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Die Stimme · 1931-04-23 · Heft 172 (23.4.1931) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 172 (23.4.1931)
Date
1931-04-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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V. b. b. BEZUGS. BEDINGUNGEN Oesterreich monatlich S 150, vierteljlhrL S 4*20, ganz- ShrL . . S 16*- entschld. vierteljährL RM 3‘- Techechoslotvake] viertelj. K.C 24‘— Jugoslawien viertel Iinrl Din. 40*— Polen vierteljährlich Zlotj 6‘50 Ungarn Vierteljahr lieb Penge 4*20 Rumänien viertel jährl. Lei 120— Üehriges Ausland vierteljährl Schw Pranken 4*50 Jüdisdke Zeitung Preis 35 g Erscheint jeci Don ne Redal und Admi Wien, I.. ettsl Tel. R Postsp< u H* O 3 £ Ui cf ctetp-' M c+ rjJ * f- Oe.Merr. .6 Polen . . 9 T^scfceclr, slowaH. . 51 jO Jugoslewie i 79 4» Jahrgang Wien, Donnerstag, 73. April 1931 (6. Ijjar 5691) Nummer 172 Vor den Verhandlungen. TELEFON :B 24-5 GROSSBVTRiEB FÜR HflUSIJUHSCHE Verhandlungen Die Diskussionen über den bevorstehenden Beginn der Verhandlungen zwischen der englischen Regierung unc* der Jewish Agency erinnern an das schöne Spiel mit dem Margeritenzupfen; «Es wird zu den Verhandlungen kommen», «es wird nicht zu den Verhandlungen kommen», «es wird kommen», «es wird nicht kommen», «ja», «nein», und so weiter ohne Ende. Die Unsicherheit begann an dem Tage, an dem bekannt wurde, daß das britische Kolonialamt behauptet haben soll, daß der zweite Teil der Verhandlungen überhaupt nicht stattfinden werde. Diese Nachricht, sonderbarerweise von der Jüdischen Te* Jegraphen-Agentur kräftig in die Welt hinausposaunt, erwies sich aber sofort nach ihrer Veröffentlichung als. Unwahrheit, beziehungsweise als grobe Uebeftreiburig. Die Verhandlungen waren nach wie vor geplant, aber britischerseits sollte an ihnen nicht mehr ejn Regiemngskömitee, sondern hohe Funktionäre des Kolonialamtes und anderer Ministerien teilnehmen. Wenn auch die Tatsache, daß Untergebene eines Herrn Passfield Verhandlungspartner qerTewjsh Ageircy sein sollen, nicht besonders erfreüucli klingt, so ist man trotzdem noch lange nicht berechtigt, die Zweckmäßigkeit des zweiten Teiles der Verhandlungen von vornherein überhaupt zu bestreiten;' . Und das tun die Revisionisten. Ja noch mehr: sie senden an. die britische Regierung eine Resolution, in der Sie gegen die Wiederaufnahme der Verhandlungen Protest erheben und «feststellen», daß die Agency flieht berechtigt sei, zu verhandeln; die Revisionisten würden diese Verhandlungen ebensowenig anerkennen, wie der Kongreß •— hier spielen unsere Oppositionellen schon Propheten! Wissen das die Herren vom revisionistischen Lager so ganz bestimmt? Daß s i e ihr Veto gegen die Verhandlungen einlegen, ist eine Sache, beziehungsweise ein Disziplinbruch für sich. Aber woher haben sie heute, im April, die Gewißheit,, daß der Juli-Kongreß eine revisionistische Mehrheit haben werde? Nicht aber um die Revisionisten geht es in erster. Reihe. Es geht um unsere Weltorganisation, deren Prestige von der Opposition bewußt untergraben wird. Die Jewish Agency ist die im Mandat anerkannte Vertretung des, jüdischen Volkes und nur sie ist zu Verhandlungen mit der Mandatarmacht berechtigt. In diesem Zusammenhang sei an den Beschluß der Berliner A.-C.