Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 163 (12.2.1931)
- Date
- 1931-02-12
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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»\l\ lui) 12. Fe'. r; ar 1931 DIB STIMME Seite 11 VntersiiUzi die zionistische Jugend bei der Durchföhrung der lugendaktion des Keren Kalemeihln der Zeit vom 7. bis 16. Febiuar 1931. Besuchet alle dieVeramstfaltfttntfen dler zlon. Jugend zatianslen des Keren Kafemetii, am Montag, den 16. Februr 1931. Jtus öfter IxJeft „Deutsches Blut“ Unter der Ueberschrift «Deutsches Blut» veröffentlicht Überregierungsrat Curt Radtauer, Doktor der Anthropologie, in der «Vossischen Zeitung» iinen längeren Aufsatz, in welchem er u. a. ausführt: In ihrem Parteiprogramm verlangen die Nationatsozia- Iftcn als Bedingung für die Zugehörigkeit zum deutschen Volke: «deutsches Blut». Nach dem übereinstimmenden Urteil der anthropologischen Wissenschaft ist aber das deutsche Volk ein gemischtrassiges Volk, das bestreiten auch dicht die Kassengelehrten mit nationalsozialistischer Geltung; darüber gibt es in der Wissenschaft von der Rassenkunde überhaupt keine Meinungsverschiedenheit. Das «deutsche Blut», das die Nationalsozialisten verlangen, ist ein Rassenmischblut; es besteht aus einer Mischung von nordischen, dinarischen, ostischen, alpinen und ostbaltischen Rassenele- (Bienten. Das nordische Rassenetement ist europäisch; die dinarischen, ostischen, alpinen und ostbaltischen Rassenelemente haben einen starken asiatischen Einschlag. Das «deut- . «che Blut» ist also ein europäisch-asiatisches Mischblut. Hierbei sind die im deutschen Volke lebenden Juden überhaupt nicht berücksichtigt. Geopolitisch ist Deutschland ein Land mit offenen Grenzen. in seiner zentraleuropäischen Lage bietet es Einfallsmöglichkeiten von fast allen Seiten. Strategisch wirksame Naturgrenzen fehlen völlig im Westen und Osten. Infolgedessen ist Deutschland in vorgeschichtlicher Zeit stets ein .Rassenmischungstiegel sondergleichen gewesen. Durch Deutschland strömte die Welle der Völkerwanderung, durch Deutschland zogen die Heeressäulen sich bekriegender und beutelustiger Völkerscharen. Je nach den Glücksumständen blieben sie in Deutschland und vermischten sich mit der ansässigen Bevölkerung. Ist es da ein Wunder, daß rassenreine Individuen in Deutschland nur selten zu finden sind? Dr. Radlauer gibt einen Ueberblick über die Verteilung der Rassen in Deutschland und hebt hervor, daß sogar der .Rassenforscher Günther, der durch den nationalsozialistischen thüringischen Minister Dr. Frick zum Professor der Anthropologie an der Universität in Jena gemacht wurde, in seinen Schriften erklärt, daß Dinarentum und Judentum aus kleinasiatischen Rassen auseinandergewachsen seien. Nach ihm.besteht zwischen Dinarentum und Judentum Blutsverwandtschaft. Die ostische Rasse, die im Osten Deutschlands, - aber auch im Süden dominiert, ist nach Prof. Dr. Eugen Fischer, Direktor des Kaiser-Wilhelin-Instituts für Anthropologie, der ursprünglich westliche Zweig der Mongoloiden und hat infolgedessen bestimmte mongoloide Merkmale. Günther beschreibt die ostbaltische Rasse ganz ausführlich und meint: «Es entsteht der Eindruck schiefstehender Augen und manchmal wirken die Lidspalten schon ziemlich «mongolisch» ... Ein gewisser Einschlag innerasiatischen Blutes ist in Deutschland sicherlich vorhanden.» Die ostische Rasse stellt auch eine Mischung des deutschen Blutes mit slawischen Elementen dar. Der Anthropologe Dr. Salier, der umfassende anthropometrische Erhebungen zur Rassengliederung Deutschlands mit Unterstützung der «Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft» vorgenommen hat, erklärte jüngst in der «Klinischen Wochenschrift» auf Grund unendlich mühsamer und zahlreicher Untersuchungen: das deutsche Volkstum sei gerade zuerst durch die Verschmelzung des Wendentums mit dem Germanentum entstanden. In Standal wurde noch vor 140 Jahren wendisch gesprochen. Der Name Berlin stammt aus der wendischen Sprache. Der amerikanische Rassenforscher Madlson Grant, dessen Buch «Der Untergang der großen Rasse» (Nordrasse) in nationalsozialistischen Kreisen sehr gelobt wird, behauptet in diesem Buch, daß in Süddeutschland und Ostdeutschland 80 Prozent nichtnordischen Blutes vorhanden seien. Nach Radlauer weist Fritz