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Die Stimme · 1930-12-18 · Heft 156 (18.12.1930) · page 14

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 156 (18.12.1930)
Date
1930-12-18
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
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Seite 14 rttr effttut» tJfE o IIWWC Nr. 156 — 18. Dezember 1980 hann» unsere-große Makkabäer-Feier statt. Die Festrede hält Herr Proi. Dr Wilhelm Stein, Wien. Im künstlerischen Teil der Feier wirken Herr Walter Bach von den Städtischen Bühnen, Graz, und Herr Mediziner Josy Silberstein mit. Verband zionistischer Mittelschüler. Interner Chanukkah- Heimabend Samstag, den 20. Dezember tim 7 Uhr im großen Sani des Zionistischen Vereinsheims, II., Untere Augartenstraße 38. Vereinig ung der Absolventen (innen) des Hebräischen Pädagogiums, " H., Kleine Mohrengasse 3. Samstag, den 20. Dezember, pünktlich 7 Uhr abends, Versammlung aller Absoiventen(innen) und Hörer (innen). Verein zionistischer Hochschüler Z. P. Chajes. Der nächste Abend der hebräischen Arbeitsgemeinschaft findet Montag, den 22. d. M., pnnkt S Uhr, in unserem Heim (I., Jordangasse 7) unter Leitung des Herrn Prof. Kästenbaum statt. — Freitag, den 19. d. M. ist Heimabend. Der Vorstand des Maimonldes-Institutes hat in der am 14. d. M. stattgehabten Sitzung den einstimmigen Beschluß gefaßt, die bevorstehende Vermählung der Tochter seines verdienstvollen Leiters, Herrn Rabbiners Dr. Armand Kaminka, zu willkommenen Anlaß zu nehmen, diesem durch eine besondere offizielle Ehrung seine Anerkennung und Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen. Mlsrachi-Werbe-Versammungen. Samstag, den 20. d., um 8 Uhr abends, finden im Saale der zionistischen Bezirkssektion XX., Jägerstraße 30, und Sonntag, den 21. d., um 145 Uhr nachmittags, im Bethauslokale, II., Ennsgasse 17 (Prater) Misrachi-Werbeversammlungen statt Thema: «Die derzeitige Lage im Zionismus und im Misrachi». Redner: Herr AL D. Groß. Um zahlreiches Erscheinen wird höfl. ersucht. Haschomer Hadati, Wien, II., Praterstraße 11. Unser Bund veranstaltet am Samstag, den 20. d. M. in unserem Heime um Punkt 7 Uhr eine große Chanukkah-Feier mit einem sehr schönen Programm. Vorher, und zwar um 143 Uhr, findet eine Nesehef (Chanukkah-Essen) statt, zu dem nur Jungen und Mädchen Zutritt haben. Haschomer Hadali, Wien, XX.. Jägerstraße 30. (m Heime der Zionistischen Bezirkssektion XX findet am Sonntag, den 21. Dezember, urrt 5 Uhr, eine große Chanukkah-Feier statt. Chanukkah-Feier der zionistischen Frauengruppe Prater. Am Sonntag, den 14. Dezember fand die Chanukkah-Feier der zionistischen Frauengruppe Prater statt. Nach der Eröffnung durch Frau N. Windschauer zündete Herr Oberkantor Wehrmann die Kerzen an und sang das Mous-Zur unter Musikbegleitung. Herr Aron Schwertfinger hielt die Festrede. Herr Schwyer amüsierte das Pub’ikum mit seinen jüdischen Vorlesungen und Herr Oppermann mit dem Vorspielen jüdischer Lieder. Herr Dr. R. Ladenheim brachte ein hebräisches Gedicht zum Vortrage. Hebräisch jüdische Lieder sang Herr Krybus aus Palästina. Nach drei angenehmen Stunden schloß die schön arrangierte Feier Frau N. Windschauer mit einem Appell an die erschienenen Frauen, sich der Frauengruppe anzuschließen und amr Aufbau Palästinas mitzuhelfen. An das religiös-nationale Judentum in Oesterreich! Dereinst, als der jüdische Sfaat noch existierte, als das jüdische Heiligtum in seiner Herrlichkeit erstrahlte, war ein Monat (Adar) als Schekelmonat proklamiert worden. Noch ist das Heiligtum nicht wieder aufgebaut, noch ist der jüdische Staat nicht wieder aufgerichtet, aber wir befinden uns auf dem Wege, der mit Hilfe des Allmächtigen früher oder später zu diesem Ziele führen muß. Und von diesem Wege, der uns vom Allmächtigen