Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 152 (20.11.1930)
- Date
- 1930-11-20
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1 fff. Tgfr .*» $0. Nd*smfc#f 1980 Der jüdische Hochschfiler Dritte ordentliche Generalvemmmltmg des Vereines zionistischer Hoehschttler Z. P. Chnjes Samstag, den 8. November, fand im neuen Heim, I., Jordansasse 7, die diesjährige ordentliche Oenerajversamm* Inner des Zionistischen Hocnschülervereines; *Z* P. Chales» statt ln seiner Eröffnung begrüßte der Obmann des Vereines, Koll. E b e n s t e i n, me neuen Mitglieder, die imstande sein sollten, die Arbeit ntft neuen Impulsen au beleben. Gerade jetzt, wo sich Jeder zionistischen Aktivität besondere Schwierigkeiten entgegenstellten, seien vervielfachte Anstrengungn erforderlich. Aut dem sodann erstatteten Rechenschaftsbericht des Koll. Kesselbrennerjun. sei hervorgehoben: _ . . „ Den Mittelpunkt der Arbeit bildete das Hebräische, da« im Rahmen einer «Hebräischen Arbeitsgemeinschaft'» (Teilnehmerzahl zirka 20) gepflegt wurde. Gegenstand der Arbeitsgemeinschaft waren sowohl literarische . Vorträge als auch zionistische Referate mit anschließender Debatte. Durch die Lektüre der hebräischen Zeitungen und Zeitdcliriften sollte die Kenntnis des modernen, lebendigen Hebräisch gefördert werden. Besonderen Dank sei man dem Leiter der Arbeitsgemeinschaft, Herrn Prof. Horowitz, schuldig, der unermüdlich und selbstlos für die Durchsetzung des Hebräischen kämpfte. . A Zufriedenstellende Ergebnisse wies auch der Bericht über die «Sozialistische Arbeitsgemeinschaft» auf (Teilnahmerzahl 6 bis 8). Im Arbeitsjahr 1930/31 wird diese Arbeitsgemeinschaft wahrscheinlich nicht weiterbestehen. An ihre Stelle so l eine «Zionistische Arbeitsgemeinschaft^ gesetzt werden, die als wissenschaftliche Studiengemeinschaft Ideologie, Geschichte und Grundfragen dar zionistischen Bewegung bearbeiten wird. „ ■ . Für alle Mitglieder bestimmt waren die jade Woche veranstalteten allgemeinen Vorträge- Zu erwähnen sei vor allem der mit großem Erfolg abgenaltene Vortragszyklus «Die Juden im Geistes- und Wirtschaftsleben der Gegenwart*, in dem u. a. Prof. Ma* Graf, Dr. L. G ö 1 d h a m m e f, Df. Kellner und Dr. Robert Wa 1 d«r referierten. A«ch dar Versuch, “ .. * .“ gelang T h i e t Eine KeftigO D-battelofftte dem Vorschlag des Kollegen Kesselbrenner, Hebräisch als einzige Umgangs- und Vortragssprache des Vereines zu erklären. Dieser Vorschlag mußte leider wegen Fehions der hie2« erforderlichen objektiven Bedingungen abgelehnt werden, aber es wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß es in nicht ferner Z«t der intensiven Arbeit der «Hebräischen Arbeitsgemeinschaft* gelingen möge; die Grundlage fflr eine vollständige Hebfälslerung des Vereines zu schaffen. Nachdem dem alten Ausschuß das Absolutorium erteilt wurde, folgte die Wahl des neuen Ausschusses, dem nunmehr angehören: die Kollegen Butter mann Jun„ Ebenstein und Göttinger. Die Kooptierung von weiteren zwei Mitgliedern wird in den nächsten Wochen stattfinden. ‘ Verein Zionistischer Hochaehüier «Theodor Herzt», fl., Krummbaumgasse 10. Samstag, den 22. d. M., 8 Uhr abends, findet im Vereinsheime ein Referat des A. H. Dr. Leo Goldhammer über «Die Landespolitik* statt Zionistische Hochschüterinnen und Hochechüler willkommen! Verein zionistischer tfochachüler Z. P. Chajes. Dienstag, den 15. d. M., findet um %8 Uhr der erste Abend der hebräischen Arbeitsgemelnschaft unter Leitung von Prof, Kästenbaum im neuen Heim, L, Jordangasse 7, l. Stock (MirJam-Heim), statt. Alle