Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 153 (27.11.1930)
- Date
- 1930-11-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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» Coupon 1 für den RATS EL WETT BEWERB der “STIIMI“ srosdno Aboammsatprelsei Vür Owterraieht Monatl. 8 uo, rtortelj. 8 iSO gamj. 8 U>.~ / Deutschland: Hooitl. OoMmtrk 1.—, viertelj. Gold mark 8.— I Tschechoslowakei: Monatlich Ke 7.—, viertel]. Ke 19.— i Jugoslawien: Monatlich Dinar 14.—. vierteljährlich Dinar 40.— Jüdistfke Zeitung Emlieliil fedlen Donnesrsrfmt AedölMion und jfdiAiiitofoattoii: Wien, V.. JSfAnKiicrsfrafM TtS - ÜelcpAon vt 2T-*-4H Polen; Monatl. Zloty 2.30, viertelj. Zloty Ungarn: MonatL Pengö 1.50« viertelj. Pengd HnrnSnloii: Monatl. Lei 45.—, viertelj. Lei 1! Balgarien: Monatl. Lewa 80.—. viertelj. Lew: Belgien: Monatl. Belga 2.—, viertelj. Bolga Uebriges Ausland: Monatl. Schweizer Franko» Hq«. 8 £J h b» c £ « b O o h* f-i < CO CD j_». *S ct M üv M* ct Ct- CO fo: o' r;- m« *» o" M O cf- Ö*- % 3L 3. Jahrgang Wien, Donnerstag, 27. November 1930 (7. Kislew 5691) Nummer 153 Verstöndipngskonferenz der englischen Regie* rang mit der Jewish Agency Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur aus zuverlässiger Quelle erfährt, ist das Zustandekommen der Konferenz zwischen Regierung und Jewish Agency auf die persönliche Intervention des Ministerpräsidenten Ramsay Macdonald zurückzuführen. Hätte Macdonald nicht eine persönliche Einladung an Weizmann gerichtet, in der er ihn ersuchte, «das Weißbuch für einen Augenblick beiseite zu lassen und die Situation an sich zu betrachten», so hätte sich die Jewish Agency niemals zu Verhandlungen vor Zurückziehung des Weißbuches bereit erklärt. Auf Grund eines Beschlusses der. Politischen Kommission der Jewish Agency hat Weizmann in der Konferenz zunächst keine positiven Forderungen ausgesprochen, sondern einen allgemeinen Ueberblick über die im Weißbuch zumAusdruck gebrachten Ungerechtigkeiten gegeben. Diese, allgemeinen Darlegungen sollten der Regierung eine Vorstellung der posi^ven Forderungen vermitteln, die gegebenenfalls von jüdischer Seite gestellt werden würden. Der Bericht über die zweieinhalbstündige Rede Weizmanns ist den Konferenzteilnehmern als vertrauliches Dokument zugegangen. Es verlautet, Wefzraaim habt scharf pointiert ausgeführt, die Behauptung, mit der Balfour-Deklaration sei den Juden Palästina als jüdisches Nationalheim, nicht aber als Judenstaat versprochen worden, entbehre jeder Grundlage. Es seien noch Staatsmänner am Leben, die bezeugen könnten, daß die britische Regierung im Jahre 1917 nichts anderes als den Judenstaat im Sinne gehabt habe. Wenn er, Weizmann, dieser Tatsache bis jetzt nicht Erwähnung getan habe, so bedeute das nicht, daß sie bei den Juden in Vergessenheit geraten sei. Bezüglich der Einwanderung erklärte Weizmann, die Bestimmung der Anzahl zuzulassender Jüdischer Einwanderer dürfe nicht von der Arbeitslosigkeit untei den Arabern, ja nicht einmal von der Arbeitslosigkeit unter den Juden abhängig gemacht werden, sondern einzig und allein von den Beschäftigungsmöglichkeiten, die den Neuankömmlingen geboten werden. Die Juden seien zwar im Jahre 