Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 163 (12.2.1931)
- Date
- 1931-02-12
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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9m 10 n» «rmniv MIC gHWiiflP Nr. 108 — 12. Fabrimr 1981, Histadruth Iwrith, II., Kleine Mohrengasse 3. Samstag, den 14. Februar, 8 Uhr abends, Vortrag Chawer Drechsler über «Haschpoath Erez-lsrael al hassifruth haiwrith». Seminare: Jeden Samstag, 7 Uhr, Dikduk madai Prof. M. Wiesen. «Ketuwim», Zeitungskiosk, II., Taborstraße, beim Cafi National, I., Schottenring, 38-Wagenschleife. «Mosnaim», II., Praterstraße II, Tabaktrafik, Zeitungskiosk, 1., Schottenring, beim Bankverein. Der Verein zur Förderung jüdischer Musik veranstaltet seinen ersten Kammermusikabend in der taufenden Saison im Saal der «B’nai-Brith», IX., Uniersitätsstraße 4, nächsten Sonntag, am 15. Februar. Es werden durchwegs Erst¬ und Uraufführungen zu Gehör gebracht, und zwar: Israel Brandmann: Sonate für Violine und Klavier; Joachim Stutschewski: Vier Stücke für Klavier; Gr. Krein: Präludium für Streichquartett, Flöte und Klavier; Jul. Engel (aus dem Nachlaß): Kinderlieder«tür Gesang mit Klavierbegleitung und Suite für Streichquartett und Klarinette. Ausfiihrcnde: Maria Bernay, Gesang; Kita Kurzmann, Klavier; Israel Brandmann und Else Stein, Violine; Kurt Fuchsgelb, Bratsche; Joachim Stutschewski, Cello und Dr. Hans Levitus, Klarinette. Musikalische Leitung: J. Stutschewski. Beginn Punkt y26 Uhr. Generalversammlung des humanitären Vereines der in Wien wohnhaften Letnberger. Samstag, den 14. Februar 1931, 7 Uhr abends, findet in den Räumen des Hotelrestaurants Barschak, II., Gr. Schiffgasse 3, die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Vereines statt. Anschließend: Vortrag des Vizepräs. der Isr. Kultusgemeinde Wien Dr. Josef Löwenherz über «Das jüdische Leben in Wien». Club jüdischer Frauen, Cafe Colonnaden, I., Rathausplatz 4. Mittwoch, 18. Februar, y25 Uhr, Vortrag Hofrat Prof. Dr. S. Frankfurter: «Die Bibel als Grundlage jüdischer Wesensart». Ckug Iwrf der Misrachijugend, Wien, II., Praterstraße 11. Am Sabbath, den 14. Februar 1931, um präzise 3 Uhr nachmittags, findet die Sichah des Clnig Iwri in unserem Heime statt. Thema: «Hamiplagoth Bazienuth». Um pünktliches Erscheinen der Chawerim wird ersucht. Brith Hanoar Hamisrachi, Wien, II., Praterstraße 11. Schabbath, den 14. Februar 1. J., um präzise 8 Uhr abends, Sichah-KIallith unseres Bundes. Wichtige Tagesordnung! Erscheinen aller Chawerim Pflicht! Zion. Sektion Zwischenbrücken. Samstag, 21. d.t um 8 Uhr abends, im Saale Moser, XX., Dresdner Straße 51, gesellige Veranstaltung mit ernsten und heiteren Vorträgen. Mitwirkend u. a.: das Jazz-Ürchester Heinrich Oppermann, Frl. Händel, Herr Heller. Der event. Reingewinn fließt dem Alijahfonds zu. Regiebcifrag. Die Filmvorführung des Haschomer Hadatl. Am Sonntag, den 1. Februar, veranstaltete der Haschomer Hadati im Augartenkino eine wohlgelungene Vorführung des Filmes «Theodor Herzl». Nach den einleitenden Worten Ch. Kitaigorodskys und der Vorführung eines Lustspieles begann der eigentliche Film. Der Film, der Herzfs Lehen, Kämpfen und Sterben zeigte, hinterließ bei alle Anwesenden einen starken Eindruck. Es gelang uns auch, einen schönen Spendeneingang für den K. K. L. zu erzielen. Verein zionistischer Hochschüler Z. P. Chajes. Der nächste Abend der hebräischen Arbeitsgemeinschaft findet Montag, den 16. d. M., Punkt 8 Uhr abends, im Heime, I., Jordangasse 