Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 152 (20.11.1930)
- Date
- 1930-11-20
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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PTC STIMME Nr. m — *Ö. Nötwtte» 1930 Programm: Festrede Dt. Abraham Sonne, Rezitation Fi). Riwka Lebensohn, Nigvnim: Viöunsolist Max Oppermann;-Gesang: Harr Samuel Krybls (aus Palt* stina) und die Wiener Sängerin Fr!. Konte Ippen. Seminare: Jeden Mitwoch um 8 Uhr Tanach ühodai Dr. A. Birnbaum, jeden Samstag, 6 Uhr, Dikduk madai Prof. M. Wiesen, 7 Uhr Mudrasch Dr. N. Goldstern. Zionistische Beairksaektfcm Leopoldstadt, fl* ZSrkutrt 93. Die Generatversammlung findet Samstag, den November 1930, pünktlich um HS Uhr abends, in unserem Heime, IL, Zirkusgasse 33, statt. Schriftliche Anträge sind 3 Tage vor dar Generalversammlung einzubringen. Vorher Vortrag des Herrn Dr. Löwenherz, Vize-Prlsideiit dar Israelitischen Kultusgemeinde, über «Pie politische Lage Oesterreichs und der Juden*. Zionistische Bezirkssektion Innere Stadt. Dienstag, den 25. November, 8 Uhr abends, im Heim der «Mirjam», I., Jordangasse 7, Vortragsabend. Zionistische Bezirkssektion X. Mittwoch, den 26. November 1930, um 8 Uhr abends, findet in unserem Heim, X., Humboldtgasse 25, der Vortrag des Herrn Prof. Freud über das Thema «Der Kampf um unser Recht auf Palästina» statt Zionistische Ortsgruppe Graz. Samstag, den 22. No* vember, 8H Uhr abends, findet im Saale des Hotels «Erzherzog Johann» ein großes zionistisches Massenmeeting statt. Es werden sprechen: Herr Dr. Oskar Grünbaum, Präsident des Landeskomitees, Herr Dr. R. Sonnenwald, Präsident der israelitischen kultusgemeinde, Herr Karl Schwarz, Präsident der Zionistischen Ortsgruppe Graz und Herr Lehrer H. Hermann als Vertreter des «Jüdischen Nationalfonds». Anschließend an das Meeting findet in Anwesenheit des Herrn Präsidenten des Lihaeskömitees die Generalversammlung der Ortsgruppe statt Misrachi-Jugendzentrale, Wien, IL, PraterstraÖe 11. Die MJZ. hat bereits mit Ihrer Kulturarbeit begonnen und wurden folgende Kurse eröffnet: Sonntag, H5 bis 6 Uhr abends: Talmudkurs, Leiter Herr Gustav Austerlitz. Montag, 8 bis 9 Uhr abends: Talmudkurs; von 9 bis 10 Uhr abends: Schul Chan Aruch, Leiter Herr Rabbiner M. L. Frankel. Dienstag von 8 bis 9 Uhr abends: Talmudkurs, Leiter Herr Gustav Austerlitz; von 9 bis 10 Ühr abends: Kurs für jüdische Geschichte, Leiter Herr stud. phil. et theol. Krieg. Mittwoch: 8 bis 9 Uhr abends, Talmudkurs; von 9 bis 10 Uhr abends: Schulchan Aruch. Leiter eHrr Rabbiner M- L. Pränkel. Donnerstag: 8 bis 9 Uhr abends: Talmudkurs, Leiter Herr Gustav A u s t e r I i t z. Freitag, von!48 bis J49 Uhr abends: Homiletischer Vortrag über den wochenabechnitt: Vortragender Herr Rabbiner Dr. M. -Wundermann. AB Donnerstag, dan 20 da., von 8 bis 9 Uhr abends beginnen die Hebräischkurs* unter Leitung des Ham Lehrer Rutzky. Alte Kurse sind auch für Nichtmitglieder zugänglich. Bibliotheksstunden: Montag, Mittwoch, Samstag von isbis 9 Uhr abends. Chairakkah-Feler der MfemchLJngendzentrale. Wie alljährlich veranstalten auch heuer die Gruppen der MJZ. am 16. und 20. Dezember I. J. große Chan ukkahfeiern mit reich« haltigem, künstlerischem Programm. Karten in unserem Büro, IL, Praterstr&ße 11, Tel. R 45-6-25. Zelroth Hamlsrachi, Wien, IL, PraterstraBe 11. Samstag, 22. ds.: Vortrag Ch. Sch. Scheuermann. Thema: «Die politische Lage im Zionismus». Anschließend: Diskussion. Gäste herzltchst willkommen. Zelt: 8 Uhr abends. Elite-Abend )m Kurtalon. Samstag, den 29. November 1930, findet im Kursalon unter