Merkenschtager mit Recht darauf hin, daß man schon vom «gelben Blut» zu sprechen beginne, weil die ostische und dinarische Rasse zur mongoloiden Hauptrasse gehören. Merkenschtager weist darauf hin, daß Heinrich v. Kleist, Humboldt, Luther, Moritz v. Schwind, Bismarck, Schelling, Tieck, Mörike, Schumann, Schubert, Beethoven, Holbein, Schopenhauer, Menzel, Andreas Hofer, Kant usw. ostische Rundschädel hatten, und widerlegt damit die Behauptung Günthers, daß lediglich die nordischen Rassenetemente den Staat aufgebaut und die höchsten Kulturwerte geschaffen haben, während ostische, alpine, dinarische Rassenelemente unter den Deutschen als niedere Kärrner mitwirkten. Merkenschläger beschreibt auch Goethes körperlichen Typus sowie den seiner mütterlichen Verwandtschaft und erinnert daran, daß Goethes Großmutter eine geborene Lindheimer war. Die Rassenpolitik, schließt Dr. Curt Radlauer, erweist sich als eine zweischneidige Waffe, die das deutsche Volk in eine dünne Schicht von Edelingen und in die Masse der inferioren «Knechtschicht» spalten will. Eine lOdlsche frontkSmpferln In den deutschen Befreiungskriegen Der «Aufruf zur Bildung freiwilliger Jägerkorps» vom 3. Februar 1813 übte in Preußen bedeutende Wirkung. Wenig bekannt ist jedoch, daß auch eine Jüdin an der Front mitkämpfte. Sie hieß eigentlich Esther Manuel, ihr nom de guerre war Luise ürafemus. ihr Mann hatte sie verlassen und sie wollte ihm im Jahre 1813 nach Schlesien nachziehen. Als der Aufruf zur Bildung der Jägerkorps erschien, trat sie in das 2. Landwehr-UIanen-Regimeut in Königsberg ein, machte die Feldzüge 1813 und 1814, zuerst als Freiwilliger, dann als Wachtmeister mit; sie wurde zweimal, bei JUterbook und Metz, verwundet. Im Jahre 1814 erhielt sie vom Armeekommandanten Grafen Biilow von Dennewitz das Eiserne Kreuz. Am 23. März 1814 traf sie unvermutet mit ihrem Mann zusammen, der aber schon am nächsten Tage einer feindlichen Kugel zum Opfer fiel. Esther Manuel kämpfte auch vor Paris und starb in Hanau. J&disdtet Malendet Februar 1931 srebath-fldar 5691 13 Freitag 26. 14 Samstag 57 vor dam Ä * ♦ Neumond 15 Sonntag 28» 16 Montag 20. 17 Dienstag 39» | P 18 Mittwoch 4 Adar || *♦ Roooh Chodoooh 0 | 19 Donnerstag 2. § Sfeiaeflfiscfte JfuMusgemcinde Wien Z. 300 ex 1931. Wien, im Februar 1931. Jugend-Gottesdienst für die Schüler und Schft erinnen der Voikr-, Haupt- und Mittelschulen im ü. Halbjahre des Schuljahres 1930/31: Synagoge 1 Seitenstettengasse 4; 2. Tempelgasse 5; 2. Sebastian Kneippgasse 14; 3. Untere Viaduktgasse 13; 5. Siebenrunnengasse la; 6. Schmalzhofgasse 3; 8. Neudeggergasse 12; 9. MUllnergasse 21; 10. Humboldtgasse 27; 13. Eitelbergergasse 22; 15. Tumergasse 22; 16. Hubergasse 8; 18. Schopenhauerstraße 39; 19. Dolinergasse 3; 20. Kluckygasse 11; 21. Holzmeistergasse 12. Sabbat In allen nebenstehenden Synagogen am: 14., 21., 28. Februar; 7., 14., 21.( 28. März; 4., 11., 18., 25. April; 2., 9., 16., 23., 30. Mai; 6.t 13., 20., 27. Juni. Beginn: 3 Uhr nachmittags. Dar Vorstand dar israelitischen Kultusgemelne, Wien. Srabsteine Friedländer & Deutsch Wien. I.,Seitenslettengasse Nr.2 Tel. U 28-1-28 KI.« Zentrslfrledhof, neben dem I. Tot, Tel. U 18-0-86 pioioaoioaoioioioioioic 2 Wenn 3finen o o ■ 0 ■ 0 03 Bf (Blatt gefüllt, empfehlen Sie es, bitte, bei jeder Gelegenheit allen Ihren Freunden and Bekannten! Geben Sie ans Adressen an, an die wir Probenummern unserer Zeitung absenden können, loaoioaöBoioioioioaoBol * GroBReisciitiauerei SIEGM. KORN MEHL Zentrale IX, Berggasse 19, Tel. A 17-3-99 u. A 16-9-34 Lieferant lür rldlanstalten Abteilungen Kirjtyj-Fleisch unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Autoasustellung Kostenlos iX, Ber^gasse 1% XVII!, Währintrersfraße ,97 eventuell mit Küchenbenützung, zu vermieten. Auskunft in der Administration. Zimmer Ein schönes, leeres Gote and ä S 2 30 Haaptmann*. Ism.ael Friedmann Pick: Jüdisch» r Idealismus HöFlleh: Pforte des Ostens Gorelik: Neutralien Soholem Alechem: Stempenju Tawje der Milchhändler Perez: Die Zeit Adam und Eva Cha]im Bloch: Pjager Golem Osijüdischer Humor Gotteskämpfer Heisch üstropoler Preise für Kalb- und Rindfleisch tief reduziert! Kalb- und Rindfleisch gemischt S 2’60 Rostbraten und Schulter auch nur S 2 60 Hochprima Qualität! 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