7, unter Leitung des Herrn Prof. Kästenbaum statt. — Samstag, den 21. d. M., spricht Hanns Margulies auf unsere Einladung bei uns über «Menschen vor Gericht». Gäste willkommen! Eine große Purimredotile veranstaltet die Mädchengruppe «Deworah» am 7. März in den Festsälen des österrcich;sehen Handeismuseums, IX., Berggasse 16. Eine Reihe von außergewöhnlich interessanten Attraktionen wird dieser Redoute ein besonderes Gepräge geben. Z’a.nistische Bezirkssektion XX. Sonntag, den 15. d., um 8 Uhr abends, Vortrag des Herrn Ludwig Bato im Lokale XX., Jägerstraße 30, über «Die Juden im faschistischen Italien». — Freitag, den 13. d., Bibelvortrag des Herrn Löw- Vogel. Bitte um Beschäftigung für einen zuriiekgekehrten Cha'uz. Ein Wiener Chaluz, der in Palästina fünf Jahre als Chnltiz gearbeitet hatte, kam nach Wien zurück, um seinen alten Eltern als einziger Sohn auf ihre alten Tage behilflich zu sein. Er traf einen fast völlig erblindeten Vater und eine schwcrkrnnke Mutter an und kann seine Ruhe nicht wieder erlangen, bis es ihm nicht gelingt, durch Arbeit das Los seiner Familie wenigstens teilweise zu erleichtern. Er besitzt glänzende Kenntnis der hebräischen Sprache und Literatur und ist außerdem zu jeder Arbeit bereit. Nähere Auskünfte sind im Pa'ästrnaamte, Wien, I., Kärntnerstraße 28 (Teephon R 27-4-36) erhältlich. Jüdischer Angestelltenverband «Emunah», Wien. Samstag, den 14. d. M., findet im e.Wirinmheim», I., Inrdangasse 7, ein Vortrag des Herrn Ludwig Bato statt.^ Thema: «Die Juden im faschistischen Italien». Beginn 8 Uhr abends. Eintritt frei. Gäste willkommen. Der Verband zionistischer Hochschülerinnen veranstaltet am 28. Februar einen Purim-Gesellschaftsabend mit Tanz. Karten im Verbandsheim, IX., Tiirkenstralie 9. Die gesamte Wiener zionistische Jugend für den Keren Kajemeth Die Jugendaktion für den Keren Kajemeth hat am 7. Februar begonnen. Die abschließende Veranstaltung, die Akademie der jüdischen Jugend findet am Montag, den 16. Februar 1931, dreiviertel 8 Uhr abends, lnt Hotel Post statt. Es wirken mit: Brith Hanoar Hamisrachi Zirenu üdud Zirim Makkabi Mirjam Brith Trumpeldor Haschomer Hazair Vereinig, zion. dem. Jug. Zirenu Vereinig, zlon. dem. Jug. Histadruth üordoniah V. Z. M. Jedidäa Preise der Karten S 3.—, Keren Kajemeth-liureau, phon R 27-3-20. Der blaue Prinz A'Uisik-Potpourri Sprechchor, 3 Geschachter Rhythmischer Tanz Jakobs Traum Spieluhr Stop Imigration Sängerin, Solo Kain und Abel, Märchen Keulenschwingen Sprechchor Politische Revue 2.— und 1.—, erhältlich Im L, Kärntnerstraße 28, Tele- Gerngroß — Weiße Woche ist zum Begriff geworden, der nicht mehr erläutert werden muß. Benützen Sie, bitte, soh weit es ihre Zeit gestattet, den Vormittag für ihre Einkauf«, Liier aiiir Kunst / Theater England und Palästina Josef Colin: England nnd Palästina; 8. Beiheft zur Zeitschrift für Geopolitik, Kurt Vowinckcl- V er lag, Berlin, 816 Seiten, geheftet Mk. 6.80 Zunächst wollen wir im allgemeinen auf den Verlag aufmerksam machen, der die Monatsschrift «Zeitschrift für Geopolitik» erscheinen läßt. Diese Zeitschrift gehört zu den interessantesten und reichhaltigsten auf dem Gebiete der Politik, die in Deutschland erscheinen. Man kann ruhig sagen, daß die von der Zeitschrift vertretene Politik eine Richtlinie für das politische, vornehmlich für das außenpolitische Denken Deutschlands darstelit und daß auch die offizielle Politik des Reiches, wenn auch erst nach geraumer Zeit, von der «Zeitschrift für Geopolitik» beeinflußt