1922 bereit gewesen, sich an einer gesetzgebenden Körperschaft zu beteiligen, heute aber nicht mehr. Denn im Jahre 1922 bestanden keine Beziehungen zwischen den arabischen Extremisten und dei* Palästinaregierung. Seit 1922 aber sei der Einfluß des extremen arabischen Flügels auf die Palästinaregierung, die sich seinen Forderungen stets gefügig gezeigt und ihn sogar vielfach ermutigt hat, stetig gewachsen. Auch genössen die palästinensischen Regierungsbeamten, denen ein Teil der Sitze im geplanten Legislative Council Vorbehalten ist, nicht das Vertrauen des jüdischen Volkes, weil es an die Bereitschaft dieser Beamten, die Verpflichtungen des Mandats zu erfüllen, nicht zu glauben vermag. Die Antwort der Regierung auf die Darlegungen Weizmanns wird für Freitag, den 21., oder Samstag, den 22. November, erwartet. Sollte die Regierung in ihrer Antwort dem Standpunkt Weizmanns RechmKA!5ER5TR.m &ALS&BST&. 6 nung tragen, so werden die inzwischen auf Montag, den 24. NöVember, vertagten Verhandlungen von jüdischer Seite wieder aufgenommen werden. Wenn aber die Regierung Weizmanns Standpunkt nicht oder nur ungenügend berücksichtigen sollte, so werden die Vertreter der Jewish Agency an weiteren Verhandlungen nicht mehr teilnehmen, Inzwischen wurden die einzelnen Mitglieder der Zionistischen Exekutive beauftragt, yon ihrem persönlichen Gesichtspunkt aus eine Liste jener positiven Forderungen zusammenzustellen, die ihrer Meinung nach der Regierung vorgelegt werden sollen, vorausgesetzt, daß die Antwort der Regierung befriedigend genug ausfällig um eine Fortsetzung der •'et*'1» -'Oumfen am Montag, den 24. November, zu rechtfertigen. Donnerstag, den 20. November, hielt die Zionistische Exekutive eine Ritzung ab, die bis ■■■■■*—„in ii im iiiiiiiji willwiin in.im. j ijin, iii i ' .1 ■ D im Chanuka-Feier R kaufet prachtvolle Halstücher H Seide nur bei BREIT H Wien, I.« Herrengasse Nr. 2 (Ecke HitMirjlitz) H Qualitätswaren zu Fabrikspreisen ^8 Chanuka - Okkasioit! I spät in die Nacht andauerte. In dieser Sitzung wurden die Vorschläge für die an die Regierung zu stellenden Forderungen diskutiert. Da es bisher noch nicht feststellt, ob Pinchas Ruthenberg und Professor Frankfurter als Vertreter des Waad Leumi, beziehungsweise der amerikanischen Zionisten in der auf der Aktionskomiteetagung eingesetzten Politischen Kommission nach London kommen werden, nehmen Professor Hexter und Harold Lasky als provisorische Vertreter Amerikas an den Beratungen teil. Harold Lasky, ein Sohn des bekannten zionistischen Führers und Mitglieds des Board of Jewish Deputies Nathan Lasky, ist zwar britischer Untertan, wurde aber von den amerikanischen Mitgliedern der Jewish Agency ersucht, die Wahrung ihrer Interessen zu übernehmen, da er als jahrelanger Mitarbeiter von Judge Brandeis mit den amerikanisch-jüdischen Verhältnissen vertraut ist. Die Teilnahme Harold Laskys an den Beratungen wird im Hinblick auf seine ausgezeichneten Beziehungen zur englischen Regierung und seine großen Erfahrungen auf dem Gebiete der englischen Politik als bedeutender Gewinn für die jüdische Sache gewertet. Harold Lasky, der wiederholt hervorragende öffentliche Stellungen in England bekleidet