vorgezdehnet ist werden uns weder der Neid verblendeter Nachbarn noch diplomatische Ränke einer kurzsichtigen Regierung abbringen. Und dieser heilige Weg ist nach der gegenwärtigen Sachlage durch den Schekel als Zeichen der Zugehörigkeit zu der großen Zionistischen Organisation gekennzeichnet. Gerade wir, die wir tagtäglich in Gebeten und in der Erfüllung der Thoragebete an Zion gemahnt werden, an Zion denken, sollen in diesen vorübergehend schweren Zeiten kräftiger als sonst unser Bekenntnis zu Ziön mutig und offen ablegen, und zwar vor allem durch Erwerb des Schekels. Der bevorstehende XVIL Kongreß wird ein schicksalsschwerer, in einem gewissen Sinne entscheidender Kongreß sein und vor dem wichtigen Forum dieses Kongresses soll die Stimme des traditionstreuen nationalen Judentums vernehmbarer als zuvor ertönen. Darum, ihr religiös-nationalen Juden und Jüdinnen, benützet die noch zur Verfügung stehende kurze Zeit und beeilet Euch, den Schekel zu erwerben. * Schekalim sind ln unserem Bureau (II., Heinestraße 15, Hotel Nord) täglich zwischen 6 bis 8 Uhr abends erhältlich und können auch dort verrechnet werden. Das von der Misrachi-Weltzentrale eingesetzte Misrachi-Komitee f. Oesterreich. | An die Leser f I der „Stimme“! | 8 Werbet für uns Abonnenten c | Wer für uns zehn neue Abonnenten akquiriert t <> und gleichzeitig die Abonnementgebühren für ein * a halbes Jahr (S 80.—) einsendet, bekommt von v 9 uns Bücher im Werte von S 9—; wer uns * g fünf neue Abonnenten unter gleichzeitiger lieber- ) : S mittlung von S 40.— bringt, erhält Bücher im x Werte von S 4.—. | Werbet für uns Abonnenten! ■ WOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOCiöci Die Stern-Mädchenschule feiert den Krampus! Wir haben bereits mehrfach den Unfug besprochen, daß in den städtischen Schulen, in denen sich doch ein großer Prozentsatz jüdischer Kinder befindet, durch zwei Monate hindurch von nichts anderem als von den christlichen Weihnachten gesprochen wird, sowie Nikolo- und Krampusfeiern veranstaltet werden. Wie wir nun erfahren, hat, diesem «pädagogischen» Beispiel folgend, vor einigen Tagen auch die «Privatmädchenschule Stern» in der Werdertorgasse während der Unterrichtsstunden eine Krampusfeier veranstaltet, was um so empörender wirken muß, als sowohl die Eigentümerin, wie auch die Lehrerinnen Jüdinnen sind und diese Schule zumindest zu achtzig Prozent von jüdischen Kindern frequentiert wird. Wie wäre es mit einer Chanukkah-Feier? An die jüdische Bevölkerung Wiens! Das starke Bildungsbedürfnis Innerhalb weiter Kreise der jüdischen Bevölkerung hat eine Reihe von Menschen aus der Mitte der jüdischen Jugend bestimmt, einem empfindlichen Mangel abzuhelfen und einen Jüdischen Volksbildungsverein. zu gründen, der der Wiener jüdischen Bevölkerung die Möglichkeit geben soll, sich sowohl allgemeines Wissen als auch jüdische Bildung in gemeinschaftlichem Studium mit Glaubens- und Volksgenossen anzueignen. Jugendlichen und Erwachsenen, denen die öffentlichen Lehranstalten und die anderen Bildungsmöglichkeiten verschlossen sind, soll Gelegenheit geboten werden zur Erweiterung und Vertiefung ihrer Kenntnisse, zum Nachholen des Versäumten. Diesem Ziele soll ein reichhaltiges Bildungsprogramm dienen, welches Ujiterrichlskurse, volksbildnerische Vorträge, Führungen, Lehrausflüge, künstle: ische und literarische Veranstaltungen etc. enthalten wird. Der Unterricht wird wissenschaftliche Kurse, Literatur- und Sprachkurse unter besonderer Berücksichtigung der hebräischen Literatur und Sprache, ferner Musikkurse, Kunstfertigkeit und Kunstübung etc. umfassen* ln Fachgruppen und Sektionen wird Gelegenheit geboten werden, das in den Unterrichtskursen angeeignete Wissen zu verwerten und zu erweitern. Eine Vereinsbüclierei wird den Kursteilnehmern die