit unangenehm auf. Gersthof beginnt mit heftigen Angriffen und gleich zu Beginn wird Mausner am Knöchel verletzt, so daß er nur mit halber Kraft arbeiten kann. Er erholt sich aber später und wird dem gegnerischen Tore einige. Male gefährlich. Anläßlich eines energischen Vorstoßes wird er knapp vor dem Tore gefoult und Feldmann verwandelt den Elfer. (20. Minute.) Nach Halbzeit ist Hakoah meist überlegen, kommt aber nur noch zu einem Treffer. Mausner startet in der 34. Minute nach einerri hohen Ball Amsters und fixiert den Sieg. Aufstellung: Oppenheim, Amster, Feldmann, Placzek, Stroß, Lieberm§mn, Katz, Mausner, Heß, Donnenfeld, Ehrlich. Sp. Jüdischer Professionalsport und Zionismus Die Bestrebungen der Leitung des F. C. Hakoah, durch Engagements von hochwertigen jüdischen Berufsspielern wieder eine Spitzenmannschaft zu erlangen, lassen die Frage aktuell erscheinen, ob und in welchem Ausmaße dieses Vorhaben für den Zionismus in Oesterreich von Bedeutung ist. In weiten Kreisen des Wiener nationalen Judentums hat man noch zur Blütezeit der alten Hakoah den jüdischen Professionalsport negiert und auf die Schädlichkeit der Kommerzialisierung des jüdischen Sportes hingewiesen. Demgegenüber muß festgestellt werden, daß ein Professionalfußballklub kein Geschäftsunternehmen ist, da bei den bestehenden Verhältnissen eher mit einem Defizit als einem Gewinn zu rechnen ist. Den leitenden Herren des F. C. Hakoah muß also zugebilligt werden, daß sie aus ideellen Motiven handeln, da ein Unternehmen, das unter allen-Umständen mit Verlust arbeiten muß, nicht als Erwerbsünternehmen betrachtet werden kann. Nun zu den Hauptfaktoren, den jüdischen Berufsspielern. Hier muß man zwei Arten unterscheiden: solche, die spielen, nur weil sie bezahlt werden, und solche, die bezahlt werden, weil sie spio len. Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind leider so triste, daß jeder Fußballer, der nicht gerade ein Krösus ist, gezwungen ist, aus seiner Kunst Kapital zu schlagen. Zur Ehre der jüdischen Berufssportler muß nün gesagt werden, daß sie zumeist in die 2. Gruppe eingeteilt werden müssen. Jeder einzelne hat familiäre Pflichten zu erfüllen, die ihn zwingen, jede Verdienstmögliehkeit wahrzunehmen. Wenn also ein jüdischer Fußballer auch bezahlt wird, kann er trotzdem mit Leib und Seele dem jüdischen Sport und damit dem Judentum dienen. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß ein jüdischer Professionalklub, der von selbstlosen Leuten, wie es auch bei der Hakoah der Fall ist, geleitet wird, und sich auf nicht nur finanziell, sondern auch ideell interessierte Spieler stützt, Existenzberechtigung besitzt. Nun kommen wir zum eigentlichen Thema, zur Wirkung auf die jüdischen Massen. Heute, im Zeitalter des Sports, sind sportliche Spitzenleistungen, sp^iell auf dem Gebiete des so populären Fußballsports, Propagandamittel von ungeheurer Werbekraft. Ich will nicht sagen, daß irgendein indifferent eingestellter Jude, wegen eines Meisterschaftssieges der. Hakoah, zum hundertprozentigen Zionisten werden muß. Es genügt zunächst, daß durch entsprechende Spitzenleistungen jüdische Kreise, die unserer Sache bisher fremd oder ablehnend gegenüber standen, durch, uen Erfolg arigelöckt werden. Das Gemeinschaftsgefühl schlummert selbst im größten Assimilanten, und bei vielen kann es auf diese Weise gelingen, das jüdische Selbstbewußtsein zu erwecken oder zu stärken. Gelangen diese Leute zü einer positiven Einstellung zum Judentum, dann ist für den Anfang viel erreicht. Ich kenne viele Gesinnungsgenossen, die auf diesem Wege langsam, aber sicher zum Zionismus erzogen wurden. Unsere