Mitwirkung hervorragender Künstler ein Elite-Abend des Hilfskomitees des Chajes- Realgymnasiums statt. Beginn Uhr. Wiener Bet Hamldrasch Wien, IL, Tempelgasse 3. Vorlesungen im Wintersemester 1930/31 (5691). $ o n n t ag: 5 bis 6: Rabb. Lektor Dr. Rubin: Midrasch. — 6 bis 7: Rabb. Lektor Dr. Rubin: Talmud (Berochoth). Montag: 6bis 7: Rabb. Dr. Rosenmann: Ausgewählte Kapitel aus Jteaia. — 7 bis 8: Prof. Dr. Kraus: Geschichte der Juden irrr Mittelatter. Dienstag: 6 bis 7: Prof. Dr. Kraus: Geschichte der Juden im Mittelalter. — 7 bis 8: Prof. Dr. Kraus: Entstehung und Bedeutung der Synagoge. Mittwoch: 6 bis 7: Rabb. Dr. Rosenmann: Ausgewählte Kapitel aus Jesaia. — 7. bis 8: Rabb. Lektor Dr. Rubin: Midrasch, D o n n e r s t a g: 6 bis 7: Rabb. Dr. Taglicht: Koheleth. — 7 bis 8: Rabb. Dr. Murmelstein: Geschichte der Rabbinischen Literatur. Samstag: 11 bis 12: Prof. Dr. Kraus: Entstehung und Bedeutung der Synagoge. — 4 bis 5: Rabb. Lektor Df. Rubin: Bibelvortrag. LiterattirKunst / Theater Besuch bei Curt Bois Mit dem Namen verhält sich das so: ist einer vernünftig und spricht Französisch, so fühlt er sich verpflichtet, den Namen richtig herauszusägen und tut dies auch — der seltenste Fall. Die anderen Sprachkundigen sind superklug und sagen Heber vorsichtig Bois. Spricht einer Französisch, $0 klingt ihm der; Name nicht französisch genug, und er flüstert glatt Boa. Recht hat er, denn um es »von Amts wegen“ festzustellen — der Mann heißt Bois (Boa). Curt Bois ist, allen Gerüchten zum Trotz, nicht erst vor kurzem aus einem Berliner Verkaufsiaden auf idie Bühne gestartet, um sich im Sprung die Sympathien des Publikums zu erspielen, sondern schon mit sechs Jahren zum Theater gekommen, wo er vorerst vornehmlich Frauenrollen spielte. Auch in Wien hat der Künstler in „Charleys Tante* eine Frauenrolle kreiert; was ihm einen glänzenden Separaterfolg eingetragen hat. Seinen zweifellos größten Erfolg aber hatte Curt Bois seinerzeit in „Leinen aus Irland“, in welchem Stück der Künstler d|e bekannte Figur des jüdischen Schlesinger Effendi auf die Bühne stellte, eine Glanzleistung, die kaum von irgendeinem deutschen Schauspieler Uberboten werden kann. Da die Rolle eine leichte antisemitische Tendenz in sich trägt und Herr Bois bekanntlich Jude ist, nahm ich Gelegenheit, vom Darsteller selbst einiges über diese offenbar merkwürdige Tatsache zu erfahren. Wie mif der Künstler erklärte, war diese Rolle tatsächlich antisemitischer geschrieben, als er sie dargestellt, und er habe sich auch bemüht, die diesbezügliche Pointierqng auf die rein schauspielerische Wirkung, abzuatellen. Späterhin habe er auch alte ähnlichen Rollen, die ihm wiederholt angetragen wurden, gerade wegen ihres antisemitischen Charakters von vornherein abgelehnt, lieber die Merkwürdigkeit, daß gerade ein Jude in diesem Stücke einen so vollen Erfolg hatte, meinte der Künstler, daß es Nichtjuden noch niemals gelungen sei, jüdische Gestalten vollwirksam karikaturistisch zu gestalten. Vielmehr sei gerade unserem' Volke der Trieb zur Setbstperslflage ureigen, eine Tatsache, in der nicht zuletzt die Wurzel des jüdischen Volkswitzes zu suchen sei. Herr Bois zeigte sich in allen Vorgängen des jüdischen Volkslebens bewandert, äußerte sieh, mit höchstem Lob über das hebräische Theater „Habimah“, das er zutetzt unter der Regie Mihail Tschechows Shakespeare spielen sah, eine Leistungi mit der» 'wie er meint, diese Bühne jedem europäischen Kunstinstitut den Rang streitig machen kann. Das Wirken dieser Schauspieler sei im Gegensatz zu dem supCrrealißtjsehen russischen Theater kein Experiment, da sämtliche Aufführungen bej aller Modernität alte, jahrhundertelange Tradition und neunättonalen Geist in sich vereinen. „Ist es Zufall, daß gerade die größten komischen Parateiler Juden sind?