interessanten haben bestimmt und pünktlich zu erscheinen. Jüdisch-akademischer Juristenverein, Wien, H., Taborstraße 1. Die diesjährige ordentliche Generalversammlung findet am Samstag, den 22. November, um 17 Uhr in unserem neuen Yer.e Insheim in der Liedttenstefnstraße 30 statt. — Die unter Leitung unseres Obmannes, des Kollegen Dr. Hirm, und des Koll. Dr. Zimmer geführten Kurse aus den Gegenständen der judiiriellen Staatsprüfung beginnen wieder nach Eröffnung des neuen Vereinsheimes in diesem selbst. — Mittwoch, den 3. Dezember, um 20 Uhr von unserem Verein veranstalteter Vortrag des Herrn Priv.-Doz. Dr. Schwarz über «Krankheit und Schuld» im Hörsaal 23 der juristischen Fakultät. Verhinderte Studenlenunruhen in Budapest An der Technischen Hochschule in Budapest wurden am 11. November Zettel verteilt, auf denen die geheimnisvollen Worte . «Simon Hing» wieder zu Exzessen gegen die jüdischen Hörer das Signal gaben. Der Rektor ließ unverzüglich die Tore schließen und verfügte, daß nur Jene Hörer eingelassen werden, die bei den Vorlesungen zu tun haben. In der Umgebung der Hochschule wurden Polizeiposten aufgestellt. Die Ausschreitungen an der Berliner Universität plan* mäßig vorbereitet Die nationalsozialistischen Krawalle an der Berliner Universität sind, wie die Ullstein-Presse mitteilt, durchaus nicht als Ausfluß einer spontanen Erregung zu bewerten, sondern als eine planmäßig vorbereitete Aktion. Am Dienstag abends hat eine Versammlung des Nationalsozialistischen Studentenbundes in den Passage-Bierhauen, an der etwa 100 Mitglieder teiinahnicn, auf Antrag des «Sektionsführers» von Uilnau beschlossen, eine Reihe Üniver- SitätSlcrawaUe zu organisieren, aber so zu Werke zu gehen, daß der Eindruck einer «spontanen* Handlung entsteht. Wiederholung der antisemitischen Exzesse an der Berliner Universität Am 13. d. M., mittags, kam es in der Halle des Umlversitätsgebäudes und im Vorgarten der Universität i abermals zu nationalsozialistischen Ausschreitungen. Jüdisch (aussehende Studenten wurden von Nationalsozialisten umringt, beschimpft und bedroht. Dann sammelten sich die Nationalsozialisten in der Halle, wo sie Im Sprechchor «Juden ’raus!» riefen, was zur Folge hatte, daß politisch anders gesinnte Studenten ebenfalls einen Sprochchor bildeten und «Nazis ’raus!* riefen. Es entstand ein solcher Lärm, daß der ordnungsmäßige Lehrbetrieb unmöglich gemacht wurde. Darauf griffen die Pedelle ein und entfernten alle diejenigen Personen aus dem Gebäude der Universität, die keine Studenten waren. .. . Die jüdischen Studenten In Deutschland. In der «Jüdischliberalen Zeitung» weist Herbert Philippsthal auf die Tat-! Sache hin, daß unter den 132.000 Studierenden auf sämtlichen deutschen Hochschulen im Sommersemester 1030 4972 oder 3.7 v. H, Juden waren, während die Jüdische Reiclisbevölkerung im Jahre 1925 (wöhlgemerkt nicht 1930!) 0,0 v. H. ausmaeTite. Wir wissen, schreibt PWlippsthal, daß der Jude das akademische Studium hoch einschätzt, eine Erscheinung, die bei allen Völkern mit alter Kultur wiederkehrt. Diese Bevorzugung der Geistesarbeit wird ihm zum Vorwurf gemacht Die Zahl 4972 verliert aber bedeutend an Größe, wenn wir erfahren, daß in ihr 1299 Ausländer enthalten sind, So kommen wir auf die Zahl 3703, und in Ihr stecken noch 1048 weibliche Studierende, was das Gesamtbild umformt Der jüdischen Frau kommt auf den Hoch* Pfg STTMMI Sitte tf schulen überhaupt eine bemerkenswerte Bedeutung zu, sie bildet imttf den studierenden Frauen Äe hohe Prozentnorm von 5.7 V. H. Man