Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 163 (12.2.1931)
- Date
- 1931-02-12
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 DIE STIMME Nr. 163 — 12. Februar 1031 . ..—...... .... Einheit der Kibbuzbewegung ist aus demselben Grunde noch nicht verwirklicht worden. Der Techeleth-Lawan sieht ifli Kibbuz Meuchad und der palästinensischen Vereinigten Arbeiterpartei den Willen zur Vereinigung aller Arbeiter Palästinas zum Zwecke der Verwirklichung des zionistischsozialistischen Oedankens. Er lehnt daher entschieden jeden Versuch der Spaltung der palästinensischen Arbeiterbewegung ab und glaubt, daß nur die politische und kibbuzische Einheit der Arbeiter Erez-Israels jeden antizionistischen und »eaktionären Angriff auf unser Werk abzuwehren und den Aufbau der jüdischen Arbeitergesellschaft zu gewährleisten vermag. Der Techeleth-Lawan sieht in der ttlstadruth Olamith schel noar zophichaluzi Haschomer Hazair (Scout- und Chaluzweltorganisation Haschomer Hazair) eine gleichgerichtete ideologische Tendenz und Erziehungsauffassung. Diese Organisation, die sich nach der Spaltungskonferenz des früher einheitlichen Haschomer Hazair in Vrutky /on diesem loslöste, baut ihre Schomerldbbuzim im Rahmen des Kibbuz Meuchad auf, erzieht ihre Mitglieder im Geiste der gesellschaftlichen und politischen Auffassung, die der Arbeiterpartei zugrundeliegt, ohne sie zur persönlichen Mitgliedschaft in dieser zu verpflichten; sie verbindet in ihrer Erziehungstätigkeit das System des jüdischen Pfadfindertums mit der Forderung nach maximaler chaluzischer Verwirklichung. Der Führertag des Techeleth-Lawan beschloß daher mit überwiegender Mehrheit (37:5), sich dieser Weltorganisation auf Grundlage eines einjährigen Hospiziums anzusch'ießen. Nach Ablauf dieses Jahres bedarf die weitere definitive Zugehörigkeit eines neuerlichen Beschlusses. Der Führertag behandelte ferner ausführlich das Erziehungsprogramm fü||die nächste Zeit, sowie organisatorische Fragen. ch. h. Aus der Haschomer Hazalr- Bewegung W!r erhalten folgende Zuschrift: An die Redaktion der «Stimme» Wien. Wir bitten um Veröffentlichung folgender Zeilen: «Die Kwuzah «Sarid» (früher auch Bibrachah genannt) hat in den letzten Tagen beschlossen, dem Kibbuz Arzi des «Haschomer Hazair» beizutreten. Bei der Abstimmung waren fast alle Chawerim (von 36 Stimmen 33 dafür) für den Anschluß an den Haschomer Hazair. Die Kwuzah ist schon seit 4 Jahren im Emek angesiedelt und besteht meist aus Menschen, die vor ungefähr 9 Jahren nach Erez kamen und dem tschechoslowakischen <Blau-Weiß» angehörten. Wir hoffen, daß dadurch die Beziehungen des Haschomer Hazair zur westlichen Jugend wesentlich gestärkt und vertieft werden.* Deutsches Sekretariat des Haschomer Hazair, Ber.in NW. 40, Thomasiusstr. 4. fäätselecfte der Stimme der Jugend TJmstellrätsel Palme, rot, Rune, Linse, Chinese, Samt, sagen, gerne, einst, fahre, Bande, Adel, Diele. Die Buchstaben der einzelnen Wörter sind in der Weise untereinander zu vertauschen, daß neue Wörter entstehen. Die Anfangsbuchstaben dieser neuen Wörter ergeben den Vor- und Zunamen eines verstorbenen zionistischen Führers. E. H. Manisches Quadrat 1 2 ft 4 1 2 8 4 1. Bibi. Figur, weibJ. 2. Verbannungsort Napoleons. 3. Bibi. Figur, männl. 