Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 168 (19.3.1931)
- Date
- 1931-03-19
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nf. 168 — 19. MSf2 1931 DIE STIMME Sette 11 Jüdischer Sport FuOlsall Hakoah—Donau 4:0 (2:0). Hakoah-Platz, 1500 Zuschauer, Schiedsrichter Haviicek. Auf stellenweise grundlosem Boden konnte die Hakoah- Mannschaft einen sicheren Sieg erringen, der sicherlich noch ausgiebiger ausgefallen wäre, wenn die Unterlegenen sich in der Wahl ihrer Abwehrmittel nur halbwegs an die Regeln gehalten hätten. Die Donau-Leute begingen, die längste Zelt unter der Patronanz des vollkommen energielosen Schiedsrichters, einen Roheitsakt nach dem anderen. Die ordinärsten Fouls und sogar eine kräftige Ohrfeige, die Mausner von einem Gegner erhielt, konnten Herrn Haviicek nicht aus der Ruhe bringen. Erst gegen Spielende entschloß er sich, die zwei ärgsten Rohlinge auszuschließen. Speziell der Ausschluß des rechten Backs, der nach einer Kontraverse mit Fischer und Heß letzterem einen kräftigen Fußtritt versetzte, war längst fällig., Mnter de»i geschilderten Umständen ist es wirklich ein Wunder, daß die von .den Donau-Leuten eingeschlagene Gangart ohne ernste Folgen für die Hakoahner blieb. Es Ist notwendig zu konstatieren, daß die Hakoah- Spieler fast in jedem Spiele den gemeinsten Attacken ausgesetzt sind. Bei der Unzulänglichkeit der meisten Schiedsrichter Ist es zu wünschen, daß sich im Interesse der Sicherheit der jüdischen Mannschaft alle luden, die an der Hakoah Interessiert sind, zu den Spielen einfinden, selbst wenn noch 80 große Schlagerspiele zum Besuche anderer Sportplätze locken. Die Hakoah Ist trotz Professionalismus eine nationale Angelegenheit, die die Unterstützung aller jüdisch Eingestellten beanspruchen darf. Mit Nörgeln und Kritisieren ist dem jüdischen Sport nicht auf die Beine zu helfenl 'Nun wieder zum sportlichen Teil: Bei Hakoah befriedigte die gesamte Verteidigung, ln der Halfreihe bot Liebermann die beste Durchschnittsleistung, während Birnbaum nur In der ersten Halbzeit entsprechen konnte. Stroß spielte sehr ungleichmäßig, doch muß bemerkt werden, daß speziell der Zenterhalf durch den in der Platzmitte besonders tiefen Boden stark gehandikapt war. Unter diesen Umständen ist die relativ gute Leistung Heß’ und Mausners bemerkenswert, während Donnenfeld sich wieder einmal als Amokläufer betätigte. Vonden Flügeln war Fischer der bessere. Die erste Spielhälfte stand im Zeichen einer klaren Ueberlegenheit der jüdischen Mannschaft. In der 15. Minute War Heß nach einem schönen Vorleger Mausners nach vorbildlichem Zusammenspiel erfolgreich. In der 42. Minute führte ein schöner Vorstoß Fischers, dessen Paßball via Mausner "von Heß übernommen wurde, zum zweiten Treffer. Nach Halbzeit bleibt zunächst ein klares Foul an Mausner ohne entsprechende Ahndung, da der Schiedsrichter den;‘‘Tatort aus dem Strafraum um gute 5 Meter rückverlegt. Es folgt ein Bombardement des Donautors mit anschließender Kornerserie. Die Kaisermühlner spielen Immer derber und Liebermann muß verletzt vom Platze getragen werden, tut“ aber später wieder mit. Erst reichlich spät verfügt der Schiedsrichter die eingangs erwähnten Ausschlüsse, und Mausner stellt durch zwei Tore in der 38. und 44. Minute das Endresultat her. ,ü. . Aufstellurig: Oppenheim; Amster, Feldmann; Liebermanh;:Stroß, Birnbaum; Fischer, Mausner, Heß, Donnenfeld,. Ehrlich. ' ' ’ ' H. Sp. Hakoah 'spielt kommenden Sonntag in der Meisterschaft auf eigenem Platze gegen Moravia. ' Willy Halpern, der alte Internationale der Hakoah, befindet sich in Wien und wohnte dem letzten Hakoahjnätch bei. Delegiertentag des „Makkabi Kreis Oesterreich“ Sonntag, den 15. März, wurde in den Klubräumen des Sportklubs Hakoah der diesjährige Delegiertentag des Makkabi-Kreises Oesterreich im Makkabi-Weltverband abgehalten. Anwesend waren die Vertreter der Vereine Makkabi II, IX, X, XV, XVII und Mödling, des Sportklubs Hakoah, des Schwimmklubs Hakoah, des Fußballklubs Hasmonea und des Fußballklubs Makkabi, sowie des Jüdischen Hochschulausschusses. Der Makkabi-Weltverband war durch seinen Präsidenten Dr. Lelever, Berlin, vertreten. Um ’ 11 Uhr vormittags eröffnet der Präsident Ingenieur Wasservogel den Delegiertentag. Er gibt einen kürzen Ueberblick über die bisherige Entwicklung und Tätigkeit des österreichischen Makkabi-Kreises, dessen wichtigste Aufgabe es ist, alle jüdischen Turn- und Sportvereine Oesterreichs zu umfassen, in eine enge Zusammenarbeit zu brihgeri und dadurch eine starke Einheit zu bilden. Es folgen die Berichte der einzelnen Vereine, die, mit sehr wenigen Ausnahmen, nur in rein sportlicher Hinsicht befriedigend Waren. Am Schluß der Vormittagssitzung nimmt der Präsident des Weltverbandes, Dr. Lelever, das Wort und berichtet über die Organisation der Vereine in Berlin. In Berlin gibt es nur einen einzigen jüdischen Turn- und Sportverein (Bar Kochba-Hakoah), dessen sämtliche Sektionen einer Z^ntraliejtung absolut unterstellt sind. Dr. Lelever ist der Meinung, daß man auch in Wien eine ähnliche Organisation schaffen muß, damit sie mit gleicher Stärke und mit ebensolchem Erfolg wie die in Berlin arbeiten kann. Nachmittags wurde die Tagung mit dem Bericht H. Getters über den Makkabi Hazair fortgesetzt. Der Makkabi Hazair wurde geschaffen, um den jüdischen Turnvereinen einen-.guten Nachwuchs zu sichern. W. Brückner gibt eine Dsberslcht über die turnerische Tätigkeit der jüdischen Turnvereine und meint, daß eine Zusammenarbeit zwischen den Turp- und Sportvereinen in der Weise möglich ist, daß die Turner Im Sommer Sport betreiben, während die Sportler Im Winter ln den Hallen turnen. Nach Schluß der Referate folgt die Generaldebatte. Als erster ergreift Dozent Dr. Wilhelm vom Makkabi IX das Wort. Dr. Wilhelm erkennt die Leistlingen und Verdienste der jüdischen Sportvereine an, lehnt jedoch eine Zusammenarbeit mit diesen entschieden ab, da er der Meinung ist, daß in diesen keine kulturelle Arbeit und Erziehung im jüdisch-nationalen Geiste möglich Ist, ja spggr die Leute, die In den Turnvereinen in diesem Sinne durch Jahre erzogen, würden im Moment, wo sie in einen Sportverein eintreten, für die jüdisch-nationale Sache verlorengehtn- Die darauf Sprechenden, Dr. Benedikt und Kandt vom Sportklub Hakoah, Dr. Goldhammer und Kornmehl vom Schwimmklub Hakoah, wenden sich entschieden gegen diese Ansicht Dr. Wilheims, der sich einzig Prof. Reiß vom Makkabi II anschloß. Ing. Wasservogel schließt die Debatte, indem er hervorhebt, daß bei der Mehrzahl der Delegierten der entschiedene Wille zu einer engen Zusammenarbeit