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Die Stimme · 1930-11-27 · Heft 153 (27.11.1930) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 153 (27.11.1930)
Date
1930-11-27
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 OBI SfffMMÜ PH. 153 — 27. November 1930 r ,! ■ti;;I" H“?:: Ffe;; T ‘.i a l > : i:l tv I *< ilus aller ll7eß Phantasien über die yerlorenen zehn Stämme Kürzlich berichtete« wir über de« Neger Lobagofa ü«d über einige Negerstämme in West-Afrika, die angeblich Nachkommen der verlorenen zehn Stämme sind. Bekannt ist auch, daß die Abessinier von ihrer jüdischen Abstammung überzeugt sind, und daß die Afghanen behaupten, von König Saul ahzustammen. ln Harlem, der amerikanischen Negerstadt, gibt es eine Negergemeinde, deren Mitglieder behaupten, direkte Nachkommen des Stammes Juda zu sein, während die weißen Juden Nachkommen der verlorenen zehn Stämme seien. Diese Negerjoden feiern den Sabbat am Sonntag, fasten zu Jom Kippur und essen zu Pessach Mazzoth, wie Jakob S. Raisin in «The Menorah Journal» berichtet. Es gibt auch Leute, die behaupten, daß die Japaner Ein Monument für Halm Salomon Dem Juden Hahn Salomon, der bekanntlich im amerikanischen Bürgerkriege eine wichtige Rolle spielte, soll in New York City ein Denkmal errichtet werden. Der Drive hierzu hat schon begonnen. Die Kosten des Denkmals werden 150.000 Dollar betragen. Ein 27j8hriger Qenenlstaate&nwalt Henry H. Stern, eh» amerikanischer Jude, wurde zum Generalstaateanwalt des Staates Missouri ernannt. Stern ist erst 27 Jahre alt, also wohl der jüngste Generalstaatsanwalt überhaupt. Dor 100. Todestag des Abbe Gregoire In ganz Frankreich rüsten sich jüdische Kreise, den 100. Todestag des Abbi Gregoire, eines der Vorkämpfer für jüdische Emanzipation, als Gedenktag zu begehen. Es wird erwartet, daß das Zentralkonsistorium besondere Feierlichkeiten veranstalten wird. In Nancy hat sich unter Vorsitz des Oberrabbiners Haguenauer bereits ein Komitee für Feiern im Departement Meurthe-Moselle gebildet. — Graf Henri Gregoire, geb. 1750 und 1831 als Bischof verstorben, kämpfte schon vor der französischen Revolution für jüdische Gleichberechtigung, nach der Revolution trat er wiederholt in der Nationalversammlung für die Befreiung aller französischen Juden ein. Seine Schrift «Motion en faveur des juifs» schließt mit den Worten: «50.000 Franzosen sind heute als Sklaven erwacht, von euch hängt es ab. daß sie als freie Männer zu Befte gehen.» Daniel Guggenheims Testament Das Testament des kürzlich verstorbenen amerikanischen Milliardärs Daniel Guggenheim enthält ein Legat von 1,500.000 DoHar für die Daniel und Florence Guggenheim- Stiftung. Dem bereits bestehenden Guggenheira-Fonds zur Hebung der Luftschiffahrt werdeu 475.000 DoHar vermacht. Den größten Teil des Vermögens erhalt die Witwe. Nachkommen der verlorenen zehn Stämme wären. Ein gewisser Dr. Odlom, der zehn Jahre japanische Ethnologie i« Japan selbst studierte, behauptet alten Ernstes, die Japaner seien Nachkommen der zehn Stämme. Die Samurais seien die Samaritaner. Ein japanischer Priester namens Sbogun Sakai, der kürzlich m Palästina weilte, sagt dasselbe. Der japanische Professor Jenichiro Oyab behauptet sogar, die Japaner seien nicht nor jüdischer Abstammung, sondern auch «treue Hüter der Tradition». Er verweist auf die Bauart der Altäre und darauf, daß der Mikado seine Genealogie bis zu Gad, dem Sohne Jakobs, verfolgen könne. Die Silben «kado» hu Worte Mikado bedeuteten Gad. Der älteste Sohn Gads, namens Jippon, sei nach Japan gekommen, und nach ihm wäre <üe Stadt Nippon benannt. Es gibt auch Leute, die behaupten, die Hindus wären ebenfalls judenstäimnlinge. Ein