erforderlichen Lehrbücher gegen einen kleinen Beitrag zur Verfügung stellen. Sektionen für Geselligkeit, Sport und Körperkultur werden Unterhaltungsabende, gesellige Veranstaltungen, Akademien u. dgl. veranstalten und die Pflege von Sport, Gymnastik und Wanderungen leiten. Der Jüdische Volksbildungsverein sqU nicht nur eine Stätte des Lernens und der ernsten Forschung sein, sondern auch ein behagliches Heim und ein sicherer Hort für die jüdische Jugend. Um allen jenen, die das Bildungsbedürfnis in sich fühlen, die Teilnahme an dem Segen dieser Volksbildungs- Institution zu ermöglichen, werden die Beitrittsgebühreil und Mitgliedsbeiträge möglichst gering gehalten sein- Ermutigt durch die zuvorkommende Unterstützung durch eine Reihe der hervorragendsten Vertreter der Wissenschaft und des Wiener jüdischen Geisteslebens und im Vertrauen auf die materielle Unterstützung und Förderung seitens ver. ständnisvoller jüdischer Körperschaften und Einzelpersonen, sind die Gründer dieser Institution voll Zuversicht für das Gelingen ihrer guten Bache. An alle Angehörigen der Wiener jüdischen Bevölkerung ergeht der Ruf, dem Verein als Mitglieder beizutreten und sich zum Besuch der Unterrjchtskur^e und PildungsveranstaJtungcn anzumelden. Sie alle mögen durch Teilnahme an der Bildungsarbeit dazu beitragen, daß der Jüdische Volksbildungsverein das werde, was er werden will: eine Stätte der jüdischen Kultur, der Lehre und der Bildung. Anmeldungen werden jeden Montag und Donnerstag, von 7 bis 9 Uhr abends, im provisorischen Sekretariat: Wien, 1L, Tcborstraße 31 A, entgegengßnommen, wo auch Auskünfte erteilt werden. Jüdischer Valk4biidy?igsvercin für die Leitung: Wilhelm Jäger m. p. Nathan Tuchmann m. p. llire Unterstützung und Mitwirkung haben in Aussicht gestellt: Hofrat Prof- Dr. S. Frankfurter, Direktor a. D. der Univeiv'lätsbibliothok; Dr. Wilhelm Kellner, Direktor de* Chajes-Realgvmnaslums; Dr. Samuel Kraus?, Prof, an der Israel. Theolog. Lehranstalt; Primarius Dr. Isak Robinsohn; Felix Salten; und eine Reihe anderer prominenter Persönlichkeiten. Konstituierende Generalversammlung des Kähmen* verbandes polnisch-jüdischer Landsmannschaften in Wien Samstag, den 20. Dezember, 8 Uhr abends, findet im Lokal der Stanislauer, Wien, II., Praterstraße 11, die konstituierende Generalversammlung des Rahmenverbandes der polnisch-jüdischen Landsmannschaften, Wohltätigkeits- und Bethausvereine, statt. Alle diejenigen Vereine, die aus irgendwelchen Gründen die briefliche Einladung zu dieser Generalversammlung nicht erhalten haben, werden auf diesem Wege ersucht, zu dieser Generalversammlung je zwei Delegierte zu entsenden. Der Jisclnm Ist zuversichtlich Ein Leser schickt uns einen Brief aus Palästina ein, den wir in Auszügen bringen. «Schalom, mein lieber Sohn! ... ob wir verzweifeln? Gott behüte, wir hegen hier die schönsten Hoffnungen. Eben werden großzügige Bauarbeiten von Wohnungen für Arbeiter und Kleinkaufleute in Angriff genommen. Jedes Haus mit genügend Platz für Gemüsebau und Geflügelzucht (auf dem Boden des Keren Kajemeth) geht nach 14 Jahren ins Privateigentum Über, wenn monatlich 175 Grüsch entrichtet werden. Ebenso wird sehr viel in Hadar-Hakarmel gebaut. ... Wir, der Jischuw, politisieren nicht viel, dieses Geschäft überlassen wir den hierzu Berufenen. Wie sind bemüht, festen Fuß im Lande zu fassen. Die Araber werden uns schon den Boden verkaufen, wenn nur unsere Fonds über genügend Mittel verfügen ... ... Ich bin nicht hundertprozentig mit Deiner Klage über das perfide Albion einverstanden. Erstens ist nicht das englische Volk, sondern die derzeitige englische Regierung verantwortlich. Regierungen kommen ans Ruder und verschwinden. Wir, das ewige Volk, haben schon ganz andere Regierungen überlebt; und zweitens beschuldige ich auch das