Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 167 (12.3.1931)
- Date
- 1931-03-12
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Sprechsaal der „Stimme“ (Für die Mitteilungen, die Io dieser Rubrik erscheine», über* nimmt die Redaktion keine Verantwortung.) Vom Verein zionistischer Hochschfller «Z. P. Chajes» erhalten wir folgende Zuschrift: Geehrte Redaktion I Anbei senden wir Ihnen die Kopie der an die «Neue Welt» geschickten Berichtigung samt Vorgeschichte des Falles und ersuchen Sie hönichst um den Abdruck. Der Verein zionistischer Hochschfller «Z. P. Chajes» kündigte im Jänner dieses Jahres einen Vortrag des Herrn Dr. Richard Preßburger an. Es. fand sich ein Empörter, der in einer — nur mit dem Anfangsbuchstaben gezeichneten Zuschrift an die «Neue Welt» seinem Unmut darüber, daß ein Taufjude in einem zionistischen Vereine 8| reche, freien Lauf ließ. Der Herausgeber entschuldigte den Verein damit, daß dieser es wahrscheinlich nicht gewußt habe, und schloß daran die Behauptung, Herr Dr. Preßburger habe sich, als es Mode war und es ihm beruflich nützte, taufen lassen, ln der eingesendeten Berichtigung, daß Herr Dr. Preßburger sich nie'habe taufen lassen, stellte der Verein außerdem fest, seine Stellung zur Wissenschaft sei solcherart, daß er Persönlichkeiten, die bereit wären, bei ihm einen rein wissenschaftlichen Vortrag zu halten, nicht auf ihren Stammbaum untersuche. Man hätte nun meinen sollen, daß die Angelegenheit damit erledigt gewesen wäre. Irrtum 1 Der Herausgeber der «Neuen Welt» hielt bezüglich der Taufe seine Behauptung aufrecht. Und wie wurde die Berichtigung gebracht? 1. Ueberschrift, fett gedruckt: Zionistischejugend? 2. Darun- J ter in Klammern: Schulter an Schulter mit Renegaten. ^— Kein j Zionismus, dafür Zynismus (dies wahrscheinlich des herr- , liehen Wortspieles wegen). — Ein trauriges Erziehungsj resultat. 3. Im folgenden nur eine kleine Blütenlese der Epitheta, mit denen der Verein wohlwollend bedacht wurde: «Jüdische Charakterlosigkeit, gepaart mit Unverfrorenheit j und Zynismus», «Komödianten von der Schmiere», «Leere i an Geist und Charakter», «Narren von der Schmiere», «Zum I Abfall selbst führen wenige Schritte». 4. Entpuppte sich das 1 Ganze plötzlich als ein Angriff gegen das Chajes-Realgymnasium. Die folgende zweite Berichtigung wurde der «Neuen Welt» übersendet und ist bisher nicht erschienen. Wien, 2. März 1931. An die Redaktion der «Neuen Welt»! Der «kompromittierte» Verein zionistischer («?») Hochschüler «Z. P. Chajes» hat von Herrn Dr. Richard Preßburger folgenden Brief uhalten: «Geehrte Herfen! Antwortlich Ihrer Zuschrift vom 24. d. M. und mit Beziehung auf die mir eingesendeten beiden Zeitungsausschnitte, betitelt: «Die Tribüne», «Zionistische Jugend?» (Schulter an Schulter mit Renegaten — Kein Zionismus, dafür Zynismus — Ein trauriges Erziehungsresultat) habe ich folgendes zu erklären: Es ist unwahr, daß ich jemals die Taufe empfangen habe, unwahr, daß ich insbesondere vor dem Kriege zum Christentum übergetreten sei und mich habe taufen lassen, unwahr, daß ich nach dem Umsturz konfessionslos geworden bin. Wahr ist, daß ich als Hochschfller, Student an der Universität Wien, bevor ich noch eine Berufswahl ergriffen Hatte, aus dem Verbände der Israelitischen Kultusgemeinde ä&sgetreten bin. Niemals aber bin ich einer anderen Religionsgemeinschaft beigetreten, niemals habe ich meinen Glauben gewechselt. Alle Folgerungen, die in den beiden Artikeln im Zusammenhänge mit der mir fälschlich unterstellten Konvertierung