Jude mit Namen S. Korn, der sich spater taufen Keß und dann F. Nork hieß, behauptet in seinem Boche «Brahminen und Rabbiner», daß entweder die ursprünglichen Brahminen Juden gewesen wären, oder die Juden ehedem Brahminen. Er verweist auf die Hindutegende von dem Rajah Tara, dessen Sohn den Göttern seines Vaters nicht dienen wollte, und auf die Geschichte eines Heiligen, den Gott auf die Probe stellte, als er ihm befahl, seinen eigenen Sohn zu opfern. Es gibt Ähnlichkeiten ■ zwischen de« Zeremonien der Juden t»nd der Hindus, und wenn man Gesenios glauben kann, sind riete hebräische Worte aus dem Sanskrit abgeleitet Schon itn Jahre 1324 behauptete Abraham Farissol in seinem Werke «lggeret Orhot Olam», das die Reisen des Coiumbus beschrieb, daß die Juden und die Indianer stammverwandt seien. Im Jahre 1644 betengte Antonio de Monteinos, auch Aaron Levi genannt, vor dem Beth-Din in Amsterdam, die Indianer in Peru hätten ihm versichert, sie wären Nachkommen des Stammes Reuben und gebrauchten als Erkennungszeichen die Worte «Schema Jlsrael». Jahrhundertelang kaan die Theorie der indianisch-jüdischen Verwandtschaft nicht zur Rahe. In England gab es Stimmen, die von einer englisch- , ‘jüdischen Stammesverwandtschaft sprachen. Ein gewisser Richard Brothers behauptete im Jahre 1822, daß die Kelten und Sachsen, die Vorfahren der heutigen Engländer, Juden aus den verlorenen zehn Stämmen gewesen sein sollen. Dieses Thema wurde von vielen Schriftsteller« behandelt Die so-! genannten Anglo-israeliten legten sich die Bibel so aus, wie es der Theorie verschiedener Schriftsteller entsprach; Edward Klae z. B. schrieb 1871 ein Buch: «Die Identifizierung ■ der britischen Nation mit dem veriorengegaagenen Teil ' Israels». In den Vereinigten Staaten gab es eine« Schrift-; steiler C. A. L. Totten, der sogar eine Zeitschrift «Unsere ' Rasse» heraapgab, am die «Identitätsidee» zu propagiere«. Jakob S. Raism gibt mm m «The Meaorah Journal» einige Auslegungen der Anglo-israeliten wieder, u B.: Versicherte nicht Jcsatas, daß Israel auf Inseln wohnen würde, die übervölkert sein würden? Sagte nicht Michah voraus, er werde Kolonien bcaüacn und der Führer von Natio«ea sein? Dns kann sich doch nur auf England beziehen. Sogar der amerikanische Freiheitskrieg ist hn Buche Genesis (48:19) vorausgesagt. Jakob versichert Josef, daß Ephraim eines Tages größer sein werde als der ältere Sohn Menasse Das bewahrheitete sich, als sich die Kolonisten vom Mutterland England lossagten. Und der oben genannte Schriftsteller Totten erklärte: Als Salmanassar die zehn Stämme zerstreute, flohen Dan und Simon über das Meer in das nördliche und westliche Europa. Aus den Männern Dans wurden die Daanans des alten Irland und aus den Männern Shnsons die Simortiides des alten Wales. — Die Phantasien gehen noch weiter: Die übrigen acht Stämme und die Ueberreste von Dan und Simon wanderten auch aus, aber nicht per Schiff, sondern quer durch Europa; das beweise« die Namen der von ihnen überschrittenen Flüsse: Damibe (Donau),* Danieper (Dnj«pr), Danez (Donec), Dan (Don) etc, und schließlich auch «Dans letzter Zufluchtsort» Dänemark (Dan-emerke). Dos geht so lustig weiter. Die Skythen waren natürlich auch Juden. Das Wort Skythe ist eine Verstümmelung des hebräischen Wortes Sukkoth, bedeutet also Zelthewohner. Auf die gleiche Weise wird «bewiesen», daß die Walliser von Juden abstanunen. St. David ist ihr Namens- Patron md der Name David ist dort noch heute sehr gebräuchHeh. Annh Uoyd George heißt David. Die «Auslegung» geht sogar so weit, daß gesagt wird, die nach England verschlagenen jüdischen Stämme hätten sich zu einem Bunde, «Brith-Am» (Volk des Bundes) zusammengeschlossen und seine Männer hätten «Brit-Jsch» (Männer des Bundes) geheißen; so sind die Namen Briten «nd Britisch «zwanglos» erklärt. Unter hattun&sbei tage der „ftimme“ Krenirwortratsel [RT^ lö Waagrecht: t, Alkoholisches Getränk. 