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Die Stimme · 1930-12-18 · Heft 156 (18.12.1930) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 156 (18.12.1930)
Date
1930-12-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Unsere V. b. b. Ist 10 Selten storH Preis 35 Coupon % für den RlTSBLWETT- BEWERB_ -stiiTmi“ un& Abonaemeatpreteo: Für Oesterreich: Monfttl 8 1.60. viertelj.' 8 4.20' ganzj. 8 16-- / Deutschland:. Monatl. U old mark 1.—. rlertelj Gold mark 3.— > Tschechoalowakei: Monatlich Ke T.—, rtertelj Ke 19.- Jugoslawien: Monatlich Dinar U.— rlertcUShrllch Dinar 40.-^ Jüdisdke Zeitung •; Craoticissl jedtea» OoMiieruloiS ^lotfaftllen und Adiminisiwumtion: Wtew.!>, JfflfnlnCTgfaqggc 20 — dcteyfkon 09 27-#-00 polon: Monatl. Zloty 2.30, viertclj. Zloty 0.50 Ungarn: Monatl. Pengö 1.60. rlertelj. Pengö «.30 Rumänien: Monatl. Lei 46.—. viertelj.Lell3&.— Bulgarien; Monatl. Lewa 30.—. riertelj. Lewa 80.- Belgien: Mooatl. Belga S.—, rlertelj. Belga B.— Üebrigea Ausland: Monatl. Schweizer Franken IJ 3. Jahrgang Wien, Donnerstag, 18. Dezember 1930 (28. Kislew 5691) Nummer 156 Unsere heutige (Chanukkah)-Nummer ist 16 Feiten stark. Die nächste Nummer unseres Blattfes erscheint infolge der auf Donnerstag , und Freitag der kommenden Woche fallenden gesetzlichen Feiertage erst am 28. d. M. mit dem Datum vom 29. Dezember. Diese Numiiier wird ebenfalls . 16 Seiten stark sein. . „Die Stimme“. Zionistenkomjreß am 24. Februar in Karlsbad London, 12. Dezember. (J. T. A;) Die .Exekutive der Zionistischen Organisation hat beschlossen, den XVII. Zionistenkongreß für den 24. Februar 1931 nach Karlsbad einzuberüfen. Dem Kongreß wird sieh wahrscheinlich die 2. Tagung des Council der Jewish Agency unmittelbar anschließen. .; London, 12. Dezember. (J. T. Ä.) Wie das Zentralburean der . Zionistisoheu! Weltorganisation mitteilt, wurden von der Zionistischen Exekutive 1,100.000 Schekelquittungen an die zionistischen LandesUmter in 56 Ländern überwiesen. Die Zionistische Organisation Amerikas hat 250.000, die Kongreßpolens 100.000, die Östgaliziens 50.000, Westgaliriens 30.000, Palästinas 40.000 Scliekalim zum Verkauf übernommen. Vor Pogromen in Deutschland? Berlin. (J.’T. A.) Die der kommunistischen Partei nahestehende «Welt am Abend», deren Meldungen allerdings mit Vorsicht aufzunehmen sind, läßt sich unter der Ueberschriit «Judenpogrome in Sicht» aus München* 11. Dezember, berichten: «Vor etwa 14 Tagen fand in der Münchener Parteizentrale der NSDAP, eine vertrauliche Kon- {ferenz statt, die sich mit der gespannten Lage innerhalb der Nationalsozialistischen Partei befaßte. Die Führer waren allgemein der Ansicht, daß den, Sturmabteilungen, denen die Regierungsübernahme nfcht schnell genug vor sich gehe, Gelegenheit gegeben werden müsse, ihre Erregung zu äußern. Es wurden bestimmte Anweisungen an die einzelnen Gauleiter gegeben, den Zorn der Sturmabteilungen auf die Juden abzutenkep und etwaigen Pogromen nicht nur keine Schwierigkeiten in den Weg zu legen, sondern sie sogar als geeignetes Ab-; lenkungsmanöver ausdrücklich zu unterstützen. Den Gauleitungen ist daher der Auftrag erteilt worden, die zuverlässigsten und erprobtesten Mitglieder der Sturmabteilungen für die Pogrome einzusetzen, damit die Parteileitung für den Fäll von Verhaftungen Gewähr dafür hat, daß die Verhafteten vor Gericht nicht verraten, daß sie im parteiamtlichen Auftrag gehandelt haben. OBoaoaqaBoaoBOBOBOBoaoBcpao | Eisen & HOnigsber | *hm Peinwurstu. SelchwarenFabrik *nso 2 0 Wien. U.. Haiegaue Nr. s 0 2 Fefmrst- und SslGhwa'en'Ilestaurinit 2 0 Vorzüglicher Mittag- und Abendtisch 0 " Wien, ll,, PrdterstraQe 33 g oarppipi|icpapaoaoaoaoaoBoaöao; Unruhen in Rumänien bi Bukarest werden in jüdischen Wohnungen und Geschäfte!* die Scheiben eipgeschlagen, in Klausenburg wird eine Synagoge geschändet Bukarest, 11. Dezember. (J, T.