jüdische Volk. Ein Siebzehnmillionenvolk — wo ist es? Zwölf Jahre Deklaration vermochten noch nicht 1 Prozent unseres Volkes ins Land zu bringen. Das sind Dinge, die erworben werden müssen, wenn nicht mit dem Schwerte, so doch mit der Kelle, mit dem Geiste und — mit viel, sehr viel Geld. An den ägyptischen Fleischtöpfen sitzen und, wenn ein Unrecht uns geschieht, protestieren und sich sagen «nun habe ich meine Pflicht erfüllt» — nein, so wird keine Heimat auf gebaut 1 Ein Volk, das keinen Boden unter den Füßen hat, muß sehr große Opfer bringen. Wären wir mindestens dreihunderttausend Juden im Lande, hätten wir noch hundert Kolonien im Emek und in Saron —, die Engländer würden uns nicht wie Schachfiguren behandeln und die Araber würden schweigen, wie die Hunde in der Nacht dos Auszuges aus Mizrajim. Leider wurde an so manches nicht rechtzeitig gedacht Wir haben vieles versäumt, aber noch nicht alles verloren. Wenn unser Volk noch jetzt, in zwölfter Stunde, aus der Lethargie erwacht, die Lage erfaßt und die erforderlichen Opfer bringt, kann noch vieles für unsere Ehre und unser Land geschehen... Ein Forscher bettelt für seine Idee. Während George H, Wjlkins seinen Vorstoß zum Nordpol im Unterseeboot vorbereitet, legt der alte Leipziger Verlag F, A. Brockhaus das Buch des Forschers über seine berühmten Folflüge vor: «Eismeerflug* (mit 24 Abbildungen und 1 Karte- Halb!. RM. 2-80, Ganz!. RM- 3-50). Der erste Eindruck, den man aus diesem Band gewinnt, ist der einer außarordent ichen Abenteuerlichkeit. Eine Gefahr jagt fast die nächste, ein ver* derbenbergender Zwischenfall reiht sich an den anderen, eine unliebsame Überraschung folgt unmittelbar der kaum überstandenen. Die Wilkinschen Flüge sind vor allem als wegbahnende, Zukunft weisende Taten wertvoll. Sie haben ber wiesen, daß es möglich ist, im Flugzeug im Polargebiet nach der Magnetnadel Kurs zu halten, selbst wenn der Kurs um die halbe Weltkugel führt. Diese Erfahrung erst macht die bevorstehenden arktischen Luftverkehrslinien überhaupt mögixh Darum wird man immer wieder das Buch des tapferen Australiers lesen, der als erster in einem schwachen kleinen Flugzeug 3500 km der arktischen Schnee- und Eiswiiste fiherquerte, wovon 2100 km noch nje eines Menschen Auge erblickte. r. b. Andrdes Vermächtnis. Am 11. Juli 1897 kappte Andräe die Haltetaue seines Freiballons «Adler» und verschwand mit meinen Gefährten Strindbcrg und Fraenke! über dem ewigen Eis des poiarmeeres. 33 Jahre blieb die Welt im Ungewissen, wann und wo der weiße Tod die drei Luftschiffer erreicht hatte. Ihr Todeslager auf Vitö entdeckte ipi Sontmsr 1930! eine norwegische Expedition zufällig. In eine Strickjacke und j Stiefelheu eingewickelt, fanden sich auch Andrees Tagebücher, ebenso Aufze'ehnungen Strindbergs und Fraönkete. Alles konnte vollständig entziffert werden. Diese Niederschriften geben eine anschauliche Schilderung von dem Verlauf der ganzen Expedifon vom Aufstieg des «Ad'ers» bis zu den Tagen vor dem furchtbaren Ende. Sie sind allein enthalten in dem soeben erschienenen Originalbtich der Expedition: 8 A. Andree, «Dem Pol entgegen» (122 Bilder, 5 Karj len; Prf'« M. ll.r-A r. s. Togal-Tab'etten sind ein rasch uiul ausgezeichnet wirkendes Mittel bei rheumatischen, gicljtischen und nörvösen Schmerzen und Kopfschmerzen. Die große Beliebtheit des Togal beruht auf den vielen ausgezeichneten Erfolgen, die zahlreiche Aerzfe und Kliniken damit erzielten. Togal ist stark harnsäundösesnd und geht dahqr direkt zur Wurzel des Uebc:J§. Der beruhigende Effekt des Togal macht es auch wertvoll gegen Schlaflosigkeit. Seltenste* Euren Kindern zu Chonuhkata m■■ ■bviiwbii«)&<;■ w§*twawt Erhältlich beim KEREN KAJEMETH, Wien, I., Kärninerstr. 28, Tel. R 27-3-20

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