gezogen werden, erkläre ich als Verleumdung. Diese Erklärung wünsche ich in jener Zeitung, welche die meine Person betreffenden Verleumdungen gebracht hat, veröffentlicht za sehen. Sollte eine Weigerung erfolgen, so bitte ich, mir die Nummern der in Frage kommenden Zeitschrift einzusenden, wonach ich auf Grund des Preßgesetzes eine Berichtigung selbst einsenden werde. Hochachtungsvoll Dr. Richard Preßburger. Zu dieser Berichtigung möchten wir bemerken,, daß dank unserer «Abgeklärtheit und Liebe zur Wissenschaft» wir bereits so weit sind, Phantasien und Unwahrheiten nicht als Tatsachen der Oeffentlichkeit zu übermitteln. Außerdem sind Wir so zynisch, Ihnen den Rat zu erteilen, kommende An- 1 griffe gegen das Chajes-Realgymnasium auf weniger großem J Umwege, als diesmal über uns, zu unternehmen. Zionistische Jugend? — Zionistische Jugend! Hochachtungsvoll Verein zionistischer Hochschüler «Z. P. Chajes». ii Verehrliche Redaktion I Unter Bezugnahme auf die bei Ihnen kürzlich erschienene Notiz über Herrn D. Zimand, ein Mitglied unserer Verbindung, ersuchen wie Sie, einen Widerruf dieser Notiz in Ihrem gesch. Blatte erscheinen zu lassen. Dieser Widerruf ist folgendermaßen zu begründen: Erstens war die «Judaea» gar nicht berechtigt, ein derartiges Erkenntnis zu fällen, zweitens war auch niemand berechtigt, es in der Zeitung zu veröffentlichen, und schließlich handelte es sich um eine private Angelegenheit, die zu einer Veröffentlichung auf keinen Fall geeignet war. Wir wären Ihnen sehr verbunden, wenn Sie hinzufügen würden, daß das Verhalten des Herrn Zimand eine Reaktion auf die dauernden unsachlichen Angriffe des Obmannes Singer der «Judaea» gegen die jüdischen Verbindungen war, welches Verhalten vom Konvente der J. A. V. «Unitas» und vom Seniorenkonvente der Wiener zionistisch-akademischen Verbindunge:, voll gebilligt wurde. Mit Zionsgruß A. H.-Verband der J. A. V. «Unitas». Wir erhalten folgende Zuschrift: Nach schweren Mühen und intensiver Arbeit ist es uns gelungen, einen Bethausvereön «Biker-Chojlem» zu gründen. Es wurden Mitglieder akquiriert und von denselben auch namhafte Bauspentlcn genommen. Aber einige Anti-Zionisten im Vorstand, u. a. Herr M. Goldwurm und G. Komarin, haben sich einen Modus eingerichtet, der mir mit dein seligen § 14 zu vergleichen ist. Sie regieren nach eigener Methode und eigener Verfassung. Von einer Generalversammlung ist gar keine Rede. Mitglieder, die ihnen nicht zu Gesicht oder zu Gesinnung stehen, lassen sie einfach polizeilich aus dem Bethaus entfernen. — So wurde auch vom Agudisten M. Goldwurrn bei der letzten Ausschulisitzung ein Antrag gestellt, den Herrn Kaimann, einen alten, bewährten Zionisten, vom Verein auszuschiießen, weil dieser den Mut hatte, gegen den Schandbeschluß der Ausschussitzung vom Jahre 1929 zu protestieren, wonach Spenden zugunsten des Keren Kajemcth zu verbieten and. Dieser Antrag wurde jedoch verworfen. Etwas Aehniiches geschah am Samstag, den 17. Jänner, als die Herren Goldwurm und Komarin (als Gabaim) den Herrn Gutstein (als Kohen) gemaßregelt haben. Der herbeigerufene Polizeiinspektor war anderer Ansicht und meinte, man dürfe einen ruhig betenden Menschen nicht entfernen. So sind die Herren, die jede zionistische Arbeit unmöglich machen wollen. Die Gabaim in Zwischenbrücken verrichten folgende Arbeit: Herr Komarin als Riese ohrfeigt und Herr Goldwurm als Schwächling läßt die Leute einsperren! Ich stelle dem Vorstand folgende Frage: Warum hat der Vorstand den Gabai Herrn Komarin. als er am Tischabeaw