“ — fragte leb. „Bte denken an Chaplin und Pallenberg , . .** „Wenn Sie gestatten, auch an Sie.“ „Hm, das Ist eigentlich, meiner Meinung nach, kein Zufall. Denn das jüdische Vo!k ist das Volk des i Wortes. Und wenn sich bei manchen der Humor des i Wortes mit der Komik der Bewegungen paart, dann haben sie jene beiden Eigenschaften, die den Vorzug der von Ihnen genannten Schauspieler ausmachen.“ Eine elektrische Birne flammt auf — ich erinnere mich* daß wir in der Garderobe eines Theaters sind, danke Herrn Bois und verabschiede mich. W. B. 0. Sqhottmann* Abend. Samstag, den 33. November, wird in der Vblksblbliothqk Zion, IL, KL Mohrengasse 3, ein von der Histadruth iwrith veranstalteter ßchoffmann-Abend anläßlich des fünfzigsten Geburtstages des Dichters «tattfinden, vpn dem man sich viel Erfo’g verspricht Herr Dr. A. Sonne, ein Verehrer und Könner Schoffmantis, wird über den großen jüdischen Dichter sprechen. Der bekannte palästinensische Säuger Samuel Krybis, der schön oft ln Wien mit Erfolg gesungen hat, trägt einige neue Lieder von FrL R lebensohn wird aus den Schriften Schoffmanns einiges vorlösen, und Max Oppermann wird jüdische Weisen zum Vort/ag bringen. Die Hiatadruth iwrith hofft, «Ine große Zahl von Gästen begrüßen zu können* Wiener jüdische Künstler In Prag. Großen Erfolg hatten die Wiener Künstler I. Stutsehe wsky, Jak. Gimpel, Hanna Schwirr, Oskar Teller und insbesondere Gertrud Kraus bei einem Abend jüdischer Kunst am 8. November in Präg, der. vom Leiter des Prager Karen Kajemetb, KaVinar Rdeser veranstaltet würde. Da« begeisterte Publikum brachte jedem einzelnen der Künstler wie auch dem sehr beliebten Veranstalter anhaltende Ovationen dar. Infolge der zahlreichen Zugaben endete die Veranstaltung erst kur? vor Mitternacht. Der In Prag zum erstenmal veranstaltete «Abend jüdischer Kunst* mit ausschließlich Wiener jüdischen Künstlern wurde von der Prager jüdischen wie auch nichtjüdischen Presse sehr gewürdigt, jüdische Bühne, IL, Taborstraße 12. Mit der Aufführung der Komödie «Der freilich« Schäme«* konnte die Direktion wieder einen schönen Erfolg verzeichnen. Dje beiden Hauptdarsteller Frau Erwest und Herr Jungwirth hätten wieder einmal Gelegenheit, jüdische Typen glänzend zu charakterisieren. Ab' Freitag, den 21. bis Inklusive den 27 November wird die Komödie « A freilich* Nacht» gespielt, Samuel Loeb-Zltröq gestorben. ln Wilna verstarb am Sonntag abends kurz nach Vollendung seines 70. Lebensjahres der bekannt« hebräische und jiddische Schriftsteller, Kritiker und Literarhistoriker Samum Loeb-Zitrqn. Er war seit 1877 Mitarbeiter de« «Hamegid*. Im «Haolam» erscheint seit 1911 eine seiner gründlichsten Arbeiten «Letöledot Ha’itanut ha’iwrit» (Zur Geschichte der nebrälschßn Presse). Er «ehrleb Werke über die Geschichte der zionistischen1 Bewegung* Leben und Wirken Theodor Herzls» «Uzikon zijoni» (Biographien bekannter Zionisten). «PI« arbeitende Frau hi Palästina», von Ada Fischm a n n, j«t soeben «rschjenen. Dte über 2öp Seiten enthaltende Buch, dem eine Röihe von Bildern, Statistiken und Diagrammen beigegeben sind, gibt einen umfassendem Geberblick über die Entwicklung der Jüdischen Arbeiterinnen* bewegung in Palästina seit ihren ersteh Anfängen und bildet damit fclnCn wichtigen Beitrag zur Geschichte des feilt att5(frticklfclt abbdtilt« Abonnements neuen jüdischen Gemeinwesens. Das