zählte im Sommeftimester 1930 an den Universitäten 3370 deutsche Juden und 1006 jüdische Ausländer, an den technischen Hochschulen und Bergakademien 251 deutsche Juden und 270 jüdische Ausländer, an der Handelshochschule 63 deutsche Juden und 80 jüdische Ausländer. Von den Universitätsstädten steht Berlin mit 1401 jüdischen Hochschülem (davon 370 Ausländer) an der Spitze. Ea folgen Frankfurt, Heidelberg, Freiburg, Breslau, München und Köln. Semestereröffnotig an der Universität Jerusalem. Anläßlich der Eröffnung des Wintersemesters an der Hebräischen Universität in Jerusalem hielt Rektor Dr. Mägnes eine Ansprache, in der er es streng vermied, die politische Situation zu berühren. Er sprach über die schwierige finanzielle Lage, in die die Universität infolge Nichtrückerstattung von Schulden geraten sei, erklärte jedoch, auch Einschränkungen hätten manchmal ihr Gutes. Armut, könne den Forschritt von Kunst und Wissenschaft nicht beeinträchtigen. Der Lebensstandard in Palästina sei vielleicht für ein so kleines Land zu hoch. Professor Fränkel, der Dekan der mathematischen Fakultät, sprach über die tragische Krise, die das jüdische Palästina gegenwärtig durchzumachen habe. Br erklärte, die Verbundenheit der Juden mit Palästina sei älter als die. Baifour-Deklaration. Die Juden seien heute in einer ähnlichen Lage wie vor der Ueoerschreifung des Roten Meeres. Damals standen sie, von Schrecken erfaßt, am Ufer und wagten nicht, ihren Weg fortzusetzen. Gott aber sprach zu Moses: «Befiehl den Kindern Israels, vorwärts zu gehen!». Jüdischer Sport ftjWtabi-Kreifl Oootorreioh im MAkkabi-Weltverb&nd Am 25, und 26. Oktober d. J. fand In Berlin eine Ta _ der Makkabikraise von 10 verschiedenen Ländern statt. Das Hauptthema der Beratungen war die Makkabiah (Jüd. Olympk^Die*e erste Makkabiah, die lm Jahre 1032 in Palästina stattfinden . dar ( mein E$ wurden drei Zentralen für die Vorbereitungen der Makkabiah in Berlin für Mitteleurona, in London Tür die englisch sprechenden Länder, in Bukarest für den Balkan geschaffen. tfinden soll, wird den jüdischen Turnern und Sportlern ganzen Welt Gelegenheit geben, ihr heute schon aligen anerkannt« Können zu zeigen. Bisher können folgende Daten bekannt gegeben werden. Die Reise findet um die Pessachzeft 1032 statt. Die Fahrt-kostet inklusive dreiwöchentlichen Aufenthalt, Verpflegung und Führung durch die Kolonien, für Oesterreich zirka S 500.—. Jeder voraussichtliche Teilnehmer muß bis längstens 31. Jänner 1931 den Betrag von S 17,— auf P. S. K- Nr..eingezahlt haben. Weitere Zahlungsbedingungen: Bis 1. Juni 1931 S 100.—, bis l. Dezember 1931 weitere S 150.—, Rest ist vier Wochen vor der Abfahrt einzuzahlen. Der Makkabikreis Oesterreichs hat in seiner fetzten Sitzung beschlossen, 20 aktive Teilnehmer teilweise zu subventionieren. Der Makkabikreis empfiehlt allen Vereinen .Sparfohds. anzulegen, um es den Mitgliedern zu ermöglichen, auch in kleinen Raten die Beiträge für die Fahrt sparen zu können. MakkabLKretotagung in Brünn. Den 1. und 2. November fand in Brünn die diesjährige Kreistagung des tschechoslowakischen Makkabikreises statt. Die Kreistagung wurde von 28 Vereinen beschickt Jüdischer Sport- und Schützenverein . «Menorah», Wien, IX., Liechtensteinstraße 30. Sonntag, den 30. November 1930, findet ein ganztägiger Ausflug statt. Die Treffpunkte werden in der nächsten Nummer bekanntr gegeben. Pünktliches Erscheinen ist Pflicht sämtlicher Mitglieder. Aus der Provinz Graz. Anläßlich der Ernennung des Leiters der jüdischen Volksschule, des Herrn