wird. Josef Cohns «England und Palästina» ist eine kurzgefaßte, klare und flüssig geschriebene Darstellung der Beziehungen der englischen Reichspolitik, zu Palästina. Der Verfasser gibt eine umfassende, jedoch gedrängte Uebersicht über die ideologischen, politischen und strategischen Interessen, die England seit langem an Palästina hat. Er gibt weiters eine Beschreibung der komplizierten Vertragssysteme, mit denen England in der Kriegszeit im Nahen Osten herumlaviert. Besonders gut ist seine Darstellung der Rivalität Englands und Frankreichs im vorderen Orient auf der Friedenskonferenz zu Versailles, ln den späteren Kapiteln beschreibt der Verfasser kurz die Politik der zionistischen Organisation, den Inhalt des Mandats und die Verpflichtungen der Mandatarmacht, sowie die aus diesen sich ergebenden juristischen Folgerungen. Besonders ausgezeichnet ist eine Charakteristik des Menschen und Politikers Weizmann. Im letzten Teil seines Buches bespricht der Verfasser die allerjüngslen Ereignisse in Palästina und gibt auch eine genaue Darstellung der Prinzipien, von denen Englands Palästinapolitik geleitet wird. Der Verfasser arbeitet auch, von der Lehre Max Webers ausgehend, die soziologischen Hintergründe der zionistischen und der englischen Palästinapolitik deutlich heraus. Das Buch ist jedem zu empfehlen, der sich für eine übersichtliche, gutgeschriebene Darstellung der Beziehungen Englands zu Palästina interessiert, namentlich aber zionistischen Funktionären. Gegen das Büch ist vor allem das eine einzuwenden, daß eine Unzahl Anmerkungen, die nahezu 100 Seiten füllen, an den eigentlichen Text angeschlossen sind, wodurch die Lektüre des Buches sehr erschwert wird, da man gezwungen ist, immer wieder rückwärts nachzublättern. Dieser Umstand ist vielleicht nicht so sehr einer mangelnden Kompositionsgabe des Verfassers, als der seit Max Weber eingerissenen Gewohnheit zuzuschreiben, durch manchmal seitenlange Anmerkungen die üedankenfoigen immer wieder zu unterbrechen. Insbesondere im letzten Kapitel des Buches wurden äußerst wichtige Themen, wie die Frage «der landlosen Fellachen» in die Anmerkungen verwiesen. Ferner läßt das Buch eine Darstellung der geänderten geopolitischen Lage Palästinas, die sich durch die wachsenden Schwierigkeiten Englands in Indien und Aegypten einerseits und durch den Wegfall des Interesses Rußlands an den Meerengen (Infolge Aufhören des Privathandels) andererseits auswirkt, vermissen. Der Verfasser hat es auch unbegreiflicherweise unterlassen, bei der Behandlung des Churchill-Weißbuches auf die unberechtigte und dem Mandat ins Gesicht schlagende Abtrennung Transjordaniens von Palästina näher einzugehen, ja aucii nur diese zu erwähnen. Es fehlt unserer Meinung nach auch ein Hinweis auf die geopolitischen Beziehungen Palästinas zu den arabischen Staaten, vor allem dem Reich Ibn Sauds und deren Einfluß auf die Palästinapolitik Englands. Politisch gehört der Verfasser zu denjenigen Zionisten, die die Politik Dr. Weizmanns für richtig erachten; der Verfasser spricht auch am Ende seines Buches, leider etwas vorschnell, von einer «Denatu- •rierung des Passfield-Weißbuches». hingegen unterläßt er es, im letzten Kapitel auf (üb Haltung der Labour-Regierung seit den Massakers des Jahres 1929 näher einzugeilen und diese Schwenkung näher zu beleuchten, obwohl gerade vom geopolitischen Gesichtspunkt aus eine Erklärung der letzteren sehr lohnend wäre. Im ganzen ist es ein gutes Buch, das mit großer Sachkenntnis geschrieben wurde. Dr. Muray. Wohltätigkeltsvorsteung zu Gunsten der Mensa academlca judaica. Dank dem freundichen und uneigennützigen Entgegenkommen der Direktion und der Schauspiccr im Theater in der Josefstadt, findet Sanrslag, den 14. Februar d. J. zu Gunsten der Mensa academica judaica eine Nachtvorstellung statt. Zur Aufführung gelangt, neu einstudiert, «Die heilige Flamme». Karten zum ermäßigten Preise von S!.