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Die Stimme · 1931-04-02 · Heft 170 (2.4.1931) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 170 (2.4.1931)
Date
1931-04-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 171 — 16. April 1931 DIE STIMME Serie 11 «r Rothschilds im ersten Obergeschoß aber wurde das Museum für jüdische Altertümer aufgebaut. Das eigentliche Privat* kontor der Brüder Mayer Carl und WiKy Carl von Rothschild Ist ganz so erhalten geblieben, wie es von ihnen verlassen wurde. Nun geht die jüdische Gemeinde daran, das Innere des Hauses für ihre Zwecke umzugestalten und einzurichten. Die In Frankfurt auf der ürüneburg, dem Sitze des Barons Wilhelm Carl von Rothschild, geborene Baronin Edmond de Rothschild in Paris hat der Gemeinde für ihre Umbauzwecke einen größeren Betrag zur Verfügung gestellt, so daß also die Bauarbeiten in der allernächsten Zeit angefangen werden können. Die Spenderin hat an ihre Gabe aber die Bedingung geknüpft, daß am Aeußeren des alten Bankhauses nichts verändert werden dürfe. Nach Ansicht der Kenner liegt für einen Eingriff in die architektektonischen Teile des Gebäudes auch kein zureichender Grund vor. Die beiden um die Ecke des Gebäudes Fahrgasse-Börnstraße gelegten Fassaden der klassizistischen Auffassung des frühen l(f. Jahrhunderts zeigen einfache und schmucklose Gliederung, die nur im Erdgeschoß etwas reicher bedacht ist; der ganze Bau tritt in »einet fast einsamen Größe an dieser belebten Stelle sehr vorteilhaft hervor. Das Bankhaus wurde in den Jahren 1810—1812 errichtet. Es steht auf dem Grund und Boden, der den Ein«’ gttngspunkt für die alte Judengasse, die heutige Börnestraße, bildete. Amschel Mayer Rothschild hat den Umzug in das neue Haus an der Fahrgasse im Spätherbst 1812 wahrscheinlich nicht mehr erlebt. Die Israelitische Gemeinde will in den beiden Rothschiidhäusem neue Räume für die Gemeindeverwaltung schaffen, die Bibliothek durch einen Lesesaal erweitern, Sitzungszimmer gewinnet# und auch das Museum, des* »en Grundstock Erinnerungsstücke an Familie Rothschild bilden, vergrößern. Man will dabei die Pietät watfen lassen, die Frankfurt dem Hause Rothschild schuldet, dem eg neben anderem auch einen Teil seines Aufstieges und seines Glanzes im 18. und 10. Jahrhundert zu danken hat. 01« Lage der jüdischen Bevölkerung ln iripoils Der Turiner Rabbiner Dr. Dario Disegni, der von der italienischen Regierung zum Regierungskommissär für die jüdiichen Gemeinden in Trip-Ms ernannt wurde, hat nach mehrmonatigem Aufenthalt In Tripoiitanjen dem Gouverneur General Badoglio eine ausführliche Denkschrift über die Bedürfnisse der jüdischen Bevölkerung in Tripolis, über die Organisation des dortigen jüdischen Schulwesens und der jüdischen Gemeinden überreicht. General Badoglio hat Dr. Disegni in einem Schreiben den Dank der tripolitanischen Verwaltung für die von ihm durchgeführte Mission ausgesprochen und versichert, daß die Regierung die in der Denkschrift enthaltenen Vorschläge, einer wohlwollenden Prüfung unterzjehcn werde. Auf seiner Rückreise aus Tripolis hat Rabbiner Dr. Disegnl dem J. T. A.-Vertreter in Rom einige Mitteilungen über seine Arbeit in Tripolis und die Lage der dortigen jüdischen Bevölkerung gemacht. Die materielle Lage der jüdischen Bevölkerung In Tripolis, erklärte Dr. Disegni, ist sehr ungünstig. Daher leben die dortigen Juden auch unter äußerst schlechten sanitären Verhältnissen, ln den Trachom-Ambulatorien der Regierung stellen die Juden den größten Teil der Erkrankten. Annähernd 90 Prozent aller jüdischen Kinder in der italienischen Kolonie in Tripolitanien leiden# an Trachom. Während meines Aufenthaltes in Tripolis habe ich die Gründung eines eigenen jüdischen Spitals und die Errichtung einer Trachom-Klinik für jüdische Kranke auf Kosten der Stadtverwaltung angeregt. Seitens der Regierung habe ich die Zusicherung erhalten, daß in dem neuen großen Spital, das gegenwärtig in Tripolis efrichtet wird