Oberlehrers J. Steiner, zum Direktor, veranstaltete der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde am Sonntag, den 25. Oktober im Sitzungssaale der Kultusgemeinde eine Feier. Nach einem einleitenden Gesang der Schüler, hielt der Präsident der Israelitischen Kultusgeipeinde, Herr Dr. R. Sonnenwald, eine ehrende Ansprache, in der er in warmen Worten die tiefe Bedeutung des Berufes des Jüdischen Lehrers für die Erziehung zur jüdischen Volksgemeinschaft betonte, denn nicht nur allgemeines Wissen sei zu vermitteln, sondern vor allem sei es die edelste Aufgabe des jüdischen Lehrers,- tiefste Liebe zum Judentum in die Herzen der Kinder einzupflanZen. Diese Aufgabe habe der Gefeierte stets zu erfüllen getrachtet und hunderte seiner Schüler sagen ihm heute dafür Innigsten Dank. Herr Landearabblner Univ.-Prof. Dr. David Herzog betonte die hohe Verantwortung, die Seelsorger und Lehrer mit ihrem Amte übernommen haben. Herr Direktor Steiner habe die jüdische Schule wieder tum Sammelpunkt der Gemeinde gemacht und ‘ den diffamierenden Begriff «Judertschule» in einen Ehrennamen umgewandelt Nachdem eine Schülerin (n.einem, Begrüßungsgedieht den Dank der Schüler zum Ausdruck .gebracht, gratulierte noch der Sekretär der Kultusgemeinde, .Herr. Dr. L e nr b e r> 5 er, namens der Beamtenschaft Herrn Direktor Steiner zu er hohen Auszeichnung, die das Kultusministerium ihm für sein verdienstvolles Wirken verliehen. Tiefgerührt dankte Direktor Steiner allen für die vielen Ehrungen, die ihm zuteil wurden. Nach Überreichung eines schönen B umenarrangements durch die Schüler schloß die «hebende Feier mit dem Absingen der «Hatlkwah». Graz. unser Gesinnungsgenosse, Herr Tempelvorsteher S. Seljnger, hat durch den Tod seiner Gemahlin, die am Frew Jom-Kippur zu Grabe getragen wurde, einen schweren Verlust erlitten. Mit ihr schied eine der heute so seltenen jüdischen Frauengestalten, die, erfüllt von tiefster Religiosität» ta edelster Menschenliebe ein Leben höchster sozialer Pflichterfüllung leben, aus unserer Mitte. Wir werden dieser wen Frau stets ein ehrendes Andenken bewahren. Am 12. d. M. wurde Herr Tempelvorsteher J. Weiß, der Vater unseres Gesinnungsgenossen Herrn Robert Weiß, zu Grabe getragen. Mit ihm schied ein stolzer, aufrechter Jude aus unserer Mitte. Wir sprechen auch auf diesem Weg« unserem Gesinnungsgenossen und seiner Familie unser tiefstes Beileid au». Hollabrunn. Ranzenhofer Karl, geboren ln HoPabrunn am 1Ö. Juni 1879. hat seinen Austritt aus der Israelit. Kuftusgemeindc bei der Hiesigen Bezlrkshauptmannschaft angezei Radioprogramm der Woche* Donnerstag, 20. November* 19.30 «Walzer aue Wien*. Übertragung aus dem Wiener Stadttheater. 23,10: Schalplattenkonzert. Unterhaltungsmusik. Freitag, 21. November: 1935 Wiener Lieder. 20.00 «Die Braut von Messina*. Trauerspiel von Friedrich Schiller. Ä „ f \; 22.40 Abendkonzert des Orchesters Heinz Morawitz. Samstag, 22. November! 19.90 Eine Stunde Staatsopernübertragung. Anschließend Abendkonzert des Orchesters Otto Römisch. Sonntag, 23. November* 14.26 «Das Nachtlager von Granada». Romantische Oper in zwei Akten nach Friedrich Kind’e Schauspiel. 16.45 Damspiel. 17:00 Was die Amerikanerin im Beruf leistet. Alice Schalek. 17.30 Viölinvorträge. Georg Steiner. Am Flügel Otto Schul« hof. t8.ÖO Klaviervortrag Anny Nlkel. DlANABAPI _. M*-' v r;ft*söo7 18.30 Bei den Zwergvölkern von Belgisch-Köngo. 10.00 Emil Marriot. Aua eigenen Werken. 19.40 Arbeitersymphoniekonzert Teilübertragung aus dem Großen Musikvereinssaale. 20.20 Winter in Oesterreich. 