— bis S 15.— smd an der Kassa des josdstädter-Theaters und iin Sekretariate der Mensa academica judaica, IX., Zimmermannsplatz 8, Tel. A 25-2-28, erhältlich. Lisa Fuchs Die junge Prager Pianistin Lisa Fuchs gab am 6. d. hn Kleinen Musikvereinssaale ihr erstes Wiener Konzert. Lisa Fuchs ist uns schon von ihrer Mitwirkung bei zionistischen Veranstaltungen bekannt und wir gingen mit großen Erwartungen zu ihrem eigenen Abend. Unsere Erwartungen würden nicht enttäuscht, sondern noch weit Ubertroffen. Der Abend war für jeden einzelnen Zuhörer ein Erlebnis. Lisa Fuchs meistert das Instrument mit jener virtuosen Selbstverständlichkeit, die nur großen Künstlern eigen ist. Sie verblüfft ihre Zuhörer durch ihre bri tante und brillierende Technik und nimmt sie gleichzeitig durch ihr seelenvoll klingendes und singendes Spiel gefangen. Auf dem Programm standen Variationen von Bach-Liszt, der Walzer «Alt-Wien» von Castelnuovo-Tedesco und Kompositionen von V. Novak, J. Suk, E. Toch und Franz Liszt. Jedes einzelne Werk, meisterhaft gespielt, löste rauschenden Applaus aus und die junge, Uber aus sympathische Künstlerin, die vom ersten Moment an daa Interesse und die Herzen des Auditoriums gewonnen hatte, wurde zu vielen Zugaben gezwungen. Das Publikum dankte ihr stürmisch. st. Jtotixen Die Wilnaer Truppe beendete ihr Wiener Gastspiel und begab sich auf ein dreitägiges Gastspiel nach Berlin, wosie bei Piscator (Wallncrtheater) auf treten wird. Im Theater Astor, II., Praterstraße CO, eröffnete das «Neue jüdische Theater» Samstag, den 7. d. M. ihr Gastspiel mit einer Sensation! Der Jazzsänger von Raffaeösohn, ins Jüdische von Meiseis übertragen. Lieder« und Volksllederabend J. Segall-Rosenbach am 14. Februar 1931, y28 Uhr abends, im Konzertsaale desTndüstriehauses, Wien, L, Schwarzenbergplatz 4. — Schon der Kartenvorverkauf hat bewiesen, daß das auserlesene, Programm großen Anklang gefunden hat. Segall-Rosenbach wird an diesem Abend eine größere Anzam von Liedern und Volksliedern von Engel, Kipnis, Roskin, Eistein, Jasinowski, Löw. u. a. m., Kompositionen und Bearbeitungen zu den Texten von Tschernichowski, Anski, Reisen, Rosenfeld, Bialik u. a. m., darunter hebräische, jemenitische, chassidische, jiddisch-ukramische, jiddische Gesänge zum Vortrage bringen; ferner einige atifalienische Arien und Opernarien. Mitwirkend: Cellovirtuose Theo Salzmann, Rezitator Samuel Schwager (jiddisch). Programme mit Originaltexten und deutschen Uebersetzungen (Erläuterungen) an der Abendkassa und bei den Platzanweisern. Restliche Karten: Zion. Büro, Wien, I., Kärntnerstraße 28, Tel. R 27-3-2Q; Bücherstube Rath, Wien, II., Taborstraße 20 a, Tel. R 43-1*58, Ein modernes Theater wird in Jerusalem erbaut. Die Palestine Land Development Co. hat soeben im Grundbuchamt zu Jerusalem das Grundstück, auf dem der «Cinema-Zjoh». steht, auf die Namen der Käufer übertragen. In diesem Gebäude fanden bisher außer den Filmvorführungen alte Schauspiele, Opernauffiihrungen und Konzerte: statt. Nunmehr gehen die Besitzer daran, auf diesem 2000 Quadratellen