vorhanden ist und die Notwendigkeit eines Zusammenfassens und Zusammenschlusses eingesehen wird, weshalb dieser auf alle Fälle durchgeftihrt werden muß und durchgeführt werden wird. Dr. Leiever spricht nun über die bevorstehende Makkabiah. Bei den darauffolgenden Wahlen wurde der bisherige Ausschuß wiedergewählt. AmtlicheVerlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Z. 886 ex 1931. Konkursausschreibung. Im Spital der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, XVIII., Währinger Gürtel 97, gelangt um Röntgeninstitut die Stelle des Vorstandes zur Besetzung. Zur Anstellung sind erforderlich; Die österreichische Staatsbürgerschaft, die Berechtigung zur Ausübung der Heilkunde in der Österreichischen Republik, die körperliche Eignung (nachgewiesen durch ein amtsärztliches Zeugnis), ein Alter von unter 45 Jahren sowie der Nachweis der wissenschaftlichen Qualifikation für die angestrebte Stelle. Mit den Personaldokumenten (Geburtsschein, Heimatschein, Diplom, Nachweis der Zugehörigkeit zum Judentum, Zeugnisse über die bisherige fachliche Verwendung, Curriculum vitae) belegte Gesuche sind bislängstens3 0. April 1931, 12 Uhr mittags, in der Amtsdirektion der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, 3. Stock, zu überreichen, woselbst auch nähere Auskünfte eingeholt werden können. Wien, 10. März 1931. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. ad Z. 720 ex 1931. Wien, 4. März 1931. Kundmachung. Es wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die Firma Fellner, Schönfeld und Steinberg, II., Haidgase 7, durch einen vom ehrw. Rabbinate der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (Rosch-Beth-Din Rabbiner Josef Babad) autorisierten Schächter Geflügel schlachten läßt und ihren Betrieb unter Aufsicht des genannten Rabbinates gestellt hat. Die Verantwortung in ritueller Hinsicht wird nur für ganze Stücke und nur für solche, die die Plombe des ehrw. Rabbinates aufweisen, übernommen. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. S. J. Z. 40, Rabbinat. Wien, am 16. März 1931. Kundmachung. Vom gefertigten Rabbinate wird bekanntgegeben, daß von den Mazzoth aus den unter Aufsicht des Rabbinates stehenden Mazzothfabriken Nathan Brodetzky (vormals Schimdl), XXI., Mengergasse 19, Hermann Strum, II., Roten Sterngasse 11, und Israel Vortrefflich, II., Obere Augartenstraße 52, in den betreffenden Fabriken bereits pppf (Chal- Ioh) genommen wurde. Rabbinat der Israelit. Kultusgemeinde Wien. Z. 667 ex 1931. Wien, im März 1931. Konfirmanden-Unterricht* Der Vorstand bringt zur Kenntnis, daß der alljährlich in den Gemeinde- und Vereinssynagogen statthndenden Konfirmation der israelitischen Mädchen ein Konfirmanden- Unterricht vorausgeht. Die Teilnahme an diesem Unterricht steht solchen Mädchen frei, welche im Laufe des Kalenderjahres das 14. Lebensjahr bereits erreichen. Die P. T. Eltern oder Vormünder werden demgemäß eingeladen, ihre Töchter, bezw. Mündel zu veranlassen, sich bei ihrem Religionslehrer oder im Schulamte der Israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, 3. Stock, bis spätestens 25. März 1931 wegen Teilnahme an dem Konfirmanden-Unterricht zu melden. Mädchen, die keinen öffentlichen Religionsunterricht genießen und über Wunsch der Eltern oder Vormünder konfirmiert werden sollen, sind gleichfalls im Schulamt der Israelischen Kultusgemeinde bis zu dem angegebenen Termin anzumelden. Der Unterricht ist unengeltlich. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Predigten ln den Israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 20. März 1931 werden bei dem um 6 Uhr beginnenden Abendgottesdienst in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: I., Seitenstettengasse 4 (Rabbiner Dr. J. M. Bach); 11., Tempelgasse 3 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann); V., Siebenbrunnengasse 1 a (Rabbiner Dr. G. M. Mehrer); XX., Kluckygasse 11 (Rabbiner Dr. B. Murmelstein). Samstag, den 21. März 1931, 4 Uhr nachmittags, XIX., Dolljnergasse 3: Exegetische Vortrag (Rabbiner Dr. A. Frankfurter). Israelitische Kultusgemeinde Wien. Am Samstag, den 21. März d. I. findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in aen Gemeinde- und Beziirks-Synagogen statt. Austritte aus dem Judentum Balbem Ing. Martin, 10. März 1884, IV., Wiedner Hauptstraße 12; Berger Margarete, 9. Mal 1900, IX., Marktgasse 6; Berger Auguste, 2. Juli 1905, IX., Marktgasse 6; Popper, geh. Berta PydHch, 26. Oktober 1902, XML, Penzingerstraße 44; ZsiUchowszky Anna, geb. Fränkel, 5. Mai 1898, IX., Säulengasse 21; Brahmer Askear, 17. Oktober 1894, Prag; Hochwald Margarete, 3. Mai 1905,11., Lassallestraße 8; Bernstein Erwin, 1. März 1884, fl., Rembrandtstraße 26; Adler Dr. Robert, 8. Mai 1880, Prag; Eisenstein Bruno, 16. Februar 1909, XVI., Kolburggasse 15; Bunzl Friedrich, 1. September 1899, II., Große Mohrengasse 34; Stern Franz, 4. Juni 1888, II., Taborstraße 76. r saoioioioioioaoioioaoae Wenn Jffknen unser n 0 ■ 0 ■ 0 ■ 0 ah matt &efüttt, empfehlen Sie es, bitte, bei redet Gelegenheit allen Ihren Freunden und BekanntenJ Geben Sie uns Adressen an, an die wir Probenummern unserer Zeitung absenden können, ■oaoaoioioioioioacsaoao Dienstag, 24 März, Zion. Bezirkaaektlonl. Cafö Kxcelsior, I., Rotenturmstraße 22, Vorfrag Frau Dr. Kästenbaum „Was leistet die jüdische Frau für Palästina?** und Dr. E. Heich ,,Dle Mädchenfarm Nahalal** Gäste willkommen! Vorlesung Siegmund Schorr Am 28. März, um 8 Uhr 30 abends, liest der als Autor und Rezitator gleich berühmte Siegmund Schorr im Festsaale des Hotel «Continental» (Eingang II., Taborstraße 4) heitere jüdische Literatur. Karten von 1 bis 3 S beim Portier des Hotel «Continental». niiiiiiiiwiiiiiiiü^ Soeben neu erschienen: Prachtausgabe mit deutscher Übersetzung und 14 herrlichen Bildern Geleitwort: Prof. Dr. Jakob Bronner Großformat, teinste Ausstattung, schön gebunden S 5.— Buchhandlung JOSEF BELF, Wien, I. Rabensteig 3 ——■ ■ i im«.—ff Großfleiscimauerei SIEGM. KORN MEHL Zentrale IX, Berggasse IV, fei. A I7-3-99 u. A 16-9-34 Lieterant lür Heilanstalten Abteilungen für n^p-Fleisch mo/MMrnmc..rn«« 3-, v^iwjraisiiewa» unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Israelitischen Kultusgemeinde Wien fuloKUSiellunp Kostenlos iX, Bero-gasse 1 XVHI. Währin perstraße 97 flicht ausdrücklich abbestelftc Abonnements gelten als Verlängert! 1 Jüdischer holender 1 März 1931 | Nissan 5691 1 20 Freitag 2s 21 Samstag 3s 22 Sonntag 4s 23 Montag 5s 24 Dienstag 6. 23 Mittwoch 7. 26 Donnerstag 8. Jeder Zionist verlangt im Kaffeehaus sein Parteiorgan „Die Stimme" IEC3EC3BOEOE