4. lirasfaser. Die Buchstaben A, A, A, A, B, B, E, E, E, H, H, L, L, L, L, M sind so in die Figur einzuordnen, daß die Wörter waagrecht und senkrecht vier Wörter obenstehender Bedeutung ergeben. E. H. Scharade Mit K verbind Ich Land und Land, Bin dir mit B als Turm bekannt, Der einst, in fernen Zeiten, stand, Mit 0 nimmst mittags mich zur Hand, Entstamm‘ mit F dem Märchenland. E. H, Für die richtige Lösung der drei Rätsel setzen wir drei Preise aus, und zwar sehr schöne Keren-Kajemeth-Splele» die euch sicher sehr viel Freude bereiten werden. Außerdem gelangen drei kleine Märchenbücher als Trostpreise zur Verteilung. Pie Lösungen müssen unter Beifügung des Kupons ila bis zum 23. Februar eingesendet werden. Stete xionistisefre Stibüne Uberparteilichkeit des Zionismus Von S. Picker Es ist nicht die Linie des geringsten Widerstandes, welche die Verwerfung einer landespoiitischen Stellungnahme in Oesterreich gebietet; es sind nicht Bequemiichkeitsrücksichten, die etwa ein Abweichen, einen Rückzug, ratsam erscheinen lassen. Der Zionismus ist im Kampfe geboren und im Kampfe für seine Durchringurtg immer nur gestählt worden. So würden die Zionisten keinen Kampf scheuen, der den Zielen des Zionismus nur irgendwie gälte. Was aber ein aktives Eingreifen des Zionismus in die Politik des österreichischen Bundes und der Gemeinde Wien jetzt bedeuten würde, das wäre a priori gar keine zionistische Tat, weder eine unmittelbare noch eine mittelbare. Und weil eine politische Betätigung in Oesterreich gar nicht zionistisch oder national-jüdisch sein kann, so wäre es nachgerade unzionistisch, wenn sie von verantwortlicher Stelle inauguriert würde, weil hierdurch die zionistischen Kräfte vergeudet und nur abgelenkt würden. Zionistische oder nationaljüdische Postulate im Bund und Land aufstellen, heißt sie alljüdisch gestalten. Dies geht nur im Rahmen der innerjüdischen Zwangsvertretung, der der jüdischen Oemeinde, die nach Mehrheitsbeschlüssen handelt. Diese Besch üsse zu beeinflussen, ist Sache der Zionisten. Alljüdische Interessen im Parlament und Getneinderat geichmäßig repräsentieren, ist jedoch jetzt ebenso wenig denkbar, wie etwa in der Handelskammer oder in der Arbeiterkammer und dergt. Die Interessen der Juden im Lande gehen nun doch einmal auseinander, möge man die Diskrepanz eine soziale, wirtschaftspolitische oder wie immer nennen. Mag der Jude allüberall das Schicksal des Bedrängten und Bedrückten mit all seinen Volksgenossen teilen, Über eine Tatsache läßt sich dennoch nicht hinweggehen: die Lebensinteressen sind zwischen Juden und Juden, ja mitunter auch unter engsten zionistischen Arbeitsgenossen, sehr verschieden. Dies ist es gerade, was für die Erhabenheit und das Ueberpersönfiche der zionfstischen fdee zeugt, und was durchaus für den allgemeinen Zionismus spricht: die Idee umschlingt förmlich Millionen! Ein Melchett und eine Mrs. Snowden können Hand in Hand gehen, mitunter auch ein Wedgwood und ein Jabot:nsky. Im Galuthleben jedoch, wie auch im Leben im jüdischen Nationalheim — sobald es nur um Leben geht, — stoßen die Interessen aufeinander. Der jüdische Wähler in Wien hat es uns zur Genüge gezeigt, wohin man kommt, wenn man ihm ein fiktives jüdisches Votum zumuteti ein jüdisches Bekenntnis anläßlich einer Wahl, die er mit Jüdischem in gar keinen Zusammenhang zu bringen vermag. Man tut indes dem jüdischen Wähler Unrecht, wenn man ihm da«rob des sattsam bekannten Verrates zeiht und seine diesbezügliche Steilung mit der sonst tatsächlich bestehenden Verfallserscheinung unseres hiesigen Judentums erklären will. Waren ja im Westen bis jetzt — abgesehen von