Vorwort schrieb Doktor Arthuf R u p p I n. Preis 6 engl Schilling. Bestellungen sind tu richten an: Women* International Ziörtist Organisation, 73, Gr, Kussel Stf., London W/C/l, und Moazath rtapoaieth, Tel-Aviv (Palästina), P. O. B. 303. Erfolge Iso OoHands. Der Sänger Iso Ödland, ehemaliges Mitglied des hebräischen Theaters Habimäh, jetzt an der Staatsoper Berlin, schreitet an dieser führenden Operhbühne Deutschlands von Erfolg zu Erfolg. Zuletzt sang er die Titelpartien in Verdis «Rlgoletto» und Rossinis «Barbier von Sevilla*. Die große Presse äußert sich in Worten höchster Anerkennung über seine Leistungen. «Der jüdische Caruso» io Berlin. Von einer großen Freundesschaf aus Berliner Künst erkreisen stürmisch empfangen, traf der New Yorker Öberkantor Mordechaj Hersehmann, genannt «der jüdische Caruso», ln Berlin ein, und nahm im Hotel Adlon Wohnung. Er singt am 23. November in der Philharmonie. Die große Berliner Presse widmet dem Gaste viel Aufmerksamkeit und kündigt dessen Auftreten als ein künstlerisches Ereignis an. Jiddisch—echtes Mittelhochdeutsch? Professor Heinrich Meyer-Öenfey betont ln einem Aufsatz der «Preußischen Jahrbücher*, daß «Jiddisch», das von annähernd vier Fünfteln aller Juden der Erde gesprochen wird und an Bedeutung alle anderen jüdischen Sondersprachen, wie das Judeftspanisch, Judenpersisch usw., weit übertrifft, unverkennbar echtes Deutsch ist, aber nicht von-der neuhochdeutschen Schriftsprache ausgeht, sondern auf mittelhochdeutscher Grundlage beruht. Früher gab es ein judendeutsch, das von den deutschen Ghetto-Juaen gesprochen wurde, und der Knabe Goethe, der sich so lebhaft für Sprachen interessierte, hat auch das Judendeutsch erlernt und sogar einiges in diesem Idiom — wie das bekannte Fragment einer Judenpredigt — gedichtet Aber diese jüdisch-deutsche Sprache erlosch seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts, als die Juden sich Immer mehr in die al'gameine Kultur ein* gliederten. So ist heute nur das Ost-Jüdische lebendig, das man wieder in zwei Hauptdialekte trennt, me als Litauisch und Polnisch bezeichnet werden. Das charakteristische Merkmal des Jiddischen, das es vom Deutschen unterscheidet, liegt nicht in der Grammatik, sondern in dem Wortschatz, der semitische Bestandteile enthält. Diese hebräischen und aramäischen Wörter sind an Zahl nicht größer als. die Lehnwörter, die sich in anderen Sprachen finden, aber sie treten besonders scharf hervor, obwohl* sie lautlich dem Sprachcharakter angepaßt sind. Ferner sind in zunehmendem Maße Lehnwörter aus dem Slawischen aufgenommen worden. Trotzdem ist das Jiddisch eine deutsch« Sprache, und zwar entzückt sie den Sprachfreund, denn sie lebt im Munde des Volkes. «Am Jiddischen kommt uns*so recht zum-Bewußtsein,» sagt der Verfasser, «was es bedeutet, daß unser geliebtes Neuhochdeutsch als Kanzleisprache »entstanden. Ist und Jahrhunderte der Zucht und Tyrannei von Schulmeistern ausgeliefert war. Der erquickende Hauch quellfrischer Natürlichkeit, der den Reiz der Mundart ausmacht, weht uns auch, und vielleicht in noch höherem Grade, aus dem Jiddischen entgegen.» Obwohl Os als gesprochene Volkssprache entstanden Ist, hat das jiddisch doch schon früh literarische Verwendung gefunden. Es wurde zunächst für religiöse Schriften benutzt, erscheint aber bald auch in der weltlichen Literatur. Das erste jüdisch-deutsche BuCh erschien 1507 zu Venedig im Druck und ist die metrische Uebertragung eines englischen Romans. Etwa ebenso alt ist die älteste Handschrift ertner Dichtung in Reimpaaren, «Der Artushof». Die