-Sitzung vom August vorigen Jahres erinnert, der lautet: «Das A. C. bringt in Erinnerung, daß außenpolitische Sonderverhandlungen mit Regierungen urid dem Völkerbund von Zionisten und zionisti* sehen Gruppen nur mit Genehmigung der Exekutive geführt werden dürfen. In besonderen Fällen kann die Exekutive verlangen, daß auch politische Sonderaktionei. anderer Art, die das Arbeitsgebiet der Exekutive berühren, nur nach Verständigung mit ihr vorgenommen werden.» Wichtiger jedoch als die Opposition der Revisionisten ist die Stellungnahme der Araber. Sie schmollen und wollen sich nicht an den runden Tisch setzen, um gemeinsam mit Juden und Engländern die Fragen der Landentwicklung friedlich zu erörtern. Der diesbezügliche Beschluß der arabischen Exekutive ist negativ: sie werden nicht nach London kommen, eventuell, vielleicht würden sie an einer Konferenz in Jerusalem teilnehmen ... Sie spielen Verschoben! London. (J. T. A.) Der Beginn des zweiten Teils der Verhandlungen zwischen Vertretern der Jewish Agency und der englischen Regierung, der für den 13. oder 14. April angesetzt war, wurde im letzten Augenblick verschoben. Die Verzögerung ist darauf zurückzuführen, daß in Anbetracht dessen, daß die Antwort der arabischen Exekutive noch aussteht, die Form, in der die Verhandlungen geführt werden sollen, noch nicht bestimmt werden kann. Bezüglich des Planes einer jüdisch-arabischen Round-Table-Konferenz scheint die Regierung entschlossen zu sein, dem Verlangen der arabischen Exekutive, eine solche Konferenz in Palästina abzuhalten, nicht zu entsprechen. Falls es überhaupt zu einer Round-Table-Konferenz kommen sollte, wird sie in London stattfinden. In London sind die Mitglieder der vom Aktionskomitee eingesetzten Politischen Kommission, die offehdurch Brand zerstörte Herren- 44 Inhaber Brüder modengeschäft99lLmJmMC H E R LI N G Wien, 9, Bezirk, Por^llangasse Nr. 25 verkauft seine Warenvorräte zu unglaublich billigen Preisen Ia Modehemdeti . . . früher S 11.50 jetzt S 5.90 Ia Selden-Poplin-Hemden * 19.— bis 21.—„ S 8.90 Ia Mode-Pyjamas . . „ * 19.50 „ S 10.90 Ia Tennis-Hemden . . „ 10.90 „ S 5.90 Färbige Kragen . . . . . . . . S —v80 und ~.70 Weiße* Kragen (Steif) , , . ., . S -1.20 und —.78 Kommen Sie bitte und überzeugen Sie sich selbst, so lange der Vorrat reicht bar mit der Möglichkeit einer Verschiebung des Bo** ginns der Regierungsverhandlungen nicht gerechnet hatten, eingetroffen. Die Kommission hat eine Sitzung abgehalten, in der neben den Londoner Mitgliedern auch Abg. Jizchak Grünbaum und der Präsident der Zionistischen Aktionskomitees Leo Motzkih teilnahmen. Die Araber gegen die Round-Table- Konferenz Jerusalem, 13. April. (J. T. A.) Die arabische Presse berichtet, daß die arabischen Führer der Regierung mitgeteilt haben, daß sie der Einberufung einer jüdisch-arabischen Round-Table-Konferenz nicht zustimmen. Daraufhin habe die Regierung ihnen gegenüber die Versicherung abgegeben, daß die Verhandlungen nicht auf der Grundlage des MacDonald-Briefes geführt werden würden, und daß die Teilnahme jüdischer Vertreter an ihnen nicht unbedingt notwendig sei. Die arabische Presse bringt die Meinung zum Ausdruck, daß es für die arabische Sache vorteilhafter wäre, die Verhandlungen mit der Regierung in Palästina statt in London zu führen. Die Stellungnahme der arabischen Exekutive Jerusalem, 16. April. (J. T. A.) Die palästinensisch-arabische Exekutive hat beschlossen, an Ver- Prestigepolitik. Die englische Regierung scheint aber auf diese levantiriische Diplomatie nicht viel Rücksicht zu nehmen und ist, wie die letzten Nachrichten