der Tschechoslowakei mit den dortigen besonderen Nationalitätenverhältnissen — die Wiener Zionisten die einzigen, welche ein spezifisch-jüdisches Votum bei politischen Wahlen konstruieren wollten. Es wird schon seine Gründe haben, wenn man namentlich in New York mit seinen über zwei Millionen Juden, die ein Drittel der allgemeinen Bevölkerungszahl weit überschreiten, eine jüdische politische Partei nicht kennt, oder wenn auch in Berlin an eine solche niemals g«t dacht wurde. Würde nun die Vereinheitlichung jüdischer Stimme* einem Bekenntnis zur nationalen Einheit gicichkommen, so müßte man in logischer Folgerung den anderen Zionisten des Westens deren zionistische Echtheit absprechen. Wir haben nichtsdestoweniger gesehen und die Zeit hat uns schließlich belehrt, daß die Landespolitik mit nationalem Bekenntnis gar nicht zu identifizieren ist. Wohl aber wurde an dem Zionismus hierzulande gesündigt, indem man eine vermeintlich zionistische Landespolitik heiliggesprochen hatte und hierdurch deren Gegner dem Zionismus abspenstig machte. Freund lind Feind identifizierten diese Politik mit dem Zionismus selber und konstruierten aus diesem eine politische Partei im landläufigen Sinne. Der Zionismus wurde so seiner Berufung, hoch über den Parteien zu stehen, entk'eidet, in ein fremdes Gebiet hineingezerrt, vielleicht zum Schlüsse zu einer bedeutungslosen Klassenpartei degradiert, deren vernehmlichste Eigenschaft es war, nichts ausrichten zu können. Wenn mithin eine landespolltische Neutralisierung des österreichischen Zionismus befürwortet wird, so ist es ein Absurdum, wenn jemand hieraus irgendeine Abdikation auf den nationalen Gehalt des Zionismus, auf seine politische Grundlage, deduzieren will. Es ist vielmehr eine Rückkehr zum eigentlichen nationalen Dienst des a'le Juden umfassenden, interterritorialen Zionismus, eine Einkehrin diewahre politische Sphäre des W e 11 j u d e n t u m s. Ais Partei war die Landesorganisation den Juden gegenübergestanden, die anderen Parteien, wenn man will: einer anderen großen Partei üefo'gschaft leisteten, aus welchen Gründen immer. Als überparteiliche Organisation wird der Zionismus großen Massen ersch ossen, die in ihm das hehre Ziel, die höhere nationale Aufgabe des Volkes in der Diaspora, gegeben durch ein alle umspannendes Band, erblicken müssen. Das wahre jüdische Bekenntnis liegt in der Entrichtung der Schekel, der Fondsbeiträge, in einem gewissen Sinne auch schon in der betont positiven Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinde. Ein konsequentes jüdisches Bekenntnis fordertaberzurjüdischenTatheraust Zionistische Repräsentanten im Parament oder in der Gemeinde würden die fortschreitende Assimilation, die auch die Zionisten und unsere Ostjuden in ihren Fangarmen erdrückt, nicht hintanhalten. Ein Bekenntnis der Tat indes: eine innerjüdische Einkehr, eine religiös nationale Erziehung, eine Rückkehr zur alt jüdischen rcliglö - nationalen Lebensethik, dies ist die national« Gaiutharbeit, die uns nottutl Andererseits ist die politische Grundlage des Zionismus ja auch ganz anderwärts gelegen, als im österreichischen politischen «Konzert». Unsere politische Grundlage im höheren weltpolitischen Sinne kann eben nur durch unsere innere Stärke fundiert werden. Um diese in die Wege zu leiten, muß die Organisation gestärkt und deren Rahmen erweitert werden. Die endgültige Inhibierung der österreichischen Landespolitik aus der Organisation