4. Mädchenname. 7. Biblische Gestalt. 9: Abkürzung für einen akademischen Titel. 10. Kolonie in Palästina.. 11. Ausruf. 12. König (ital.). 14. Sprengstoff. 15, Behörde, lßi Mutter (hebr.). Senkrecht: 1. Einer der zwölf Stämme« 2. Arabischer Vorname. 3. Abkürzung für Nachschrift. 4. ftaüeniscber Artikel 5. Thoraschreiber (Mehrzahl). 6 15 waagrecht. 8. Organisation jüdischer Orthodoxie. 11. Mädchennnme (Bibel). 13. Griechischer Buchstabe. An—Dy. Lawinenrätael — Vokal. — — Persönliches Fürwort. — — — Mineral. — — — — , Inneres Organ. — __ — — — Zionistischer Führer. Durch Hinzufügen je eines Buchstabens am Anfang oder Ende jedes Wortes ergeben . sich nacheinander die oben angegebenen Wörter. An—Dy. äUbeurStael Aus folgenden Silben: n —• ba — be — de — di «r*-jeer — folk — ge — ha — heim — i — i — i — lei — le — lum — Ius — me — mon — nab — nach — ne — ne — nor — o — pia — re — ri — rup — sa — so) — ta — weit — wil sind 14 Wörter zu bilden, deren Anfangs- und Endbuchstaben, von oben nach unten gelesen, ein bekanntes Motto ergeben. Die Wörter bedeuten: . 1. AH. 2. Flachland. 3. Stadt m Palästina. 4. Grafschaft w England. 5. Mädchenname. 6. Hebräischer Dichter. 7. jüdischer KotamsatioftMachvecständiger. 8. Männlicher Vorname. 9. Prophet 10. inneres Organ. 11. Musikinstrument 12. Hebräische Abkürzung für Bibel. 13. Weibbcher Vorname. 14. Jüdischer König. An—Dy, * Yisitkartenrätael * ■" .... Btri fltininitw BwUa _*_r Wer fet der Herr? •- E. H. Magisches Quadrat 1 2 3 4 1 2 3 4 A — A — A — A — B — E — I — K — K — L — L' —< S — S —.S — U — U 1 Die Buchstaben ergeben, richtig eingesetzt, waagrecht und senkrecht dieselben Wörter folgender Bedeutung? 1. Gestalt aus der Bibel. 2. Stoffgattung. 3. Spanischer Herzog. 4. Dekret des Zaren. IL. H. Silbeiikreiizwortratsel Waagrecht: t Hebräischer Gruß. 3. Gebäck« 4. Jüdischer Freiheitsheld. 5. Schubfach. 6. Gestalt aus einem Lessing-Drama. 8. Asiatische Kopfbedeckung. 6. Figur aus dem «Fliegenden Holländer». Senkrecht: 2. Bewohner einer norditalienischen Provinz (Einzahl). 3. Unrivilisierter Mensch. 5. Jakobs Schwiegervater. 7. Kantor. E. H. Für die richtige Beantwortung aller Rätsel setzen wir einen Preis, und zwar das Buch «Stürmer des Ghetto» von Z. F, Finkebtdn und außerdem drei Trostpreise aus. Die Lösungen sind unter Beifügung des Kupons (siehe 1. Seite) spätestens bis zum 2. Dezember, mittags, einzusenden. Bei mehreren richtigen Einsendungen entscheidet das Loa. Auflösung der Rätsel der letzten Nummer. Silbenrätsel 1. Salome. 2. Planier. 3. Elbe. 4. Nathan, 5. Dybuk. 6. Esra. 7. Tol-Chaj. 8. Fichte. 9. Ulm. 10. Ebene. 11. Rechobot 12. Kehillah. «Spendet für den Keren Kajemetht» Magisches Quadrat Welt — Esau — Labe — Tuer Visitekartenrätsel. Ehevermittler. Antworten auf die zehn einfachen Fragen in Nr. 151 der «Stimme» (Kupon 3). 1. Lord Boaconsfieid hieß B. Disraeli. 2. Der emsige jüdische Minister Deutschlands war Walter Rathenau. 3. Aaron war der erste jüdische Hohepriester. 4. Warburg war Wmzmanns Vorgänger. 5. Ferdinand Lassalle galt als der Organisator der deutschen sozialdemokratischen Partei. 6. Abraham war 100 Jahre alt, als Isaac geboren wurde. 7. Der »weite Tompel in JorusaJom wurde unter Veapaaians Herrschaft aerotört. 8. Der Keren Kajemeth wurde 1901 gegründet 9. Der Verfasser von «J*aeeuse» ist Zola. M>, Die Jude« wurden 1492 aus Spanien vertrieben.

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