20.50 Die Klassiker der Operette. Montag, 24. November! 10.35 Unterhaltungskonzert 20.20 Mahler-Zyklius II. (Uebertragung aus dem Großen Musikvereinssaale.) 2t .30 Dialog über aktuelle Filmfragen. 22.10 Negerlieder. 22.35 Abendkonzert Dienstag, 25. November: 19.35 Unterhaltungskonzert. 20.30 Zwiegespräch über Schule und Familie. 21.00 Arien und Lieder. 21.30 Konzert des Kuban-Kosaken-Chörs. 22.10 Kammermusik. 22.55 Schallplattenkonzert Mittwoch, 28. November* 10125 Emst Zahn aus eigenen Werken. 20.00 Uebertragung aus dem Großen Konzerthaussaal «Der Messias». 22.20 Abendkonzert ’ ayj.5'. immwm ^■L"-L_Ljji:aiuaisiBjBüm-essassaar Ein neuer Hofjude Signor Isaac Toepiitz, ein aus Polen nach Italien eingewanderter Jude, wurde vom Papst Pius XI. durch Verleihung der I. Klasse des St. Sylvesterordens ausgezeichnet. Toepiitz ist Großaktionär der Banca Commerciale. Man sagt, daß der. Papst durch die Ordensverleihung sich bei Toepiitz für die erfolgreiche Verwaltung der vatikanischen Fonds’ bedanken wollte. Der „ITaddiscli“ der Tochter Die Frage des «Kaddisch der Tochter», d. h. natürlich nur solcher Töchter, deren E tern keine männlichen Nachkommen hinterlassen haben, ist so alt wie die Einrichtung des Kaddischgebetes selbst. Wiederholt hatten in der nachtalmudtschen Zeit jüdische Gelehrte und Rabbinatskoliegien zu dieser vom Gesichtspunkte der Stellung der Frau in der jüdischen Gemeinde nicht unwichtigen Frage Stel'ung nehmen müssen. Der intransigente Standpunkt der Rabbiner hat die meisten von ihnen zu ablehnenden Entscheidungen geführt, doch gab es auch einsichtsvolle und weitblickende jüdische Gelehrte, die das Problem «liberal» behandelten. So schreibt der berühmte Wormser Rabbiner R. Jair Chajim Bacharacb (1639 bis 1702) in seinen «Chawoth Jair» (1609): «Ein ungewöhnlicher, seltsamer Fa l ereignete sich in Amsterdam und ist dort allgemein bekannt. Ein Vater starb, und da er keinen Söhn hinterließ, bestimmte er letztwillig, daß während des Trauerjahres in seinem Hause täglich zehn Männer «lernen» mögen und seine Tochter nach Abschluß des Lernens und des darauffo'genden Gottesdienstes Kaddisch sagen solle. Weder der Rabbiner noch die Vorsteher der Gemeinde haben die Ausführung dieser testamentarischen Verfügung verhindert. Gegen eine solche Handlung gibt es wohl keine entscheidende Beweisstelle; sind doch auch die Frauen verpflichtet, den Namen Gottes zu heiligen; ebenso wahr ist es, daß, obgleich ln der Geschichte vom Rabbi Akiba, welche als Que'le des Kaddischsagens der Trauernden anzusehen ist, von einem Sohn die Rede Ist, die Auffassung richtig ist, daß das Kaddiechgebet, auch wenn es von der Tochter gesprochen wird, von Nutzen ist und der abgeschiedenen Seele Freude bereitet; ist Sie doch sein Kind. Nichtsdestoweniger . . .» Nichtsdestoweniger kommt R. Jair zu einer Ablehnung, offenbar um nicht als Revoiutionär verschrieen zu werden. Die vom hebräischen Lehrerseminar in Jerusalem herausgegebene Broschüre «Schana Ba-Arez» ist i m Keren -Kajemeth-Bureau gegen Entrichtung des Postportos erhältlich. Diese Broschüre enthält bekanntlich das Programm der Ausbildung im mündlichen und schriftlichen Gebrauche der hebräischen Sprache, in der historischen und geographischen Landeskunde. Erez Israels und der Kenntnis des Zionismus und seiner Schöpfungen, Die Gg. in Zürich benötigen eine hebräische Kindergärtnerin, die religiös eingestellt ist. Geeignete Kandidatinnen wollen sich mit Herrn Dr. Chaim Tartakower, per Adr. Zion. Bureau, Wien, 1. Kärntnerstraße 2& Ja Verbindung setzen.