hat, war. viele Jahre lang mit Lord Passfield eng befreundet, hat jedoch jetzt aus Empörung über das Weißbuch seine Beziehungen zu ihm abgebrochen und sich, obwohl er sich bishei niemals aktiv jüdisch-politisch betätigt hat, entschlossen, den Kampf um die Zurückziehung des Weißbuches aufzunehmen. Professor Hexter und Harold Lasky haben ein Verzeichnis der jüdischen Forderungen an die englische Regierung vom Standpunkt der nichtzionistischen Mitglieder der jewish Agency in Amerika ausgearbeitet. Auf Grund der Entwürfe der einzelnen Mitglieder der Zionistischen Exekutive sowie der Vorschläge Harold Laskys wird ein Memorandum ausgearbeitet werden, das der Re- FlHnRRRrFIFIFIRRFHFlRRRFlFn Lese-ni'"" itttttier Heute, Donnerstag 8 Uhr abends, 3 Sprechen im Hotel Post (L, Fleisch- 3 markt 24, Eingang Drachengasse) E B □ Ludwig Dato Robert Stricker über g Das Recht der luden in der | g Diaspora 3 Allgemein zugänglich gierung anläßlich . der eventuellen Wiederaufnahme der Verhandlungen .vorgelegt werden soll. Der Londoner Zionistischen Exekutive. wurde von der Palästina-Exekutive telegraphisch mitgeteilt, daß die Palästiharegierung Anstalten trifft, uin Verordnungen auf Grund des Weißbuches zu erfassen. Das Telegramm traf einige Stunden vor der Vertagung der Konferenz ein, so daß Weizmann Gelegenheit hatte, seinen Inhalt der Konferenz zur Kenntnis zu bringen. Weizmann erklärte es für unfair, daß das Weißbuch in Kraft gesetzt werde, solange Verhandlungen im Gange sind. Außenminister Henderson gab die Versicherung ab, daß vor Beendigung der Konferenz keine Verfügungen auf Grund des Weißbuches getroffen werden würden; es sei aber nur natürlich, daß die Palästinaregierung Vorbereitungen treffe, um die ihr vom Kolonialamt erteilten Weisungen rechtzeitig äusführen zu können. —- Aut eine Anfrage beim Kolonialämt wurde der Jüdischen Telegraphen-Agentur mitgeteilt, daß der Palästinaregierung tatsächlich die Weisung erteilt wurde, das Weißbuch in Kraft treten zu lassen, daß aber nunmehr die Befolgung dieser Weisung auf einen geeigneten Zeitpunkt vertagt werden würde. Auf Veranlassung der Zionistischen Exekutive bleiben die Führer der palästinensischen Juden, Arlosoroff, Katzenelson, Sprinzak und Rabbi 3erl, während der Dauer der Verhandlungen mit der Regierung in London. Das erste offizielle Statement über diese Verhandlungen dürfte Montag, den 24. November, herausgegeben werden, falls die Konferenz an diesem Tage fortgesetzt werden sollte. Das Statement wird von Vertretern der Regierung und der Jewish Agency gemeinsam ausgearbeitet werden. Weizmann steht in ständiger Fühlung mit James de Rothschild, Sir. Herbert Samuel und Lord Reading, deren Rat vor jedem wichtigeren Schritt der jüdischen Konferenzteilnehmer eingeholt wird. Wenn auch kein Zweifel darüber bestehen kann, daß das Weißbuch auf Grund der Ergebnisse der Konferenz nicht zurückgezogen werden wird, ist doch das Bestreben der Vertreter der Jewish Agency darauf gerichtet, im Wege der Konferenz die weitmöglichsten Konzessionen seitens der Regierung zu erlangen. Der gute Maßschuh Ausstellung - Bis 30. New. 1930 Eintritt Frei Täglich Der gute Maßschuh Wien VIII., Fiorianlgasse 86 » D--B