und den Namen des Königs Viktor Emanuel HL tragen soll, eine jüdische Abteilung errichtet werden wird, an der die Kranken rituelle Kost erhalten und von jüdischen Aerzten behandelt werden sollen, ln meinem dem General Badoglio vorgelegten Memorandum habe ich auf die Notwendigkeit der Errichtung eines großen jüdischen Eieinentarschiilgebäudes in Tripolis, das für 1000 Schüler berechnet werden soll, hingewiesen. Drei junge Tripolitaner Juden sind mit mir mitgekommen und sollen am Florentiner Rabbinerseminar zu Lehrern für diese Schule ausgebiidet werden. Was .schließlich die jüdischen Gemeinden in Tripolitanl$n anbetrifft, so habe ich ihre Reorganisation auf Grund der .Bestimmungen des neuen jüdischen Gemelndegesetzes für Italien und die italienischen Kolonien durchgeführt. Dl* ,.Ch«<ler,'-Schul«n ln Warschau Trn letzten Heft der «J. W. O.-Blätter» (Wilna, Februar 1931) veröffentlicht die Sektion für Wirtschaft und Statistik des Jiddischen Wissenschaftlichen Instituts Zahlen über die in Warschau bestehenden traditionellen jüdischen Volksschulen, die sogenannten «Cheder». Im Jahre 1024/25 wurden in Warschau 70 konzessionierte Cheder-Schulen registriert, die 324 Lehrer (Melamdim) und 6012 Schüler (darunter 100 Mädchen) zählten. 1925/26 waren es schon 97 Schuten, 312 Ldfcrer und 7246 Schüler (darunter 100 Mädchen); 1920/W; 97 Schulen, 490 Lehrer und 7477 Schüler; 1927/28: 104 Sehulen, 323 Lehrer, 7809 Schüler (darunter 150 Mädchen); 1928/29: 106 Schuten. 301 Lehrer, 7667 Schüler (darunter 207 Mädchen). Diese Angaben zeigen, daß die Zahl der konzessionierten Cheder-Schulen in Warschau lm Wachsen begriffen Ist. Aus der Provinz Klagenfurt. Wie im Vorjahre hat auch heuer die Zionistische Ortsgruppe Klagenfurt zu Purim eine Akademie veranstaltet, welche sowohl von fast allen Ortsgruppenmitgliedern wie auch zahlreichen auswärtigen Gesinnungsgenossen besucht wurde und einen glänzenden Verlauf nahm. Einem von Frl. Frieda Fischbach in glärtzem der Weise gehaltenen Pro!o~: «Zun* Juden spricht die' Zelt» fol* len in bunter Abwechslung Kabarettvorträge lind kleinere Theaterstücke, die ausschließlich von Ortsgruppedmitgliederr. gebracht wurden. Ein nennenswerter Betrag konnte als Reingewinn für nationale Zwecke abgefiihrt. werden, K:agenfurt. Anläßlich der Barmizwah-Feier ihres Sohnes Hermann haben unsere verehrten Gesinnungsgenossen, Herr und Frau Sinion Friedländer, in i.ochherziger Weise den Betrag von S 50.— für den K len Kajemeth gespendet, wofür ihnen auch auf diesem Wege die Zionistische Ortsgruppe Klagenfurt den besten Dank ausspricht. Sprechsaal der „Stimme“ (Für die Mitteilungen, die in dieser Rubrik erscheinen, übernimmt die Redaktion kel.se Verantwortung.) Geehrte RedaktionI Wir bitten Sie hiemit, folgender Veröffentlichung in der nächsten Nummer Ihres Blattes Raum zu geben. Wie bekannt, Hat sich die Delegatioo des österreichischen Bundes «Haschomer Hazalr» äur der III. Weitkonferehz des «Haschomer Hazair* in Vrutky (September 1930) der Minderheit angeschlossen, die aus der Weltbewegung ausgetreten ist. Dieselbe Delegation ist dann im Namen des Bundes der neuen Organisation’, die sich «Hlstadruth Nopr . Zofi-Chaluzi Haschomer-Hazair» nannte, beigetreten, Schon vor diesem Ereignis bestand im Wiener Bund eine Opposition, die sich gegen ein Verlassen der Weltbewegung wehrte. In der Zeit seit der Weltkonferenz haben sieh die Mitglieder dieser Opposition an Hand der Entwicklung der Organisation der «Hist N. Z. Ch. Hasch. Haz.» Von der Richtigkeit ihrer Stellung überzeugt. Sie wurden in ihrem Glauben an die Bedeutung und Wichtigkeit eines gemein- ' samen Rahmen* de* Haschomer Hazair in der Oaiuth und eines gemeinsamen Weges in Ere? (Israel durch daß Verhaften der ersten österreichischen Chaluzimgriippe des Hasch. Haz. in Erez jisrael nur bestärkt. Diese entschloß sich, angesichts der Tatsachen den Kibbuz. Meuehad zu verlassen und sich dem Kibbuz Beth des «Haschomer Hazair» als «Garin» (Kern