muß die Bahn ebnen für Massen, die vom hiesigen Zionismus sozusagen aufs Pflaster gesetzt und obendrein als Abtrünnige, als Verräter des Volkes, stigmatisiert wurden. Der Zionismus begibt sich mit dem Aufgeben der Kandidaturenpolitik nicht um ein Jota seines nationalen politischen Gehaltes. Er merzt vielmehr einen Fremdkörper aus, damit er sich seines Vollgehaltes um so stärker bewußt werde. In aller Kürze In Washington wurde im jüdischen Gemeindehaus eine bronzene Gedenktafel für Louis Marshall enthüllt. * Königin Maria von Jugoslawien besuchte kürzlich das jüdische Altersheim in Zagreb und bedachte es mit einer ansehnlichen Spende. « Kommerzienrat Qerspn Simon, der frühere Präsident der jüdischen Gemeinde in Berlin, ist gestorben. ♦ Das Verordnungsblatt der englischen Regierung veröffentlicht die königliche Genehmigung der Ernennung des ehemaligen Mitgliedes der zionistischen Exekutive Van Vriesland zum holländischen Generalkonsul in Jerusalem, * Bei der furchtbaren Katastrophe am Trödlermarkt in Budapest, die durch Explosion einer Handgranate verursacht wurde, kamen auch vier Juden ums Leben. Mehrere Juden wurden verwundet Dem berühmten Chirurgen und Professor der Ethnologie an der Londoner Universität Charles Gabriel Seligmann wurde die Annanda «-Erinnerungsmedaille für anthropologische Forschungen in Asien verliehen. * Bei einer Keren Hajessod-Versammlung in Novisad (Banat) hielt der serbisch-orthodoxe Bischof Dr. Ciric eine zionistenfreundUche Rede. * Die jüdischen Arbeiter, die wegen der Unruhen in Nes Ziona, Palästina, zu je einem Monat Gefängnis verurteilt Wörden sind, haben gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. In der letzten Sitzung der päpstlichen wissenschaftlichen Akademie hat der junge jüdische Gelehrte Dr. Monrigliani einen Vortrag Uber das Thema «Antisemitismus in Alexandrien im Zeitalter Philos» gehalten. * Nach soeben veröffentlichten Zahlen leben in Prag 35.463 Juden gegen 31.751 im Jahre 1921. * Die seit einiger Zeit in Genf betriebene antisemitisch« Agitation beginnt nun auch auf andere Städte der französischen Schweiz überzugreifen. Gegen die Kalenderreform Warschau, 3. Februar (J. T, A.). Unter dem: Vorsitz des Gemeindepräsidenten Farbstein fand eine Sitzung der Repräsentanz der Jüdischen Gemeinde Warschau statt, in der beschlossen wurde, alle Gemeinden, Rabbiner und religiösen Organisationen aufzufordem, in jeder polnischen Stadt Komitees zur Sammlung von Unterschriften gegen die geplante, den Sabbath tangierende Kalenderreform zu bilden. Die Araber gegen die landwirtschaft« liehe Regierungskommission Jerusalem, 4. Februar (J. T. A.). Gegen die Zusammensetzung der landwirtschaftlichen Regierungskommission für Palästina wird nunmehr auch von arabischer Seite Einspruch erhoben. Die Araber beklagen es vor allem, daß vor der Zusammensetzung der Kommission nicht der Rat der arabischen Exekutive eingeholt wurde. Warum? Auf Grund der zweckmäßigen Zusammensetzung und der vorzüglichen Erfolge, weiche von namhaften Aerzten und in zahlreichen Kliniken und Krankenanstalten mit Togal erzielt wurden, hat Togal in kurzer Zeit allgemeine Anerkennung gefunden. Alte Urteile stimmen darin überein, daß Togal ein prompt wirkendes schmerzstillendes Mittel darstellt, das unübertroffen ist bei gichtischen, rheumatischen und nervösen Schmerzen, bei Schmerzen in den Gelepken und Gliedern, bei nervösen Zahnschmerzen und ferner bei Kopfschmerzen« * t