großen Grundstück ein wirklich modernes Theatergebäude mit Koazertsaä!, ein Novum in Jerusalem, zu errichten. Ankauf eines Gemäldes des palästinensischen MaJsri Levln für das Musee de Luxembourg. Der palästinensische Maler Schmuei Levin hat in Paris eine Ausstellung seifrer Bilder, die vorwiegend palästinensische Landschaften: und Typen palästinensischer Juden darstellen, eröffnet. Die .Ausstellung begegnet in der Pariser Kunstwelt allgemeinem- Interesse. Die französische Regierung hat ein die Klagemaüef darstellendes Gemälde Levins für das Musee de Luxembourg erworben. 15 Jahre Wilnaer Truppe. Aus Wilna wird berichtet: Ende Februar feiert die Winaer jüdische Theatertruppe das Jubiläum ihres 15jährigen Bestandes. Die Truppe hat aius diesem Anlaß beschlossen, das Jahr 1931 a’s Jubiiäumsjahirkrü proklamieren. Es soll ein Jubiläumsfonds zur Förderung der Entwicklung des jüdischen Theaters gegründet und ein Sammelbuch herausgegeben werden. Ferner sol’en Massenkundgebungen und Festvorstellungen im ganzen Lande sta,ttfinden. Dem Jubiläumskomitep gehören die Herren Dir. K. Wygodzki, Salman Reisen, Scualit, Dr. Chairrr Zytlöwskl, Dr. Max Weinreich und S. Schabad an. J. Ch. ZagoroilskI gestorben. Im A'ter von 65 Jahren verstarb J. Ch. Zagorodski, Mitglied der Redaktion der Tageszeitung «Moment», einer der angesehensten hebräischen und jiddischen Publizisten. Er war in früheren Jahren einer der engsten Mitarbeiter Nahum Sokolows in der Redaktion; der «Hazephira». Nationalsozialistische Interpellation Im Prager Parlament wegen der Verleihung des Staatspreises für deutsche Literatur an Max B-rod. Die deutschen nationalsozialistischen Abgeordneten Schollich und Genossen haben im tschechoslowakischen Parlament wegen der irn Oktober 1930 erfolgten Verleihung des Staatsnrcises für deutsche Literatur an den Dichter Max Brod eine Intcrpe'Intion eingebracht. ln der Interpellation will« der Unterrichtsminister aufgeferdert, Max Brot) den Preis wieder abzuerkennen, well, sich dieser als Jude bekenne lind weil der Jury, die über die Zuerkennimg des Preises zu Entscheiden Hatte, zwei jüdische Mitglieder angehörten. Zur Nctmusgabe des Bodteiana-Katalqges. Eine wissenschaftliche Großtat, die nun schon sieben Jahrzehnte .überdauert hat, war der im fahre 1860 erschienene Katalog der hebräischen Abteilung der Oxforder Universitätsbibliothek, der berühmten Bodleiana, den Moritz Steinschneider, ein$r der größten Bibliographen aller Zelten und Sprachen,, verfaßt hatte. Seit Jahren vergriffen, kommt der «Catalogus librorum hebraeorum» im Antiquariat selten vor und' daton auch nur zu Preisen, die sogar für Bibliotheken fast unerschwinglich sind. Vor kurzem wurde ein Exemplar; für 8000 M. verkauft. 1 . ■* Es ist daher von seiten aller wissenschaftlich interessierten Judaisten und Orientalisten sehr zu begrüßen, daß der Welt-Verlag sich entschlossen hat, eirje unveränderte Neuausgabe ftir einen verhältnismäßig besChätSföiCR Preis herauszugeben. Die Subskription wird, wie der Verlag bekanntgibt, am 31. Jänner geschlossen. Bestellungen, sowohl auf das Werk als auch auf den aufschlußreichen Prospekt, nehmen alle Buchhandlungen entgegen, auch der Verlag selbst. (Adresse: Welt-Verlag, Berlin W 57, PallaiSstraße 10/11.) Ein neues Heft der «Freien Schriften», Im Verlag Ch. Brzoza, Warschau (Redaktion Dr. |. Steinberg, Berlin- Zehlendorf West, Forststraße 21 )„, ist soeben das 10. HER der «Freien Schritten für den jüdischen sozialistischen (äp* danken» erschienen.