-A.) Die Befürchtungen, mit denen man in jüdischen Kreisen dem 8, Jahrestage der Gründung der antisemitischen Studerltenirgä eh'tgegensäh, haben sich als nicht ganz’ berechtigt erwiesen, der Tag ist aber auch nicht ohne Ruhestörungen verlaufen. In Bukarest veranstalteten dje antisemitischen Studenten im Verlaufe des Tages fnehrete Straßendemonstrationen, ohne daß jedoch ein henpens.werteriSch^de verursacht wurde j; Etwa 10Q Stiiifeliten, -die eine Kundgebung zu veranstalten versuchten, würden von der Pölizei. sofort auseitiandergetrieben. . Am Abend, wiederholten sich die, Demonstrationen, wobei Versuche, jüdische Gescftäftslädeh zu devastiereh, von der Polizei verhindert Wurden. Nach Mitternacht aber gelang es größeren Gruppen von Studenten, in. ein hauptsächlich von Juden bewohntes Viertel einzudringen. ► Zur1 schenkt Seide nur von BREIT Wien, I.. Herrengasse Nr. 2 (tele Niciiglerplitz) Qualitätswaren zu Fabrikspreisen Chanukkah Okkasion! Prachtvolle Halstücher in Riesenanswahl Autobus IU, 4, 6, 9 Jim dem Jntiialt Gefahren der „goldenen Mitte". Von Dr. Abraham Insler. Emek and Weißbuch, Von E. M. Zweig. Bfitzbilder ans Erez Israel. Von Michael. Lemberg noch in unserem Besitz. Von Z. F. , Finkeis teia. Rabbi Pinchas halevi isch Horowitz. Von Josua Horowitz. Der jüdische Löwe. Von Dr. Sem Wolf. Avigdor Hameiri „Jeruschalajini“ (Gedieht). Zwei Kurzgeschichten. Von G. Schoffmanu. Saloniki, das Zentrum der Scphardim. Von Dr. Markus, Ehrenpreis. Judentum und Kriminal HiU. Von Dr. Frost. Das neue Bodengesetz für Palästina. Von Bardeni. Verhandlungen mit der britischen Regierung. War Columhus Jude? Paradoxa in der jüdischen Geschichte. Der Sabbatb müßte wandern. „Sintflut“ hei den Wilnaern. . Amerikanischer Antisemitismus. Lord Lloyds Bolschewiken!urchL UsW./ nsw« ■' Einstein in New York . New York, 14. Dezember (J. T. Ai). Im Rathause yon New York fand zu Ehren Professor Albert Einsteins eine offizielle Begrüßungsfeier statt, die ungemein eindrucksvoll verlief. Einstein wurde dem New Yorker Bürgermeister James Walker durch den Rektor der Columbia-Universität Professor Doktor Murray Butler vorgestellt. Prof. Butler hielt als Vorsitzender des von Walker ernannten Empfangskomftees eine Ansprache, in der er Einstein als König im Reiche des Geistes feierte. Vor dem Rathaus staute sich eine riesige Menschenmenge, die Einstein hei seinem Erscheinen lebhaft akklamierte. . Eine zionistische Delegation unter Führung des gegenwärtig in Amerika weilenden Leiters des Jüdischen Natipnalfonds M. M. Ussischkin überreichte Einstein feierlich das Diplom der Eintragung seines Namens in das Goldene Buch des Keren Kajemeth,;; " Am Abend sprach Einstein im New Yorker Radio. Er nahm auch.zu der augenblicklichen Lage im Zionismus Stellung und erklärte, die Kritik der Juden an gewissen Maßnahmen; der britischen amtlichen Stellen zeuge von dem Lebenswillen des jücßschen Volkes. Notwendig sei aber auch, daß die Juden Palästinas ihr besonderes Augenmerk der Ausgestaltung ihrer Beziehungen zu den Arabern zuwenden, damit das gespannte Verhältnis zwischen den beiden Palästina bewohnenden Nationen, das zum Anlaß feindseliger Maßnahmen gegen die Juden genommen werden könnte, in Zukunft vermieden werde. Schon bei seiner Ankunft im Hafen von New York sprach Einstein, nachdem er durch den deutschen Generalskonsul von Lewinsky begrüßt worden war, eineu Rundfunkgruß an das amerikanische Volk in deutscher Sprache, der von seiner Gattin, Frau Elsa Einstein, ebenfalls im Rundfunk ins Englische übertragen wurde. Einstein wies auf das amerikanische Gemeinschaftsgefühl hin, bekundete seinen festen Glauben an eine internationale Gemeinschaft aller Völker und sagt: In diesem Lahde ruhet, die Kraft, den Militarismus, das drohendste Gespenst unserer Zeit, zu überwinden. Eure politische und. wirtschaftliche Position ist heute so, mächtig, daß Ihr, wenn Ihr nur ernsthaft wollt, die Macht der kriegerischen Tradition brechen könnt, unter der das historisch belastete Europa und ln geringerem Maße auch.die übrige. Welt leidet. Hier liegt die welthistorische Mission, welche das Schicksal gegenwärtig in Eure Hände gab. Bialik liest an der Londoner Universität J e r u s a l e m, 14. Dezember (J. T. A.). Der hebräische Dichter Chaiin Nachman Biaiik ist nach England abgereist, Bialik wurde von der Orientologischen Abteilung der Londoner Universität eingeladen, einen Vortrag zu halten, wahrscheinlich wird er auch an anderen englischen Universitäten lesen. Aus London wird mitgeteilt, daß der Verband englischer Schriftsteller Vorbereitungen für einen feierlichen Empfang Bialiks trifft. m KAI5ER5TR. m & ÄL5ER5TR. 6

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