Bewegung kann auf kein Werbemittel verzichten, deshalb haben wir das größte Interesse daran, daß die Hakoah wieder zu dem wird, was sie vor Jahren war: Zum Pionier des jüdischen Sportes und der jüdischen Regenerationsbewegung überhaupt, hier in Oesterreich und in der ganzen Welt. Und wenn wir hierzu eine Fußballmannschaft brauchen, dann darf das Wörtchen «Professional» keinen von uns stören, es sind ja jüdische Professionals. H. Sp. Jüdischer Sport- und Schützenverein «Menorah», IX., Liechtensteinstraße 30, Souterrain, Zugang durch den Hof. Uebungsabende und Amtsstunden: Montag 20 bis 22 Uhr, □ 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 Lebensversicherungs- Gesellschaft PHÖNIX GEGRÜNDET IM JAHRE 1882 Versicherungsbestand per Ende Juni 1980 . 2500 Millionen Schilling Garantiennttei pei Ende 1929 ... 300 Millionen Schilling Prämienand ZuiBeneinnahinen im Jahre 1929 ....... 125 Millionen Schilling Auszahlungen an die Versicherten im Jahre 1929 . 28*/, Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet det Gesellschaft: Oesterreich. Deutsches Reich. Tschechoslowakische Republik, Belgien. Holland. Frankreich. Spanien. Italien. Ungarn. Polen. Jugoslawien. Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten, Die Gesellschaft schließt zu billigen Prämien und günstigen Bedingungen Kapitals- und Rentenversicherungen jeder Art ab Neueingefflhrt: KINDER-VERSORGUNGS-VERSICHERUNG (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung. Studienbeitrag. Rückerstattung der eingezahlten Prämien bei Ableben des Kindes) Invaliditätsversicbernng (Zahlung emei Rente bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit und Auszahlung des versicherten Kapitals nach dreijähriger Dauer der Invalidität) 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 Dienstag 20 bis 21 Uhr Misrachijugend, Mittwoch 19.30 bis 22 Uhr, Samstag nach Einbruch der Dunkelheit. Fttr geschlossene Gruppen außerdem nach Vereinbarung. Auskünfte und Anmeldungen an allen Uebungsabenden. Der Makkabikreis Oesterreich veranstaltet am 16 und 17. Mai 1. J. am Sportplatz des S. C. Hakoah in der Krieau und am 21. Mai im Dianabad ein großes jüdisches Sportfest, bei dem Wettkämpfe in Leichtathletik, Turnen, Fußball, Handball, Völkerball und Schwimmen ausgetragen werden. Teilnalunsberechtigt sind alle Juden. Nähere Auskünfte werden im Sekretariat des S. C. Hakoah, Wien, I., Wiesmgerstraße 11. Tel. R 25-0-10, erteilt. Jüd. Turnverein Makkabl 2. Die diesjährige Generalversammlung des Jüd. Turnvereines «Makkahi 2» findet Dienstag, den 5. Mai, um halb 8 Uhr abends, Im Heime des «Makkahi IX., Liechtensteinstraße 20, statt. Ueber 2000 jüdische Sportler zur Makkablah. Nachdem nunmehr im Sekretariat des Makkabi-Weltverhandes über 2000 Anmeldungen jüdischer Turner und Sportler zur Makkabiah im Frühjahr 1932 in Palästina vorliegen, kann — wie der ITA mitgeteilt wird — die zur Austragung der Wettkämpfe in den verschiedenen Sportarten notwendige Teilnehmerzahl als erreicht angesehen werden. Das Mitglied des Makkabi-Weltverband-Präsidiums, Hans Friedenthal, begibt sich in diesen Tagen nach London, um . dort " wich*? tige Verhandlungen über die Beteiligung aus. England und über gewisse Vergünstigungen seitensder englischen Regierung zu führen. 