Überlieferung erlischt im Laufe das 18. Jahrhunderts, doch nahm die jiddische Literatur seit 1860 einen erstaunlichen Aufschwung und besitzt Sine Anzahl bedeutender Dichter, wie Mendele Mölcher Sfurim, J. L. Perez, $cha!om Asch , und andere. Sie hat auch einen reichen Schatz an Volksliedern. Eröffnung der Ausstellung «Kult und, Form» ln. Berlin. Am iö. November wurde iiti Gebäude', des ’ alten' Kunst* gewerbemu$eum6‘ in Berlin die Kunstdiönst-Ausstallunjär «Kult und Form» eröffnet. In der Abteilung der jüdischen Gemeinde-finden wir eine SChau moderner jüdischer .Kulte geräte. Viel beachtet wurden dte Mctallarbeiten von Ludwig wolpert, der auf der Ausstellung mit zwei Sabbathjeuchtem aus Oias. einem. Cbartukkah-Leuchtör au« Mattsilber, einer Sederschussel aus Olas und Silber und einem 1.70 Mater hohen Chanukkah-Leuchter aus Bronze vertreten ist. Djeia Arbeiten bringen das Streban nach Waren, übersichtlichen Formen unter Vermeidung von Ornament und Dekoration besonders deutlich zum Ausdruck. Erwin Roth steift Arbeiten ln getriebenem Silber aus, Harry Rosenthal ein ewiges Licht in Form einer glatten Messingkuge), in der hebräische Schriftzeichen ausgestanzt sind. Verschiedene MetajltrCibarbeiten, wie Besomim-Büchsen und' Kidduschbecher, bringt B< Friedländer. Von der neuen jüdischen Friedhefskapelle in Königsberg, einem Werke des Architekten Erich Mende’.sohh, ist «in Altarfenster ausgestellt, da« eine gute Vorstellung der durch die Zusammensetzung von rechteckigen, bunten Mattglas tafeln erzielten Ucbtwlrkung gibt, die durch eingeschliffene Horizontalrillen erhöht wird. Zu erwähnen sind ferner Glasarbeiten von Miriam Rosenthal und Keramiken von Lea Halpern und Lotte Sud, sowie eine bederschflssel jn Keramik von Friedrich Adler. Der traditionell dekorativen Richtung huldigt Joachim Kahane mit einem Chanukkah-Wandteuchter aus Bronze, Von der neuen Synagoge in der Prinzregenfcnstraße sind zwei Thoravorhänge nach Entwürfen von Regierungsbaumelster Beer ausgestellt. Lobende 'Äußerungen wurden auch über «inen Mlsracb von Fanny Hamburg in Form einer farbigen Lithographie, die orientalische Bauformen,. Kuppeln und Zinnen, komponiert, gehört. Eine Gedenkfeier jüdischer Arbeiter in Amerika. Im Broadway Central Hotel ln New York fand kürzlich «in Bankett zur Feier der zwanzigjährigen Wiederkehr des SChuelderstreiks vom Jahre 1010 statt, der die jüdische Arbeiterbewegung In New York aüslüste. 40 Veteranen der jüdischen Arbeiterbewegung wurden bei dem Bankett, das von Richter Luis D, Brandeis begrüßt wurde, gefeiert. Antisemitismus in den Vereinigten Staaten. In dar Wochenschrift des Naw York City Oriiege, die vor einig«* Zeit unter dan Hörern des Oty College elfte Rundfrage über d|« Ursache» dar Stellungslosigkeit veranstaltet bat, werden in itinanr ArtJkei von Nelson Jerschauar die Ergebnisse dieser Rundfrage?ueamm«ng«fa6t Auf die Frag«: «Bildete bei Ihrer Stellensuche Ihre Stammte- Oder Re'igiohs- ZMgehörigkeit .«In wnstes Hindernis?*, haben 40 Prozent der Befragten in bejahendem sinn geantwortet Auf Grund der Antworten auf die Rundfrage und anderer zuverlässiger Nachrichten können wir otitteilen, daß *, B. die, Standard QU Company, aus ihrer Abneigung gegen Angehörige dar jüdischen Religion kein Geheimnis macht? dl« Edison Company hat dl« Aufnahm« einer Reihe von genialen Elektrotechnikern wegen ihrer ReiigionszugehörigkejF abgelehnt und .die New YOfker TeJephöngeseJischaft verbirgt Ihre Bigotterie hinter einer Prozentnorm, die nicht geeignet Ist, Irgend jemanden Uber die Oesinnung dieser Gesellschaft zu täuschen. ,1