während des Trauergebetes einem älteren Menschen, einem Vater von fünf Kindern, ohne irgendwelchen Anlaß eine Uhrfeige versetzte, nicht vor ein Schiedsgericht gestellt, wünrend Herr Lewinter, der zum Gebet einen Menschen brachte, der vielleicht den Gabaim nicht genehm ist, vor ein Schiedsgericht gestellt worden ist? Hauptsache, das Kercn-Kajemeth- Verbot bleibt weiter aufrecht! Josef byk. * Gibt es noch In Wien hebräische Vortragende? (Ein offenes Wort.) Wenn alle Vereine in Wien an Mangel von Vortragenden zu leiden haben, so leidet darunter die Histadruth Iwrith am meisten. Nicht allein deshalb, weil die Zahl der hebräischen Vortragenden sehr klein ist, sondern auch, weil die, die hebräisch vortragen können, es immer ablehnen, hebräisch vorzutragen. Ist es vielleicht deshalb, weil die Herren Vortragenden die Histadruth iwrith als eine minderwertige Institution betrachten oder weil sie die Hörer der Histadruth iwrith ihres Vorträges nicht für würdig halten, oder nur aus dem Grunde, weil sie selbst in der hebräischen Sprache nicht fest genug sind? Wie oft muß der Referent für Vorträge der Histadruth diese Herren besuchen, um bei ihnen einen Vortrag zu erflehen! Die Chawerim wollen es gar nicht glauben. Wir werden daher gezwungen sein, die Namen derjenigen Herren, die es grundlos ablehnen, einen Vortrag bei der Histadruth zu halten, unseren Mitgliedern bekanntzugeben, um die Chawerim zu überzeugen, daß unser Bestreben nicht aus Mangel an Arbeitswille scheitert, sondern an dem Man-: gel von hebräischen Vortragenden. Histadruth iwrith. Lebensversicherungs- Gesellschaft PHONIX GEGRÜNDET IM JAHRE 1882 Ver«ich«nnigsbeBtand per Ende Juni 1980 . 2500 Millionen Schilling Garantiemittel per Ende J929 . ... 800 Millionen Schilling Prämien- und zineeneinnafamen im Jahre 1929 ....... 125 Millionen Schilling Auszahlungen an die Versicherten im Jahre 1929 ...... 28»/, Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet der Geeellschafti Oesterreich. Deutsches Reich. Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland. Frankreich. Spanien, Italien. Ungarn. Polen. Jugoslawien. Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten. Die Gesellschaft schließt tu billigen Prämien and günstigen Bedingungen Kapitalsand Rentenversicherungen jeder Art ab NeaeingefÜhrt: KINDER-VEfRSORGUNGS-VERSICHERUNG (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung, Studienbeitrag, Rückerstattung der eingezahlten Prämien bei Ableben des Kindes) IavaliditätsyerBicherang (Zahlung einer Rente bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit and Auszahlung des versicherten Kapitals nach dreijähriger Dauer der Invalidität) E AmtlicheVerlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Z. 1382 ex 1931. Stelienaussclireibung. Bei der Israelitischen Kultusgeme.nd« Wien werden Bewerber um Stellen als Aufsichtsorgane im Koscherfleischwesen in Vormerkung genommen. Dieselben sollen im Nikkur ausgebildet sein, die volle körperliche Eignung besitzen und das 40. Lebensjahr nicht überschritten haben. Bevorzugt werden solchfe Bewerber, welche gleichzeitig die Befähigung zur Vornahme von Geflügelschlachtungen naben. Bewerber, welche die österreichische Bundesbürgerschaft besitzen, wollen ihre Gesuche nebst Befähigungszeugnissen von mindestens drei orthodoxen Rabbinern upter Nachweis ihrer streng religiösen Lebensführung, der bisherigen Verwendung und Angabe ihres Lebenslaufes ehestens an den Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 4, 3. Stock (Amtsdirektion) gelängen lassen, woselbst die näheren Bedingungen zu erfragen Sind. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Wien im März 1931. Unter Aufsicht des chrw. Rabblnates der Israelitischen Kultusgemeinde (Rosch Beth Din Josef Babad) wurden gestellt: 1. Mazzothfabriken: Nathan Brodetzky, XXL, Mengergasse 19, Hermann Strum, II., Rotensterngasse 11, Israel Vortrefflich, 11., Obere Augartenstraße 22. 2. Selchwarenfabrik: Meier Brückner & Co., IL, Am Werd 11. 3. Weinkellerei: Nathan Spindel, Markus Bartfeld, IL, Schrotzberggasse 1. 9. März 1931. Israelitischer lugendgottesdlenst. Am Samstag, dem 14. März 1931, findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen statt. Bethausvorstand für den Stadt- und Leopoldstädter Tempel. Der Bethausvorstand veranstaltet zur Ehrung des Andenkens an den verewigten Herrn Hofrat Dr. Adolf Schwarz, Rektor der israelitischen theologischen Lehranstalt, Montag, den 16. März 1931, um J/ü7 Uhr abends im Lcopoldstädter Tempel, IL, Tempelgasse 5, eine Trauerfeier, zu der hiermit die Einladung ergeht. Der Bethausvorstand. Predigten ln den israelitischen Gemeinde- und Bezirk». Synagogen. Freitag, den 13. März 1931, werden bei dem um 5 Uhr 50 Minuten beginnenden Abendgottesdiens,t in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: IL, Pazmanitengasse 6 (Rabbiner L)r./&. Taubes); VI., Schmalihofgasse 3 (Rabbiner Dr. J. Drobdn» sky); IX., Müllncrgasse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz); X.. Humboldtgasse 27 (Rabbiner Dr. Albert Weiner); XUI? Eitelberggasse 22 (Rabbiner Ur. /V\f l-ewjn); Xv., Turtie'rgasse 22 (Rabbiner Df. L Taglicht); XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. 1. M. Bach); XVIIL, Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang); XIX., Doliinergasse 3 (Pf. A. Frankfurter). — Samstag, den 14. März, %IQ. Unr vormittags, Exegetischer Vortrag, XXI., Holzmeistergasse.12 (Rabbiner Dr.JVL Rosenmann); %4 Uhr nachmittags, 11., Pazmanitengasse 6, Religiös-populärer Vortragszyklus: «Die Lehrer und Lehren der Mischnah und der Gemarah» (Rabbiner Dr. Z. Taubes). . Austritte aus dem Judentum Lesser, geb. Theresia Himmclmayer, 17. September 1891, III., Invalidenstraße 3. — Fürt Emil, 5. AprilM860, III., Schwarzenbergplatz 7. — Müller, geb. Selma Fischer, 28. Jänner 1875, IL, Stuwerstraße 25. — Beck Bernhard, 28. Jänner 1908, HL, Adämsgasse 7. — Tritsch, geb. Sofie Marmarek, 12. Dezember 1891, IL, .Siegelgasse 6. — Teumann Rudolf, 17. Jänner 1904. III., Kolonitzgass? 2 a. — Markus Johanna, 8. Mal 1905, III., Messenhausergasse 14. —• Pulgram Leo, 22. März 1904, IL, Vereinsgasse 33. — Koranyl Feruinand, 2h. Juni 1896, II., Schüttaustraße 58. -r- Finali Margarethe, 8. Juli 1899, XIX., Pantzergasse 21, -— Fabian Fritz, 4. August 1911, II., Lassailestraße 14. — Abelles Rosa, 11. Mai 1905.-XVIIL, Semperstraße 39. — Bloch Margarete, 2. Juli 1906, XVI., Yppenplatz 7. — Belhflf Adolf, 1. Februäf 1890, IL, Ausstellungsstraße 7. Abgebauter Kanzlelarbelter übernimmt Schreibarbeiten in und außer dem Hause gegen mäß. Entgelt. IL Leasingg. 9/15 KINDERWAGEN * 26.- aufwärts direkt beim Srseuffftr — ' XX» WßLLENSIElNPlAT* 3 III.BARICHQ«« tickt Hauptstr. IQB) «« a« Bernhard Kohn WIEN, I., HIMMELPF0RTGAS8E20 KLAVIERE In allen Preislagen, neu von 81440 an Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zionistischer Landesverband für Oesterreich, Wien. L, Kärntnerstraße Nr. 28. — Verantwortlicher Redakteur: Dr. Sigmund Finkelstein, Wien, L, Kärtnerstrafie Nr. 28. — Druck; «Inva», Wien, VII, Lerchenfelderstraße Nr. L