besagen, fest entschlossen, die Londoner Verhandlungen für jeden Fall zu führen, also auch dann, wenn die für die Araber reservierten Plätze am Round-Table leer bleiben sollten. Diese Festigkeit hat nicht verfehlt, bei den Arabern einen Widerhall hervorzurufen. Es mehren sich dort Stimmen, daß der Beschluß ihrer Exekutive voreilig war und daß die Nichtentsendung einer Delegation nach London falsche Politik wäre, da dadurch die Konstituierung der gesetzgebenden Versammlung In Frage gestellt werden könnte. handlungen mit der Regierung zum Zwecke der Aufstellung eines konstruktiven Planes für die Landentwicklung unter nachstehenden Bedingungen teilzunehmen: 1. Die Teilnahme darf in keiner Weise die Anerkennung des Jüdischen Nationalheims voraussetzen; 2. Als Basis der Verhandlungen darf nicht der Mac- Donald-Brief oder ein anderes Dokument, das die zionistische Politik stützt, gelten; 3. Die Verhandlungen müssen von gewählten Vertretern geführt werden und dürfen im Hinblick darauf, daß der Plan in Palästina verwirklicht werden soll, nicht in London stattfinden; 4. Es dürfen keine gemeinsamen Beratungen mit jüdischen Vertretern gepflogen werden. Kommt eine arabische Delegation nach London? Jerusalem, 17. April. (J. T. A.) Es verlautet, daß führende Mitglieder der arabischen Exekutive, insbesondere die Mitglieder des Präsidiums, für eine Revision des Beschlusses der arabischen Exekutive, keine Delegation nach London zu entsenden, eintreten. Die Notwendigkeit einer Revision wird damit begründet, daß eine endgültige Ablehnung der von der Regierung an die Exekutive ergangenen Einladung, nach London zu kommen, die Schaffung des Legislative Council gefährden könnte. Doch Wiederaufnahme der Verhandlungen London, 19. April. (J. T. A.) Obwohl die offizielle Antwort der arabischen Exekutive auf die Einladung der englischen Regierung zur Teilnahme an den Beratungen über den Landentwicklungsplan bisher in London noch nicht eingetroffen ist, nimmt die Regierung auf Grund der von der arabischen Exekutive der Presse übergebenen Erklärung an, daß die Exekutive keine Delegation nach London entsenden will. Sie hat daher die Jewish Agency zu einer Konferenz mit Vertretern der Regierung eingeladen, die unabhängig von der noch ausstehenden Entscheidung der arabischen Exekutive am Mittwoch, den 22. April, stattfinden wird. Die Revisionistische Exekutive und die Verhandlungen London, 15. April. (J. T. A.) Anläßlich der bevorstehenden Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen der Exekutive der Jewish Agency und der Regierung der Mandatarmacht veröffentlicht das Exekutivkomitee der Weltunion der Zionisten-Revisionisten nachstehende Erklärung: m HA/SER5TR. m ix. Alssbstel 6 Also, wobei bleibt es? Dies werden die nächsten Tage zeigen. Vorläufig sollen heute, am 22-ten, die Verhandlungen ohne die Araber beginnen. Wir wollen hoffen, daß sie für die Zukunft Palästinas segensreich sein und dazu beitragen werden, die Wirtschaft des Landes zu fundieren. Der erste Teil der Verhandlungen endete mit einem unzweifelhaften Erfolge: dem MacDonald-Briefe. Was der zweite Teil bringen wird, ist noch ungewiß. Allenfalls muß sowohl im Interesse der Zionistischen Organisation wie auch der Ergebnisse der Verhandlungen alles vermieden werden, was die Autorität der Exekutive als Verhandlungspartner und Repräsentant des jüdi* sehen Volkes untergraben könnte.

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