des künftigen Kibbuz Austria) anzuschließen. Diese Tatsache zeigte sich auch aut der letzten Weidah Arzith (Landeskonferenz), welche ini :: Februar dieses Jahres abgehalten wurde. Die Anhänger dieser Opposition haben, als sie keine Möglichkeit sahen, den ihnen richtig - erscheinenden Weg im Rahmen: der; «Hist. N. Z. Ch. Hasch. Haz.» zu gehen, beschlossen, den Bund zu verlassen und ln die Weltbewegung des Hase h o'm er Ha za i r z u rü c kz-u kehre n.. Insgesamt haben den Bund «Haschomer Hazair-Blau- Weiß» ungefähr 100 lugendllche und Führer verlassen und bilden nun die der «Histadruth Olamlth Haschomer- Hazair» angeschlossene Landesorganisation Oeatereichs. Hänhagah Haraschit sehej «Hasehomer-Hazalr». |. Doimer, Ch. Grünwald. (Anm. der Redaktion; Mit dem Abdruck dfeses .Briefes schließen wir die Diskussion in dieser Angelegenheit.) . ' ' .v: Amtliche Verlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Rabbinat der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. S. J. Z. 60/Rabbinat. Wien, am 12, April 1931. Kundmachung. Vom Rabbinat der Israelitischen Kultusgemeinde Wien wird im Interesse des Kaschruth die Koscherfleisch konsur mlerende jüdische Bevölkerung beim Einkauf von FIei$c!h aufmerksam gemacht: :i. 1. Vor dem Verlassen der Fleischbank sich beim . Maschgiäch zu informieren, ob der Nikkur (Rituelles Reinigen) vollzogen wurde, 2. Das Fleisch ehebaldigst nach dem Einkauf kÖ&jher zu machen. - Rabbinat der Israel. Kultusgemeinde Wien.- . Unter Aufsicht des ehrw. Rabbinat»» der Israetitiaclien Kultusgemelnde (Rasch Beth Pin Jo»ef B&bad) wurden, gestellt; .. 1. Selchwarenfabrik Meier Brückner Ä C o., II., Im Werd 11. 2. Auswärtige GefUigelschechitah F e 11 n e r, S c h ö nfeld & Steinberg, 11., Haidgasse 7. 3. Weinkellerei Nathan Spindel, Markus Bartfeld, lf., Schrotzberggasse I. 4. Restaurant Aron Barschak, II., Große Schiff-; gasße 3. Der Vorstand der Israel. Kultusgemelnde Wien, Wien, am 13. April 1931. * Exegetische Vorträge in den israelitischen Gemeinde- Synagogen. Samstag, den 18. April 1931, werden in nachbenännten Tempeln exegetische Vorträge beim Morgengottesdienst abgehelten: XVIII., Schopenhnuerstraße 39 (Rabbiner Dr. David Feuchtwang), Beginn 8 Uhr 30 Min. vormittag»; XXI., Holzmeißtergasse 12 (Rabbiner Dr. M, Rosenmann), Beginn 9 Uhr 15 Minuten vormittags. * .. Am Samstag, dem 18, April 1931, findet um 3 Uhr nachmittags' der Jugendgottesdienst für die Israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen statt. Jeder Zionist verlangt im Kaffeehaus ‘ Ticfsrschöt en ßeben wir HacSiricht vom tragischen Ableben unseres udiglieües Paula Willner Wir beirauern n der Vers ortenen eine wsriuoile iitiiarbeiier n undeme ehe Karr e* radln, »Ir werden mr steis e>n treues Pi.cenken bewahren. perband z.on. Mittelschüler _ iCHSUlN’S rAIHLiEft-PtN» ON latautin, MMw lögiien ö-Uhr-Tee SEMMERING TELEPHON tt Hochstraße 43 neben Hotei Panhans Mäßige Preise, vorzügliche Küche, Zimrnei m. Pens{on IS 12.— aufwärts. Zentralheizung, 'liebendes Warm- und Kaitwasser in jedem Zimmer .... . jRu*itu-t» unter .e'cphon MucHle , Dor Geist der jüdischen Kultur und das Abendland, 660 Seiten, Großformat, Leinen jetzt » 4*90 Miacat Dor Ursprung des Judenhasses. 590 Selten. 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Bestandes der «Wizo» im Kur- . v.salon der Stadt Wien, I., Stadtpark BSigrÜßungY Fteu .Dri Löwenherz; mitwirkend: Frau Doktor Mgrtha Höfmann, Ju’jiis CHajes, Ferdinand Adler, Theo Salzmänn, Ahhy Kimmclrnanh, Max Lampel, Grete Neufeld Refibrait öber die „V\ izo“, Frau Dr« iotte tianeriiann, »eiusaiem Büfett —'Salöhmüsik '—' Karteri %ei^ Frau Sabine Passweg. .! :■ .; iX.,^Schiickgasse 5, Tel., A 11-1-34 <=DlC=>lC=)lCDacr)«CDHC=)BCD«CD»C3fflCDIJC=)eO | April 1031 Nissan/liiar 5691 I 17 Freitag 30« 118 Sarristag" 1« Rosch-Chod. I 19 Sönniäg 2. ' I; 20 Montag 3* 121 Diensag 4. | 22 Mittwoch ' : S. - |1T Donnerstag «.

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