25 Jahre Prager Makkabj. Vom 1. bis 3. Mai feiert der Prager Makkabi sein 25jähriges Jubiläum. Die Festtagung schließt ein ein Bankett, eine Turnakademie und eitlen Kinderkurs. Gleichzeitig findet in Prag ein dreitägiger Vorturnerkursus für die besten Turner der tschechoslowakischen Makkabivereine statt. Der Präsident des Mäkkabiweltver* bandes, Dr. Hermann Leiewer, wird den }ubfläürrtsfeierliclv\ keiten beiwohnen und den Anlaß seines Aufenthaltes in Präg dazu benutzen, die dortigen zionistischen Kreise über die Entwicklung des Makkabiweltverbandes und über die Vorbereitungen zur Makkabiah zu informieren. AmtlicheV erlautbarungen der Israelitischen Kulttisgemeinde Wien Predigten und exegetische Vorträge In den Israel. Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Samstag, den 2. Mai 1931, werden in den nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten, bezw. exegetische Vorträge t beint Morgengottesdienst abgehalten: Predigt: .IL Päzmahi* tengasse 6, Beginn 9 Uhr 30 Min. (Räbb. Dr. Z. Taubes). — Exegetische Vorträge: XVIII., Schopenhauerstraße 39, Beginn 8 Uhr 30 (Rabbiner Dr. D. D. Feiictitwang); XXL, Holzmeistergasse 12, Beginn 9 Uhr 15 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). Konkurs. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien beabsichtigt anläßlich der diesjährigen hohen Feiertag« Funktionäre (Kantoren, Vorbeter, die auch als Kaure wirke« können, Chorsänger und Schofarbläser) für die temporaren gottesdienstlichen Veranstaltungen zu’ bestellen. Nähere Auskünfte werden im Schulamte der israelitischen Kultusgemeinde Wien, L, Seitenstettengasse 4, 3. Stock, während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr vormittags erteilt. Wien, 27. April 1931. Der Vorstand. Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 2. Mai 1931, findet um 3 Uhr nachmittags, der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen statt. Austritte aus dem Judentum Dokuzovic Karl, 28. Juli 1902, XX., Universumstraße 50; Schlasz Maria, 18. Jänner 1903, IV., Ramengasse 29; Baß, geb. Bertha Fritsch, 21. Mai 1889, II., Franzensbruckenstraße 19; Jucker Artur, 10. Juni 1905, XX., Wintergasse 14; Süß, geb. Margaretha Gottesmann, 18. Februar 1905, XX., Denisgasse 6; Husserl, geb. Hedwig Kästenbaum, 14. September 1896, IV., Prinz Eugenstraße 58; Rappaport Abraham, 11. Juni 1887, IL, Pfeffergasse 3; Rappaport Benno, 24. April 1925, IL, Pfeffergasse 3; Aufwerter Pauline, 7. April 1886, Spitz a. D.; Jäger Helene, 3. Oktober 1911, XVII., Steinergasse 9; Spiegler Marie, geb. Koska, 24. Juli 1893, IX., Porzellangasse 7 a; Schwarz Elisabeth, 17. Dezember 1903, IX., Berggasse 14; Dietrichstein Jacques, 23. September 1906, VIII., Lammgasse 10; Born wolfgang, 31. Oktober 1893, VIII., Albertgasse 26; Medrel Dr, Viktor Kormelius, 6.. Juni 1905, XV., Hütteldorferstraße 70; Spitzer Ignaz, 2. Jänner 1881, III., Erdbergstraße 67; Morawei* Jeanette, geb. Schreiber, 16. Juli 1890, XVI., Jennulgasse 7; V6ber Alfred, 26. Februar 1903, VII., Wimbergergasse 20; Friedmann Elsa, 13. Jänner 1906, VII-, Zieglergasse 73; Neuberger Malvine, 11. August 1900, XII., Dechslergasse 46; Hatschek, geb. Valerie Hertzka, 21. September 1891, XX., Wehlistraße 94; Piwnlk Rosa, 13. April 1909, X., FeruKomgasse 35; Piwnlk Alfred, 1. April 1928, X., Fernkorngässe 35; Münzer Adolf, 6. Juli 1902, VI., Karl Schweighofergasae 6; Münzer Heinz Hermann, 21. Mai 1928, VI., Karl Schiveighofergasse 6; Nagy B6Ia, 14. Februar 1888, VII., Neustiftgasse 23. KINDERWAGEN aufwärts direkt beim Erneurer XX, WALLENSTEINPLATZ 3 III, B ARICH Q-4 (Ecke Hauptstr. 108) XX,Kloitern«Mburge»i!r,91 Bernhard Kohn WIEN, I., HIMMELPFORTGASSE 20 KLAVIERE In allen Preieiagen, neu von 8 1440 en Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zionistischer Landesverband für Oesterreich, Wien, 1., Kärntnerstraße Nr. 28. — Verantwortlicher Redakteur; Dr. Sigmund Finkeistein, Wien, L, Kärtnerstraße Nr. 28. — Druck: «lnva», Wien, Vll., Lerchenielderstraße Nr. 1.